Next-Level-Gaming?: Auch per Mod kann DLSS 5 glänzen, oder übertrieben wirken
DLSS 5 ist aktuell das vielleicht heißeste Thema im PC-Gaming-Bereich. Neben der ersten offiziellen DLSS-5-Integration in NBA 2K27 (Test) gibt es DLSS 5 auch per Mod – für quasi jedes PC-Spiel. Was damit möglich ist, zeigen die Analysen der verschiedenen Qualitätsmodi in TLoU II sowie Benchmarks auf RTX 5000 und RTX 4000.
DLSS 5 per Mod im Test
NBA 2K27 ist das erste Spiel, das DLSS 5 offiziell integriert hat. Die KI-Technik wurde vom Entwickler für sein Spiel im Rahmen der Möglichkeiten konfiguriert und arbeitet entsprechend so, wie es vom Entwickler gewünscht ist. DLSS 5 ist in NBA 2K27 „Creator Intended“. Im Test auf ComputerBase hat DLSS 5 in NBA 2K27 optisch überzeugt, die Grafik macht einen sichtbaren Sprung nach vorn.
DLSS 5 gibt es per Mod aber auch auf inoffizielle Weise. Und das mittlerweile in fast jedem modernen Spiel auf jeder Grafikkarte. Ja, selbst auf einer Radeon, wenn man es möchte. Mittlerweile gibt es unglaublich viele Mods, die beinahe täglich (mehrmals) aktualisiert werden und mit immer mehr Features daherkommen. Es ist fast unmöglich, den Überblick zu behalten. Und auch unmöglich, aktuell zu bleiben.
„That Escalated Quickly!“ resümierten Fabian und Jan daher vor zwei Wochen im Podcast CB-Funk #182:
Wo läuft DLSS 5 per Mod eigentlich nicht?
DLSS 5 per Mod funktioniert mittlerweile in eigentlich jedem Spiel mit DirectX 12, DirectX 11 und auch DirectX 9. Unterstützt das Spiel von Haus aus DLSS Super Resolution, funktioniert eigentlich auch immer DLSS 5. Eine zwingende Voraussetzung ist aber auch das nicht mehr.
Neben GeForce RTX 5000 unterstützen die Mods auch GeForce RTX 4000, RTX 3000 und auch RTX 2000, wobei die letzten beiden das Feature nur äußerst langsam umsetzen können. Erste Mods ermöglichen DLSS 5 inzwischen sogar auf AMD Radeon. Oder wer will es mittels „SLI“ auf zwei GeForce-Grafikkarten testen? Auch das geht! Es ist völlig verrückt!
- in Spielen mit DirectX 9, 11 und 12
- in Spielen mit oder ohne DLSS Super Resolution
- auf GeForce RTX 50, 40, 30 (lahm) und 20 (lahm)
- auf Radeon RX (extrem lahm)
- im SLI-Modus
- usw. usf.
Die Mods ermöglichen auch deutlich mehr als DLSS 5 einfach nur ein- und auszuschalten. DLSS 5 lässt sich per Mod nämlich konfigurieren, womit die Stärke des Effekts eingestellt werden kann – bei der offiziellen Integration nimmt das der Entwickler vor. Genauso gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, um den Performanceverlust auf Kosten der Bildqualität zu reduzieren. Die Möglichkeiten sind entsprechend groß. Jedoch macht es das Ganze auch verwirrend.
Benchmarks, Analysen und Tipps in TLoU Part II
Dieser Artikel kann DLSS 5 per Mod nicht in Gänze erschlagen, das geht in Anbetracht der fast unendlichen Möglichkeiten nicht. Er hat stattdessen das Ziel, DLSS-5-Mod-Interessenten an die Hand zu nehmen und zu zeigen, was es für Möglichkeiten gibt und worauf geachtet werden sollte.
Im Fokus des Artikels steht The Last of Us Part II, das sich mit seinem realistischen Grafikstil in Verbindung mit den nach wie vor hervorragenden Animationen sehr gut für einen DLSS-5-Mod eignet. Neben einer Grafik-Analyse inklusive verschiedener Mod-Einstellungen und Videovergleiche stehen auch Benchmarks auf GeForce RTX 5000 und GeForce RTX 4000 im Fokus.
Die Tool-Frage: Kontrolle oder Komfort?
Die Zahl der Tools, mit denen sich DLSS 5 integrieren lässt, wird immer größer. Die Tools haben verschiedene Vor- und Nachteile. Welche Software sich durchsetzen wird, ist noch nicht abzusehen. Zudem sind die Entwicklungen derzeit derart schnell, dass sich ohnehin alles beinahe täglich ändert. Die im Test genutzten Tools waren zum Beispiel einen Tag nach Beginn der Testreihen schon wieder „alt“.
ReShade HDR Installer (HDI)
Empfehlenswert ist aktuell „RHI“ (Download auf GitHub). Das Tool hat eine funktionale optische Oberfläche, ermöglicht das komfortable Konfigurieren sämtlicher installierter Spiele und ermöglicht DLSS 5 auf verschiedenen GeForce-Grafikkarten mit wenigen Mausklicks. DLSS- und Tool-Versionen werden bei RHI immer aktuell gehalten. DLSS 5 ist nach der Integration werksseitig aktiv. Mittels „Pos1“ kann das Konfigurationsmenü aufgerufen werden.
OptiScaler + DLSS Neural Rendering
Wer dagegen auf Komfort verzichten und stattdessen etwas mehr Features haben möchte, kann zu einem angepassten Fork vom OptiScaler (Download auf GitHub) greifen. Komfort bietet dieser kaum bis gar nicht, so müssen für DLSS 5 bei jedem Spiel erst Dateien gefunden, ersetzt und dann das Tool installiert werden. Das kann auf Dauer etwas nervig und fummelig sein. Der OptiScaler lässt DLSS 5 nach der Installation deaktiviert. Mittels „Einfg“-Taste kann das Feature aktiviert und konfiguriert werden. Nach jedem Spielstart ist DLSS 5 jedoch wieder abgeschaltet und alle Einstellungen stehen wieder auf Standard.
Wie sich RHI und OptiScaler installieren lassen, hat sich ComputerBase separat angesehen. Dort werden auch noch weitere Tools wie DLSS 5 Feeder etc. pp. genannt.
DLSS 5 per Mod konfigurieren
Mit den Mods kann DLSS 5 theoretisch in fast jedes Spiel integriert werden. Optisch ist das aber nicht sinnvoll. So hat Nvidia das neuronale Netzwerk (beziehungsweise die drei zur Wahl stehenden KI-Modelle) derzeit auf Fotorealismus trainiert. Entsprechend versucht das Netzwerk mit all seinen Änderungen, Fotorealismus zu erreichen. Verfolgt das Spiel denselben Ansatz, funktioniert DLSS 5 in dem Spiel vermutlich generell gut.
Setzt DLSS 5 dagegen auf einen anderen optischen Ansatz wie zum Beispiel eine Comic-Grafik, wird es schnell schwierig – oder auch absolut gruselig. Das bedeutet nicht, dass DLSS 5 in solchen Spielen generell nicht sinnvoll ist. Es wird aber in den meisten Fällen nötig sein, die Intensität des Effekts deutlich zu reduzieren. Und es wird auch Spiele geben, in denen die Optik mit DLSS 5 generell nicht passen wird.
Darüber hinaus funktioniert der Mod nicht immer korrekt. Manchmal will es in einem Spiel einfach überhaupt nicht funktionieren, es gibt leichte bis schwere Grafikfehler in Form eines Flimmerns oder die gesamte Grafik ist schwarz-weiß. Teils werden die Fehler durch neue Mod-Versionen behoben, können aber immer mal wieder auftreten. Das gilt es zu bedenken. Es gibt keine Garantie, dass der DLSS-5-Mod auf dem heimischen Rechner in dem gewünschten Spiel funktioniert.
Ist DLSS 5 direkt im Spiel integriert, haben die Entwickler mehrere Möglichkeiten, auf die Wirkung des neuronalen Netzwerks Einfluss zu nehmen und dadurch den Effekt des Tools nach den eigenen Wünschen anzupassen.
Auch wenn man DLSS 5 per Mod nutzt, hat man einen Einfluss auf die Optik. Jedoch deutlich weniger als die Entwickler. Und man muss die Optik eben in jedem Spiel händisch anpassen.
Konfigurieren am Beispiel OptiScalers
RHI und OptiScaler bieten dafür zwar nicht identische, aber doch sehr ähnliche Optionen an. Die Redaktion bezieht sich bei der Beschreibung auf den OptiScaler. In RHI funktioniert dies aber genauso.
Zuerst muss DLSS 5 aktiviert werden. Nach dem Drücken von „Einfg“ muss der Punkt „DLSS Neural Rendering“ aufgeklappt und der Punkt „Enable Neural Rendering“ eingeschaltet werden. DLSS 5 läuft dann mit den Standardeinstellungen des Mods.
Dann ist es eine Frage des Geschmacks. Wer das Spiel unbedingt mit den Originalfarben spielen möchte, sollte „Local Tone“ auf 0.0 setzen. Bleibt die Option dagegen auf „1.0“, hat DLSS 5 einen Einfluss auf den Farbton. In den ersten Versionen der Mods war die Option regelrecht kaputt und die Farben wurden teils massiv geändert. Mittlerweile ist der Einfluss aber deutlich geringer, wodurch der Effekt besser wirkt. Je nach Spiel und je nach Geschmack kann mal das eine, mal das andere besser wirken.
Style und Intensity sind die wichtigsten Regler
Zwei Schalter sind dann noch wichtig für die Bildqualität: Mit „Style“ können die drei leicht anders trainierten neuronalen Netzwerke ausgewählt werden. Es gibt „Default“ als den Standard, „Natural“ und „Cinematic“. Die Redaktion empfiehlt Default oder Natural. Je nach Spiel und leider auch Szene sieht mal das eine, mal das andere besser aus. Cinematic sah dagegen in keinem Titel besser aus – Geschmackssache?
Ebenso wichtig ist „Intensity“, denn damit kann die Intensität des DLSS-5-Filters geändert werden. 1.0 ist der Standardwert, allerdings ist dieser eigentlich durchweg zu hoch. DLSS 5 hat mit der Einstellung einen großen Einfluss auf die Beleuchtung, was oft übertrieben wirkt. „0.7“ lautet die Empfehlung der Redaktion, was deutlich näher an der Originalgrafik dran ist, aber immer noch einen gut sichtbaren Einfluss auf die Grafik hat.
Mit den restlichen Schaltern lässt sich DLSS 5 weiter tunen, doch ist das in den meisten Fällen gar nicht nötig beziehungsweise man kann sich damit schnell verrennen und die Grafik verschlimmern, anstatt sie zu verbessern.