Appell gegen die Kriminalisierung von WikiLeaks!

Diskussionen sind generell in Ordnung, aber die Art und Weise sollte immer im Kontext stehen. Natürlich bin ich Wikileaks-Befürworter als Starter eines solchen Themas, aber auch "Gegenargumente" sind generell in Ordnung. Als ich aber bereits auf der ersten Seite schon wieder (mein Hasswort) "Geflame" lesen musste, drehte sich mir der Magen um.

Kontroversen sind OK und in meinen Augen sogar wünschenswert, sonst kann man sich, wie du so schön sagtest, nicht weiterentwickeln. Nur sollte man immer respektvoll miteinander umgehen.

Mir geht es bei der Wikileaks-Sache keineswegs darum, ob nun alles, was dort veröffentlicht wird, nun der Wahrheit entspricht oder nicht (das tut es im Rundfunk ja auch nicht). Es geht viel mehr um die freie Meinungsäusserung und das Recht eines steuerzahlenden Bürgers, alles - ausnahmslos - zu erfahren, was sein Volksvertreter, im Allgemeinen die Regierung, mit diesen Steuern bewerkstelligt.

Das Pflaster "Stuttgart 21" ist heiss genug, aber wenn nun wirklich bewiesen werden kann, dass die USA unter ganz anderen Vorwänden im Irak und Afghanistan unterwegs ist, als sie die Welt immer glauben lassen möchten - und unsere Politiker weiterhin Gelder und "Manpower" als Unterstützung zur Kriegstreiberei "da runter" schicken, dann ist es endgültig klar, was von unserer (derzeitigen) Regierung zu halten ist.

Allein deshalb ist das Wikileaks-Thema eines, das JEDEN Bürger eines demokratischen Landes (und mit großem Anteil uns) betrifft.

Cya, Mäxl
 
DJMadMax schrieb:
Das hier sollte keineswegs in einem "Diskussionsthread" ausarten,...
Naja, wäre es hier nicht zur Diskussion gekommen wäre der Thread schon längst geschlossen worden. Schau dir mal die ersten 10 Beiträge an.

Das hier einige dann gleich persönlich werden müssen ist wirklich schade
und auch die Schwarz-Weiß Malerei kann einem auf den Keks gehen.
Aber gerade wo hier doch Leute sich in eine Liste eintragen sollen wäre es doch nicht verkehrt, zu diskutieren, welche Veränderungen Wikileaks mit sich bringt.
 
Ja leider schade dass manche gleich zu einer solchen radikalen Ausdrucksweise greifen müssen.
 
Ich werde diese Petition auch nicht unterschreiben. Ich bin zwar auch dagegen Plattformen wie Wikileaks zu kriminalisieren, allerdings kann ich sie in ihrer jetzigen Form auch nicht gutheißen.
Für mich ist die Frage ob es ein Anrecht auf Informationen um jeden Preis gibt immer noch nicht beantwortet. Wikileaks stellt sich dieser Frage auch nicht. Sie gehen eh jeder Verantwortung aus dem Weg oder ignorieren sie einfach. Es gibt dazu einen sehr diferenzierten Artikel, den ich sehr lesenswert finde, weil er viele Aspekte aufgreift.
Das Schlusswort in dem Artikel bringt das Wesentliche auf den Punkt:
Die Demokratie braucht Whistleblower. Sie braucht Personen und Institutionen, die Missstände aufdecken und öffentlich machen. Gleichzeitig braucht sie aber auch verantwortungsvolle Instanzen, die eine Abwägung zwischen Informationsinteresse der Öffentlichkeit und negativen Folgen von Veröffentlichungen treffen können. Das muss das Ziel sein, sowohl von Wikileaks, als auch von Seiten der Politik.

Quelle:http://www.telemedicus.info/article/1905-Wikileaks-Informationsfreiheit-um-jeden-Preis.html#extended

Ich sehe zurzeit nicht, dass sich Wikileaks wirklich in diese richtung bewegt. Im Gegenteil zurzeit habe ich eher den Eindruck man wolle mit jeder Veröffentlichung die vorangegangene in ihrer Brisanz und ihrer medialen Aufmerksamkeit übertreffen.

Die Medien verhalten sich mit ihrer Berichterstattung zum Teil auch sehr zweifelhaft. Jede kleine Neuigkeit wird aufgebauscht. Aus einer "red Notice" wird ein Haftbefehl usw. Ich weiss auch nicht warum Wikileaks nicht gegen die Vertragskündigung seitens Amazon oder der schweizer Postbank nicht zivilrechtlich vorgeht. Stattdessen lässt man meiner Meinung nach das ganze bewusst weiter hoch kochen. Indem man sich passiv verhält und sich als unschuldiges Opfer in einem internationalem politischen Komplott darstellen lässt.
Und was die Äußerungen aus den USA angehen. Sie sind politisch mit Sicherheit nicht korrekt, allerdings handelt es sich um Äußerungen einzelner Politiker. Diese kann man zwar kritisieren, allerdings leite ich daraus nicht ab, dass die USA als Staat Wikileaks als terroristische Organisation einstuft. Bei uns wird auch von dem ein oder anderen Politiker Äußerungen los gelassen, die peinlich und beleidigend sind, aber nicht die Haltung der Regierung oder des Staates wieder spiegeln.

Der Anfangs verlinkte Artikel ist mir daher zu reißerisch. Gegen Wikileaks wird mit Sicherheit mit harten Bandagen vorgegangen. Kriminalisiert wird hier allerdings noch gar nichts. Daher findet die Petition auch nicht meine Unterstützung.
 
Wikileaks ist keine zentrale Institution, auch wenn man dies durch das Assange-Gerangel glauben mag. Da einen Zivilprozess zu beginnen ist nicht nur aufwendig sondern auch kostspielig und gegen Größen wie Amazon garantiert auch langwierig.
Das soll nicht heißen Wikileaks sollte das nicht unversucht lassen aber es sind gerade mal ein paar Tage seit dem Paypal und co Vorfall vergangen. Da was zu beginnen braucht Zeit.

Es ist schon sehr beachtlich wie auf Wikileaks geschossen hat. Es wurden Maßnahmen ergriffen die man einst nur Ostblockstaaten oder Diktaturen zugeschrieben wurden. Das US-Militär verwehrt ihren Soldaten den Zugriff auf die New York Times, Guardian, Spiegel, Le Monde und dem spanischen Derivat - das allein ist schon ein Hammer!
Von einer westlichen demokratischen Nation, Leute wacht auf - man reitet auf Maßnahmen, Insitutionen in einstigen Staaten wie der DDR rum und selbst ist man auf solch eine ähnliche Schwelle gesunken!
Meinungsfreiheit und Pressefreiheit ja - aber nur wenn es der Politik und Wirtschaft nicht schadet?
Damit hat die etablierte Vierte Gewalt und unsere demokratischen Strukturen ihr Vertrauen verspielt - genau deshalb brauch es einfach so etwas wie Wikileaks, eine fünfte Gewalt weil die anderen sich für die Demokatie und unsere Freiheit darin nicht mehr genug einsetzen.
Damit wird neuer frischer Diskurs angetrieben, davon lebt und braucht auch eine funktionierende Demokratie. Das hat man in den letzten Jahren ziemlich vergessen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiss, dass Wikileaks keine zentral organisierte Organisation ist. Aber erstens gibt es auch dort einen "harten Kern" und zweitens hätten sie mit Sicherheit auch die notwendigen Spenden dafür bekommen. Aber in der Art wie man sich verhalten hat, hat man den Medienrummel für die eigenen Zwecke gut anheizen können. Meiner Meinung nach steckte dahinter auch eine gewisses Kalkül, um die Stimmung für die eigenen Interessen weiter anzuheizen.

Wie gesagt, ich bin skeptisch, was Wikileaks angeht. Verfolgt man einmal die Art und Weise wie veröffentlicht wird, so kann man zu den Schluss kommen, man wolle mit jeder Veröffentlichung noch eins oben drauf setzen. Das hat auch einen manipulaiven Charakter.

Sicher Wikileaks wurde in den letzten Wochen nicht unbedingt fair behandelt, aber kriminalisiert hat man sie auch nicht. Jedenfalls nicht in dem Maß wie es hier dargestellt wird.
 
Hi

die Hetzjagt der Amerikaner geht weiter.

Fox News' Bob Beckel: "ich würde den Hurensohn erschießen" :freak:
http://derstandard.at/1292462169257...t-zur-Erschiessung-von-Wikileaks-Gruender-auf

gerade in Verbindung mit Wikileak und den Äußerungen von Journalisten "wie Ihm" und führenden Politikern stellen sich doch eher noch ganz andere Fragen.

Wie groß ist das Demokratieverständnis in einem Land und bei diplomatisch Verbündeten, in dem/in denen

- Journalisten/Politiker öffentlich Morddrohungen gegen Personen der Wahrheitsfindungsformen aussprechen oder fordern,

- in dem Ausländer grundlos in ausländischen Gefängnisse verschleppt werden, die es nicht gibt,

- diese und evtl. andere Menschen jahrelang ohne Anklage eingesperrt werden,

- diese und evtl. andere Personen gegen Menschenrechtskonventionen gefoltert werden,

- Personen ohne richterlichen Beschluss überwacht/beschattet oder Kommunikationswege abgehört werden, auch von Journalisten

sich daran beteiligen, es unterstützen oder Strafverfolgung in diesen Zusammenhängen vertuschen oder diplomatisch bis sogar gerichtlich aussetzen lassen.

Welche demokratische Grundordnung ist in solchen Zusammenhängen denn noch glaubwürdig, auch "nur" als beteiligter/unterstützender Staat.

Gegen öffentlich Bedienstete wird ein Leseverbot (New York Times) ausgesprochen.

Gab ja auch schon eine Veröffentlichung über Pfilzer und Tote Kinder in Nigeria.

Da gibt man auch mal seine E-Mail weiter. :D

Cu

the war on journalism :eek:
http://www.youtube.com/watch?v=NXbCwq4ewBU&feature=related
the truth is out there :eek:
http://www.youtube.com/watch?v=hl4NlA97GeQ
 
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