Arbeiten in der IT

Wenn die Insolvenz ohne Sparen sozusagen 100% sicher ist, weil nicht nur 2026 nicht gut aussieht sondern die Folgejahre noch schlechter dann muss man halt extreme Schritte machen - egal was die Folgen sind - denn sonst ist man sicher tot.

Immer mehr Unternehmern stehen vor dieser Wahl.
 
@Uzer1510 Gut, langfristig denken aber so einige CEOs nicht. Und auch einige Eigentümer nicht. Manche wollen ihren Anteil vllt auch loswerden und entsprechend schöne Bilanzen haben. Ob die nun nachhaltig sind, ist ja egal, wenn man verkauft hat.
 
Uzer1510 schrieb:
Hmmm das dann evtl keine so gute Strategie langfristig, dann so zu Sparen, dass die Kunden betroffen sind
Naja, wir sind ein Zentralbereich und dem wird wohl aktuell gesagt gibt weniger Kohle Deal with it.

Nur ist da eben total unrealistisch. Man kann nicht einfach jedwede beliebige Summe sparen. Vor allem. Nicht übers Personal sonst geht halt am Ende alles den Bach runter und dann hat man gar nichts gespart.

Naja, mal schauen was als Abfindungsprogramm kommt. Eventuell nehme ich das an. Dann muss ich mir das Drama nicht mehr geben.
 
Also ich war selbst schon bei einem Dienstleister, der so etwas gemacht hat. Also ganze IT-Infrastruktur für Firmen betreut hat (SAP,VMware, RHEL). Die Kunden springen alle paar Jahre immer wieder zwischen den üblichen hin und her, um den Preis im Griff zu haben. Es gibt da halt einen SLA der definiert wie lange der Kunde warten muss, bis er etwas bekommt. Je nachdem, wie der SLA ist, sieht es halt auch preislich aus.

Beispiel Kunde fragt an, ob er den Druckerdienst selber neu starten könnte. Kein großes Problem, das ist keine große Aufgabe. Nur durfte ich ihm es nicht einrichten, da kein Budget für so etwas bei ihm vorhanden war. Ich hätte ihm 15 Minuten verrechnen müssen. Also musste er bei Problemen weiter Tickets aufmachen. Im SLA war der Drucker nicht definiert, also nicht das Problem vom Dienstleister. Falsch verhandelter Vertrag.
Ein anderer Kunde wollte auf zwei RHEL VM gewisse Pakete haben, dafür hat der Kunde 1 Woche gewartet, da der SLA das so vorsah. Ich hab das Ticket 5 Tage herumliegen gehabt, bis ich es umsetzen durfte.
Ich hab das nicht lange gemacht, es ging mir so gegen den Strich.

So einen HPC Cluster kannst du ja auch mit einem SLA belegen. Dann wird das ausgeschrieben und einer deiner genannten Dienstleister wird sich dem dann annehmen. Das dies für die MA die diesen HPC Cluster nutzen, totaler abfuck werden wird. Darüber brauchen wir uns nicht weiter auszulassen.

Die Frage ist doch, was passiert mit dir, wenn sie das ganze Thema outsourcen? Die wollen ja Personal einsparen. Wirst du gekündigt, bekommst du einen Aufhebungsvertrag? Sieht so aus, als ob du mal deine Unterlagen auf den aktuellen Stand bringen musst. Sehr unschöne Geschichte.
 
Skysnake schrieb:
So jetzt wird total am Rad gedreht....

Hat jemand von euch Erfahrung mit Ratecard Anbietern wie InfoSys oder Tata?

Hi - hab mit Tata bzw. deren Tochter Tata Consulting Service Erfahrungen gesammelt. Aber auch mit anderen indischen IT Dienstleister - unter westlichen Label.

Zuallererst haben die Jungs in Indien wirklich für jeden Scheiß ein Zertifikat - wirklich, alles. Du brauchst 100 Leute mit NASA Zertifikat für die Mondlandung -> TCS hat die! Ich arbeite bspw. mit Full-Stack C# .NET Entwickler zusammen ... und darf ihnen einfach SQL Select Statements erklären.
Also rein auf dem Papier sind dass extreme Überflieger - zu einem günstigen Preis. Weiterhin verstehen sie es extrem gut - wenn du dort Support einkaufst - wie sie die SLAs einhalten. Da kommt ein Prio 1 Ticket rein - mit 30 Minuten Reaktionszeit? -> Frage an den Ersteller des Tickets raussenden und Ticket auf "on hold" setzen, so dass keine Zeit gemessen wird.
Die Zufriedenheit der Anwender wird an einem extremen Tiefpunkt gehen - ist aber aus Management-Sicht absolut kein Problem.

Meine Empfehlung an dich: bleib nicht der Verantwortliche für die Anwendung/Hardware/Dienst/... und der externe Dienstleister übernimmt die Arbeit. Du bekommst den Anschiss ... du sollst die Leute steuern und der ganze Frust deines Unternehmens wird bei dir abgeladen.
Wenn also irgendwas ausgelagert wird - dann seih bei diesem Bereich wirklich absolut nicht mehr involviert. Du wirst sonst zwischen den Fronten aufgerieben.

PS ja, ich kann Manager verstehen, die nach Indien & Co auslagern. Die Arbeitskosten hier in Deutschland sind extrem hoch. Das liegt aber noch nicht mal so sehr an den extremen Erwartungen der Mitarbeiter, sondern an den hohen Einkommenssteuern und Sozialabgaben. Als Unternehmen kannst du jemand 75k p.a. zahlen und dann eine Gehaltserhöhung auf 95k p.a. geben ... von den 20k Brutto mehr, kommt beim Arbeitnehmer "fast" nichts mehr an. Und als Arbeitgeber kosten dich die 20k Erhöhung durch den AG Anteil zur SV 30k Lohnkosten insgesamt.
 
Wo zahlt der AG bei +20k Gehalt denn bitte 10k SV-Beiträge. Grob müssten es ca. 20 % sein => 4k.
Was für ein Unfug. Oder Quelle.
 
@act_

Sorry, hatte den Split AG & AN Anteil nicht vorgenommen. Es sind knapp 25% für den Arbeitgeber und 25% Arbeitnehmer in Summe über alle SV Beiträge.

Somit nicht 30k Lohnkosten insgesamt - sondern nur 25k Lohnkosten. Netto kommt bei 25k mehr an Lohnkosten beim Arbeitnehmer grob 10k an. (je nach Rahmenbedingungen auch mehr mit Kinderfreibeträgen & Co.)
 
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konkretor schrieb:
Es gibt da halt einen SLA der definiert wie lange der Kunde warten muss, bis er etwas bekommt. Je nachdem, wie der SLA ist, sieht es halt auch preislich aus.
Definieren aber mal bitte SLAs für nen Cluster....

Das ist extrem umfangreich bzw schwierig. Im wesentlichen. Gibt es da mehrere Punkte

1. Es existiert Problem XY das muss behoben werden. Hierfür muss Z getan werden
2. Es gibt Problem Q und niemand weiß was die Ursache ist. Muss also Debugged und dann behoben werden. Wenn Möglich Workaround W testen und bereitstellen damit die User arbeiten können. Da kannst du auch SLAs definieren.

3. Es gibt Software K die muss mit einer neuen Version bereitgestellt werden, also installieren, Workarounds/Patches P L und G noch anwenden und dann das ganze novh in den bestehenden Frameworks verdrahten damit die User es einfach nutzen können ohne selbst etwas zu machen. Dabei schauen ob noch neue Probleme auftauchen und das es keine Regression Ä und Ö gibt wenn ja Debuggen und fixen.

1. Ist einfach und kannst du auslagern 3. Wird schon deutlich schwieriger weil eben der Weg zum Ziel nicht klar und teils ja noch nicht mal das Ziel klar definiert sondern ergibt sich aus den Randbedingungen einfach auf natürliche weiße. Hier wird es schon ziemlich ekelhaft...

2. Vergiss es dafür SLAs zu definieren. Genau das macht aber einen großen Teil der Arbeit aus.

konkretor schrieb:
Beispiel Kunde fragt an, ob er den Druckerdienst selber neu starten könnte. Kein großes Problem, das ist keine große Aufgabe. Nur durfte ich ihm es nicht einrichten, da kein Budget für so etwas bei ihm vorhanden war. Ich hätte ihm 15 Minuten verrechnen müssen. Also musste er bei Problemen weiter Tickets aufmachen. Im SLA war der Drucker nicht definiert, also nicht das Problem vom Dienstleister. Falsch verhandelter Vertrag.
Ein anderer Kunde wollte auf zwei RHEL VM gewisse Pakete haben, dafür hat der Kunde 1 Woche gewartet, da der SLA das so vorsah. Ich hab das Ticket 5 Tage herumliegen gehabt, bis ich es umsetzen durfte.
Ich hab das nicht lange gemacht, es ging mir so gegen den Strich.

der Punkt ist aber, inwieweit kannst du bei komplexen Systemen überhaupt sinnvolle SLAs definieren. Das fängt doch schon bei HW Handling an.

der Tausch von nem kaputten DIMM Riegel sollte in der Regel in 24h erledigt sein. Wenns mal ne Woche ist ist das auch egal. Wenn es aber immer ne Woche+ ist dann ist das einfach Mist. Richtig schlimm wird es aber wenn es "repariert" wird das Problem danach aber noch besteht oder etwas anderes nicht tut. Zum Beispiel beim Tausch der CPU danach Temp Probleme wegen schlecht sitzendem Kühler oder WLP. Da bekommst du nur noch das Kotzen.

In dem Bereich ist es einfach essenziell das Probleme behoben werden ohne neue zu erzeugen. Und bei der Arbeit mit HW ist das schon für sehr viele Anbieter echt eine Herausforderung aber mit Software wird es echt übel.

Ich trete zum Beispiel seit mehr als einem Jahr einem Softwarehersteller in den Arsch weil er seine Software nicht soweit im Griff hat um reibungslos auf Clustern zu laufen. Du willst nicht wissen wie erbärmlich das ist obwohl das eine Firma mit Milliardenumsätzen ist...

und da bekommen wir die richtigen Probleme. Die Cluster laufen 24/7 und Wartung gibt es nur alle 3 Monate. Ganz viel muss also im laufenden Betrieb gemacht werden. Da darfst du dir keinen Fehler erlauben, denn im Schnitt hast du weniger als 1 Minute bevor jemand ein Problem sieht. Eher sogar weniger als 1 Sekunde. Du kannst also davon ausgehen, das jede Fehlkonfiguration auch bemerkt wird. Zumindest solltest du es. Klar gibt es auch Dinge die nur alle paar Tage benutzt werden oder far nur alle paar Wochen, aber ganz viel ist halt Baisfunktionalität.

Und um nochmals auf HW zurück zu kommen. Wenn da nen lead Switch ausfällt und du 40+ Server verlierst dann muss das schnellstmöglich gefixed werden genau wie zum Beispiel GPU Server. Aber selbst mit SLA dauert es teils Wochen oder gar Monate bis die wieder sauber laufen...

SLAs machen da halt nur bedingt Sinn. Wrnn du für die SLA mehr zahlst als für nen.weiteres System macht es keinen Sinn dich gegen den Ausfall des Systems abzusichern. Ich hoffe du weißt was ich meine. Das ist halt der Ritt auf der Rasierklinge den man immer machen muss. Das erfordert auf der einen Seite ne gute Auswahl am Anfang mit wem man überhaupt zusammenarbeiten will auf der andere Seite dann aber auch knallhartes handeln wenn es Probleme gibt. Sprich man darf sich nicht verschaukeln lassen und gut einschätzen können was wirklich ein Problem ist und wann man verarscht wird. Und ich lann dir sagen das ich da sehr unangenehm werden kann wenn ich das Gefühl habe verarscht zu werden. Das kann durchaus auch jemanden den Job kosten. Da bin ich absolut schmerzbefreit.

konkretor schrieb:
So einen HPC Cluster kannst du ja auch mit einem SLA belegen.
Und wie soll die aussehen?

Es gibt ja wie ich vorher versucht habe zu erklären Dinge die dürfen keine Sekunde falsch sein und Dinge die werden Wochen lang Probleme machen.

Im Prinzip kannst du sagen, das sobald du auch nur daran denkst welche SLA man hat das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen ist, weil der Zulieferer nicht das leistet was man erwartet und SLAs helfen dir da nicht. Denn die Schäden sind viel höher als alles was du über realistische SLAs abdecken kannst. Du bist da schnell bei 5 oder 6 stelligen Zahlen pro Tag. Nehmen wir mal mit rein ein User würde wegen Problemen ein Projekt nicht fertig bekommen bist du im Zweifel auch bei Mimlionenstrafen weil du Termine gerissen hast. Das ist halt das Problem. Damit sich HPC lohnt muss es möglichst günstig sein. Wenn es dann aber mal nicht tut kann es auch Millionen kosten...

konkretor schrieb:
Dann wird das ausgeschrieben und einer deiner genannten Dienstleister wird sich dem dann annehmen. Das dies für die MA die diesen HPC Cluster nutzen, totaler abfuck werden wird. Darüber brauchen wir uns nicht weiter auszulassen.

So funktioniert die Branche aber nicht. Die Preise die benötigt werden sind nur haltbar weil man keine harten SLAs definiert weil man weiß, das zu 99% man damit einfach nur Unmengen an Geld verbrennt und so lange der Zulieferer mitzieht es auch absolut nichts bringt. Denn die SLA sorgt nicht zwingend dafür dass das Problem schneller gelöst wird. Also gerade bei Software. Es erzeugt einfach nur Mehrkosten am Ende.

Und genau deswegen wird es wie du sagst auch ein Ubfuck denn die Preise werden deutlich steigen auch beim jetzigen Anbieter wenn alles köeinteilig mit SLAs behandelt wird.

konkretor schrieb:
Die Frage ist doch, was passiert mit dir, wenn sie das ganze Thema outsourcen? Die wollen ja Personal einsparen. Wirst du gekündigt, bekommst du einen Aufhebungsvertrag? Sieht so aus, als ob du mal deine Unterlagen auf den aktuellen Stand bringen musst. Sehr unschöne Geschichte.

Es wird nicht das gesamte Thema geoutsourced sondern es steht nur im Raum ein bereits Extern vergebenes Themenfeld anderweitig zu vergeben. An sich ist das durchaus möglich, aber wegen der Komplexität und dem dauerhaften Betrieb halt mit viel Parallelbetrieb und Risiken verbunden.

Ich rechne mit 1-2 Jahren um solch einen Wechsel sauber über sie Bühne zu bekommen ohne den Betrieb zu gefährden...

_killy_ schrieb:
Zuallererst haben die Jungs in Indien wirklich für jeden Scheiß ein Zertifikat - wirklich, alles. Du brauchst 100 Leute mit NASA Zertifikat für die Mondlandung -> TCS hat die! Ich arbeite bspw. mit Full-Stack C# .NET Entwickler zusammen ... und darf ihnen einfach SQL Select Statements erklären.
Also rein auf dem Papier sind dass extreme Überflieger - zu einem günstigen Preis. Weiterhin verstehen sie es extrem gut - wenn du dort Support einkaufst - wie sie die SLAs einhalten. Da kommt ein Prio 1 Ticket rein - mit 30 Minuten Reaktionszeit? -> Frage an den Ersteller des Tickets raussenden und Ticket auf "on hold" setzen, so dass keine Zeit gemessen wird.

und genau das kannst du halt in meinem Bereich nicht gebrauchen. Du brauchst da Leute die auf grob umrissene Anforderungen das richtige tun und mitdenken. Wenn ich das kleinteilig definieren muss kann ich es auch gleich selbst machen. Da bin ich am Ende schneller.

Das Reaktionszeit spielchen sollte man aber mit mir nicht versuchen zu spielen... wenn ich merke dass das gemacht wird kann ich es auch spielen und wenn ich mit alle 2h den Wecker stellen muss um eine Reaktion anzumahnen. Ach und ich erstelle Tickets dann natürlich auch zu jedweder noch abgedeckt Zeit usw usf. Ebenso habe ich kein Problem damit Tickets auch über ein Jahr nicht zu schließen wenn ich nicht zufrieden bin. Es gibt da sehr viele subtile Möglichkeiten um den Spieß umzudrehen. Und klar zuerst muss ich Staub fressen und Mehraufwand hinnehmen. Wenn aber wieder und wieder das Beschäftige den User Spiel gespielt wurde werde ich das nicht mehr akzeptieren und Validierungen usw auf Anbieterseite einfordern und wehe es funktioniert nicht wie beschrieben...

_killy_ schrieb:
Die Zufriedenheit der Anwender wird an einem extremen Tiefpunkt gehen - ist aber aus Management-Sicht absolut kein Problem.

Ja das sind am Ende die Leittragenden, aber ganz ehrlich? Am Ende sind die User auch nichts anderes als Munition um seine Interessen durchzusetzen. Pick dir die richtigen User raus halt ganz viel Händchen und Sie werden das Bild das du vermitteln willst in die Organisation tragen. Sprich nutze Guerilla Taktiken subversiver Elemente.

Wie gesagt am Anfang frisst man viel Scheiße aber wenn du deine Armee geformt hast kannst du deinen Ärger ziemlich einfach potenzieren.

_killy_ schrieb:
Meine Empfehlung an dich: bleib nicht der Verantwortliche für die Anwendung/Hardware/Dienst/... und der externe Dienstleister übernimmt die Arbeit. Du bekommst den Anschiss ... du sollst die Leute steuern und der ganze Frust deines Unternehmens wird bei dir abgeladen.
Wenn also irgendwas ausgelagert wird - dann seih bei diesem Bereich wirklich absolut nicht mehr involviert. Du wirst sonst zwischen den Fronten aufgerieben.

Schnittstellen Funktion. Wir sind da einfach im Boot und kommen nicht raus. Das einzige Mittel das ich da sehe ist absolute Transparenz. Jeder Fehler bzw Problem muss analysiert und ein Schuldiger gefunden UND benannt werden. Macht man sich damit Freunde? Nö, aber dafür wird man auch nicht bezahlt sondern dafür, dass das Zeug läuft und die Leute arbeiten können.

Und nein das Ergebnis steht noch nicht apriori fest. Management kann ja am Ende auch etwas zum besseren verändern. Nur wenn man Risiken sieht und die einfach ignoriert werden sich dann aber realisieren, dann muss jemand für die falsche Einschätzung bluten und das bin am Ende nicht ich bzw maximal blute ich mot aber der Verantwortliche muss definitiv mehr bluten als ich. Denn nur aus Schmerz lernen viele...
 
@Skysnake

Du hast ja nach Erfahrungen gefragt. Ich hab sie dir genannt. Und lass es dir gesagt sein, Inder sind absolut schmerzbefreit bei der Schuldfrage. Dort gibt es weder Begriffe wie Verantwortung noch eine intrinsische Motivation.
Der Typ der heute Support leistet, hat in der letzten Woche noch in einem Scam Center gearbeitet und Omis in den USA angerufen und ihnen erklärt - wie man Gift Cards irgendwo einlöst.

Ich hab eher erlebt, dass diverse User einfach gar keine Tickets mehr erstellen aus Verzweiflung. Die Fehler werden nicht mehr behoben, Datenmüll nicht beseitigt. Am Ende bekommen ja auch die User weiterhin ihr Gehalt. Es gibt an der Stelle zu wenig Kämpfer und zu viele Leute, die resignieren.
 
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Ja das kenne ich absolut. Hatte auch schon mit indischen Doktoranten zu tun und das war echt erschreckend wie wenig sie mitgemacht haben....

Und genau aus dem Grund wirst mir da wirklich schlecht wenn ich dran denken muss auf die Zuarbeit solcher Leute angewiesen zu sein.

Bezüglich Resignation von Usern bin ich voll bei dir. Genau die Situation gab es hier bevor ich mich aktiv darum bemüht habe das Mindset der User zu ändern, als das Sie sich beschweren und nicht einfach resigniert aufgeben. Die Aktion läuft jetzt dann bald zwei Jahre trägt aber immer mehr Früchte. Sprich die Leute kommunizieren immer mehr Probleme UND unterstützen bei deren Beseitigung. Ich konnte inzwischen Sogar schon das Management auf meine Seite ziehen und habe da inzwischen angefangen vom Fachbereich über Einkauf bis zum Qualitätsmanagement Breite Unterstützung.

Das Spiel kann ich mit einem unfähigen Dienstleister durchaus wiederholen, aber man reibt sich am Ende schon auch zu einem gewissen Grad auf. Zu viele Kriege darf man nicht gleichzeitig führen sonst kommt man unter die Räder. Ich will jetzt erstmal den einen Krieg zu meinen Gunsten beenden. Danach gerne den nächsten, aber nicht gleichzeitig wenn auch noch anderweitig genug Brände zu löschen sind.

Ist ja nicht so, das ich ein Teamleiter bin mit Leuten die mir zuarbeiten. Dann sähe die Sache nämlich gleich wieder anders aus. Da würde ich durchaus auch zwei oder drei Kriege parallel anzetteln und ausfechten. Wenn man aber seine eigene Armee ist, seine eigene Munition herstellen muss und dann am Ende noch sein eigenes Backup ist, dann muss man sich halt begrenzen.
 
konkretor schrieb:
Ein anderer Kunde wollte auf zwei RHEL VM gewisse Pakete haben, dafür hat der Kunde 1 Woche gewartet, da der SLA das so vorsah. Ich hab das Ticket 5 Tage herumliegen gehabt, bis ich es umsetzen durfte.
Wtf... ich habe noch nie einen SLA gesehen, der eine Zeit definiert, die mindestens gewartet werden muss bis was geschieht.

Alle SLA die mir geläufig sind definieren immer nur eine maximale Reaktionszeit, die es dauern darf bis wenigstens versucht wird, das Problem zu lösen. Oder besser noch, bis das Problem gelöst ist.
Wobei zweiteres teils zwangshaft an der Realität scheitert, dass sich nicht alles unter Zeitdruck sofort lösen lässt.*

Oder falls das eine interne Regel ist die Kunden dazu bringen soll, auf einen höheren (und teureren) SLA zu upgraden: Ich bin froh, dass mein Arbeitgeber (auch ein Systemhaus) so einen Scheiß nicht macht.

Wenn ein gelegentlicher Kunde anruft und sagt 'hier ist die Kacke am dampfen' darf man dem auch sofort helfen sofern dadurch nicht ein Notfall von einem Kunden mit SLA nach hinten geschoben wird.


*Beispiel: Das Systemhaus betreibt auch eine private Cloud. Die Server stehen bei Equinix im Datacenter, also sehr seriös. Das gab da nicht allzulange her massive Verbindungsprobleme.
Ich selber war beim Troubleshooting nicht beteiligt, aber das grundlegende Problem war wohl beim Peering zwischen Equinix und Colt (die Backbone Services, nicht die Revolver). Was soll da bleiben als zu warten bis das gefixt wird?
 
Zuletzt bearbeitet:
Rickmer schrieb:
Beispiel: Das Systemhaus betreibt auch eine private Cloud. Die Server stehen bei Equinix im Datacenter, also sehr seriös. Das gab da nicht allzulange her massive Verbindungsprobleme.
Ich selber war beim Troubleshooting nicht beteiligt, aber das grundlegende Problem war wohl beim Peering zwischen Equinix und Colt (die Backbone Services, nicht die Revolver). Was soll da bleiben als zu warten bis das gefixt wird?
Das ist aber deren Problem wenn die sowas nicht bei den SLAs ausnehmen.

Ich hatte auch mal nen Kunden, der hat jedweder Ausfall in die Verfügbarkeit eingerechnet. Also ungeplante Ausfälle genauso wie geplante Ausfälle wegen Wartung! Und Ausfall war schon gegeben, wenn das Gesamtsystem zwar noch funktioniert hat aber nicht den vereinbarten Durchsatz geschafft hat. Und noch zick andere Dinge. Der hatte aber auch ne absolut berechenbare Workload. Da liefen jedem Tag die gleichen Jobs. NowCasting and Forecasting halt.

Deswegen konnte man das auch halbwegs einschätzen, aber ein Restrisiko blieb natürlich. Sicherheitslücken mit Downtime fürs Patchen waren fast nicht möglich. Das wurde viel im Produktivbetrieb gemacht. Oder halt mit sehr kurzen Downtimes. Wobei man eh das System immer auf Zuruf binnen 4h wieder in Produktion bringen musste. Es gab also selbst für geplante Wartungen kein größeres Fenster und wenn doch musste man zeigen wie man am jeder beliebigen Stelle in der Lage ist binnen 4h wieder in Produktion zu gehen.

Rickmer schrieb:
Wtf... ich habe noch nie einen SLA gesehen, der eine Zeit definiert, die mindestens gewartet werden muss bis was geschieht.
Naja, du lieferst doch selbst gleich die Begründung nach. Man liefert nur genau das was versprochen wurde und nicht um Kunden die mehr brauchen mehr Geld abzuknöpfen...
Rickmer schrieb:
Oder falls das eine interne Regel ist die Kunden dazu bringen soll, auf einen höheren (und teureren) SLA zu upgraden: Ich bin froh, dass mein Arbeitgeber (auch ein Systemhaus) so einen Scheiß nicht macht.
Kann ich mich nur anschließen. Das geht gar nicht.
 
_killy_ schrieb:
Als Unternehmen kannst du jemand 75k p.a. zahlen und dann eine Gehaltserhöhung auf 95k p.a. geben ... von den 20k Brutto mehr, kommt beim Arbeitnehmer "fast" nichts mehr an. Und als Arbeitgeber kosten dich die 20k Erhöhung durch den AG Anteil zur SV 30k Lohnkosten insgesamt.

Brutto​
Netto​
AG Belastung​
75​
45,5​
88,3​
95​
55,6​
110,473​
20​
10,1​
22,173​

Steuerklasse 1, Rest Voreinstellung
https://www.brutto-netto-rechner.info/gehalt/gehaltsrechner-arbeitgeber.php

Knapp ein 1000er mehr auf Tasche ist weit entfernt von fast nichts. Zumal du mit 75k ja schon angenehm über "Bedarf" bist, die zusätzlichen ~850€ pro Monat kannst du theoretisch komplett für Luxus verschleudern.

Zumal ja auch die Steuerrückzahlung stattlicher ausfallen wird, da durch die Steuererklärung die Progression relativ gesehen stärker sinkt.
 
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Ich stell hier mal eine Frage die gegen die aktuelle Stimmung im Thread geht :D
Mein Betrieb war da aber schon immer etwas anders...

Bei uns stehen demnaechst Tarifverhandlungen an. Bis dato war Tariflohn kein Thema bei uns.
Wir haben aber seit einer Weile einen Betriebsrat, und jetzt auch genug Gewerkschaftsmitglieder dass Vertrauensleute und eine Tarifkommission gewaehlt werden konnten.

Nun sind ITler kein klassischer Gewerkschaftsberuf...
Hat jemand Erfahrungen, in welche Tarifgruppe IT Ausbildungsberufe bei der IGBCE ueblicherweise eingetuetet werden? Ich hab kein Studium, bin aber schon lange in der Firma.
Leider habe ich die Taetigkeitsbeschreibungen der Entgeltstufen nicht vorliegen, die wurden uns nur kurz gezeigt aber nicht in Kopie ueberlassen.
 
Ja, das habe ich aus den Infoveranstaltungen auch mitgenommen.

Mein Jobtitel ist halt maximal nichtssagend "IT-Service Engineer", meine Taetigkeiten sind weitestgehend administrativ und Level 2 und 3 Support. Bei der Einfuehrung neuer Systeme die ich betreue bin ich aber auch am Design zumindest beteiligt. Das ganze International mit englisch als Hauptsprache, eine weitere Fremdsprache beherrsche ich nicht, brauche ich aber auch nicht.
 
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