Aktuelle Vorlesungenmethoden

Robin.

Lieutenant
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März 2008
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Hallo Com,

hier treiben sich viele Studis rum und daher passt diese Frage hier sicherlich rein:

In dem Video wird ab 2:04-3:10 ein Vorlesung gezeigt. Präsentation auf 3 Beamer, Macbook des Profs, Einbindung von Studenten - zukünftig - per Chat und Feedback.

Ich durfte vorab schon ein paar Vorlesungen in Unis/FHs sehen und das ist dort nicht so fortschrittlich. Jetzt will ich irgendwas mit Informatik studieren.

Täuscht mich der Eindruck oder wird bei Studiengängen in der Informatik nicht ein solcher Aufwand betrieben, wie im Video geschildert? Angefangen von den ganzen Unterstützungen für die Studenten und auch den Eindruck, welcher der Prof hinterlässt.

Insgesamt scheint das Studium der Informatik oder Artverwandte nicht so fortschrittlich zu sein, wie das im Video geschilderte. Natürlich anderes Studium und fernab von der IT. Deshalb gerade so erstaunlich.

Wie ist euer Eindruck als Studierende?
 
Naja das Feedback per Laptop ist da auch keine Realität. Im Normalfall ist das auch nicht nötig, da man das persönlich genau so gut machen kann wenn der Raum nicht so riesig ist wie dort.
Powerpoint und Beamer ist Standard. Ob das nun 3 Beamer sind die das gleiche Anzeigen oder einer oder wie bei unseren großen Sälen Projektoren ist egal.
 
Die Ausstattung wirkte allerdings sehr modern. Diese Art von Hörsaal hab ich bisher nicht gesehen. Feedback per Laptop zu geben ist eben anonymer und das hat schon seine Vorzüge. Nicht jeder ist sich bei seiner Aussage 100% sicher und möchte sich nicht blamieren. Durch anonymes Feedback kann man so leichter und vor allem sorgenfreier fragen.
 
Wie gesagt ich find das relativ Standard. Wir haben am Ende von Vorlesungen immer anonyme Feedbackbögen, wo dann doch gern mal ein Kackhäufchen, Penis usw drauf gemalt wird. Ich kann da die Profs schon verstehen wenn sie das nicht während der Vorlesung haben möchten :D
 
Ja dich täuscht der Eindruck. Denn generell sind die meisten Vorlesungen in allen Studienfächern so wie du sie kennengelernt hast. Es gibt Ausnahmen in allen Bereichen. Ich bin erst letztens bei einer Recherche zum Thema Rapid Prototyping auf eine Vorlesung gestoßen, die über Webcam läuft und die für zwei Studienstandorte gleichzeitig gehalten wurde. Die Kommunikation lief über Internet-Bildtelefonie und die gesamten 1,5h waren mit dem technischen Assistenten abgestimmt.
Es hängt immer vom persönlichen Engagement des Dozenten ab. Eine gute Vorlesung würde ich jedoch nicht davon abhängig machen wieviel Klim-Bimm verwendet wird. Für eine gute Vorlesung reicht ein durchdachtes Konzept ein OHP und Folienstift.
 
Feedback per Laptop? Bei uns geht man ganz klassisch zum Dozenten und gibt Feedback oder er fragt mal kurz durch.
Und Drei Beamer machen auch nur bedingt Sinn, wenn alle das Gleiche zeigen.

Wenn die Vorlesung gut gehalten wird reichen auch die guten alten OHPs mit Folien aus. Wenn die Vorlesung nicht gut gehalten wird reißen es auch keine drei Beamer wieder Raus.

Und es ist natürlich auch vom Fach abhängig wie interaktiv man eine Vorlesung gestalten kann ect.
 
Gerade in der Informatik könnte man Vorlesungen doch gut interaktiv gestalten? Ähnlich einer Brainstorming-Konferenz, etc.

Allgemein scheint es so, dass für Informatik nicht der Bedarf besteht. Angefangen von einer eigenen Interessenskreis (bei denen Marburger Bund). Sowas haben die Informatiker nicht? Der Austausch über Studieninhalte scheint bei der Informatik auch nicht so gegeben zu sein, wie bei denen.
 
Wobei man aufpassen sollte, die "Fortschrittlichkeit" eines Informatikstudiengangs anhand seiner Vorlesungsmethoden zu messen.

Ich hätte lieber Koryphäen in ihrem Fachgebiet an der Kreidetafel als ein paar hippe junge Buzzword-Typen an 27 Beamern.


Robin. schrieb:
Gerade in der Informatik könnte man Vorlesungen doch gut interaktiv gestalten? Ähnlich einer Brainstorming-Konferenz, etc.

Wozu? Ich möchte dort etwas vom Prof über sein Fachgebiet lernen. Der Anteil der Anwesenheit in der Vorlesung beim Prof macht beim Gesamtzeitaufwand eh nur 20% oder so aus. Ein Brainstorming kann man auch mit Kommilitonen oder in kleinen Übungen durchführen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde mal behaupten, dass nicht jeder Hörsaal dort so aussieht. Fast jede Uni bzw. FH hat einen "Vorzeigehörsaal" der besser aussieht und ausgestattet ist als die anderen Räume.
Ich hab schon eine FH gesehen, die so einen ähnlichen Hörsaal wie im Video (3 Beamer, großer Spiegel über der Tafel damit Anschauungsobjekte vom ganzen Raum gesehen werden können, ...) hat, aber eben auch einige Hörsäle ohne Fenster und Innenausstattung aus den 70ern (vom sogar dort vorhandenen Beamer mal abgesehen).

Und sooo fortschrittlich ist das gezeigte nun auch wieder nicht:
Beamer und Notebook (von mir aus auch ein MacBook, auch schon gesehen) sind mittlerweile schon Standard.
Ob der Dozent die vorhandene Technik auch richtig nutzt ist natürlich immer eine andere Frage. Drei Beamer nützen dir gar nichts, wenn der Dozent nicht weiß wie er seine Inhalte verständlich vermittelt. ;)
 
@ Robin.

Das Video zeigt doch auch nur eine stinknormale PowerPoint-Vorlesung auf 3 Beamer.
Eine fortschrittliche Vorlesung (= gute Vorlesung) zeichnet sich in meinen Augen nicht durch technische Spielereien aus, sondern dadurch wie viel die Studenten mitnehmen. Interaktivität ist außerdem unabhängig von dem technischen Aufwand der Präsentation.
Die Vorlesungen in meinem Studium reichten von Kreide, über Overhead-Projektor bis Powerpoint. Wenn ich ehrlich bin hat man bei den ersten beiden in der Vorlesung selbst am meisten gelernt (auch wenn ich diese als Student am wenigsten mochte, da sie am anstrengendsten waren).
 
Robin. schrieb:
Präsentation auf 3 Beamer

Super! 3 Beamer, 3 Mal das gleiche Bild. Das bringts! :)

Dich täuscht der Eindruck. Darüber hinaus solltest Du nicht studieren weil Du irgendein Video auf youtube zu ner Vorlesung XY (die nebenbei sicher nur PR war und nicht regelmäßig derart stattfindet) gesehen hast, die technisch "hip" war. Studieren solltest Du weil Du Bock darauf hast und Interesse am Thema hast.

Grüße
13inch
 
Also bei uns gibts im neueren Gebäude auch modernere Hörsäle, bei denen 2 Beamer hängen, aber nur, damit die links und rechts gleich gute Sicht auf die Projektion haben.
Aber ganz ehrlich: das ist schon etwas übertrieben, vor allem die Rückmeldungen kann man doch (außer vll. bei sehr überfüllten Vorlesungen) klassisch per Handzeichen geben. Funktioniert bei uns auch sehr gut, da muss man nicht unbedingt mit einem Notebook drinnensitzen und das darüber machen.
Ich halte nicht viel von dieser übertriebenen Nutzung der modernen Technik in den Vorlesungen, ein engagierter und guter Prof ist mir da 1000mal lieber, ich will ja was lernen und keine ausgefeilte Multimedia-Show präsentiert bekommen ;).
Was wirklich manchmal nützlich wäre, wären Aufzeichnungen von Vorlesungen, die ins Intranet der Uni gestellt werden. Das gibts bei uns leider nicht, weiß das nur von einem Freund, der an einer anderen Uni studiert.
 
Ich kann mich der überwiegenden Meinung hier nur anschließen. Das in dem Video gezeigt ist sicherlich nicht allgemein bei allen Vorlesungen des Studiengangs so. Egal wo du studierst und in welchem Fach, es wird sicher überall Vorlesungen mit Tafel und Kreide und sonst nichts geben, oder eben OH mit eingebunden, oder eben sehr viel mit PP gearbeitet, manchmal auch alles gemixt. Was letzten Endes der Fall ist, hängt vom Prof ab den du erwischt, und welche der genannten Methoden angewendet wird steht meiner Erfahrung nach oft in keinem Zusammenhang zu Qualität und Lerneffekt der Vorlesung. Die Struktur von Skript und Präsentation sind wesentlich bedeutender als das Medium mit dem es präsentiert wird. Ich persönlich habe tendenziell bessere Erfahrungen mit nem ordentlichen Tafelbild als dem Durchklicken von PP-Folien gemacht.

Weiterhin machen ein schöner Hörsaal und gute Ausstattung stundenlanges Zuhören zwar angenehmer, aber bei einer schlecht strukturierten Veranstaltung mit einem wenig aussagekräftigen Skript nimmst du auch im besten Hörsaal nicht viel mit ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie kann ich also feststellen, dass an der gewählten FH/Uni, die richtige Mischung vorhanden ist? Natürlich schnuppern, doch da darf man ja auch nicht in jeden Saal.
 
Mal ehrlich Leute... Powerpoint-Vorlesungen waren/sind doch immer die Schlechtesten im Studium ;)
 
Welches Medium genutzt wird finde ich ehrlich gesagt auch scheißegal, den viel wichtiger ist ob der Dozent den Inhalt auch gescheit vermitteln kann. Vorlesungen in Java, C/C++, HTML/PHP sind bei uns z.B. sowas von beschissen langweilig das man nichts davon behält und ich deswegen zu diesen Vorlesungen auch nicht mehr hingehe!
Vorlesungen in Projektmanagement, Mathe, GDI und Betriebssystemen sind/waren z.B. super interessant weshalb ich dort auch hingehe.
Unser Audimax ist etwa 2/3 so groß wie das in dem Video gezeigt und dort ist dann halt ein Projektor und man kann trotzdem alles sehen(solange der Dozent nicht total beschissene Schriftgrößen wählt...^^)
 
Robin. schrieb:
Insgesamt scheint das Studium der Informatik oder Artverwandte nicht so fortschrittlich zu sein, wie das im Video geschilderte. Natürlich anderes Studium und fernab von der IT. Deshalb gerade so erstaunlich.

Wie ist euer Eindruck als Studierende?


Das ist nichts Besonnderes. Ist hier der Normalfall, sowohl bei den wirtschaftswissenschaftlichen als auch bei den Informatikvorleseungen.

Die Ausstattung wirkte allerdings sehr modern.

Eher Standard.
 
@Airbag

bezog sich diese Äußerung jetzt darauf, dass in Leipzig die Austattung und Lehre modern gestaltet ist?
 
Was interessiert dich, ob die Lehre modern gehalten ist?
Schau lieber danach, wo die Lehre gut ausgeführt wird. Lieber eine gute Tafelanschrift, als dahingerotzte PP-Folien...
Außerdem kommt es nur auf den Dozenten an und nicht allgemein auf die Uni/das Studienfach, wie die Lehre präsentiert wird.
 
Wie finde ich heraus, wo die Lehre gut ausgeführt wird?
 
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