News Android: 18.000 Apps verfolgen unerlaubt Nutzeraktivitäten

mischaef

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DoS007

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Hitomi

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Und unter iOS wird es ähnliche Methoden wohl auch geben.
 

fuyuhasugu

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Und unter iOS wird es ähnliche Methoden wohl auch geben.
Dazu hat u.a. Heise bereits ausführlich geschrieben, wie Apple im Laufe der Jahre sein System immer weiter abgedichtet hat. Wobei auf iOS schon von Beginn an weitaus mehr Möglichkeiten auch auf Nutzerseite vorhanden waren, das Tracking und den Diebstahl persönlicher Informationen zu unterbinden.
 

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Kokuswolf

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Ich möchte hier gewiss nicht Partei ergreifen, aber ich frage mich, was genau mit "unerlaubt Nutzeraktivitäten verfolgen" gemeint ist. Wer in diesem Bereich programmiert, weiß, dass einige Zusammenhänge im Bezug auf Werbung es benötigen, einen User wiederzuerkennen.

Um es bildlich zu gestalten, gibt es mehrere Werbepartner, die einen Kunden in ein Laden locken. Und dann gibt es die Kunden, die in diesem Laden einkaufen. Heute basiert das Werbegeschäft überwiegend darauf, dass unterschieden werden kann, ob der Kunde, der irgendwas gekauft hat, von Werbepartner X oder Y kommt. Diese Information ist nicht selbstverständlich und kommt daher, dass man weiß, welcher Kunde von welchen Werbepartner in den Laden geschickt wurde. (EDIT: Die genannten Werte in der News werden gerne genau dafür benutzt.)

Ich kann als Kunde verstehen, dass ich anonym sein will. Wirklich. Aber vieles von dem, was wir heute gewöhnt sind, funktioniert nur, weil wir kein Geist im Internet sind. Um es deutlich zu sagen, ich begrüße den Datenschutz einer Person. Aber ein zusammhangloses Internet verliert enorm viel Dynamik, die wir heute gewöhnt sind.

Und es gibt noch eine weitere wichtige Folge, die man sich hier bewusst machen sollte. Um eine Verfolgung technisch vollkommen unmöglich zu machen, muss am Ende alles über den Anbieter des OS laufen, d.h. Google oder Apple (oder Microsoft). Ich weiß nicht, ob mir der Gedanke gefällt am Ende nur ein Jünger eines Megakonzerns zu sein, bei dem ich einmalig vor Verwendung seines Gerätes/OS zugestimmt habe, dass dieser meine Daten verwenden darf, aber gleichzeitig kein anderer mehr. Dadurch entsteht eine Monopolstellung.

EDIT: Das von Google genannte AdMob wäre quasi dann so ein Monopol, wenn Google verhindern würde, dass es auch andere Werbenetze gäbe, um diese Umstände zu vermeiden. In der Folge würde Google alleine daran verdienen und dabei die Preise vorgeben. Das ginge zuletzt auch zu Lasten der User.

Disclaimer: Mir ist voll bewusst, das dies manchen aufstößt. Bitte nehmt das nur als Gedankengang, ich will das Thema nicht verharmlosen. (Sondern im Gegenteil etwas differenziert sehen.)
 
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DeusoftheWired

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Affenzahn

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Interessanter Einblick @Kokuswolf
Die Fragen die sich dann stellen, sind:
Was geht über das Mindestmaß hinaus, wie oft wird es abgefragt, wie lange und wo gespeichert. Wer hat darauf aus welchem Grund Zugriff und was sagen diese Daten über einen Einzelnen aus?
Wenn Angrybirds z.B. alle 10 Sekunden meine GPS Daten möchte, kann man alleine anhand des Bewegungsprofils bereits sehr viel aussagen.

Da gab's doch auch mal den Test einer größeren Publikation (Washington Post?) wie oft denn die GPS Daten bei einem stillliegenden, nagelneuen Handy abgefragt wird, mit dem Ergebnis dass Google quasi exakt weiß wer wann wo wie lange auf sein Handy schaut und bei einem echten Benutzer sehr genau weiß wer wann warum wohin will.

https://www.theguardian.com/technology/2018/aug/13/google-location-tracking-android-iphone-mobile
Nicht ganz was ich gesucht hab, aber geht in die Richtung.

Wer mal selbst wissen will was Google einfach aufzufinden preisgibt: https://myactivity.google.com/myactivity
Da fehlt bestimmt so einiges, aber GDPR macht's möglich dass wir evtl. in diesem Jahr noch herausfinden was genau.
 
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fuyuhasugu

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Aber ein zusammhangloses Internet verliert enorm viel Dynamik, die wir heute gewöhnt sind.
Fake-Bewertungen auf Amazon usw. können gerne an Dynamik verlieren. ;)

Viele andere Daten ließen sich genauso gut anonymisiert nutzen, wenn die Industrie denn wollte.

Ich weiß nicht, ob mir der Gedanke gefällt am Ende nur ein Jünger eines Megakonzerns zu sein, bei dem ich einmalig vor Verwendung seines Gerätes/OS zugestimmt habe, dass dieser meine Daten verwenden darf, aber gleichzeitig kein anderer mehr. Dadurch entsteht eine Monopolstellung.
Der BS-Hersteller hat eh immer Zugriff auf alle Daten. Das liegt in der Natur der Sache.
 

RYZ3N

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Ja, vllt. Trotzdem ändert das nichts daran, dass keiner was daran ändert, sondern immer nur geschrieben wird, dass jmd was machen muss.
Das ist der springende Punkt.

Als ob sich der EU Papiertieger da mal zu richtig saftigen Strafen durchringen kann. Wer’s glaubt wird selig.

Unglaublich das die Unternehmen mit solchen Machenschaften durchkommen, teilweise werden ganzen Bildschirminhalt mitaufgezeichnet und was passiert?

Bin mal gespannt was diesmal passiert? Die wahrscheinlichste Antwort lautet: Nichts!
 

guillome

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Das traurige ist, dass es die meisten Nutzer überhaupt nicht interessiert
 

Sweepi

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Heute basiert das Werbegeschäft überwiegend darauf, dass unterschieden werden kann, ob der Kunde, der irgendwas gekauft hat, von Werbepartner X oder Y kommt.
Und wenn es die Daten nicht gäbe, würde das Geschaeft halt anders laufen - Kapitalismus funktioniert da ganz gut. Menschen sollen aus Mitgefühl mit Werbebuden auf ihre Privatsphäre verzichten?


Um eine Verfolgung technisch vollkommen unmöglich zu machen, muss am Ende alles über den Anbieter des OS laufen, d.h. Google oder Apple (oder Microsoft). Ich weiß nicht, ob mir der Gedanke gefällt am Ende nur ein Jünger eines Megakonzerns zu sein, bei dem ich einmalig vor Verwendung seines Gerätes/OS zugestimmt habe, dass dieser meine Daten verwenden darf, aber gleichzeitig kein anderer mehr. Dadurch entsteht eine Monopolstellung.
Unsinn. Der OS-Hersteller hat eh die technische Möglichkeit, "alles" zu wissen, diesem muss ich so oder so vertrauen (oder meine Software selber bauen).
Aber das Monopol an meinen Daten bleibt bei mir, denn ich darf entscheiden, welchen OS-Hersteller ich nehme.
 

Kokuswolf

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@Affenzahn Meiner persönlichen Meinung nach sollte unterschieden werden, was das für Daten sind. Nach der DSGVO würde alles zählen, bis runter zur IP, das nur irgendwie mit einer Person zu tun hat. Für mich ist eine IP keine persönliche Information. Nicht mehr als ein Fahrzeugnummer. Natürlich weist sie auf mich. Aber das bedeutet noch nicht, das dies gleich schlimm ist.

Ich denke der Schutz sollte da beginnen, wo Daten verkauft werden. Wenn ich eine Webseite besuche und ein Profil darüber angelegt wird, welche Unterseiten ich so besuche, dann möchte ich nicht, das nach einer Regstrierung ein Bewegungsprofil an eine dritte Firma verkauft wird. Aber wenn es bedeutet, dass mir ein Angebot (in Form einer Werbung) gemacht werden, dann sehe ich kein Problem.

Wie gesagt, das ist meine persönliche Perspektive. Enorm vieles von heute sehen wir aufgrund eben solcher Profile. Litfaßsäulen und Plakate (@DeusoftheWired ) sind natürlich bestmöglich anonym. Aber finde mal die Litfaßsäule oder das Plakat, wo du etwas findest, was du magst. In unserer Welt, insbesondere im Internet, gibt es so viel, da kann man ganze Städte mit Plakaten zukleben.

Ich wünschte mir etwas mehr Reflektion darüber, was ein Datum (aus allen Daten) über mich tatsächlich aussagt, und was tatsächlich unserer Bequemlichkeit hilft. Vieles wird mit der Persönlichkeit assoziert, das nicht viel damit zu tun hat. Ich bin keine IP-Adresse, oder nur ein Fan von einer Band.

Abgesehen davon stimme ich dir zu, GPS-Daten braucht es nicht in Angrybirds. Sowas sollte geächtet sein. Die Folge dieser Diskussionen ist nur oft, dass auf einmal gar nichts mehr möglich ist. Ausser natürlich für Google, Apple, Facebook, etc. selbst.
 
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