@ Casi030
Es gibt ja genug Reviews auch mit direkten Messungen in realen Anwendungen und überall gibt es das selbe Bild. Bulldozer kann sich nur in wenigen Aussnahmen (zB. Winrar oder Truecrypt) deutlich von den alten 6 Core-Phenom II absetzen. Und auch dann sind Intel Gegenstücke immer noch schneller. Auch mit weniger Cores und weniger Takt.
Mag ja sein, dass das an Softwareoptimierung für Intel liegt. Aber als Anwender interessiert mich doch am Ende nur, welche CPU mit gegebener Software die Arbeit besser/schneller erledigt. Ich kaufe nicht erst einen neuen PC/Prozessor (aus "politischen" oder emotionalen Gründen) und suche dann die Software danach aus, die ausnahmsweise einigermaßen gut darauf läuft.
Man kann natürlich hoffen, dass einige Anwendungen zukünftig noch auf AMDs neue Architektur optimiert werden, aber der schlechte Start der ersten Bulldozer-Generation hat nicht unbedingt dazu beigetragen, dass das wahrscheinlicher wird. Zumindest kurzfristig wird da wenig passieren, was bedeutet, dass ein jetzt gekaufter Bulldozer höchstwahrscheinlich schon veraltet ist, wenn endlich Software verbreitet ist, die seine Stärken auch nutzen kann.
Software wird halt vorrangig pragmatisch auf die stark verbreiteten CPUs optimiert, nicht auf exotische Nischenprodukte.
Deshalb muss eine neue CPU auch mit schlecht optimierten Code mindestens genauso gut zurecht kommen, wie das Vorgängermodell und die Konkurrenz. Das geht so weit, dass man sogar die neue CPU auf die vorhandene Software optimiert, nicht anders herum. (So hat es Intel z.B. beim Core2 gemacht.)
Irgendwelche neuen Befehls- und Architekturerweiterungen müssen als optionaler Bonus oben drauf kommen. Die werden dann irgendwann zukünftig genutzt, wenn die CPU sich aufgrund ihrer "konventionellen" Stärken etabliert hat.
Das gilt für AMD und für Intel.
Ein Musterbeispiel wie man es richtig macht, war z.B. der Athlon64. Der war auch mit alter 32Bit-Software viel stärker als seine Vorgänger und auch als die Konkurrenz. Deshalb war er von Anfang an erfolgreich und so setzte sich im Nachhinein auch AMDs 64Bit-Erweiterung durch. Einfach weil die, getragen von der 32Bit-Stärke der Athlon64, am Markt schon sehr verbreitet war, als 64Bit wirklich gebraucht wurde.
Ein Gegenbeispiel, wie man es nicht macht, war Intels Pentium Pro. Der war schon voll auf 32Bit optimiert, als 16Bit-Software noch dominierte. (Auch das damals nagelneue Windows 95 setze noch an vielen Stellen auf 16 Bit.) Deshalb war ein PPro in der Praxis meist langsamer, als ein gleich schnell getakteter alter Pentium, und demenstprechend floppte der PPro.