Anfängerfragen zu NAS

Wenn man regelmäßig Backups macht (und damit meine ich nicht auf eine dauerhaft am NAS angeschlossene USB-Platte), dann ist ein 2-Bay-NAS absolut kein Problem. So hat man zumindestens eine Absicherung, falls doch mal eine HDD im NAS abraucht. Auch bei einem NAS mit 4 oder mehr HDDs können plötzlich alle Daten futsch sein, wenn man kein Backup hat. Sei es durch einen Hardwarefehler oder ein Verschlüsselungstrojaner schlägt zu...

Ich sichere Daten, die sich oft ändern und/oder die wichtig sind, täglich extern per rsync und verschlüsselt auf eine Storagebox von Hetzner. Ganz wichtige Daten werden ebenfalls täglich zusätzlich verschlüsselt auf dem C2 Storage von Synology gesichert (100 GB reichen da locker aus und kosten knapp 1€ pro Monat).

Weniger oft genutzte Daten werden wöchentlich verschlüsselt in die Storagebox gesichert. Und per Kalender lasse ich mich monatlich daran erinnern, eine USB-HDD anzustöpseln und eine Komplettsicherung zu machen. ;)
 
Ein NAS mit 4 HDDs ist nicht sicherer sondern einfach bequemer als ein 2 bay Nas.
Lass Mal ein Stromschlag ect passieren, mit Pech sind dann alle 4 defekt, höheren Stromverbrauch hat man bei nem 4bay Nas auch noch...
In meinen Augen ist ein 4bay Nas totaler Schwachsinn
 
Ich muss den Thread auch noch mal hochholen, denn ich komme irgendwie mit der NAS-Anschaffung nicht so recht weiter.

1. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind NAS grds. für einen RAID-Betrieb gedacht. Sie können aber nicht so konfiguriert werden, dass im Gehäuse eine Platte nur als Arbeits-Platte funktioniert und die andere nur von Zeit zu Zeit für Backups anspringt. Das wundert mich, denn das scheint mir für viele "kleine" Privatanwender wie mich der wichtigste Anwendungsfall. Mir geht es, wie oben schon mal geschrieben, nicht darum, dass ich bei Ausfall einer Platte nahtlos weiterarbeiten kann, als wäre nichts passiert. Ich "arbeite" auch nicht wirklich mit den Daten, sondern das sind in erster Linie Fotos, Musik etc. Mir geht es darum, dass bei einem Ausfall einer Platte (oder auch des NAS-Gehäuses!) die Daten sicher, also noch vorhanden und zugänglich sind. Ich möchte mir eigentlich kein (teures) NAS zulegen und dann gleich noch eine externe USB-Platte dazu kaufen müssen. Das Risiko von Blitzschlag, Feuer, Diebstahl etc. blende ich hier mal aus.

Ich habe verstanden, dass ein RAID für Backup-Zwecke nicht hilft. Aber schafft ein NAS bzw. RAID sogar ein zusätzliches Problem, weil eine Platte aus dem NAS nicht einfach in einem anderen Rechner ausgelesen werden kann? Dann wäre das Ganze sogar eher kontraproduktiv, wenn eine Platte oder das NAS selbst ausfällt...?!

Gibt es andere Betriebssysteme (Unraid?), die das können, was ich will, und lassen die sich ohne weiteres auf einem QNAP, Synology etc. installieren?

2. Ich hatte das QNAP TS-464 ins Auge gefasst wg. Zukunftssicherheit; die Größe und Leistung brauche ich zu Beginn sicher nicht. Aber der Stromverbrauch ist mir dort zu hoch. Das gilt leider auch für das TS-264, zumal das im Moment noch fast genauso teuer ist wie das TS-464. Synology ist zwar beim Stromverbrauch gut, aber dort stört mich die im Vergleich zu QNAP nach meinem Eindruck rückständige Hardwareausstattung. Was ich gerne hätte, ist ein moderner (also nicht schon 3-4 Jahre alt wie z.B. beim Synology DS720+...), aber nicht so leistungshungriger Prozessor. Wäre Asustor noch eine Alternative? Die kann ich hins. Software nur gar nicht einschätzen.
 
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1. Ein Fertig-NAS kann nicht ohne Weiteres (damit meine ich, dass du das vorgesehene Betriebssystem nutzt) auf diese Weise konfiguriert werden, anders mag es mit einem selber entworfenen NAS aussehen. Anzumerken ist hier aber, dass es für den einen oder anderen schwierig werden wird ein Fertig-NAS bezüglich Energieeffizienz zu übertreffen. Denn meist ist bezüglich Leistung dann das Auge größer als man essen kann.

Ich widerspreche dir bezüglich des wichtigsten Anwendungsfalles. Für die meisten (Klein-)Unternehmen ist eine dauerhafte Verfügbarkeit von Kundendaten, Tabellendokumenten etc. für das tägliche Geschäft absolut nowendig. Wenn bei uns die Netzlaufwerke ausfallen oder unser Datenbanksystem nicht funktioniert können wir nach Hause gehen oder Däumchen drehen. Wobei eine große Firma natürlich irgendwann kein Fertig-NAS mehr nutzen wird. Die hat dann halt fähige Netzwerkadmins die alles nach Maß einrichten.

Wenn du keine externe USB-Platte dazukaufst hast du kein Backup, so einfach ist das. Ferner kannst du auch nur "so weiterarbeiten als wäre nichts passiert", wenn du das defekte Laufwerk zeitnah ersetzt. Bei einem NAS mit SHR etwa kommt nach "eine Platte defekt" nun einmal schon "alle Daten weg", wenn du nicht schnell handelst. Der Hauptvorteil eines NAS ist nun einmal eine zentrale dauerhafte Datenverfügbarkeit inkl. Ausfallschutz.

Wenn du das Risiko bzgl. Diebstahl, Blitzschlag etc. ausblendest, dann handelst du spätestens im Firmenbereich extrem fahrlässig. Es ist katastrophal, wenn Fremde an deine Kundendaten gelangen oder selbige plötzlich verloren sind. Im privaten Umfeld ist es allerdings subjektiv, ob du das Risiko eingehen möchtest, schließlich "leidest" nur du an den entsprechenden Folgen. Ich hatte auch jahrelang keine, danach dann nur wenige Backups, mittlerweile bin ich vorsichtiger.

Nein, ein RAID ist nicht kontraproduktiv, weil es eben für Ausfallsicherheit sorgen soll. Dazu ist es eben da! Du sollst(!) die Daten sogar i.d.R. nicht in einem anderen Rechner auslesen können, im besten Fall verschlüsselst du deine Daten und hinterlegst die Schlüssel getrennt vom NAS an einem sicheren Ort.

Für das Auslesen der Daten benutzt du dann eben ein oder mehrere USB-Backups, die du natürlich halbwegs aktuell halten musst.

Sieh es mal so: Du tauschst einen gewissen (Zeit-)Aufwand gegen den "Katastrophenfall -> Alles ist weg!" ein. Ob du die Zeit aufwenden willst ist deine Entscheidung.

2. Was genau willst du denn machen? Eine DS920+ ist den meisten Anforderungen gewachsen. Dass dich grundsätzlich die rückständige Hardware stört (geht mir genauso mit meiner DS920+), sollte dich nicht am Kauf hindern, wenn selbige Hardware für deine Zwecke ausreicht. Das sind ja zwei Paar Schuhe.
 
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Dehenry schrieb:
Ich muss den Thread auch noch mal hochholen, denn ich komme irgendwie mit der NAS-Anschaffung nicht so recht weiter.

1. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind NAS grds. für einen RAID-Betrieb gedacht. Sie können aber nicht so konfiguriert werden, dass im Gehäuse eine Platte nur als Arbeits-Platte funktioniert und die andere nur von Zeit zu Zeit für Backups anspringt.

Doch, das geht. Man muss mehrere HDDs nicht zwingend im RAID betreiben, sondern sie auch einzeln ansprechen. Aber ein Backup auf eine HDD, die im gleichen Gerät steckt, ist nicht wirklich ein Backup. Und die beiden (oder wieviel auch immer) HDDs laufen eigentlich ständig. Mir wäre nicht bekannt, dass ein NAS einzelne HDDs in den Ruhezustand schicken kann.
 
tschesny schrieb:
Ich widerspreche dir bezüglich des wichtigsten Anwendungsfalles.
Für den Unternehmensbereich gebe ich Dir natürlich recht. Aber für mich im privaten Bereich ist die Unterbrechung des Filmabends wegen einer streikenden Platte weit entfernt von einer Katastrophe. Nur wenn ich an die Daten gar nicht mehr rankomme, wird es ungemütlich.

Kann man denn eine Platte aus einem RAID 1 in einen anderen Rechner oder ein anderes NAS hängen und dort auslesen? Wenn nicht, wäre das NAS-Gehäuse statt der Platten die Schwachstelle, was Datensicherheit angeht - natürlich: wenn man kein zusätzliches Backup hat.

Mein Eindruck ist gerade, dass ein NAS einen Nutzen bringt (Ausfallsicherheit), der für mich deutlich weniger wichtig ist als die Datensicherheit.

tschesny schrieb:
Dass dich grundsätzlich die rückständige Hardware stört (geht mir genauso mit meiner DS920+), sollte dich nicht am Kauf hindern, wenn selbige Hardware für deine Zwecke ausreicht.
Reichen würde die Hardware mir aus heutiger Sicht locker, aber ich betrachte das langfristig. Da kostet es schon einige Überwindung, IT-Hardware zu kaufen, deren Nachfolger schon da ist und die der Hersteller selbst nicht mehr listet, die also wohl auch nicht mehr ewig supported wird. Die Kröte würde ich vielleicht noch schlucken, wenn der Preis entsprechend gefallen wäre. Aber das DS920+ kostet immer noch ungefähr so viel wie das aktuelle TS-464. Aber irgendwie verstehe ich die Preise in der NAS-Welt ohnehin nicht. Wenn bloß der hohe Stromverbrauch beim TS-464 nicht wäre...
 
Du kannst die Platten in ein neues Gerät migrieren sollte die 920+ ausfallen, da du ja ein softwarebasiertes Raid benutzt. Vielleicht geht das bei Qnap genauso, das weiß ich nicht. Ferner kannst du die Daten natürlich in einem Rechner auslesen wenn du Raid 1 nutzt. Dafür könntest du z.B. Ubuntu verwenden, irgendwo im Internet gibt es sicherlich Anleitungen für diesen Fall. Ich finde ein USB-Backup jedoch sehr viel komfortabler. Schließlich musst du die Platten aus- und woanders wieder einbauen.
 
Dehenry schrieb:
Sie können aber nicht so konfiguriert werden, dass im Gehäuse eine Platte nur als Arbeits-Platte funktioniert und die andere nur von Zeit zu Zeit für Backups anspringt. Das wundert mich,
Das muss eineen nicht wundern, sondern das ist ausgesprochen logisch. Bei Synology weiß ich definitiv dass es so ist: Das System, also DSM ist auf ALLE verbauten Platten gespiegelt. So kann das NAS unabhängig von der gesamten Anzahl der Platten noch starten, solange mindestens eine einzige Platte funktioniert. Dazu greift das System aber auch regelmässig auf ALLE Platten zu, um diese synchron zu halten. Somit erfolgen selbst auf zwei Einzelplatten, wovon eine vom User her eigentlich inaktiv ist, immer wieder Zugriffe vom System. Somit wird sich diese eine Platte nicht alleine in den Standby schicken lassen.

Wie hier im Thread aber auch schon erwähnt ist ein Backup von Platte 1 im NAS auf Platte 2 im NAS kein wirkliches Backup. Beim Ausfall des NAS oder Schäden die die Platten in Mitleidenschaft ziehen können (Überspannung) ist hier keine Absicherung gegeben.

Das Argument mit Ransomware usw. lasse ich hier aber mal nicht zählen. Gerade ein NAS kann man mit Zugriffsrechten und vor allem mit Snapshots sehr gut gegen so etwas absichern.
 
NobodysFool schrieb:
Beim Ausfall des NAS oder Schäden die die Platten in Mitleidenschaft ziehen können (Überspannung) ist hier keine Absicherung gegeben.
Aber tschesny schrieb oben, dass man zumindest bei RAID 1 die Platten in einen anderen Rechner stecken und auslesen kann, wenn das NAS an sich ausfällt? Sonst wäre ja das NAS selbst der eigentliche Flaschenhals hinsichtlich Datensicherheit - das würde für mich keinen Sinn ergeben.

Geht das Auslesen auch mit einem Windows-Rechner oder braucht man Ubuntu o.ä.?
 
Es gibt sicherlich Möglichkeiten auch via Windows etwas auszulesen. Grundsätzlich kommt aber nun einmal nur Linux mit den in einem NAS verwendeten Dateisystemen klar.

Du erkennst des Weiteren einen Widerspruch wo keiner ist, da du in der Hauptaufgabe des NAS die Datensicherheit siehst. Das ist ein Irrtum. Die Hauptaufgabe ist die zentrale Verfügbarkeit der Daten.

Ein NAS bietet freilich mit Btrfs, ECC-Ram, Snapshot-Funktion, dem Raid ansich etc. pp. einige Funktionen bezüglich Ausfallsicherheit, sollte aber nun einmal nicht als Backup betrachtet werden. Davon musst du dich verabschieden.

Sollte das NAS ansich ausfallen (Hardwaredefekt) kannst du in den meisten Fällen schlicht die Platten in ein Ersatzgerät packen. Sollten die Platten defekt sein sind deine Daten ohne Backup aber weg.
 
Dehenry schrieb:
Aber tschesny schrieb oben, dass man zumindest bei RAID 1 die Platten in einen anderen Rechner stecken und auslesen kann, wenn das NAS an sich ausfällt? Sonst wäre ja das NAS selbst der eigentliche Flaschenhals hinsichtlich Datensicherheit - das würde für mich keinen Sinn ergeben.
RAID bietet eben keine Datensicherheit, sondern Datenverfügbarkeit. RAID-1/5/6 ist nur dazu da, dass ich im Fall eines Festplattenausfalls (und auch nur eines Festplattenausfalls) nicht warten muss, bis die Wiederherstellung aus dem Backup abgeschlossen ist, sondern ich kann inzwischen weiter über die Daten verfügen.

Man kann eventuell Daten an einem anderen PC auslesen. Verlassen würde ich mich darauf aber nicht. Überleg Dir mal, was das eigentlich bedeutet. Du verlässt Dich im Fall des Falles auf etwas, von dem Du vom Hörensagen gehört hast, dass das schon klappen wird. Das ist kein vertrauenerweckendes Konzept. Zumindest würde ich das in einem Testlauf mit Testdaten mal vorher probieren und schauen wie das geht. Spätestens bei mehr Platten und RAID-5/6 oder etwa dem proprietären SHR/SHR2 von Synology wird das zu komplex und fehleranfällig. Auch wenn das vielleicht irgendwie gehen mag, allein der Zeitaufwand und der Ärger, und die Unsicherheit ob es dann überhaupt klappt, dagegen abgewogen was eine externe Platte kostet, würde mir die Entscheidung leicht machen.

Und wenn Überspannung Dein NAS erledigt, und beide Platten gleich mit, dann guckst Du sowiesso in die Röhre. Wenn Du Dateien löscht, erfolgt diese Löschung gespiegelt auf beiden Platten. Wenn Malware Dateien verschlüsselt auch. Wie ich schon schrieb, man kann sich gegen beide letzteren Sachen auch anderweitig absichern. Aber wenn man es (noch dazu relativ einfach kann) schadet es nie, doppelt oder mehrfach abgesichert zu sein. Ein Backup auf externe Platte die nur zum Backup am NAS und Strom angesteckt ist, ist zumindest schon mal weg von der Gefahr. Wenn ich mich jetzt auch noch gegen den schon relativ unwahrscheinlichen (aber nicht unmöglichen) Fall absichern will, dass Überspannung beim Backup das NAS und das Backup zerstört, dann nehme ich zwei externe Platten und mache vom Backup nochmal ein Backup da darauf, oder benutze diese am NAS abwechselnd für das Backup. Somit ist die Menge der verlorenen Daten im Fall des Falles nur gering. Wenn Die die Hütte abbrennt ist es auch nicht schlecht, Backups an einem anderen Ort oder Cloud, oder zumindest in einem feuerfesten Safe zu lagern. Bei größeren anzunehmenden Naturkatastophen oder Schadensereignissen auch örtlich weit genug auseinander. Du merkst, man kann das immer weiter ausführen, bis es schon fast paranoid wird.

Datensicherheit erreichst Du nur mit einem vernünftigen Gesamtkonzept. Nicht mit einem einzelnen Gerät. Hohe Datensicherheit ist immer verbunden mit höherem Aufwand und ggf. höheren Kosten. Wie ich immer sage, 100% Sicherheit gibt es nie. Je näher man dem kommen will, desto mehr Aufwand und Geld muss man reinstecken. Letzlich läuft es im privaten Umfeld immer auf den persönlich zufriedenstellendsten Kompromiss raus, gegen was man sich absichern will, und wieviel Zeit und Geld ich dafür aufbringen will oder kann. So sollten die Überlegungen auch anfangen, bevor man sich auf irgendwelche Hard- (und Software) festlegt: Gegen welche Szenarien und Ereignisse will ich mich absichern und mit welchen Methoden erreiche ich das? Wie wichtig sind mir die zu sichernden Daten? Wieviel Zeit/Aufwand ist das und will/kann ich das teilweise automatisieren? Wieviel darf es kosten? ---> Wie bekomme ich all das unter einen Hut?

Wenn es Dir im 2bay-NAS um Sicherheit geht würde ich auch kein RAID-1 erstellen, sondenr zwei Platten als Einzelplatten nehmen. Eine, die groß genug für Deine Nutzdaten ist, und eine zweite, die auch mindestens 1,5x bis 2x größer ist.

Dann kannst Du nämlich mittels Backupsoftware die bei vielen NAS dabei ist die Nutzdaten mit einem eigenen Backupnutzer auf die zweite mit Versionierung sichern. Da kommt vom PC aus wenn Du es von den Rechten her richtig einrichtest schon mal keiner ran, auch keine Malware. Zudem kannst Du auch dank Versionierung gelöschte oder ältere Versionen geänderter Dateien wiederherstellen. Wie lange Du dabei zurückgehen kannst, hängt von den Aufbewahrungsrichtlinien ab, die Du definierst. Höhere Dauer = mehr Platz, daher auch die zweite Platte größer. Sollte wider erwarten doch Malware auf Deine Backups Zugriff erlangen, kannst Du das als zusätzliches Fallnetz noch mit Snapshots absichern (das schadet übrigens schon auch nicht bei den Originaldaten). Bei QNAP unterstützen das praktisch alle NAS, bei Synology i.d.R. nur die "+"-Modelle, die auch BTRFS können. Und diese auf die zweite Platte erstellten Backups, sicherst Du nochmal regelmässig auf mindestens eine externe Platte weg, ggf. zusammen mit der Konfiguration des NAS, die man normal jederzeit in eine Datei exportieren kann. Das ist ein Konzept für 2 Platten im NAS, und mindestens eine externe. Und es bietet schon mal mehr Sicherheit, als ein RAID-1 (dafür aber weniger Verfügbarkeit). Willst Du trotzdem RAID-1 verschiebt sich das mit dem Backup auf die externe Platte, die aber halt auch wie erwähnt größer als die Datenplatten im NAS sein sollte.
 
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NobodysFool schrieb:
Wenn es Dir im 2bay-NAS um Sicherheit geht würde ich auch kein RAID-1 erstellen, sondenr zwei Platten als Einzelplatten nehmen. Eine, die groß genug für Deine Nutzdaten ist, und eine zweite, die auch mindestens 1,5x bis 2x größer ist.

Dann kannst Du nämlich mittels Backupsoftware die bei vielen NAS dabei ist die Nutzdaten mit einem eigenen Backupnutzer auf die zweite mit Versionierung sichern. Da kommt vom PC aus wenn Du es von den Rechten her richtig einrichtest schon mal keiner ran, auch keine Malware.
Das ist interessant - genau darum geht es mir! Wie gesagt ist Ausfallsicherheit für mich klar nachrangig. Ich brauche zentralen Zugriff auf Daten über das Netzwerk mit einer integrierten Backup-Lösung. Die muss keinen Schutz gegen Überspannung, Feuer etc. bieten. Ich will in erster Linie dagegen geschützt sein, dass die Hardware (eine Platte oder das NAS) ausfällt und idealerweise soll das Backup von Malware-Zugriffen abgeschirmt sein.

Geht das, was Du beschreibst, mit QNAP und Synology?
 
Grundsätzlich geht das mit allen NAS. Eine Platte mit den Daten, eine Platte für die Backups. Auf die Backup-Platte gibst Du den Benutzern der PCs gar keine Zugriffsrechte. Weder lesen noch schreiben. Dann kommt da auch keine Malware ran. Das mit den Snapshots geht bei Synology wie erwähnt nur bei bestimmten NAS. Bei QNAP ist das etwas anders gelöst, geht dafür aber bei allen NAS, auch den günstigsten Einsteiger-NAS.

Bei Synology ist die Software für Backups inklusive (Hyper Backup), und bei QNAP auch (HBS3 - Hybrid Backup Sync). Dazu solltest Du Dich aber im Detail einlesen oder Tutorials anschauen. Auch da gibt es zur Umsetzung mehrere Möglichkeiten. Auch was das Dateiformat der Backups angeht. Soweit ich gesehen habe kann man nämlich glaube ich das Dateiformat der QNAP-Backups auch mit einer Software von QNAP am PC lesen, und ist dabei nicht auf ein funktionierendes NAS angewiesen. Bin mir da aber nicht ganz sicher, müsstest Dich nochmal selbst informieren. Oder jemand kennt sich hier besser mit QNAP NAS aus.
 
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Vielen Dank noch einmal an alle für Eure tollen ausführlichen Tips! Das hilft mir wirklich sehr weiter.

Eine Frage noch mal in die "Gegenrichtung", d.h. wenn man das NAS wie vorgesehen als RAID konfiguriert und Backups extern über USB macht: Wenn ich sehe, was einige von Euch für riesige NAS haben, womit macht Ihr Eure Backups? Habt ihr ein zweites NAS nur für Backups? Das wäre für mich ziemlicher Overkill. Irgendwann kommt man aber ja in einen Bereich, wo es schlicht keine USB-Platten mehr gibt, die groß genug sind. Bei den 8 TB, mit denen ich plane, ist die Auswahl an entsprechenden externen Platten, die USB 3.2 Gen 2 unterstützen (oft steht in der Beschreibung aber nur "USB 3"), nach einer (zugegeben noch nicht sehr intensiven) Suche nicht gerade groß. Außerdem haben die oft einen USB Micro B Anschluss, also nicht USB C - gibt es dafür einen bestimmten Grund? Für die Backup-Platte ein weiteres Netzteil zu brauchen fände ich nicht so toll. Das müsste doch über USB C eigentlich ohne Netzteil gehen?
 
Ein zweites Nas wäre ja wieder kein Backup. Wir haben hier zuhause zwei Geräte, aber die werden getrennt genutzt mit unterschiedlichen Daten.

Du erreichst mit dem normalen USB 3 schon Transferraten weit oberhalb dessen was eine Festplatte leisten kann.

Der Anschluss hat sich einfach irgendwann so etabliert. 3.5-Zoll-Platten brauchen bis zu 11 Watt im Betrieb. Die können also in vielen Fällen gar nicht über einen USB-Anschluss des Mainboards betrieben werden. Ferner gibt es m.W. auch bei modernen Mainboards nur einen oder sehr wenige Anschlüsse, die PD bereitstellen können. Der Bedarf ist einfach zu gering / zu viele Leute würden Geräte zurücksenden, da sie denken, die Platten würden nicht funktionieren.
 
Ich habe in der Tat zwei NAS. Die DS1821+ und nach wie vor meine alte DS1813+. Letztere benutze ich aber gar nicht für die großen Backups. Dazu habe ich einen "kleinen" PC mit bis zu 6 Festplatten auf Basis dieses Gehäuses zusammengestellt. Der ist zwar nicht wirklich ganz handlich, aber zumindest so weit transportabel dass ich damit ein 8bay QNAP NAS an einem anderen Ort synchronisieren kann. Bei überschaubareren Änderungen synchronisiere ich das QNAP NAS über eine Cloud mit meinem Datenbestand.

Es gibt für kleinere Zwecke aber auch externe Gehäuse wie zum Beispiel das hier. Das ist eine QNAP Erweiterung für NAS, kann aber auch als externes RAID-Gehäuse am PC oder jedem NAS benutzt werden. Damit kann man auch mehrere Platten extern als ein Laufwerk ansprechen. Ein RAID muss es als Backup gar nicht sein, Konfiguration als JBOD tut es auch.
Ergänzung ()

tschesny schrieb:
Ein zweites Nas wäre ja wieder kein Backup.
Pauschalaussage, die so nicht stimmt.

1. Nur zum Backup am Stromnetz und Netzwerk angesteckt
2. Zugriffsrechte passend setzen
3. Ggf. auch mit Snapshots arbeiten
= perfektes Backup

Ein NAS ist prinzipiell erst mal ein Backupmedium wie jedes andere.
 
Aber auch wirklich nur wenn es nicht am Stromnetz hängt, wovon ja nun wirklich niemand ausgehen kann, da ein NAS im Schrank ohne Strom ja nun wirklich ein übertrieben teures Backup wäre ;).
 
Wie macht Ihr dann Eure Backups - in die Cloud?

Ist irgendwie alles viel schwieriger, als ich am Anfang dachte...
 
@tschesny Kommt immer auf die Umstände an. Ich könnte dafür auch meine alte DS1813+ nutzen. Und die Platten dafür bräuchte man ja sowieso. Es läuft nicht immer alles auf einen Neukauf raus.
Ergänzung ()

Ich mache meine Backups übers Netzwerk auf den transportablen Rechner, und diesen nehme ich dann regelmässig mit zú dem Ort an dem ein weiteres NAS steht und ziehe die Backups da ebenfalls drauf. Wenns geringere Datenmengen sind lade ich die auf eine Cloud hoch, und kann die dann per Teamviewer mit dem ZielNAS auch dort abholen.

Aber bei mir sind das ja ganz andere Datenmengen (ca. 40 TB insgesamt). So viel Aufwand brauchst Du gar nicht betreiben. das ist alles noch locker mit externen Platten handelbar.

Und wie gesagt, es kommt ja auch darauf an, gegen was Du Dich absichern wilst. Wenn Du für Dich sagst: "Wenn mir die Bude abbrennt sind meine Daten mein geringstes Problem", dann musst Du die auch nicht extern nochmal lagern. Das ist Deine ganz persönliche Kosten-Nutzen-Rechnung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dehenry schrieb:
Gibt es andere Betriebssysteme (Unraid?), die das können, was ich will, und lassen die sich ohne weiteres auf einem QNAP, Synology etc. installieren?
Ja und nein.
UnRaid könntest Du natürlich nutzen, nur nicht mit Synology oder QNAP.
Es gibt dort beide (und vielleicht sogar mehr) Möglichkeiten.
RAID-ähnliche Technik soll ebenso vorhanden sein wie das Ansprechen einzelner Datenspeicher(platten).

tschesny schrieb:
Du erkennst des Weiteren einen Widerspruch wo keiner ist, da du in der Hauptaufgabe des NAS die Datensicherheit siehst. Das ist ein Irrtum. Die Hauptaufgabe ist die zentrale Verfügbarkeit der Daten.
Und damit erhält man auch gleichzeitig ein neues Level an Datensicherheit (wenn eine Platte ausfallen kann ohne Datenverlust zu erleiden). Die absolute Sicherheit erhält man natürlich nicht, aber etwas mehr.

Dehenry schrieb:
Ist irgendwie alles viel schwieriger, als ich am Anfang dachte...
Eigentlich nicht, es sei denn Du willst 100%ige Sicherheit.
Das wäre aber nur theoretisch möglich, indem keine Daten anfallen. 😉

Entscheide Dich einfach irgendwann, wenn Du ein gutes Gefühl für eine gewisse Backup-Strategie/-Technik hast. Mit "perfekt" geht meist gar nichts (meine eigene Erfahrung).

Grüße
 
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