Asus P5B Defekt, Händler stellt sich quer

ThYpHoOn

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Hallo Leute,

wie schon in diesem Theard angesprochen https://www.computerbase.de/forum/threads/neuen-rechner-fuer-freundin-laeuft-nicht-an-aus-an.309738/
hat das neu gekaufte Asus P5B Board einen defekt. Ich würde fast davon ausgehen das irgend ein Kondensator mangelhaft ist, diese waren auch schon beim Kauf sehr krumm gewesen! Aber da mein eigenes Board auch etwas krumme Kondensatoren hatte bin ich da von nichts schlimmen aus gegangen. Naja das Board Funktioniert nicht, der Händler will es nicht zurück nehmen sondern jetzt einschicken und ich will/kann nicht 3 Wochen warten bis dann irgendwas kommt. Kann ich mich bei Hardware auf das BGB (Bundes Gesetzbuch) verlassen in dem steht, das man jede Ware innerhalb der ersten 6 Monate umtauschen bzw. eine Ersatzleistung (Geld-Zurück, neue Ware) erwarten kann. Zumindest bei Mangel der Ware. So bzw. so ähnlich wurde es mir von meinem Vater gesagt (dieser arbeitet im Service von Media Markt und sollte die Gesetzeslage kenne). Oder gibt es für Hardware Sonderregelungen wie z.b. bei Ram-Rigeln kenne ich das zumindest das dort viele Händler den Umtausch ausschließen.


Greetz ThY
 
Wenn ich mich jetzt grade nicht irre, hat der Händler 2 Reperaturversuche bevor du eine andere Ersatzleistung (anderes Board/Geld zurück) verlangen kannst. <-- Kann mich jetzt aber auch irren, ist schon ein bisschen her, das ich das in der Schule hatte.
 
Dann kennt sich dein Vater aber nicht wirklich aus. Denn sowas steht zwar im BGB aber das tritt nicht sofort in Kraft. Bei Mangelware hat der Händler das Recht auf Nachbesserung und zwar 2 mal. Die defekte Ware kann er reparieren lassen. Du hast also erstmal absolut kein Recht auf Umtausch oder Geld zurück, solange er dies nicht getan hat. Viele machen das heute so weil eine Reperatur teurer ist oder nur die Kunden abschreckt. aber vom Gesetz her sind Sie nicht dazu verpflichtet. Nur leider glaubt das heutzutage jeder. Du kannst im zwar ne Frist setzen innerhalb er dies getan haben muss, allerdings müssen das mehr als die von dir hier angesprochenen 3 wochen sein.

Dein Händler stellt sich also nicht quer sondern nimmt lediglich seine gesetzlichen Rechte in Anspruch.
 
Händler schließen gerne alles mögliche aus, rechtlich einwandfrei ist vieles davon jedoch nicht.

Dein Vater spricht wohl die Gewährleistung an, die es Dir in den ersten sechs Monaten nach Kaufdatum erlaubt, einen Mangel ohne Beweislast geltend zu machen. D.h. tritt ein Mangel auf, so ist der Verkäufer zur Nacherfüllung verpflichtet. Nacherfüllung kann wiederum auf zwei Arten erfolgen:

1. Nachlieferung bzw. Ersatz oder
2. Beseitigung des Mangels durch z.B. Reparatur

Nun wird es interessant: DU entscheidest, welche Nacherfüllung der Verkäufer leisten muss! Der Gesetzestext dazu:

BGB §439 Nacherfüllung: der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Ware verlangen.

Insofern ist Einschicken rechtlich nicht statthaft.

@Orven und Mustis: ihr verwechselt da was. Reparaturversuche nach BGB §440 sind hier nur relevant, wenn ThYpHoOn vom Kaufvertrag zurücktreten oder Minderung verlangen würde (§437 Abs. 2 und 3). Darum geht es hier aber nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tankred das stimmt so nicht. Der Kunde darf nu in Einzelfällen darüber entscheiden, wie die nacherfüllung zu sein hat. Grundsätzlich ht der Händler erstmal das Recht zur Nachbesserung. und nachbesserung kommt vor der Nacherfüllung und zwar wenn der Händler der Nachbesserung nicht nachkommt (Fristsetzung) oder nicht nachkommen kann (Reperatur teurer als Neuware). Alles andere wäre auch Blödsinn, da sonst ein neu gekauftes Auto wegen eines Lackschadens komplett ersetzt werden müsste.

PS: und hört endlich auf einzelne Gesetze zu kopieren! Gesetze aus dem Zusammenhang gerissen, erklären nichts! Wie in diesem Falle hier. Bevor die Nacherfüllung in Kraft treten kann, muss der Händer erstmal gegen andere Gesetzt verstoßen!
 
Das ist trotzdem falsch. ich hab darüber vor nem Monat nen Examen geschrieben mit ner 1. oO Zudem hab ich nen BGB vorliegen.

Außerdem widersprichst du dir grad selber....
 
dein händler ist im recht!

erst beim 3. mal darfst du geld oder ein neues Produkt fordern.

wir hatten auch mal einen Kunden der hat einen X2 3600+ gekauft, der nicht auf seinem Asrock board lief, wir haben ihm gesagt es ist ein BIOS update notwendig damit er erkannt wird, dass war glaube ich 1,50G was mindestens drauf sein musst, naja ist ja aber auch egal, jedenfall kam er wieder und wollte das wir die CPU zurücknehmen, was wir nicht machen konnten bzw. wollten da die Box geöffnet war und die CPU ja nicht kaputt war, am ende haben wir einen gutschein augestellt, was aber nur eine Kulanz sache ist.

also was ich sagen will, manche leute denken sie wären in recht, weil viele händler sehr kulant sind und gleich tauschen, was man aber nicht muss.
 
@Mustis: Toll, Du hast 'nen BGB - Glückwunsch, das haben nicht viele! :D

Nochmal: tritt ein Sachmangel nach §434 auf, dann hat der Käufer gegenüber dem Verkäufer Ansprüche nach §437. Abs. 1 erlaubt nach §439 dem Käufer, zwischen Ersatzlieferung oder Mangelbeseitigung zu wählen. Abs. 2 erlaubt dem Käufer, vom Kaufvertrag zurückzutreten oder eine Minderung des Kaufpreises, sofern unter anderem die mehrfache Nachbesserung fehlgeschlagen ist. Gleiches gilt für Abs. 3, nachdem der Käufer ein Recht auf Schadenersatz hat bzw. "vergebliche Aufwendungen" geltend machen kann.

So steht es im BGB. Wenn Du anderer Meinung bist, darfst Du mir das Gesetz gerne erläutern. Aber bleib beim Gesetzestext und argumentiere sachlich.
 
Was noch nicht angesprochen wurde ist, daß bei Internetgeschäften ein grundsätzliches
Rückgaberecht von 14 Tagen besteht...
 
Tankred du hast recht, aber nicht das es sich der Verkäufer aussuchen kann.

ein kleiner laden hat meist nunmal nicht von jedem Mainboard 2-3 das man es gleich tauschen kann, also muss es der händler einschicken, da er gewillt ist den mängel zu beseitigen, kannst du nicht vom Kauf zurücktretten.
 
§ 439 Nacherfüllung
(1) Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.

und

§ 437 Rechte des Käufers bei Mängeln
Ist die Sache mangelhaft, kann der Käufer, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1.nach § 439 Nacherfüllung verlangen,

Soweit ich das verstehe, heisst das nur, das er ein Recht auf Nacherfüllung hat. Nicht das er zwischen Reperatur und direktem Ersatz entscheiden kann.
 
MöCkY schrieb:
Tankred du hast recht, aber nicht das es sich der Verkäufer aussuchen kann.

Nicht alles, aber ob das gekaufte Motherboard repariert oder gegen ein neues ausgetauscht wird.

MöCkY schrieb:
ein kleiner laden hat meist nunmal nicht von jedem Mainboard 2-3 das man es gleich tauschen kann, also muss es der händler einschicken,

Das geht nicht nur kleinen Händlern so. Stell Dir vor, Du hast vor sechs Monaten ein Sockel 939 Board gekauft. Die meisten Händler werden sich bemüht haben, diese Ware möglichst abzuverkaufen. Aber das Einschicken an sich ist ja auch rechtlich nicht zu beanstanden. Es kommt lediglich darauf an, ob der Händler das Motherboard zur Reparatur einschickt oder um es vom Hersteller gegen ein neues tauschen zu lassen (in Wirklichkeit geschieht das hauptsächlich über den Großhändler).

MöCkY schrieb:
da er gewillt ist den mängel zu beseitigen, kannst du nicht vom Kauf zurücktretten.

Das stimmt und das habe ich ja auch oben so beschrieben. Zurücktreten kann man nur, wenn der Händler mit der Nachbesserung gescheitert ist. Aber wie gesagt, ob das Gerät getauscht oder repariert wird, das kann sich der Käufer aussuchen. Zum Hersteller kann es der Händler aber in beiden Fällen schicken. Anders sieht es aus, wenn er nachweislich noch Geräte zum Tausch auf Lager hat. Dann muss er es direkt tauschen, wenn der Kunde dies wünscht.
 
Orven schrieb:
Soweit ich das verstehe, heisst das nur, das er ein Recht auf Nacherfüllung hat. Nicht das er zwischen Reperatur und direktem Ersatz entscheiden kann.

Du hast es doch zitiert!?

Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.

"Nach seiner Wahl" bedeutet, dass die Entscheidung beim Kunden liegt. Das Wort "oder" trennt die zwei Optionen ab, zwischen denen der Kunde wählen darf.
 
Tankred hat insofern Recht das der Verkäufer es sich aussuchen kann. Allerdings kann sich der Händler weigern und darauf berufen, dass er nachbessern möchte, wenn ein Umtausch hohe Kosten verursacht und unverhältnismässig ist. Und ich würd sagen genau das ist hier der Knackpunkt. Warum soll der händler Umtauschen wenn lediglich ein kleiner Kondensator defekt ist? Bzw. ist hier auch noch gar nicht sicher, dass das Mainbaord kaputt gekauft wurde. Das möchte er sicherlich durch das einschicken überprüfen lassen. Zwar muss der Händler nachweisen, dass das mainbaord funktionstüchtig verkauft wurde (die ersten 6 monate nach kauf) aber die Zeit muss der Kunde dem Händler gewähren.

Hat er es da, muss er umtauschen. Hier ging es ja aber hoffensichtlich darum, dass Typhon das Geld zurück haben wollte und dem Händler keine Zeit zur Nachbesserung geben wollte.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
ja das muss er aber nur die ersten 14wochen umtauschen wenn er es noch da hat.

wie soll der verkäufer ihn aber ein anders mainboard geben, wenn er kein anders mehr hat? da kann der kunde im dreieck springen, wird aber trozdem nichts bringen.
 
Also, irgendwie verschwimmen die Grenzen zwischen gut gemeinten Ratschlägen und dem Beginn einer Rechtsberatung ... :-)

Wie schon erwähnt wurde, steht dem Käufer binnen der ersten 6 Monate doch ein Wahlrecht zu - Nachbesserung oder Nachlieferung (Austausch der mangelhaften Kaufsache); im Falle des unzufriedenen Kunden wird wohl eher Letzteres in Frage kommen.

Man wird auf Grund des Zeitraumes wohl ohne Zweifel annehmen dürfen, der Sachmangel lag bereits bei Übergabe der Kaufsache vor, so daß sich mir nicht erschließt, weshalb der Käufer einen Nachbesserungsversuch akzeptieren müßte?!

Einen service-orientierten Händler würde man eindeutig daran erkennen, daß einerseits eine korrekte Einschätzung des Problems getroffen und die Angelegenheit rasch, unkompliziert sowie im Sinne eine zufriedenen Kunden gelöst würden.

Oder was meint ihr?

Gruß,

Chris
 
Wie kommst Du auf 14 Wochen? Und wie gesagt, das Recht auf "Nachlieferung" bedeutet nicht, dass der Händler in den Schrank greift und ein neues Teil herausholt.

Man wird auf Grund des Zeitraumes wohl ohne Zweifel annehmen dürfen, der Sachmangel lag bereits bei Übergabe der Kaufsache vor, so daß sich mir nicht erschließt, weshalb der Käufer einen Nachbesserungsversuch akzeptieren müßte?!

Davon muss man nicht mal annehmen, in den erstens sechs Monaten wird dies vom Gesetz so vorgeschrieben (Stichwort Gewährleistung und Beweislastumkehr).
 
Ein Vertrag muss erfüllt werden, ansonsten gibts immer noch die Möglichkeit das Geld zurück zu verlangen.
 
Aber wie gesagt erst nach mindestens zwei erfolglosen Nachbesserungsversuchen.
 
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