Pixel 11 Pro im Test: Neue Kameras mit noch mehr KI

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Nicolas La Rocco
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Beim Pixel 11 Pro ist dieses Jahr unter anderem die Hauptkamera neu, wobei Google mit 50 MP auf 1/1,3" auf dieselbe Auflösung und Sensorgröße wie im Vorjahr beim Pixel 10 Pro (XL) setzt. Es dürfte sich somit um eine neuere Sensorgeneration handeln, die Google aber nicht beim Namen nennt. Dennoch handele es sich laut Hersteller um die „beste Kamera jemals“ in einem Pixel-Smartphone. Die Kamera bietet einen In-Sensor-Zoom in zweifacher „optischer Qualität“ und ist darüber hinaus für eine bis zu 4,9-fache Vergrößerung durch weiteres digitales Zoomen mit reduzierter Auflösung ausgelegt, bevor ab der 5-fachen Vergrößerung das Teleobjektiv zum Einsatz kommt.

Super Res Zoom geht auf 120-fache Vergrößerung

Für die größeren Brennweiten kommt eine ebenfalls neue 48-MP-Telefotokamera zum Einsatz, die vom bisherigen Periskop-Aufbau zu einer klassischen, übereinander gestapelten Anordnung von Sensor und Glas wechselt, wie ein genauerer Blick in den Kamerabalken offenbart. Hinter dem Glas sitzt mit der neuen Smartphone-Generation ein 1/1,95" statt vorher 1/2,55" großer Sensor, der Google zufolge 30 Prozent lichtempfindlicher sei. Die native Vergrößerung entspricht Faktor fünf gegenüber der Hauptkamera (120 mm vs. 24 mm), darüber hinaus ist eine zehnfache Vergrößerung per In-Sensor-Zoom möglich. Den danach folgenden, KI-gestützten Super Res Zoom hebt Google von 100-fach auf 120-fach an. Der kann erstaunlich gute Ergebnisse liefern – oder aber wilde Schriftzeichen erfinden.

Bildvergleich: Pixel 11 Pro – Tele (Standard) (f/2.8, ISO 35, 1/94 s)
Pixel 11 Pro – Tele (Super Res Zoom)) (f/2.8, ISO 35, 1/94 s)

Davon abgesehen behalten die Pixel-11-Pro-Modelle die vor zwei Jahren mit dem Pixel 9 Pro (Test) eingeführte Ultraweitwinkelkamera mit 48 MP auf einem kleineren 1/2,51"-Sensor, die zudem erneut über einen Autofokus verfügt, um darüber den Makromodus abzuwickeln. Nutzer können auswählen, ob die Kamera-App im Nahbereich automatisch zu dieser Linse wechseln soll. Ebenfalls bereits bekannt ist die 42-MP-Selfie-Kamera.

Pixel 11 Pro vs. iPhone 17 Pro Max im Vergleich

Die mit dem neuen Aufbau möglichen Ergebnisse können sich in vielerlei Hinsicht sehen lassen und dürften dem Großteil der Betrachter auf Anhieb gefallen – und ebenso eine ganze Reihe von Kritikern versammeln, denen der „Pixel-Look“ überhaupt nicht zusagt. Fotos eines Pixel-Smartphones haben dieses ganz spezielle, in erster Linie durch „perfektes“ HDR geprägte Aussehen, das in dieser Form kaum ein anderes Smartphone abliefert.

Die Fotos zeichnen sich durch eine hohe räumliche Darstellung mit vielen Details in allen Bildbereichen aus – auch in den Bereichen, die man mit bloßem Auge zuvor weniger gut wahrnehmen konnte. Das Pixel-HDR sorgt dafür, dass besonders helle Bereiche abgedunkelt werden, um Details hervorzuheben, und besonders dunkle Bereiche aufgehellt werden, um selbiges zu erreichen. Man bekommt bei Google stets „sehr viel Foto“ für einmaliges Drücken des Auslösers.

Google Pixel 11 Pro im Test – Kamera

Der Direktvergleich mit einem iPhone 17 Pro Max (Test) zeigt, dass selbst Apples über die letzten Jahre in Richtung Pixel getrimmte HDR-Automatik nicht an das aggressive Verhalten von Google heranreicht, das noch mehr offenlegt. Die Frage danach, was heutzutage noch als „klassisches Foto“ gewertet werden kann, darf man durchaus stellen, massiv nachbearbeitet wird allerdings bei allen Smartphone-Anbietern.

Ultra HDR sorgt für die beste Darstellung

Die Pixel-11-Fotos – so viel muss man sich dann aber doch eingestehen – sind durchaus ansehnlich, vor allem direkt auf dem Bildschirm des Smartphones betrachtet, wenn sie dort im vollen Ultra-HDR-Umfang angezeigt werden, den in derselben Form kaum ein regulärer PC-Monitor darstellen kann. Auch das gilt neben Google selbstredend erneut auch für Apple oder Samsung.

Camera Looks bändigen den Pixel-Look

Wer diesen typischen Pixel-Look nicht mehr im vollen Umfang „über sich ergehen“ lassen möchte, sondern einen ganz eigenen Look präferiert, kann genau das bei der Pixel-11-Serie mit den sogenannten Camera Looks erreichen. Diese sind vergleichbar mit den „Fotografischen Stilen“, die Apple auf dem iPhone anbietet. Es handelt sich dabei um Voreinstellungen, die frühzeitig in der Kamera-Pipeline auf Basis der Rohdaten im Bildprozessor erfolgen. Laut Google (und Apple) soll demnach eben nicht nur ein Filter über die fertigen Bilder gelegt werden.

Die Camera Looks lassen sich im Fotomodus der Kamera-App über die Einstellungen unten rechts erreichen und setzen sich aus dem „Standard-Look“ mit den vier Unteroptionen „Original“, „Natural“, „Shadows“ und „Vanilla“ sowie den sechs weiteren Looks „Editorial“, „Velvet“, „Classic“, „Digi“, „Black Tie“ und „Minimal“ zusammen.

Abseits des Standard-Looks lassen sich die sechs weiteren Optionen eher als Filmsimulationen mit deutlich dramatischeren Anpassungen verstehen, während die Unteroptionen des Standard-Looks weniger Veränderungen vornehmen.

  • Original: Der klassische, bewährte Pixel-Look. Er liefert die gewohnt kontrastreichen, scharfen und algorithmisch „perfekt“ optimierten Bilder.
  • Natural: Dreht die aggressive Nachschärfung von feinen Details bewusst herunter. Das sorgt für einen weicheren, organischeren und realistischeren Bildeindruck.
  • Shadows: Erhöht gezielt den Kontrast in den dunklen Bildbereichen. Das erzeugt tiefere, dramatischere Schatten und einen sehr plastischen, stimmungsvollen Look.
  • Vanilla: Verleiht den Fotos eine wärmere Farbabstimmung. Ein subtiler, goldener Schimmer hebt warme Töne hervor und sorgt für eine sanfte Ästhetik.
  • Classic: Orientiert sich stark an klassischen Fotografie-Stilen und verarbeitet Kontraste und Farben so, dass sie zeitlos und weniger digital wirken.

Zugegeben: Für den Test hat die Redaktion nicht jedes Foto mit den insgesamt zehn Camera Looks aufgenommen, das wäre vom Aufwand her einfach zu viel geworden. Unter den Optionen des Standard-Looks haben sich „Natural“ und „Shadows“ mit am sinnvollsten für den Alltag herauskristallisiert, da sie genau dort ansetzen, wo sich am ehesten Kritik an den Pixel-Bildern aussetzen lässt. „Natural“ nimmt den Bildern die hin und wieder zu intensive Schärfe, während „Shadows“ den manchmal übertriebenen HDR-Effekt zurückfährt und Schatten und damit auch eine gewisse Stimmung in der Aufnahme erhält.

Bildvergleich: Pixel 11 Pro – Weitwinkel (Standard) (f/1.7, ISO 61, 1/33 s)
Pixel 11 Pro – Weitwinkel (Shadows) (f/1.7, ISO 62, 1/33 s)

Alle Camera Looks lassen sich darüber hinaus weiter in ihren Parametern konfigurieren, sodass am Ende ganz persönliche Looks entstehen. In den Einstellungen der Kamera-App lässt sich zudem definieren, ob die Kamera immer im zuletzt gewählten Look starten soll. Ansonsten wird der zuvor gewählte Look im Nachgang wieder verworfen.

Das Fotografieren wird zur Nebensache

Selbstverständlich hat das Pixel 11 Pro allerlei KI-Helfer an Bord, um rund um die Kamera für „bessere“ Ergebnisse zu sorgen. Das geht so weit, dass sich auch Fotos erstellen lassen, die nie statt­gefunden haben. Mit dem Modus „Automatische Beste Aufnahme“ werden die besten Gesichtsausdrücke einer Serienaufnahme automatisch zu einem finalen Bild zusammengesetzt, auf dem bestenfalls alle lächeln, niemand blinzelt oder Grimassen schneidet.

Es gibt zudem einen gänzlich neuen Fotomodus, der Google sogar einen neuen Eintrag im Hauptmenü der Kamera-App wert ist. Neben dem Foto- und Videomodus findet man dort die „Magische Aufnahme“, die dem Anwender noch mehr Aufgaben abnehmen soll, sodass man quasi gar nicht mehr darauf achten muss, was genau man fotografiert. Denn die „Magische Aufnahme“ nimmt ein Video auf und extrahiert daraus die von Googles KI als beste Fotos markierten Aufnahmen. Das Ganze lässt sich optional mit einer automatischen Bearbeitung kombinieren, die die einzelnen Frames zuschneidet, ausrichtet und scharfzeichnet.

Dieser Vorgang erfolgt in Googles Cloud, die Aufnahmen sollen im Nachgang aber gelöscht werden. Darüber hinaus wird das Video standardmäßig nur in Full HD aufgenommen, es sei denn, es wird zusätzlich die Pixel-Video-Optimierung aktiviert. Bei aktivierter Video-Optimierung werden die Videos in 4K mit 10-Bit-HDR aufgenommen. Diese Video-Optimierung ist ebenfalls ein Vorgang, den das Pixel 11 Pro in der Google-Cloud abwickelt.

Creator Suite mit Teleprompter und mehr

Mit der Creator Suite führt Google zudem für diese Zielgruppe ausgelegte Funktionen wie einen optionalen Teleprompter für eigene Skripts bei Nutzung der Frontkamera sowie neue Projekt­ordner und Storyboards für eine bessere Projektplanung ein. Entsprechende Projekte landen somit nicht mehr einfach nur in der Fotogalerie, sondern bekommen einen eigenen Speicherort.

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