Angmessene Lohnerhöhung, aber wie?

Der Daedalus

Commander
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Das Jahr 2007 steht vor der Tür und auf den Endverbraucher kommen viele Mehrkosten zu. Steigende Mehrwertsteuer, sinkende Steuervergünstigungen und dazu noch die ständig steigenden Energiepreise.
Auf der anderen Seite geht es vielen Branchen in Deutschland wirtschaftlich sehr gut. Gerade in der Metall- und Elektroindustrie sieht die Zukunft rosig aus.

Nun geht seit ein paar Tagen die Forderung der IG Metall durchs Land, dass man im nächsten Jahr gerne eine Lohnerhöhung um 7% hätte. Gestützt wird diese Zahl auch durch die Aussagen vieler Politiker.

Nun im generellen muss ich hier sogar zustimmen. In den Zeiten schwindenen Wirtschaftswachstums vielen die Lohnsteigerungen doch eher gering aus. Damals mag das im allgemeinen angebracht gewesen sein, doch genau deswegen sollte man jetzt auch etwas nachholen. Zumal viele Unternehmen durchaus in der Lage (und auch bereit dazu wären) ihren Mitarbeitern einen kräftigen Aufschlag zu zahlen.

Doch wie sollte man dies gestalten?
Es ist ja nun mal auch so, dass es Unternehmen gibt (auch in boomenden Branchen) die derartige Lohnerhöhungen nicht unbedingt verkraften würden.
Ein einheitlicher Flächentarifvertrag mit 7% Lohnerhöhung würde diese Unternehmen dann vor ein Problem stellen.

Wie also gestaltet man die kommenden Tarifrunden so, dass man möglichst jeder Seite gerecht wird?

Ich denke, dass wir weg müssen von dem starren Flächentarifverträgen.

Man könnte es zum Beispiel so realisieren, dass man einen Grundtarif festlegt und das dann nach oben und unten Abweichungen gestattet werden (also schon im Tarifvertrag verankert).
Am Beispiel:
Statt 7% fordert man 5% als Basis +/-2%.
Unternehmen die Probleme dabei bekommen 5% mehr Lohn zu zahlen können mit Betriebsrat und Gewerkschaft vereinbaren, dass es nur 3% werden, was natürlich immer das Risiko eines Streiks für das Unternehmen bedeutet.
Bei Unternehmen die wirtschaftlich gut dastehen kommen Betriebsrat und Gewerkschaft auf den Arbeitgeber zu und fordern 7% Lohnerhöhung ein. Auch hier natürlich die Gefahr des Streiks.

Oder doch Investivlohn? Wobei ich hier noch keinen Schimmer hab, wie das bei mittelständischen Unternehmen funktionieren soll.

Oder gilt für euch das Motto: "Gleicher Lohn für "gleiche" Arbeit"?
(das "gleich" bezieht sich hier natürlich darauf, dass die Berufsbezeichnung die selbe ist. Ich denke jeder weis, dass die Arbeit von Unternehmen zu Unternehmen eine andere ist)
 
Hallo Daedalus, und da wären wir wieder!:D

Deine Ausführungen sind schon ganz richtig, wie soll man auch was gegen Lohnerhöhung sagen?;)

Aber ich denke, das es wie auch in den vergangenen Jahren keine "angemessene" Lohnerhöhung geben wird!
Das Spielchen haben wir ja schon öfters gehabt, und wenn man bedenkt, das am Ende niemals das herauskam, was die Arbeitnehmer & Gewerkschaften gefordert haben, wird es sich wohl wie immer so gerade um den Inflations-Ausgleich bewegen!

Damit ist dann aber keine echte Lohnerhöhung gegeben, ebenfalls wie in den letzten Jahren! Und das, wie du schon ganz richtig bemerkt hast, es großen Teilen der Wirtschaft blendend geht!

Da wird dann ganz schnell wieder der Hundt & Kannengießer vor die Kameras treten und jammern, das doch bitteschön die Forderungen nicht so hoch sein sollen, weil das dann unmittelbar Arbeitsplätze kostet! Kommt einem bekannt vor, oder?

Glaub mir, daran wird sich nichts mehr ändern, höchstens dann, wenn irgendwann der normale Arbeitnehmer seine Unkosten beim besten Willen nicht mehr tragen kann.
Dann wird aber auch der ganze Inlandskonsum spürbar einbrechen, aber was kümmerts ein Unternehmen, das sein Geld auf internationalen Märkten verdient, gell? Und das tun ja sehr viele deutsche Unternehmen!

Und das mit dem Investivlohn ist doch eine alte Kamelle, die alle paar Jahre mal rausgekrmat wird, um dem normalen Arbeiter den Mund wässrig zu machen, das also mehr Leistung (des Unternehmens) auch mehr Lohn bedeutet! Und wie immer wird das Thema wieder in die Bedeutungslosigkeit versickern, ohne das sich was geändert hat.

Also kurz gesagt: Nein, eine echte Lohnerhöhung wird es mit Sicherheit nicht geben, höchtens ein Inflationsausgleich!

my2cents

PCB
 
Schön wärs, wobei ich mich diesbezüglich nicht selbst beschweren kann. Ich arbeite bei einem gemeinnützigen Bildungsträger und habe durch glückliche Umstände sowie einen kleinen Rechtsstreit mit der Chefetage das Glück, einen Vertrag von 2003 zu haben, was heißt: 39h Arbeitszeit, 26 Tage Urlaub (mit dem Dienst- und Lebensalter ansteigend) und eben das damalige Grundgehalt (nicht wirklich viel, aber nun gut).
Die Kollegen, die 2006 angestellt wurden, haben bei der gleichen Tätigkeit: 40h, 24 Tage (ohne Steigerung!) Urlaub und ca. 20% weniger Brutto!

Soviel dazu...

Von Lohnerhöhungen wird bei uns im Unternhemne nur scherzhaft gesprochen, die Letzte nenneswerte Lohnerhöhung gab es (die alten Hasen erinnern sich noch dunkel) im letzten Jahrtausend irgendwann.

Kurz: Bei uns gibt es faktisch keine Lohnerhöhung, sondern Lohnsenkung.
 
Nach meiner Einschätzung werden wir froh sein können, wenn die Lohnanhebungen die Inflationssteigerungen auffangen.

Zum Investivlohn: Seit 1950 (!) ein Thema, das von Zeit zu Zeit irgendjemand immer
wieder einmal aus dem Hut zaubert ; dieses Mal der Herr Köhler.
Die "Vorteile" sind auch immer dieselben:
- Die Bereitschaft für eine "Lohnzurückhaltung" würde gestärkt.
- Die Produktivität und Arbeitsleistung würden durch eine höhere Motivation der Mitarbeiter steigen.
- Die Mitarbeiter würden ein besonderes Kostenbewußtsein entwickeln.
- Die Mitarbeiter würden sich mit IHREM Unternehmen stärker identifizieren.

Völlig unbeantwortet sind jedoch die Fragen, ob der Investivlohn zusätzlich zum Lohn gewährt werden soll oder ob den Mitarbeitern dadurch auch ein erweitertes Mitspracherecht (z.B. an der Unternehmensstrategie) eingeräumt werden soll.
So lange das nicht geklärt ist, stellt sich der Investivlohn wie eine Kapitalanlage dar, deren Rendite nicht feststeht, deren Handel oder Veräußerung praktisch ausgeschlossen ist, für die aber das Risiko des Verlustes (z.B. durch die Insolvenz des Unternehmens) uneingeschränkt besteht.
Welcher vernünftige Mensch würde sich eine derartige Kapitalanlage schon freiwillig aussuchen? Und die steigenden Haushaltungskosten sind dadurch auch nicht aufzuzubringen.

Nach meinem Empfinden ist dieser erneute Vorstoß ein Versuch, von den konkreten Vorstellungen nach realen Gehaltsanhebungen abzulenken, nach dem sich einige Politiker öffentlich für einen etwas kräftigeren Zuschuß in die Lohntüte ausgesprochen haben.
 
Naja es kommt immer auf die Branche an, die man betrachtet ...
Ich kann nur für die Metall und Elektroindustrie sprechen, da ich dort beruflich angesiedelt bin und auch schon die ein oder andere Erfahrung sammeln durfte.

Aber auch in jenem Wirtschaftszweig ist es so, dass sich der Wandel der wirtschaftlichen Situation erst im vergangenen Jahr vollzogen hat. Es haben natürlich einige Großkonzerne imense Gewinne eingefahren, aber man übersieht leicht den Mittelstand. Dies übrigens ist ein generelles Problem bei diesen Diskussionen. Es wird auf steigende Gewinne der Unternehmen verwiesen, damit können aber nur die Großkonzerne gemeint sein, denn die Lage des Mittelstandes war in den vergangenen Jahren eher durchwachsen.

Aber dennoch blicke ich zuversichtlich auf die kommende Tarifrunde mit der IG Metall. Sollten sie sich auch dieses Jahr so geschickt anstellen wie im letzten Jahr, dann wird es eine mehr als ausreichende Lohnerhöhung geben (die im letzten Jahr war auch weit mehr als nur ein Inflationsausgleich). Und nicht umsonst setzt die IG Metall 7% an ... Wenn es hinterher 5% werden, dann wäre dies immer noch mehr als ein reiner Inflations- und Mehrwertsteuerausgleich.

Aber meine Frage zielte auch nicht unbedingt darauf ab ob es Lohnerhöhungen geben wird, sondern was mich viel mehr interessiert ist die Frage, wie man in Zukunft Lohnverhandlungen gestalten sollte. In meinen Augen ist der Flächentarifvertrag in seiner jetzigen Form überholt, dennoch wird von vielen Seiten daran festgehalten.
Wie also kann man auf der einen Seite garantieren, dass jedes Unternehmen die Löhne an die jeweilige wirtschaftliche Situation anpassen kann aber dennoch Gerechtigkeit vorhanden ist.


@b-runner:

Wenn ich mich bei meinem Arbeitgeber umschaue so sehe ich auch viele Leiharbeitskräfte. Dann bin ich froh, dass der Grundsatz "equal Pay" (also gleiches Geld für gleiche Arbeit) gilt.
Wenn ich aber aus dem Unternehmen raus schaue, so muss ich sagen, dass sowas im Grunde kaum realisierbar ist. Ein Facharbeiter macht im Unternehmen X ganz andere Dinge als im Unternehmen Y und das obwohl er die selbe Berufsbezeichnung hat.
Ferner sind die Ansprüche die Unternehmen mit besserer Bezahlung an ihre Arbeitnehmer stellen oft höher, womit auch der höhere Lohn wieder gerechtfertigt wäre.

Aber der Flächentarifvertrag beruht ja im Grunde noch auf dem Ansatz "gleiches Geld für gleiche Arbeit".
 
Zitat von Der Daedalus:
Aber dennoch blicke ich zuversichtlich auf die kommende Tarifrunde mit der IG Metall. Sollten sie sich auch dieses Jahr so geschickt anstellen wie im letzten Jahr, dann wird es eine mehr als ausreichende Lohnerhöhung geben (die im letzten Jahr war auch weit mehr als nur ein Inflationsausgleich). Und nicht umsonst setzt die IG Metall 7% an ... Wenn es hinterher 5% werden, dann wäre dies immer noch mehr als ein reiner Inflations- und Mehrwertsteuerausgleich.
Ach, die IG Metall hat sich geschickt angestellt? Muss ich verpasst haben und wenn ich mir das Ergebnis von 3,1 % anschaue, so hab ich nicht den Eindruck das die sehr erfolgreich waren! Wenn man das ganze in Relation zu den Gewinnen der letzten 5 Jahre gerade in der Metallverabeitenden Industrie setzt, dann erst recht nicht!
Zitat von Der Daedalus:
Wie also kann man auf der einen Seite garantieren, dass jedes Unternehmen die Löhne an die jeweilige wirtschaftliche Situation anpassen kann aber dennoch Gerechtigkeit vorhanden ist.
Gar nicht, das wirste schon sehen! Wenn man keinen einheitlichen Tarif (vertrag) mehr hat, ist man dem Gusto der Arbeitgeber fast schutzlos ausgeliefert, da ja auch der "gewerkschaftliche Zusammenhalt" dadurch aufgesplittert wird.
Sprich, der AG sagt trotz Gewinnen "Uhh, dieses Jahr ist aber nicht mehr als 2 % drin!", was will der Betriebsrat dagegen schon groß ausrichten?

War doch in der jüngsten Vergangenheit immer schön zu beobachten, sobald eine übergeordnete Instanz wie ein Flächentarifvertrag nicht mehr vorhanden ist, kann der Arbeitgeber alles blockieren mit dem Hinweis auf die wirtschaftliche Lage und er muss sich nicht mehr dem Tarifvertrag "unterordnen".
Zitat von Der Daedalus:
Wenn ich mich bei meinem Arbeitgeber umschaue so sehe ich auch viele Leiharbeitskräfte. Dann bin ich froh, dass der Grundsatz "equal Pay" (also gleiches Geld für gleiche Arbeit) gilt.
Was willste uns denn da auftischen, eure Leiharbeiter mit gleicher Tätigkeit verdienen also genau soviel wie die Festangestellten? Kann ich kaum glauben, der Vorteil der Leiharbeitskräfte liegt doch außer das man sie schnell wieder loswerden kann gerade auch darin, das sie weniger für die gleiche Tätigkeit bekommen!
Also wenn deine Aussage stimmt, dann ist euer Betrieb aber ne Ausnahme in der Frage.

OT: Hattest du nicht vor kurzem erzählt, das du studierst oder verwechsle ich da was?


PCB
 
Zitat von PCB:
Ach, die IG Metall hat sich geschickt angestellt? Muss ich verpasst haben und wenn ich mir das Ergebnis von 3,1 % anschaue, so hab ich nicht den Eindruck das die sehr erfolgreich waren!

Ja ich find, dass 3,1% im letzten Jahr mehr als ausreichend waren. Das war de facto eine reale Lohnerhöhung.

Wenn man das ganze in Relation zu den Gewinnen der letzten 5 Jahre gerade in der Metallverabeitenden Industrie setzt, dann erst recht nicht!Gar nicht, das wirste schon sehen!

Ja dann komm mal bitte mit entsprechenden Statistiken. Wenn ich mir den Mittelständler um die Ecke anschaue, so sehe ich im Regelfall da keine markanten wirtschaftlichen Verbesserungen in den letzten paar Jahren.
Man sollte nicht den Fehler machen von einigen wenigen positiven Ausnahmen auf die Gesamtheit der Branche zu schließen.
Das Problem bei einem solchen Flächentarifvertrag ist nun mal, dass man sich auf dem kleinsten Nenner treffen muss. Also rücken die großen Gewinne die irgendwo gemacht werden in den Hintergrund, weil die kleineren Unternehmen, völlig zu recht, nicht wegen einem viel zu hohen Tarifabschluss in die Insolvenz rücken wollen.

Wenn man keinen einheitlichen Tarif (vertrag) mehr hat, ist man dem Gusto der Arbeitgeber fast schutzlos ausgeliefert, da ja auch der "gewerkschaftliche Zusammenhalt" dadurch aufgesplittert wird.

Nun erstmal halte ich eh nicht viel von einem "gewerkschaftlichen" Zusammenhalt, wenn eben diese Gewerkschaften mit ihren Mitarbeitern teils auf eine Art und Weise umspringen die das schlimmste Deutsche Unternehmen auf einmal als großen Engel da stehen lässt.
Ich spreche hier davon, dass die Angestellten des DGB mit harten Lohnkürzungen leben müssen und davon das teilweise Angestellte von Gewerkschaften mit ersten Problemen rechnen müssen, wenn sie selbst einer Gewerkschaft beitreten.

Natürlich würde es vielen Arbeitnehmern schlechter gehen, wenn man den Flächentarifvertrag ganz kippen würde, daher fragte ich ja auch nach einer alternative zum aktuellen starren System.

Sprich, der AG sagt trotz Gewinnen "Uhh, dieses Jahr ist aber nicht mehr als 2 % drin!", was will der Betriebsrat dagegen schon groß ausrichten?

Leider bekommt der Betriebsrat durch das Betriebsverfassungsgesetz nicht die Rechte die eine Gewerkschaft hat. Was dazu führt, dass die starke Betriebsräte in Deutschland viel zu wenig zu sagen haben. Doch schauen wir uns die großen Unternehmen genauer an (eben so einem in dem ich auch arbeite) so kommt man schnell zu dem Schluss, dass gerade in diesen Unternehmen die Mitarbeitervertretung innerhalb des Unternehmens völlig ohne Einwirkung der Gewerkschaften sehr gut funktionieren würde.
Das sieht man unter anderem daran, dass in vielen Konzernen Gewinnbeteiligungen ausgeschüttet werden. Diese erkämpft der Betriebsrat völlig ohne Gewerkschaft.
Ein gutes Beispiel für das perfekte Zusammenspiel zwischen Unternehmensführung und Arbeitenehmervertretung war übrigens SAP.

Was willste uns denn da auftischen, eure Leiharbeiter mit gleicher Tätigkeit verdienen also genau soviel wie die Festangestellten? Kann ich kaum glauben, der Vorteil der Leiharbeitskräfte liegt doch außer das man sie schnell wieder loswerden kann gerade auch darin, das sie weniger für die gleiche Tätigkeit bekommen!

Gerade der Faktor des "schnell wieder loswerden" ist ein entscheidender in vielen Deutschen Unternehmen. Eben um schnell auf die Marktsituation reagieren zu können.
Bei meinem Arbeitgeber kostet der Leiharbeiter das Unternehmen sogar mehr als es ein Festangestellter tun würde. Denn zu dem "equal Pay" kommt eben noch die Provision der Leiharbeitsfirma. Dies wird übrigens in vielen Konzernen in Deutschland so gehandhabt.
Glaub mir die Zahlen oder tue es nicht. Ich werde dir hier keine Betriebsinternen Lohnabrechnungen vorlegen können, dann bin ich meinen Job los.

Also wenn deine Aussage stimmt, dann ist euer Betrieb aber ne Ausnahme in der Frage.

Wenn du die Gesamtheit nimmst sicher schon. Aber gerade bei großen Konzernen ist dieses Prinzip eigentlich weit verbreitet. Übrigens wäre alles andere auch Gesetzeswidrig. Leider finden die entsprechenden Paragraphen viel zu selten Anwendung.

OT: Hattest du nicht vor kurzem erzählt, das du studierst oder verwechsle ich da was?

Duales Studium nennt sich das ganze ...
Wieder so eine Errungenschaft der ach so bösen Konzerne ... ich geh studieren, arbeite in dem Semesterferien im Unternehmen und bekomme dafür 12 Monate im Jahr mein Gehalt aufs Konto überwiesen.
[Ironie]Ach ja Studiengebühren und Co. bezahlt natürlich der ach so böse Großkonzern[/Ironie]
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Angemessene Lohnerhöhung, aber wie?

Zitat von PCB:
Was willste uns denn da auftischen, eure Leiharbeiter mit gleicher Tätigkeit verdienen also genau soviel wie die Festangestellten? Kann ich kaum glauben, der Vorteil der Leiharbeitskräfte liegt doch außer das man sie schnell wieder loswerden kann gerade auch darin, das sie weniger für die gleiche Tätigkeit bekommen!
Also wenn deine Aussage stimmt, dann ist euer Betrieb aber ne Ausnahme in der Frage.
Um in diesem Teil der Diskussion mal das Fischen im Trüben abzustellen - es gibt bindende Rechtsgrundlagen zu dieser Thematik.
Ob sich alle Verleihfirmen allerdings daran halten, darf jedoch bezweifelt werden. ;)

Verleihfirmen berechnen den Entleihbetrieben zudem s. g. Regiekosten, die in einem Spektrum von 25-75% über den jeweiligen Tariflöhnen liegen. Das bedeutet, dass Leiharbeiter temporär Mehrkosten verursachen, die sich aber für die Betriebe durchaus rechnen, da keine Fixkosten im Bereich Weiterbildung, Lohnzusatzleistungen, Sozialabgaben etc. entstehen.

Im Falle b-runners kann das imo nur bedeuten, dass er noch zu älteren Tarifbedingungen eingestellt wurde als seine neueren Kollegen. Hier hätte sich die Organisation, für die er tätig ist, lediglich einer Änderungskündigung bedienen können, wenn sie hätte nachweisen können, dass ihre wirtschaftlichen Verhältnisse sich bedeutend verschlechtert hätten.

Bestes Beispiel ist die aktuelle Neufassung des TVöD, der weitestgehend auch für die BGen übernommen wurde. Für Neueinstellungen erfolgt die Eingruppierung grundsätzlich eine Stufe unter dem bisherigen Niveau.
 
@spiro: Thnx für deine Ausführungen, das war mir in der Tat so nicht bewußt! Aber die Leiharbeiter bekommen doch eigentlich ihren Lohn von der Leihfirma, und der ist doch meist sehr viel niedriger als der Lohn eines Festangestellten.
Zitat von Der Daedalus:
Ja ich find, dass 3,1% im letzten Jahr mehr als ausreichend waren. Das war de facto eine reale Lohnerhöhung.
Also bei (ich weiß es jetzt nicht genau, aber da hast du doh bestimmt ne Statistik zu, oder) 1-2 % Inflation halte ich 3,1 % nicht für ausreichend, gerade wenn man bedenkt das die IG Metall mit sehr viel höheren Forderungen ins Rennen gegangen ist! Echt nicht!
Zitat von Der Daedalus:
Ja dann komm mal bitte mit entsprechenden Statistiken.
Oh je, nicht schon wieder!:D Laß mich raten, du studierst BWL, oder?;)
Zitat von Der Daedalus:
Wenn ich mir den Mittelständler um die Ecke anschaue, so sehe ich im Regelfall da keine markanten wirtschaftlichen Verbesserungen in den letzten paar Jahren.
Man sollte nicht den Fehler machen von einigen wenigen positiven Ausnahmen auf die Gesamtheit der Branche zu schließen.
Da gebe ich dir recht, trotzdem finde ich einen übergeordneten Tarifvertrag sinnvoll, es gibt ja auch welche, die die von dir geschilderte Situation berücksichtigen und das Unternehmen davon ausschließen. Nur wenn gar kein übergeordnetes Element mehr vorhanden ist, sehe ich die Gefahr, das "rüchsichtslose" Chefs, die nur auf ihre ShareHolder oder ihren pers. Gewinn schielen, am ehesten bei ihren Angestellten sparen. Und das meist mit fadenscheinigen Argumenten.
Zitat von Der Daedalus:
Das Problem bei einem solchen Flächentarifvertrag ist nun mal, dass man sich auf dem kleinsten Nenner treffen muss. Also rücken die großen Gewinne die irgendwo gemacht werden in den Hintergrund, weil die kleineren Unternehmen, völlig zu recht, nicht wegen einem viel zu hohen Tarifabschluss in die Insolvenz rücken wollen.
Das mit den Insolvenzen kann ich ir nicht so recht vorstellen, hast du ein Beispiel für einen Betrieb, der durch eine Lohnerhöhung per Tarifvertrag pleite gemacht hat?
Zitat von Der Daedalus:
Nun erstmal halte ich eh nicht viel von einem "gewerkschaftlichen" Zusammenhalt, wenn eben diese Gewerkschaften mit ihren Mitarbeitern teils auf eine Art und Weise umspringen die das schlimmste Deutsche Unternehmen auf einmal als großen Engel da stehen lässt.
OK, die haben sich in der Tat nicht mit Ruhm bekleckert in der Vergangenheit, aber ganz ohne wäre es doch viel schlimmer um den Arbeitnehmer bestellt, oder meinste nicht? Von daher wähle ich das kleinere Übel und lebe lieber mit Gewerkschaften als komplett ohne!
Zitat von Der Daedalus:
Natürlich würde es vielen Arbeitnehmern schlechter gehen, wenn man den Flächentarifvertrag ganz kippen würde, daher fragte ich ja auch nach einer alternative zum aktuellen starren System.
Tja, und eben dafür sehe ich keine für den AN vernünftige Alternative! Investivlohn ist da auch keine Lösung, zumal der AN im Insolvensfall dann ganz schlecht dasteht!
Zitat von Der Daedalus:
Doch schauen wir uns die großen Unternehmen genauer an (eben so einem in dem ich auch arbeite) so kommt man schnell zu dem Schluss, dass gerade in diesen Unternehmen die Mitarbeitervertretung innerhalb des Unternehmens völlig ohne Einwirkung der Gewerkschaften sehr gut funktionieren würde.
Das sieht man unter anderem daran, dass in vielen Konzernen Gewinnbeteiligungen ausgeschüttet werden. Diese erkämpft der Betriebsrat völlig ohne Gewerkschaft.
Ein gutes Beispiel für das perfekte Zusammenspiel zwischen Unternehmensführung und Arbeitenehmervertretung war übrigens SAP.
Und SAP ist nicht zufällig dein Arbeitgeber?;)
Ich sag mal als Beispiel, wenn wir von großen Frmen reden, nur WalMart, Lidl und DMmarkt, die haben gar keinen Betriebsrat und wer versucht einen einzusetzen, wird gemobbt und schnell "entsorgt". OK, das sind Extrembeispiele, aber auch so etwas gibt es!
Deine angesprochenen Großen Firmen,bei denen alles klappt sind auch nicht das Problem, eher schon die von mir genannten!
Zitat von Der Daedalus:
Gerade der Faktor des "schnell wieder loswerden" ist ein entscheidender in vielen Deutschen Unternehmen. Eben um schnell auf die Marktsituation reagieren zu können.
Bei meinem Arbeitgeber kostet der Leiharbeiter das Unternehmen sogar mehr als es ein Festangestellter tun würde. Denn zu dem "equal Pay" kommt eben noch die Provision der Leiharbeitsfirma. ...Glaub mir die Zahlen oder tue es nicht. Ich werde dir hier keine Betriebsinternen Lohnabrechnungen vorlegen können, dann bin ich meinen Job los..
Ich glaub dir ja (siehe ganz oben) und du brauchst auch keine Abrechnungen dafür veröffentlichen!:D
Zitat von Der Daedalus:
Duales Studium nennt sich das ganze ...
Wieder so eine Errungenschaft der ach so bösen Konzerne ... ich geh studieren, arbeite in dem Semesterferien im Unternehmen und bekomme dafür 12 Monate im Jahr mein Gehalt aufs Konto überwiesen.
[Ironie]Ach ja Studiengebühren und Co. bezahlt natürlich der ach so böse Großkonzern[/Ironie]
Nicht schlecht, ich wünsch dir viel Erfolg dabei!:daumen:
Und ich habe auch nichts per se gegen Großkonzerne, nur was sich einige von denen leisten (und leisten können , das ist das üble), ist schon pervers. Da werden Gewinne mit Auslands-verlusten verrechnet, so das das Finanzamt noch drauflegen muss. Gleichzeitig stehlen sich fast alle aus ihrer sozialen Verantwortung und sehen nur noch den Aktienkurs! Dabei vergessen viele, das eine Firma sich nicht aus Aktien oder Gebäuden definiert, sondern aus den Köpfen der Mitarbeiter! Da wird halt viel Unfug getrieben und dann die "pöse" Globalisierung für alles verantwortlch gemacht. Die MA müssen Einbußen hinnehmen, während die Gewinne gleichzeitig explodieren!
Versteh mich nicht falsch, Firmen existieren nunmal um Gewinn zu machen und das sollen sie auch, keine Frage! Nur darf man darüber nicht die Mitarbeiter und das soziale Umfeld des Betriebes außer Acht lassen (wie zb. Betriebskindergärten, Weiterbildung, Freizeitangebote usw). aber ich schweife ab, es geht ja um Lohnerhöhung!;)


PCB
 
Zitat von PCB:
Also bei (ich weiß es jetzt nicht genau, aber da hast du doh bestimmt ne Statistik zu, oder) 1-2 % Inflation halte ich 3,1 % nicht für ausreichend, gerade wenn man bedenkt das die IG Metall mit sehr viel höheren Forderungen ins Rennen gegangen ist! Echt nicht!

Naja das Forderungen niemals das sind, was man bekommt ist selbst der IG Metall klar, daher dürften die Forderungen wohl höher angesetzt werden als das, was man im Endeffekt erwartet.

Die Teuerungsrate lag im letzten Jahr zwischen einem und zwei Prozent. Entsprechende Belege gibt es sicherlich bei www.destatis.de hab gerade keine Zeit zum suchen.
Es bleibt also eine effektive Lohnerhöhung von schlimmstenfalls 1,1% vermutlich eher 1,5%.
Wüsste nicht, wie man da allen ernstes behaupten kann, dass sei zu wenig.
Es ist eine angemessene Beteiligung der Arbeitnehmer an den Erfolgen der Branche im allgemeinen.

Zitat von PCB:

Nope.
Kannst weiter raten ;) Ich finde allerdings, dass man in einer Diskussion seine Aussagen belegen können sollte, sonst macht der ganze Austausch von Argumenten nur wenig Sinn.


Zitat von PCB:
Da gebe ich dir recht, trotzdem finde ich einen übergeordneten Tarifvertrag sinnvoll, es gibt ja auch welche, die die von dir geschilderte Situation berücksichtigen und das Unternehmen davon ausschließen. Nur wenn gar kein übergeordnetes Element mehr vorhanden ist, sehe ich die Gefahr, das "rüchsichtslose" Chefs, die nur auf ihre ShareHolder oder ihren pers. Gewinn schielen, am ehesten bei ihren Angestellten sparen. Und das meist mit fadenscheinigen Argumenten.

Sicher sollte es ein übergeordnetes Element geben. Ich halte zum Beispiel viel davon einen Mindestlohn per Gesetz festzulegen und dafür dann den Flächentarifvertrag weiter aufzuweichen, damit es Unternehmen leichter fällt sich diesem zu entziehen.
Der Mindestlohn sollte allerdings für jede Branche getrennt festgelegt werden. In der Metall und Eltektroindustrie wären ca. 10€ netto für einen Facharbeiter durchaus angemessen. Wohingegen im Bereich der Gastronomie dies nicht unbedingt realisierbar wäre.

Ein konkretes Beispiel für ein Unternehmen welches durch einen zu hohen Tarifvertrag pleite gegangen ist kenne ich nicht.
Allerdings gibt es in der Branche Unternehmen mit geringem automatisierungsgrad welche durchaus einen Lohnkostenanteil von über 30% haben. Wenn da der Tarifabschluss 3% zu hoch wäre würde das 1% beim Preis des Produktes ausmachen. Wenn man jetzt noch überlegt, dass es ja einige Unternehmen gibt die immer am Rande der Insolvenz agieren, dann erscheint der Schluss den ich gezogen hab logisch.

Zitat von PCB:
OK, die haben sich in der Tat nicht mit Ruhm bekleckert in der Vergangenheit, aber ganz ohne wäre es doch viel schlimmer um den Arbeitnehmer bestellt, oder meinste nicht? Von daher wähle ich das kleinere Übel und lebe lieber mit Gewerkschaften als komplett ohne!

Nun ja ich halte nicht viel von einer "der Zweck heiligt die Mittel" Metalität.
Die Gewerkschaftsbosse von heute sind doch im Regelfall eher auch machtgeile Bonzen die "die Rechte der Arbeitnehmer" vorschieben um ihre eigenen Machtinteressen zu waren.
Und wenn man durch die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft dieses Verhalten unterstützt siehe ich da nicht viel gutes dran.
Hier ist allerdings in erster Linie die Politik gefragt. Hier fand ich übrigens einen Ausspruch von Angela Merkel nicht unbedingt schlecht "Schwächung der Gewerkschaften zur Stärkung der Betriebsräte". Würde man dies umsetzen und zwar auf eine Art und Weise die wirklich die Rechte der Arbeitnehmerschaft garantiert dann könnte sich einiges Bewegen.

Zitat von PCB:
Und SAP ist nicht zufällig dein Arbeitgeber?
Ich sag mal als Beispiel, wenn wir von großen Frmen reden, nur WalMart, Lidl und DMmarkt, die haben gar keinen Betriebsrat und wer versucht einen einzusetzen, wird gemobbt und schnell "entsorgt". OK, das sind Extrembeispiele, aber auch so etwas gibt es!
Deine angesprochenen Großen Firmen,bei denen alles klappt sind auch nicht das Problem, eher schon die von mir genannten!

Ne bin nicht bei SAP. Allerdings habe ich mich ein bisschen mit der Situation bei SAP befasst (ein Bekannter arbeitet dort) als die IG Metall sich entschlossen hat gegen den Willen von 91% der Arbeitnehmer eine Klage zur Einsetzung eines Betriebsrates zu erwirken.

Stimmt das mit dem DM-Markt? Der Chef der Kette macht ja einen auf "soziales Gewissen" Deutschlands. Wäre mal interessant zu wissen wie er es denn so in seinem eigenen Unternehmen sieht.

Die von dir genannten Firmen sind übrigens nur Teilweise unter deutscher Fürhung und keins der deutschen Unternehmen ist an der Börse, dass möchte ich nur mal für die folgenden Aussagen anmerken.

Zitat von PCB:
Da werden Gewinne mit Auslands-verlusten verrechnet, so das das Finanzamt noch drauflegen muss. Gleichzeitig stehlen sich fast alle aus ihrer sozialen Verantwortung und sehen nur noch den Aktienkurs! Dabei vergessen viele, das eine Firma sich nicht aus Aktien oder Gebäuden definiert, sondern aus den Köpfen der Mitarbeiter! Da wird halt viel Unfug getrieben und dann die "pöse" Globalisierung für alles verantwortlch gemacht. Die MA müssen Einbußen hinnehmen, während die Gewinne gleichzeitig explodieren!
Versteh mich nicht falsch, Firmen existieren nunmal um Gewinn zu machen und das sollen sie auch, keine Frage! Nur darf man darüber nicht die Mitarbeiter und das soziale Umfeld des Betriebes außer Acht lassen (wie zb. Betriebskindergärten, Weiterbildung, Freizeitangebote usw). aber ich schweife ab, es geht ja um Lohnerhöhung!

1.) Ein in deutschland Ansässiges Unternehmen muss die Gewinne die durch die Wertschöpfung im Ausland erzielt werden in Deutschland versteuern (es sei denn das Werk im Ausland wird zu einer eigenen GmbH). Warum sollten dann nicht auch die Schulden im Ausland hier berechnet werden?

2.) Ich kenne keine deutsche Aktiengesellschaft der ich ein grob unsoziales Verhalten vorwerfen würde. Gerne werden hier Deutsche Bank und Allianz aufgeführt als Beispiele für Unternehmen die Menschen entlassen trotz hoher Gewinne.
Nun wenn ein Unternehmen nun mal nicht genug Arbeit hat für die Menschen die es beschäftigt, dann müssen Leute entlassen werden (bzw. die Jobs reduziert). Alles andere würde unnötige Kosten verursachen, was sich kein Unternehmen leisten kann, egal wie hoch die Gewinne sind. Und wenn Siemens eine Sparte die keinen Gewinn bringt abstößt dann ist das nun mal ein Vorgang, welcher in einer Marktwirtschaft (egal ob sozial oder frei) quasi erwartet wird.

3.) Wenn man mal die Lohniveaus der deutschen Top Unternehmen betrachtet sieht man schnell das diese meist weit über dem branchenüblichen Einkommen liegen.
In fast allen AG's gibt es für die Arbeitnehmer vergünstigte Aktienoptionen. Es gibt Rabatte bei eigenen Erzeugnissen (vergünstigte Autos, ...). Und viele der deutschen Unternehmen mit hohen Gewinnen zahlen Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie häufig eine Gewinnbeteiligung. Ich komme so auf 14 Monatsgehälter...
 
AW: Angemessene Lohnerhöhung, aber wie?

Zitat von spiro:
Im Falle b-runners kann das imo nur bedeuten, dass er noch zu älteren Tarifbedingungen eingestellt wurde als seine neueren Kollegen. Hier hätte sich die Organisation, für die er tätig ist, lediglich einer Änderungskündigung bedienen können, wenn sie hätte nachweisen können, dass ihre wirtschaftlichen Verhältnisse sich bedeutend verschlechtert hätten.

Bestes Beispiel ist die aktuelle Neufassung des TVöD, der weitestgehend auch für die BGen übernommen wurde. Für Neueinstellungen erfolgt die Eingruppierung grundsätzlich eine Stufe unter dem bisherigen Niveau.
So isses, es gab eine neue Tarifvereinbarung, die ausschließlich zu Ungunsten der Mitarbeiter formuliert ist. Begründet wird diese - wie sop viele andere Dinge auch - mit der wirtschaftlichen Situation.
Die Änderungskündigung hat man wohl probiert, aber glücklicherweise unterschreibe ich nichts, ohne zu wissen, was drin steht und dank Rechtsverdreher musste ich auch nicht meinen Adler darunter setzten! :) Andere waren nicht so vorsichtig und müssen nun mit den schlechteren Konditionen leben.
 
Das System der Flächentarifverträge ist sehr ungerecht finde ich. Nur wenige andere Länder vergleichbarer Größe leisten sich eine solche Prozedur der Lohnverhandlungen, welche zu solchen gleichmäßigen (gleichmacherischen) Abschlüssen führen. Vor allem seit dem Beitritt der struckturschwachen Ostländer ist Deutschland ein sehr heterogenes Land was das betrifft. Es gibt hier in Deutschland viele dynamische Regionen von durchaus internationalem Rang wie Stuttgart oder München; Regionen die von sterbenden Industrien heruntergezogen werden, wie das Ruhrgebiet und Regionen die ländlich und menschenleer sind, wie z. B. Meck.-Pom.. Es gibt Branchen die im internationalen Wettbewerb sehr gut dastehen wie die Autoindustrie oder die Chemieindustrie. Andererseits aber auch Branchen, die in einem Abschwung ohne erkennbares Ende stecken, wie die Bauindustrie.
Über all diese Unterschiede innerhalb Deutschlands legt der deutsche Flächentarif einen Mittelwert (zwar mit Abweichungen nach oben und unten, aber dennoch einen Mittelwert).
Sowohl die Beschäftigten in schwächeren Betrieben (für sie sind Abschlüsse oft so hoch, dass ein Verlust des Arbeitsplatzes droht) als auch ihre Kollegen in profitableren Betrieben (Sie bekommen oft weniger Geld) leiden unter dem Mittelwert.
Der Lohn verliert seine Anreiz. und Signalfunktion.
Menschen nehmen die Mühen der Mobilität und Flexibilität meist nur auf, wenn es sich finanziell lohnt. Die deutsche Tarifpolitik gießt den Arbeitsmarkt aber in Beton, gerade im Bereich der Beschäftigten mit mittleren Einkommen.
 
Die Frage ist doch, ob es unbedingt 7% mehr Lohn sein müssen.
Ich als Beamter wäre mit 3% ganz zufrieden, aber uns Beamten gehts ja ach so gut, wir müssen die Schn... halten.
Dabei haben wir Jahr für Jahr wieder ne Nullrunde, nur dass das niemand erfährt.

OMaOle
 
Ach das mit den Beamten kenne ich ... Wie oft muss ich mir anhören, wie gut es doch den Beamten gehen müsse ...
Dabei sehe ich Tag für Tag (ja ok jetzt wo ich ausgezogen bin nicht mehr) wie hart der Job eines Beamten durchaus sein kann. Mein Vater ist Lehrer an einer BBS. Es reicht nicht, dass die Lehrer an Schulen in sozialen Brennpunkten eine kürzere Lebenserwartung haben (Herzinfarkte und Co. scheinen typische Lehrerkrankheiten zu sein), nein sie müssen sich auch noch anhören, wie wenig Arbeitszeit sie doch hätten (die Zeit die zu Hause gearbeitet werden muss scheint keiner zu sehen) und mussten im letzten Jahr fast 6000€ weniger Einkommen verkraften.
Also mir brauchst du das mit dem Beamtentum nicht zu erzählen. Auf einige wenige mögen die Vorurteile zutreffen, aber die Masse hat es garnicht mal so leicht.

Aber man sollte halt auch immer ein bisschen im Auge behalten, wie es der jeweiligen Branche geht. Da der Staat leider nicht gut wirtschaftet und daher Finanzprobleme hat, sind bei den Beamten natürlich keine Sprünge wie 7% möglich.
Bei vielen Branchen allerdings wäre es durchaus möglich solche Lohnsteigerungen zu finanzieren. Daher sagte ich ja, dass ich in erster Linie nur für meine Branche sprechen kann.

Schauen wir was die Tarifrunden bringen.
 
Wäre noch die Frage, warum der Staat so schlecht wirtschaftet.

Kann ich mir aber eigentlich auch selber beantworten, wenn ich sehe wer bei uns alles was zusagen hat und wie viele da mitentscheiden wollen, oder dagegen sind nur weil sie gerade in der Opposition sind.

In wirtschaftlichen Dingen ist eine Demokratie eben ungeeignet

OMaOle
 
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