Pixel 11 Pro im Test: Der Tensor G6 ist ein sehr spezieller Chip

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Nicolas La Rocco
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Google verbaut in allen vier neuen Pixel-11-Smartphones den gleichen Tensor G6, ein weiteres „Custom-SoC“ aus Googles Schmiede, das in gewissen Bereichen wie Bildprozessor, Video-Engine oder TPU auf Eigenentwicklungen setzt, in anderen Bereichen wiederum auf vertraute Komponenten großer Anbieter wie Arm setzt.

Tensor G6 bleibt bei 3-nm-Fertigung

Im Vorfeld der Ankündigung war über Monate spekuliert worden, dass der Tensor G6 nach dem Samsung Exynos 2600 ein weiterer Smartphone-Prozessor aus der 2-nm-Fertigung werden könnte. Google ist aber nicht zu N2 von TSMC gewechselt, wie der 2-nm-Prozess heißt, auf den wohl Apple für den A20 Pro setzen wird, sondern verbleibt beim bekannten 3-nm-Prozess. Das ging vor Kurzem aus einer Stellungnahme von Googles Hardware Vice President Peng Yu-chun gegenüber CNA aus Taiwan hervor.

Google selbst sagt: Die CPU sei 25 Prozent schneller beim Web-Browsing und lade Apps 15 Prozent schneller als die CPU des Tensor G5. Die CPU arbeite zudem bis zu 20 Prozent effizienter – nur die CPU, nicht das SoC insgesamt, was angesichts identischer Fertigung auch nicht möglich wäre. Google nennt für den Tensor G6 zudem eine 50 Prozent schnellere Tensor Processing Unit (TPU) für KI-Aufgaben.

Tensor G6
Tensor G6 (Bild: Google)

Die (bekannten) technischen Details

Eine offizielle Kommunikation zum Tensor G6 existiert seitens Googles Chipteam praktisch nicht, das Unternehmen äußert sich schlichtweg nicht zu Teilbereichen des Chips. Vielleicht liegt das daran, dass Google mit dem Tensor G6 wenig zum Angeben hat. Die wenigen verfügbaren Informationen in der Tabelle wurden CPU-Z entnommen.

Tensor G6 Tensor G5 Tensor G4 Tensor G3 Tensor G2 Tensor G1
Modell ? GS401 GS301 GS201 GS101
Codename ? Laguna Zuma Pro Zuma Cloudripper Whitechapel
Fertigung TSMC N3P Samsung 4LPP+ Samsung 4LPP Samsung 5LPE
CPU 1 × Arm C1-Ultra
(4,11 GHz)
4 × Arm C1-Pro
(3,38 GHz)
2 × Arm C1-Pro
(2,65 GHz)
1 × Arm Cortex-X4
(3,78 GHz)
5 × Arm Cortex-A725
(3,05 GHz)
2 × Arm Cortex-A520
(2,25 GHz)
1 × Arm Cortex-X4
(3,1 GHz)
3 × Arm Cortex-A720
(2,6 GHz)
4 × Arm Cortex-A520
(1,92 GHz)
1 × Arm Cortex-X3
(2,91 GHz)
4 × Arm Cortex-A715
(2,37 GHz)
4 × Arm Cortex-A510
(1,7 GHz)
2 × Arm Cortex-X1
(2,85 GHz)
2 × Arm Cortex-A78
(2,35 GHz)
4 × Arm Cortex-A55
(1,8 GHz)
2 × Arm Cortex-X1
(2,8 GHz)
2 × Arm Cortex-A76
(2,25 GHz)
3 × Arm Cortex-A55
(1,8 GHz)
GPU IMG CXTP-48-1536 IMG DXT-48-1536 Arm Mali-G715 MP7 Arm Mali-G710 MP7 Arm Mali-G78 MP20
? 1.100 MHz 940 MHz 890 MHz 848 MHz
Keine Raytracing-Unterstützung
RAM LPDDR5X LPDDR5
? 4.266 MHz 3.200 MHz
? 68,2 GB/s 51,2 GB/s
NPU ? Rio Janeiro Abrolhos
5th Gen Edge TPU 4th Gen Edge TPU 3rd Gen Edge TPU 2nd Gen Edge TPU 1st Gen Edge TPU
? 1.119 MHz 1.066 MHz
Storage (Z)UFS 4.0 UFS 3.1
Modem MediaTek M90 Exynos 5400i Exynos 5400c Exynos 5300i Exynos 5300g Exynos 5123b
Wi-Fi Wi-Fi 7 Wi-Fi 6E
Bluetooth Bluetooth 6.0 Bluetooth 5.3 Bluetooth 5.2

Google wechselt zu C1-Kernen von Arm

Dieses Jahr gibt es aktuelle CPU-Kerne, nachdem Google letztes Jahr mit dem Tensor G5 den Cortex-X925 ausgelassen hatte und stattdessen beim 2023er Cortex-X4, dem ein Jahr neueren Cortex-A725 und Cortex-A520 verblieb. Im Tensor G6 stecken die (noch) aktuellen C1-Kerne von Arm. Schon bald dürfte aber die nächste Lumex-CSS-Plattform mit abermals neueren C2-Kernen folgen.

Neue Kerne, mehr Takt, aber weniger Kerne

Die CPU des Tensor G6 setzt sich aus sieben statt acht Kernen zusammen, an der Spitze sitzt ein C1-Ultra mit 4,11 GHz. Darauf folgen vier C1-Pro mit 3,38 GHz und zwei weitere C1-Pro mit 2,65 GHz. Effizienz­steigerungen der Mikro­architektur machen den Einsatz des kleinsten C1-Nano mit In-Order-Design kaum mehr notwendig. Nach dem MediaTek Dimensity 9500 verzichtet auch Google auf den Nachfolger der „echten“ E-Cores. MediaTek setzt neben dem C1-Ultra und C1-Pro aber zusätzlich auf den dazwischen positionierten C1-Premium.

Die CPU-Leistung im Detail

Was bedeutet das für die „Rohleistung“? Bei 8,7 Prozent höherem Takt liefert der C1-Ultra des Tensor G6 eine Mehrleistung von 16 Prozent im Geekbench 6.3 ab. Die Vorteile der neuen Mikroarchitektur lassen sich demnach über die Taktsteigerung hinaus ermitteln. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass Google damit rund 30 Prozent hinter den Prime-Kernen von Qualcomm (Snapdragon 8 Elite Gen 5) und Apple (A19 Pro) landet.

Diagramme
Geekbench 6.3 – Single-Core Total
    • Apple iPhone 17 Pro Max (iOS 26.0.1)
      3.905
    • Samsung Galaxy S26 Ultra (Android 16.0)
      3.770
    • Apple iPhone Air (iOS 26.0.1)
      3.754
    • Apple iPhone 17 (iOS 26.0.1)
      3.735
    • Honor Magic 8 Pro (Android 16.0)
      3.703
    • Oppo Find N6 (Android 16.0)
      3.553
    • Samsung Galaxy Z Fold 8 (Android 17.0)
      3.544
    • Vivo X300 Ultra (Android 16.0)
      3.465
    • Samsung Galaxy S26 (Android 16.0)
      3.255
    • Oppo Find X9 Pro (Android 16.0)
      3.150
    • Google Pixel 11 Pro (Android 17.0)
      2.688
    • Google Pixel 10 Pro (Android 16.0)
      2.324
    • Google Pixel 9a (Android 15.0)
      1.751
Einheit: Punkte

Im Multi-Core-Vergleich beträgt Googles Rückstand rund 40 Prozent auf den Snapdragon 8 Elite Gen 5, bei Apple sind es erneut rund 30 Prozent, weil dort weniger Kerne zum Einsatz kommen. Zum eigenen Vorgänger Tensor G5 liegt das Plus bei 7 Prozent, weil zwar mit höheren Taktraten, aber eben auch mit weniger CPU-Kernen gearbeitet wird.

Die Grafikeinheit ist fünf Jahre alt

Während bei der CPU die neuesten Arm-Kerne verbaut sind, scheint Google der Bereich GPU überhaupt nicht wichtig zu sein. Das verdeutlicht der Einsatz einer „uralten“ Grafikeinheit von Imagination Technologies. Es war der 4. November 2021: „Imagination launches the most advanced ray tracing GPU“ – gemeint ist die IMG CXT, die damals neue Flaggschiff-GPU-IP von Imagination Technologies auf Basis der PowerVR-Photon-Ray-Tracing-Architektur. Das Kuriose: Letztes Jahr war im Tensor G5 noch die IMG DXT verbaut, der Nachfolger der nun verbauten CXT.

Raytracing sucht man erneut vergebens

Im Tensor G6 steckt die IMG CXTP-48-1536, demnach mit 48 Pixels per Clock (PPC) in der Raster-Textur-Pipeline und 1.536 FP32 FLOPS per Clock. Das „P“ im Namen ist derzeit nicht offiziell dokumentiert, es wird vermutet, dass es für Power steht, also eine Effizienz-optimierte Version der CXT. Und weil Hardware-Ray-Tracing bei der PowerVR-Architektur rein optional ist, hat Google auch dieses Mal wieder darauf verzichtet. Google ist der letzte Anbieter, der konsequent auf Raytracing verzichtet. Auch moderne Upscaling-Verfahren, um die Effizienz zu steigern, sucht man hier vergebens.

GPU-Leistung weit hinter der Konkurrenz

Dementsprechend ernüchternd fällt das Fazit zur GPU-Leistung aus. In den Vulkan-basierten Benchmarks gibt es ungefähr das gleiche Leistungsniveau wie im letzten Jahr. Da die Taktraten der IMG CXTP-48-1536 unbekannt sind, könnten kleinere Verbesserungen dadurch zu erklären sein. Bei Nutzung der alten OpenGL-ES-API im Sling-Shot-Benchmark fällt die Leistung hingegen durchweg höher aus. Auch beim GPU-Compute im Geekbench ist ein ordentliches Plus zum Tensor G5 zu verzeichnen.

Diagramme
3DMark Unlimited – Steel Nomad Light (Metal/Vulkan)
    • Samsung Galaxy S26 (Android 16.0)
      3.224
    • Oppo Find X9 Pro (Android 16.0)
      3.217
    • Samsung Galaxy S26 Ultra (Android 16.0)
      2.945
    • Honor Magic 8 Pro (Android 16.0)
      2.797
    • Vivo X300 Ultra (Android 16.0)
      2.775
    • Apple iPhone 17 Pro Max (iOS 26.0.1)
      2.758
    • Oppo Find N6 (Android 16.0)
      2.631
    • Samsung Galaxy Z Fold 8 (Android 17.0)
      2.348
    • Apple iPhone 17 (iOS 26.0.1)
      2.173
    • Apple iPhone Air (iOS 26.0.1)
      1.791
    • Google Pixel 11 Pro (Android 17.0)
      1.141
    • Google Pixel 9a (Android 15.0)
      1.073
    • Google Pixel 10 Pro (Android 16.0)
      1.039
Einheit: Punkte

Unter Dauerlast langsamer als der Tensor G5

Und wie sieht es unter Dauerlast aus, also wenn zum Beispiel länger gespielt wird, anstatt nur einmal den Benchmark laufen zu lassen? Nicht besonders gut, wie der Direktvergleich mit dem Tensor G5 zeigt. Im 3DMark Steel Nomad Light Stresstest fällt die Leistung knapp 40 Prozent hinter das Ausgangsergebnis zurück, aber auch gegenüber dem Pixel 10 Pro, das seine Leistung durchweg halten konnte. Im älteren 3DMark Wild Life Stresstest sieht es ähnlich aus: Dort bleiben 70 Prozent der Ausgangsleistung übrig, aber auch hier zieht der Tensor G5 am neuen G6 vorbei.

Metal/Vulkan
3DMark Steel Nomad Light Unlimited Stress Test (Metal/Vulkan)
01.0002.0003.0004.000Punkte 1. Durchlauf2. Durchlauf3. Durchlauf4. Durchlauf5. Durchlauf6. Durchlauf7. Durchlauf8. Durchlauf9. Durchlauf10. Durchlauf11. Durchlauf12. Durchlauf13. Durchlauf14. Durchlauf15. Durchlauf16. Durchlauf17. Durchlauf18. Durchlauf19. Durchlauf20. Durchlauf

Ein neues Mobilfunkmodem von MediaTek

Es gibt aber durchaus auch positive Entwicklungen, zum Beispiel das neue Mobilfunkmodem. Google nennt im Review Guide für Tester zwar nur „New modem“ und nicht, was genau verbaut wird, aber Einträge der US-Behörde FCC lassen auf MediaTek schließen. Gerüchten zufolge soll das M90 zum Einsatz kommen und damit die weniger effizienten Exynos-Modems von Samsung ablösen.

NFC-Antenne an neuer Position

Die NFC-Antenne sitzt darüber hinaus jetzt weiter oben im Smartphone, sodass beim Bezahlen oder Quick Share früher Kontakt aufgebaut und der Vorgang somit schneller abgeschlossen werden kann. Im Test merkte man das vor allem bei der Nutzung der Google Wallet an Zahlungsterminals.

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