Pixel 11 Pro im Test: Akkulaufzeiten und Fazit
4/4Der Tensor G6 scheint somit mehr ein Effizienz- und KI- als ein Performance-Upgrade zu sein. Das Mobilfunkmodem allein auf seine Effizienz zu testen, war der Redaktion nicht möglich, aber die regulären Laufzeit-Benchmarks zeigen ebenso eine leichte Verbesserung, insbesondere auch unter Berücksichtigung, dass Pixel 11 Pro (4.850 mAh) und Pixel 10 Pro (4.870 mAh) annähernd gleich große Batterien besitzen.
Produktive und Streaming-Laufzeiten
Im produktiven PCMark 3.0 war knapp über eine Stunde mehr Laufzeit als mit dem Pixel 10 Pro möglich. 15 Stunden stehen in diesem Test zudem für 90 Prozent dessen, was mit dem Samsung Galaxy S26 Ultra möglich war. Deutlich mehr schaffen erst Modelle wie das Vivo X300 Ultra (6.600 mAh), ein auf 60 Hz beschränktes Pixel 9a (5.100 mAh) oder das Oppo Find X9 Pro (7.500 mAh).
Auch beim YouTube-Streaming mit 200 cd/m² Helligkeit schneidet das Pixel 11 Pro ein gutes Stück besser als der Vorgänger ab. 25:33 Stunden stehen für eine Verbesserung von 15 Prozent und befördern das Smartphone auch hier nur noch rund 10 Prozent hinter das Galaxy S26 Ultra. Die chinesische Konkurrenz von Vivo und Oppo, aber auch das eigene Pixel 9a (Test) müssen das Pixel 11 Pro jedoch auch in diesem Vergleich davonziehen lassen.
Pixelsnap geht auf 25 Watt
Während Google die Akkus gegenüber der Pixel-10-Serie beinahe unverändert übernommen und beim Pixel 11 Pro Fold sogar um 200 mAh reduziert hat, gibt es beim drahtlosen Laden mit Qi 2.2 eine Steigerung von ehemals 15 Watt auf jetzt 25 Watt.
Google setzt in diesem Punkt erneut auf die magnetische Pixelsnap-Befestigung, ohne dass eine zusätzliche Hülle benötigt wird. Es handelt sich somit um das Pendant zu Apple MagSafe.
Android 17 mit sieben Jahren Software-Support
Aufseiten der Software kommt die Pixel-11-Serie mit Android 17, Gemini Intelligence und sieben Jahren Update-Versprechen, sodass bis zum Sommer 2033 Updates verteilt werden sollten.
Rambler für das Gboard
Die neuen Software-Funktionen fallen umfangreich aus, ehrlich gesagt zu umfangreich, um sie innerhalb der effektiv fünf Arbeitstage seit Erhalt des Smartphones durch Google allesamt tiefgehend testen zu können. Hervorzuheben ist das neue Gboard mit Rambler, also die überarbeitete Google-Tastatur, die jetzt besser mit natürlicher Sprache umgehen kann. Diese soll nun gewisse Füllwörter wie „ähm“ oder die im Englischen beliebten „likes“ schon beim Diktieren herausfiltern.
Genau das, also das Filtern der „ähms“, klappte im Test tatsächlich ziemlich gut, während die im englischen Werbeclip gezeigten Beispiele für Korrekturen auf Deutsch weniger gut umgesetzt wurden. Der Vorschlag eines beliebten Treffpunkts in der Berliner Innenstadt mit anschließender Korrektur wurde lediglich so übernommen wie er ausgesprochen wurde, also ohne den nicht mehr gewünschten Teil zu löschen. Auch der Versuch, bei einer Einkaufsliste zum Beispiel per gesprochener Korrektur Tomaten gegen Karotten zu tauschen, wollte nicht klappen. Potenziell sind die Gboard-Fähigkeiten auf Deutsch derzeit noch der englischen Tastatur unterlegen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Googles neue Features auf Deutsch denen auf Englisch hinterherhinken.
Screenreader, Live-Übersetzung und mehr
Weitere neue Software-Funktionen sind unter anderem, dass Gemini nach einem Opt-in jetzt die Inhalte des Bildschirms auslesen kann, sich neue Widgets per KI-Prompt erstellen lassen, Android eigenständig mehr Formulare ausfüllen kann, oder es eine Live-Übersetzung für Videos, Podcasts und Sprachnachrichten gibt.
Für den vollen Gemini-Funktionsumfang bekommen Käufer eines Pixel 11 Pro, Pixel 11 Pro XL oder Pixel 11 Pro Fold deshalb passend dazu Google AI Pro mit einer (zunächst kostenlosen) Laufzeit von sechs Monaten. Darin enthalten sind unter anderem höhere Nutzungslimits in Gemini, 5 TB Cloud-Speicher und Google Health Premium. Das Paket hat einen Wert von 131,94 Euro.
Fazit
Das Pixel 11 Pro ist überspitzt ausgedrückt „das Meeting, das eine E-Mail hätte sein können“ – oder hier: ein Software-Update. Das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit, aber vieles wird in der Tat über neue Software-Funktionen realisiert, die Google auch auf die Pixel-10-Serie bringen könnte – sofern Google das möchte, denn schließlich muss man mit Exklusivität einen Kaufanreiz für die neuen Modelle aufrechterhalten.
Die Displays leuchten etwas heller, das stimmt, die Kameras sind etwas besser, auch das stimmt, der Tensor G6 liefert ein kleines Stück mehr Leistung, auch das trifft zu, und die Akkus lassen sich schneller laden – alles korrekt. Aber mehr Super Res Zoom, neue Camera Looks, die Creator Suite, Magic Capture oder Gemini Intelligence – alles Features, die aus Sicht der Redaktion problemlos auch auf das Pixel 10 (Pro) mit Tensor G5 portiert werden könnten. Zumal der Tensor G6 jetzt auch nicht die große Revolution darstellt und mit teils äußerst fragwürdigen Entscheidungen (GPU) für viele Fragezeichen sorgt. Immerhin hat man sich mit MediaTek für ein anderes Modem entschieden.
Dennoch ist das Pixel 11 Pro ein Smartphone, das man gerne in die Hand nimmt, mit dem man gerne den Alltag beschreitet und das im Android-Ökosystem voll aufgeht. Das Pixel 11 Pro ist hochwertig verarbeitet und hinterlässt mit kleineren Merkmalen wie dem tollen haptischen Feedback einen sehr guten Eindruck. Auch sehr schöne OLED-Displays kann Google, garniert mit schnellem Fingerabdrucksensor und flotter Gesichtserkennung. Die drei Kameras liefern durchweg gute bis sehr gute Ergebnisse und lassen sich erstmals individuell einstellen, um den hin und wieder übertriebenen Pixel-Look zu bändigen. Auch mit dem Akku kommt man stets sicher durch den Tag. All das sind Eigenschaften, die fast kritiklos zu den von Google aufgerufenen Preisen passen.
Und das sind beim Pixel 11 Pro – wie im Vorjahr – mindestens 1.199 Euro – mit 12 GB statt 16 GB RAM. Bei gleicher RAM-Ausstattung und 512 GB Speicher landet man bei 1.329 Euro – vor Googles Rabatten. Da kann man erwarten, dass in allen Punkten das Beste abgeliefert wird, auch bei der – nicht ohne Grund – noch nie stark beworbenen Chip-Leistung. Aber: Mehr „Google“ und mehr „Gemini“ bekommen Käufer derzeit bei keinem anderen Gerät, sofern das der Anspruch an ein neues Android-Smartphone ist.
- Extrem helles, schön abgestimmtes OLED
- Tolle Haptik und Verarbeitung
- Alle drei rückseitigen Kameras liefern durchweg gute Aufnahmen
- Camera Looks als sinnvolle Ergänzung
- Leicht verbesserte Akkulaufzeiten
- Mehr „Google“ und „Gemini“ geht nicht
- Sieben Jahre Software-Support
- Magnetisches Pixelsnap-Laden
- Hochwertiges Vibrationsfeedback
- Schneller Fingabdrucksensor und Gesichtsscanner
- Aktuelle Standards wie Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, Ultra Wideband
- Sehr gute Lautsprecher
- IP68-Schutz gegen Staub und Wasser
- HiLight lieferte im Alltag keinen echten Mehrwert
- Fragwürdige Wahl von Uralt-GPU ohne Raytracing
- Chip-Leistung passt nicht zur Preisklasse
- Tensor G6 fällt unter Dauerlast hinter Tensor G5 zurück
- RAM-Downgrade für kleinere Speicherkonfigurationen
ComputerBase wurden Pixel 11 Pro leihweise von Google unter NDA zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe des Embargos war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt des Tests.
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