Wheel Base, Lenkrad & Pedale im Test: Wheel Base und Pedale im Detail

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Christian Schnegelberger
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Moza R9 V3 im Detail

Die Moza R9 V3 Wheel Base besitzt ein maximales Drehmoment von 9 Nm bei einer Spitzenleistung von 180 Watt. Der maximale Lenkwinkel beträgt 2.700° mit einem 21-Bit-Encoder. Das Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt und besitzt an drei Seiten kleinere Kühlrippen. Die Rückseite wird mit einem Plastikdeckel verschlossen. Mit circa 12,5 cm in der Höhe, circa 15,5 cm in der Breite und einer Länge von rund 20 cm ist das Gehäuse sehr kompakt. Alle Anschlüsse und der Power-Knopf sind auf der Rückseite: eine USB-B-Buchse für die Verbindung zum PC, eine Buchse für die Stromversorgung sowie RJ-Buchsen für eine Handbremse, einen Schalthebel, einen Not-Aus-Schalter und die Pedale. Das mitgelieferte USB-Kabel zum Anschluss an den PC ist mit einer Länge von 190 cm recht kurz geraten. Kompatibel mit den Konsolen ist die Moza R9 V3 nicht.

Moza R9 V3
Antrieb: DirectDrive
Max. Drehmoment: 9,0 Nm
Max. Leistung: 180 Watt
Unterstützte Plattformen: PC
Anschlüsse: USB-B, Pedale, Schaltung, Handbremse, Dashboard, Not-Aus
Material: Aluminium, Kunststoff
Abmessungen (L×B×H): 207 × 157 × 124 mm
Gewicht: 6,8 kg
Preis: ab 309 €

Zur Montage von Lenkrädern besitzt die R9 V3 den Moza-Schnellverschluss mit stirnseitigen Kontaktflächen für die Signalübertragung und Stromversorgung von Lenkrädern. Radial sind kugelförmige Vertiefungen zum Einrasten der Lenkräder vorhanden. Zur Orientierung bei der Lenkradmontage ist ein Pfeil als Vertiefung in der Welle angebracht. Die Verbindung zum Lenkrad ist sehr solide. Störendes Spiel, Biegung oder klingelnde Geräusche der Feder gibt es nicht.

Moza R9 V3 – Wheel Base

Die Wheel Base ist heiß

Die kompakte Bauweise der Wheel Base sowie die überschaubare Anzahl und die Größe der Kühlrippen stellen offenbar größere Herausforderungen an das passive Kühlsystem der Moza R9 V3. Anders als die nicht so kompakten Wheel Bases von Logitech oder Fanatec mit ihren größeren Kühlrippen, kann hier bereits nach einem Einsatz von ein bis zwei Stunden eine deutliche Erwärmung der Außenhülle wahrgenommen werden. Nach einem Einsatz über fast fünf Stunden, mit kurzen Pausen zwischen den einzelnen Sessions der Rennwochenenden, hat sich die Base soweit erwärmt, dass die Außenhülle nicht mehr angenehm anzufassen war – bei einer Raumtemperatur von circa 20 °C. In der Software kann zudem definiert werden, ob die Wheel Base auf maximal 50 oder 60 °C begrenzt wird und dann ihre Leistung drosseln soll. Eine Drosselung wurde im Testzeitraum nicht bemerkt, das könnte im Hochsommer anders aussehen.

Montage an Tisch oder Sim-Rig

Zur Montage besitzt die Wheel Base auf der Unterseite vier Gewindelöcher für M6-Schrauben. Diese vier Löcher bieten weniger Flexibilität als die Nutensteine von anderen Herstellern und stellen im unwahrscheinlichen Fall eines defekten Gewindes auch größere Hürden bei der Reparatur dar.

Die Tischklemme ist aus schwarzem Stahl gefertigt und besteht aus insgesamt fünf verschiedenen Teilen. Der Winkel der Grundplatte kann in vier Stufen verändert werden. Die Klemmen können in der Tiefe bis zu 35 mm stufenlos verschoben werden. Die Tischplatte darf maximal 70 mm dick sein. Die U-förmigen Klemmen sind für die Oberseite und die vordere Kante der Tischplatte gepolstert, um Kratzer zu verhindern. Leider gilt dies nicht für die Klemmschrauben. Macken oder Kratzer können daher auf der Unterseite der Tischplatte auftreten.

Moza Tischklemme

Wie schlägt sich die Hybridbremse?

Im Lieferumfang der Moza SR-P Racing Pedals befindet sich neben dem Gas- und Bremspedal noch eine Fußplatte und das notwendige Montagematerial sowie die Verbindungskabel. Die Pedale können direkt an einen Computer oder an eine Moza-Wheel-Base angeschlossen werden. Die Montage geht intuitiv von der Hand und alle Kabel und Buchsen sind ausführlich beschrieben, was auch notwendig ist, da die beiliegende Anleitung nicht besonders ausführlich ist.

Moza SR-P Gas- und Bremspedal
Material: Stahl, Kunststoff
Bremse: Load-Cell, Hall-Effekt-Sensor (100 kg)
Gaspedal: Hall-Effekt-Sensor
Kupplung:
Ausstattung: Fersenplatte, Montagematerial für Sim-Rig o.ä.
Anschlüsse: USB-A
Plattformen: PC
Größe (B×L×H): 362 × 330 × 190 mm
Gewicht: 4,3 kg
Preis: ab 118 €

Die beiden Pedale können in ihrem Abstand zueinander in wenigen Stufen angepasst (praktisch limitiert auf vier Stufen) und um ein zusätzliches Kupplungspedal erweitert werden. Die Pedalplatten sind in der Höhe an drei unterschiedlichen Positionen anpassbar. Auf der Unterseite sind rutschhemmende Gummipads angebracht, die auf Laminatboden schon mit sehr geringen Kräften an der Bremse überfordert sind.

Gaspedal zu weich und Bremspedal als Hybridversion

Das Gaspedal besitzt eine einzige Feder an der Achse und Plastikanschläge, deren Anschlagton nicht besonders sanft klingt. Der Pedalweg und die Härte sind nicht einstellbar. Letztere fällt äußerst weich aus, sodass Einsteiger insbesondere am Anfang oft zu viel Gas geben. Für das Gaspedal wird ein Hall-Sensor als Winkelsensor mit einer 16-Bit-Auflösung verwendet.

Das Bremspedal setzt sowohl auf einen Winkelsensor als auch eine Load-Cell. Gedämpft wird es durch eine Feder und einen Dämpfungsblock. Im Lieferumfang sind keine weiteren Federn oder Dämpfungsblöcke enthalten. Fünf zusätzliche Einstellungsoptionen gibt es daher ausschließlich über einen zusätzlich erhältlichen Zubehörsatz. Kostenpunkt rund 20 Euro.

Moza SR-P Gas- und Bremspedal

Die Load-Cell kann bis zu 100 Kilogramm aufnehmen und wird über die Moza-Pit-House-Software eingestellt. Die Bremse kann so konfiguriert werden, dass ausschließlich der Winkelsensor verwendet wird oder nur die Load-Cell sowie alle Schritte dazwischen, beispielsweise 50:50. Da sich die beiden Sensoren in Reihe befinden und zuerst der Winkelsensor greift, kann die Load-Cell nicht problemlos allein verwendet werden. Wird zu 100 Prozent der Winkelsensor verwendet, wird von null bis 100 Prozent gebremst, bis die Load-Cell greifen könnte. Die Load-Cell wird so deaktiviert.

Bei einer ausschließlichen Verwendung der Load-Cell muss der volle Pedalweg bis zur Load-Cell überwunden werden, bevor überhaupt eine Bremswirkung eintritt. Nun gibt es zwei schlechte Optionen: den Zeitverlust beim Bremsen in Kauf nehmen oder das Pedal ständig soweit durchgedrückt halten, kurz bevor die Load-Cell greift. Letzteres ist auf Dauer ziemlich ermüdend.

So fällt die Eingewöhnung ungewöhnlich lange aus und so wirklich überzeugen kann insbesondere die Bremse nie. Da konnten die Logitech G RS Pedals ein deutlich besseres Bremsgefühl vermitteln. Das Gefühl der SR-P Pedale an Gas und Bremse kann auch über die umfangreichen Software-Einstellungen nicht gerettet werden. Der gesondert erhältliche Zubehörsatz sollte an der Bremse ein wenig Abhilfe schaffen, aber das Grundproblem mit der Load-Cell und dem Winkelsensor in Reihe wird auch hier bleiben.

Moza SR-P Gas- und Bremspedal