@OpticalFiber Der Vergleich mit der Atombombe hinkt gewaltig. Damals war das im Grunde nur ein theoretisches Physik- und Budgetproblem. Die Formeln waren bekannt, man musste nur genug Geld und Material reinstecken.
Bei EUV reden wir aber über ein extrem verzweigtes globales Lieferketten-Monopol. Eine ASML-Maschine besteht aus über 100.000 High-End-Teilen von hunderten Spezialisten weltweit, wie Zeiss-Optik aus Deutschland, Trumpf-Laser oder Spezialchemie aus Japan. China muss hier also nicht nur eine einzige Firma kopieren, sondern die gesamte weltweite Zuliefererindustrie im Alleingang im eigenen Land nachbauen. Das schafft aktuell kein Staat der Erde im Alleingang, nicht mal die USA.
Dazu kommt, dass eine Bombe nur einmal funktionieren muss. Eine EUV-Anlage muss dagegen im Dauerbetrieb rund um die Uhr Chips im Nanometerbereich mit perfekter Ausbeute ausspucken, um überhaupt wirtschaftlich zu sein. Ein fehleranfälliges Bastel-System im Labor bringt der Industrie gar nichts.
Außerdem bewegt sich das Ziel ständig weiter. Während China versucht, die aktuelle Generation zu knacken, liefert der Westen längst die nächste Stufe aus. Unterschätzen darf man Chinas Ressourcen definitiv nicht, aber das ist kein Projekt für 5 Jahre, sondern für die nächsten zwei Jahrzehnte unerbittlicher Detailarbeit.