1.5TB DatenHDD – Elektronikschaden? Erbitte Rat ;)

DarkHazard schrieb:
die sind ja hoffentlich sicherer..
Vergiss es - was unsicheres als die heutigen SSDs gibt es nicht. Die Selbstzerstörungsrate bei den Teilen ist extrem und kaum ein Unternehmen kann im Moment von den SSDs eine Datenrettung anbieten.
 
Für 50€ gibts ne 1TB platte.
für 20€ ein Externes Gehäuse.
für weitere 20€ eine Backup Software.

wer da wichtige daten nicht sichert ist selbst schuld.
 
Hallo zusammen,

es gibt Leute, die nehmen zwar den Laptop in den Urlaub mit, aber vergessen das Netzteil ;-)
Deshalb nur ganz kurz, habe eben mal das Drama überflogen:

Ich vermute stark die Folgen eines Sturzes, oder einen defekten Vorverstärker (gleich hinter den Köpfen, im Platteninneren). Die Platte kann nicht auf die Firmwaresektoren zugreifen, und gibt nach ein paar Versuchen auf.
Beides ist bei dieser Plattengeneration eine mittlere Katastrophe, die Reparatur eine Strafarbeit. Neue Köpfe einbauen, Scheiben einzeln auslesen, Daten zusammenpuzzeln... Daher auch die Preise. i365.com kann so etwas zuverlässig (ca. 2000 Euro), andere Firmen sind ggf. günstiger, aber die Wahrscheinlichkeit des Erfolges ist meist auch geringer. Ich selbst kann diese WDs noch nicht zuverlässig genug reparieren, aber bin dicht dran. Hatte grad eine gute Idee - wenigstens zum Gehirn freibekommen ist so ein Urlaub gut. ;-)

Mit Platinentausch und so ist hier sehr wahrscheinlich nichts zu machen. Das wäre wirklich ein großer Zufall, wenn es den Controller erwischt hätte; dann müßte auch zuerst der FLASH-Speicher (U12) umgelötet werden. Wenn man einfach so eine andere Platine draufsetzt, kann es passieren, daß Daten im Firmwarebereich beschädigt werden. Dann wird die Reparatur schwierig bis ganz unmöglich.

Sonnige Grüße aus Kroatien (Istrien)

Thomas

@Simpson474: GENAU!!!
Die Dinger sind eine einzige Katastrophe in Hinsicht auf Datensicherheit und Reparaturmöglichkeiten. Die schon von Natur aus recht hohe Ausfallwahrscheinlichkeit potenziert sich mit der Anzahl der Chips. Wie die Rohdaten intern verteilt und codiert sind, weiß nur der Hersteller - die Dokumentation ist meist mehr als dürftig. Im Gegensatz zu Festplatten kann man im Defektfall auch keine Teile austauschen, sondern steht vor einer Black Box.
SSDs sind prima für Betriebssystemdaten zu gebrauchen. Als Datenspeichermedium sind sie nur zu empfehlen, wenn regelmäßig(!) Backups angefertigt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei SSDs sollte man doch ohne bedenken einzelne Speicherbausteine Austauschen Können.
oder hab ich hier einen Denkfehler?
 
Die Chips könnte man vielleicht austauschen - aber was wäre dadurch gewonnen?

Das Problem ist, dass der Controller die Daten so über die Chips verwürfelt, wie es ihm die Logik und das Wear Levelling vorschreiben. Nun schreibt _TK_ aber schon, dass das sehr dürftig dokumentiert ist... Man hat dann also einen Haufen Datensalat den man nie wieder sortiert kriegt.
Bei einer Platte gibt es ja allerhand Methoden was zu retten, im Extremfall kann man die Platter einzeln auslesen und dann puzzlen - es ist ja relativ klar, in welcher Reihenfolge der ganze Spaß nacher wieder zusammengehört. Genauso kann man eben eine angeschlagene Steuerelektronik ersetzen - man muss dann zwar den Flash tauschen, aber es ist machbar. Bei einer SSD könnte ich mir da durchaus wieder Probleme vorstellen... (dass dann die Zuordnungen durch das Wear Levelling nichtmehr passen oder ähnliches)
 
gut, das stimmt, ich stell mir die Datenspeicherung immer zu einfach vor ;)

also doch einfach Backups machen.
 
@JensS.: Danke für Deine Erläuterungen - genauso isses.

Mein erster Gehversuch in Richtung USB-Stick-Datenrettung bestand darin, einen guten EEPROM-Brenner nebst TSOP48-Fassung zu kaufen.
Schon stand ich vor einem Haufen Rohdaten, und war um eine Erkenntnis reicher: sooo einfach ist es nicht ;-)

Aber ich kenne noch ein paar Leute, die seinerzeit bei Infineon FLASH gearbeitet haben. Die werden mir bestimmt noch ein paar nette Details verraten.
 
Wobei der Aufbau der Rohdaten nicht durch den Flash-Chip, sondern durch den Controller bestimmt wird. Diese sind größtenteils in chinesischer bzw. japanischer Hand und ich bezweifle, dass man da an irgendwelche Spezifikation kommt. Ohne die Spezifikation hat man wohl wirklich nur eins - ein Datenpuzzle mit sehr, sehr vielen Teilen.
 
genau.

Die Daten werden erstmal, wie auch auf anderen Datenträgern, als Rohdaten + "Overhead" (z.B. 512 Byte Nutzdaten + 16 Byte Prüfsumme usw.) gespeichert. Diese Rohdaten bekomme man zu sehen, wenn man den FLASH einfach so ausliest. Dazu kommen jetzt noch die ganzen datentechnischen Gemeinheiten, also Wear Leveling (http://en.wikipedia.org/wiki/Wear_leveling), Scrambling, Invertierung usw. usf.
Wie die Daten auf dem Speichermedium verteilt sind, weiß nur der Controller (-Hersteller). Erschwerend kommt hinzu, daß sowohl Controller als auch FLASH-Speicherlinge zunehmend als BGA-Baustein (http://de.wikipedia.org/wiki/Ball_Grid_Array) aufgelötet sind. Bei billigen Fabrikaten stecken die Teile oft auch gleich in einem kompakten Gehäuse, so z.B. sehr oft bei SD-Karten, die man bei den Geizmärkten als Schnäppchen in Kassennähe findet.

Bei seriösen Herstellern, z.B. Intel, ist hier und da noch ein brauchbares Datenblatt zu finden. Aber diese Teile sind schon von Haus aus hochwertiger, und fallen auch nur sehr selten aus.
 
danke für alle eure erläuterungen - und ins besondere vor der warnung vor ssds.. man sollte meinen dass endlich mal mehr auf datensicherheit geachtet würde aber dem ist ja scheinbar nicht so.

ich habe die festplatte nun eingeschickt und begnüge mich damit die daten vom backup wiederherzustellen sobald die festplatte zurück kommt. eine günstige und weitestgehend zufriedenstellende lösung.. aber die erfahrung war mir eine lehre ;) vllt sollte sich die EU mal um eine angemessene dokumentation zur datenrettung bei flash speichern kümmern - von sich aus machen die hersteller es ja scheinbar nicht. xD
 
Ich befürworte die Einrichtung einer Zwangsabgabe (Datenversicherung), damit man im Falle eines Falles zum Datenretter um die Ecke gehen kann, und der dann nach einem Punktekatalog seine Kosten über diese Versicherung abrechnet (oder anders gesagt - ich träume von einem kleinen Häuschen, dazu einem Propellerflugzeug nebst Pilotenschein usw.). Internisten sollen auf diesem Wege im bundesdeutschen Durchschnitt 160000 Euro brutto jährl. nach Abzug aller Kosten bekommen...

Im Ernst - Kein Hersteller kann es sich leisten, Festplatten oder SSDs per burn in gründlich zu testen, bevor die Gerätschaften verkauft werden. Möglicherweise wird das ja bei Serverplatten gemacht, aber nicht bei Desktopplatten. Auch Autos muß man selber einfahren, und eine Datensicherung ist bei den heutigen Festplattenpreisen wahrlich jedem zuzumuten. Man muß sich nur dessen bewußt sein, daß jeder Datenträger spontan seinen Geist aufgeben kann. Das Ganze gesetzlich regeln zu wollen, ist ADAC-/ÖATMC- Denken: "Man helfe mir!"
 
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Ich wäre eher für die Abgabe eines Hammers zu jedem Datenträger, damit sich der neue Besitzer damit die Idee, der läuft ewig fehlerfrei, sofort aus dem Kopf schlagen kann, und beim Kauf eines gleich großen weiteren Datenträgers als Backup 3% Nachlass drauf.
Diese Konditionen groß angekündigt, hilft das vielleicht gegen das DAU-Verhalten, nicht zu sichern :D
(Datenretter sollten diese Zeilen nicht lesen, denn die leben davon :p )
 
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Wenn die Datenretterzunft aussterben sollte, muß ich mir halt ein anderes Hobby suchen. Für mich wäre das kein Problem, für die Schwerverdiener (und / oder schwarzen Schafe) in der Branche schon :evillol:
 
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