Wollen wir über Dunkelziffern fabulieren oder anhand Fakten diskutieren?
Das die Aufenthaltsbeendigung von abgelehnten Asylbewerber zu verbessern ist, wurde mehr oder minder von jeder Seite hier anerkannt. Ebenso von Illegalen, die nicht mal Asyl beantragen. Dazu muss man aber die Flüchtlinge erstmal ins Land lassen, damit sowas zum tragen kommt. Woher soll man den vorab wissen, wer was ist? und bereits das lehnen viele und die AfD ja ab...
die 80% ohne Pass hast du auch ein wenig aus dem Kontext gerissen.
"Mehr als 80 Prozent der eingereisten Asylbewerber geben an, keine Pässe oder sonstige Dokumente zu haben. Viele haben Ausweis, Geburtsurkunde und andere identifizierende Dokumente verloren, vor der Einreise nach Deutschland vernichtet oder sie werden den deutschen Behörden nicht vorgelegt." Die Identitätsfeststellung beziehungsweise die Beschaffung von Pässen oder Ersatzpapieren wird in den AG-Rück-Unterlagen als zentrales "Vollzugshindernis" genannt."
Der direkt darauf folgende Absatz:
"Der Europareferent von Pro Asyl, Karl Kopp, hält diese Praxis für unausweichlich: "Eine Flucht ist keine Charterreise, weil es so gut wie keine legalen Wege nach Deutschland gibt, gehören gefälschte Papiere zum Wesen der Flucht." Die deutschen Behörden interessiere nicht der Fluchtgrund zuerst, sondern der Fluchtweg. "Die fragen erst mal nicht, bist du vergewaltigt worden, sondern, bist du über Polen, Bulgarien oder Italien eingereist", sagt Kopp."
Zumal von diesen 80% ein Großteil wieder zugeordnet werden kann. Steht auch wieder in deinem Artikel. Ebenso dieser Passus:
"Neben der fehlenden Mitwirkung vieler Betroffener, die aus nachvollziehbaren Gründen das Asylverfahren in die Länge ziehen möchten, verhindern auch einige Herkunftsstaaten Abschiebungen. Burghardt erklärt: "Um die Identität und die Rückübernahmeverpflichtung des Herkunftsstaates festzustellen brauchen deutsche Behörden immer ein Dokument aus dem Herkunftsstaat – einen Pass oder eine Geburtsurkunde. Doch die Diplomaten einiger sogenannter Problemstaaten kooperieren kaum. Anträge an die Botschaft werden etwa nicht beantwortet, dann zieht sich die Identitätsfeststellung über Jahre hin.""
Es liegt eben auch nicht nur immer am Flüchtling selbst und sowas kann man ihm dann wohl auch nicht anlasten.
Ebenso wichtig (weil so viele gegen Angela wettern):
"Für 95 Prozent der 10.884 Abschiebungen im vergangenen Jahr waren die Bundesländer verantwortlich. Die AG Rück beobachtet, dass in vielen Ländern zwingende Ausweisungen unbearbeitet bleiben, weil Ausländerbehörden den großen – auch rechtlichen – Aufwand scheuen und eine Durchsetzung von Abschiebungen im eigenen Land wenig opportun erscheint. Niedersachsen etwa betrachtet Abschiebungen als letzten Ausweg und hat die Ausländerbehörden per Erlass angewiesen, auch bei Abschiebungen möglichst human vorzugehen."
Frau Merkel kann da wohl recht wenig für oder?
Das sind so Punkte, deren Berücksichtigung ich hier öfter vermisse.