News Auch Arcor wird bestreikt

"In ihrer Studie haben die Professoren David Yermack von der New York University und sein Kollege Crocker Liu von der Arizona State University Daten über die Erstwohnsitze und Immobilienkäufe von fast allen Vorstandschefs der im Aktienindex S&P 500 abgebildeten Unternehmen zum Stichtag Ende 2004 gesammelt. „Wir erkennen, dass die Aktien der Unternehmen von Vorstandschefs, die extrem große Immobilien erwerben, im Nachhinein eine schlechtere Wertentwicklung an den Tag legen“, heißt es in der Studie.

Das typische Haus eines amerikanischen Vorstandschefs hat den Autoren zufolge 11 Zimmer sowie 4,5 Badezimmer auf einer Wohnfläche von rund 520 Quadratmetern. Dazu kommt ein Grundstück von etwas mehr als einem halben Hektar. Der typische Marktwert lag im vergangenen Jahr bei 2,3 Millionen Dollar. Insgesamt sind die Chef-Anwesen mehr als doppelt so groß wie ein normales Haus in den Vereinigten Staaten. Der Marktwert, der von Lage und Ausstattung abhängt, liegt neunmal so hoch.


Einer ganzen Reihe von Unternehmenslenkern bietet ein typisches Anwesen allerdings kaum genug Platz. Als „extrem große Immobilien“ bezeichneten die beiden Wissenschaftler Anwesen, die mindestens 930 Quadratmeter Wohnfläche oder vier Hektar Land besitzen - im besten Fall sogar beides. Die Anwesen von 15 Prozent der Vorstandschefs der S&P-500-Unternehmen erfüllten die Bedingungen. Ein Zehntel der Häuser liegt zudem direkt neben einem Golfplatz, und mindestens ein Anwesen besitzt einen privaten Polo-Spielplatz und eine Pferdereitbahn.
Das typische Haus eines amerikanischen Vorstandschefs hat den Autoren zufolge 11 Zimmer sowie 4,5 Badezimmer auf einer Wohnfläche von rund 520 Quadratmetern. Dazu kommt ein Grundstück von etwas mehr als einem halben Hektar. Der typische Marktwert lag im vergangenen Jahr bei 2,3 Millionen Dollar. Insgesamt sind die Chef-Anwesen mehr als doppelt so groß wie ein normales Haus in den Vereinigten Staaten. Der Marktwert, der von Lage und Ausstattung abhängt, liegt neunmal so hoch.

Einer ganzen Reihe von Unternehmenslenkern bietet ein typisches Anwesen allerdings kaum genug Platz. Als „extrem große Immobilien“ bezeichneten die beiden Wissenschaftler Anwesen, die mindestens 930 Quadratmeter Wohnfläche oder vier Hektar Land besitzen - im besten Fall sogar beides. Die Anwesen von 15 Prozent der Vorstandschefs der S&P-500-Unternehmen erfüllten die Bedingungen. Ein Zehntel der Häuser liegt zudem direkt neben einem Golfplatz, und mindestens ein Anwesen besitzt einen privaten Polo-Spielplatz und eine Pferdereitbahn."

Nur Bill Gates soll die Ausnahme sein. Meine Erfahrung deckt sich aber mit dem in der Studie Gesagten.


@schlumpf

kuck: wer als AN 2% bekommt bei 2% Inflation hat nach 10 Jahren genau dasselbe wie vorher.

unternehmen wollen und sollen aber 20-25% rendite erwirtschaften. damit bei schnell veraltender technik und verfahren nach 5-4 jahren das invest verdient ist. hält das unternehmen aber sein gewinnwachstumsrate von 20-25% durch, hat es nach 10 jahren rund 1500% an gewinn/umsatz.

ergo ... .


klar denken vorstände beim kündigen der "überzähligen" leute auch an ihre eigene zukunft. und die sieht wie beschrieben häufig so aus:

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(gefällt mir nicht wirklich. zuviel zuckerbäckerei dran. talmi und imitat.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Was spricht dagegen die Inflation auf 0 zu bringen, die Löhne konstant zu halten und die Unternehmen 5% weniger Rendite erwirtschaften zu lassen ?
Deine Situation als AN wird sich nicht verbessern nur weil es Inflation gibt.
 
Die Inflation hängt aber nicht nur von den Durchschnittlichen Löhnen der Arbeitnehmer in DE ab. Da spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle.
In vielen Branchen gab es seit Jahren keine Lohnerhöhungen. Trotzdem war definitiv Inflation vorhanden. Es ist schließlich auch Fakt, dass die Reallöhne niedriger sind als vor 10 Jahren. Das allein ist schon ein Beweis dafür, dass sich die Inflation nicht linear vom Durchschnittsgehalt abhängt. Wäre das der Fall, wären die Reallöhne heute auf dem gleichen Niveau wie vor 10 Jahren.
So oder so ist es nur vernünftig und rechtens eine Lohnerhöhung zu fordern, die den "Verlusten" durch die Inflation entspricht.
 
Ob Arcor oder Telekom ist an sich egal. Heutzutage ist streiken "in". Das soll jetzt nicht gegen die Mitarbeiter gehen, aber es ist schon sehr verwunderlich, wie gerne gestreikt wird, statt das man versucht eine konstruktive Lösung zu finden.
 
@qeo

Wie sieht denn eine konstruktive Lösung von Arbeitgeberseite aus ?

In der Regel so: längere Arbeitszeiten, kein Urlaub, keine Sozialabgaben und keinen Lohn bzw. Gehalt auszahlen.

Es ist sehr traurig das es schon so weit gekommen ist, das Leute für geleistete Arbeit einen Hungerlohn ausbezahlt bekommen und trotz 40 - 50 Stunden Woche noch Hartz IV beantragen müssen um überhaupt über die Runde zu kommen.

Und von denen gibt es leider immer mehr.
 
Sicher ist das keine Lösung. Ich meine damit, dass beide Parteien (!) konstruktiver vorgehen sollten. Aber leider fahren die sich immer gleich fest, dann schiesst der eine auf den anderen, der andere zurück und dann kommt es zum Streik. Und davon haben dann BEIDE NICHTS!

Denn der Arbeitgeber wickelt sich das um den Finger und wird zusehen das er trotzdem seine Sache durchziehen kann.
Der Arbeitnehmer ist angekotzt und das ganze Betriebsklima geht baden.

Wenn ein Arbeitgeber mit perversen Forderungen ankommt, sollte man nicht streiken, sondern eine Massenkündigung androhen. Was meinste wie schnell der Arbeitgeber zurückrudert! Nur ist das praktisch unmöglich, weil sich dafür nicht genug Leute zusammen finden. Die meisten Arbeitnehmer handeln nach der Devise "Lieber nen Job als keinen". Da ist das Problem.
 
@ Blutschlumpf
Vielleicht solltest Du dich mit dem Thema Infaltion erstmal vertraut machen. Einfach "Infaltion" bei Wikipedia eingeben. Dann bekommst Du Deine Fragen beantwortet.


@ qeo
Falsch, die Statistiken zeigen, dass immer weniger gestreikt wird. Und das mal unter Auslassung des Faktes, dass in Deutschland so selten getreikt wird wie in kaum einem anderen Land in Europa.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja das ist wie die Ruhe vor dem Sturm und jetzt wird mal eines der größten Unternehmen Deutschlands bestreikt und da nicht nur 100 bis 200 Leute. Wenn die Abstimmung die gewünschten 3/4 bekommt.

Naja mal schauen, was das für die Kunden bedeutet, die bei weniger Service dann ggf. noch überlegen, den Anbieter zu wechseln...

Und das wäre nämlich immer das Problem von den AN selbst. Sie streiken und "zerstören" damit ihre eigene Basis für Lohn und so.
 
besser kann man es nicht sagen, wie sich die gesellschaft erfolgreich und gut umbaut - und warum gerade auch arbeitnehmer weiterhin eigene interessenvertretung brauchen:

http://www.faz.net/s/RubBF53424976D...9886F4950DCBACAD3C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

und auch mögliche streiks sind und bleiben ein mittel. gerade auch bei arcor. schließlich sind die zu wenig organisiert. haben viel junge mitarbeiter, die sich noch nicht genügend auskennen im leben (gerade deswegen jung).

p.


lesen also.

u.a.


"... Die Aktionäre lieben das, was wir tun. Unglücklicherweise gibt es zu wenig Aktionäre in Deutschland. In Ländern, in denen Sie eine andere Aktienkultur haben, gibt es auch keine Heuschreckendiskussion.

Sehen Sie sich als Heuschrecke?

Überhaupt nicht. Die einzigen Heuschrecken, die ich in Deutschland sehe, sind die Vorstände und Aufsichtsräte in den Unternehmen, die sich das Vermögen der Aktionäre einverleiben. Wir befreien Werte, die in Unternehmen eingeschlossen sind, weil sich das Management gegen Veränderungen wehrt. Wir sind für die Aktionäre eher Retter als Bedrohung.

Die Belegschaften der Unternehmen, in denen Sie sich engagieren, sehen in Ihnen wohl eher die Bedrohung.

Das ist eine Fehleinschätzung: Wir wollen mehr Beschäftigung, nicht weniger. Warum sollten wir ein Unternehmen mit weniger Beschäftigten wollen? Wir wollen nicht Unternehmen mit wenig Beschäftigung, sondern effiziente Unternehmen. Nehmen Sie beispielsweise IWKA: Am Anfang stand uns die Belegschaft eher ablehnend gegenüber, später kam der Betriebsratsvorsitzende und hat uns dazu gratuliert, dass wir in Deutschland Arbeitsplätze gerettet haben. Als wir die Verpackungssparte von IWKA verkauften, taten wir das mit einer Fünf-Jahres-Garantie für die Arbeitsplätze. Wer kann so etwas sonst vorweisen? Wir sorgen uns oft mehr um die Arbeitsplätze als das Management."


Nebenbei: Die BASF hat am Standort Ludwigshafen von 1990 bis ca. 2002 die Zahl der Mitarbeiter von 52.000 auf 32.000 reduziert. Hat man davon was gehört? Waren da Streiks nötig? Die Antwort platt hingeschrieben: Nein, eben weil das in Kooperation mit den Beschäftigen und dem Betriebsrat gemacht wurde. Weil z.B. bei der BASF Sozialpartnerschaft noch mehr ist als nur ein Wort: Gelebter Unternehmensalltag halt. (Und hat nix mit Schmusekurs oder falsch verstandener Gefühlsduselei zu tun: Die Interessen sind und bleiben verschieden.) (Und der Aktienkurs der BASF ist in der Zeit von ca. 40 DM auf 110 Euro/Aktie gestiegen, auch geräuschlos. Aber nicht zufällig:) )

.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja und was dann bei den Unternehmen passiert die still und heimlich eine für Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertretbare Lösung finden sieht man am Beispiel SAP ...

Da kommt man eben die Gewerkschaft, klagt sich ein und das geht zu Lasten der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber!

Deswegen brauchen wir das, was vielfach gefordert wird:

Branchenabhängige Mindestlöhne, eine komplette Neuregelung des Betriebsverfassungsgesetzes und die Abschaffung der Flächentarifverträge.

Das entmachtet die Gewerkschaften, fördert die Betriebsräte und sichert trotzdem jedem Arbeitnehmer ein ausreichendes Einkommen. Die Arbeitsbedingungen werden durch unsere heutigen Arbeitsschutzgesetzte und die Berufsgenossenschaften eh schon sehr stark überwacht.
 
(...) Auch wenn es hier um weitaus weniger essentielle Streitpunkte geht und auch die Menge der Streikenden nicht mit den aktuellen Geschehnissen bei der Telekom zu vergleichen ist, zeigt sich: Der Streik ist ein offenbar beliebtes Mittel in der Telekommunikationsbranche. (...)

Also mal ehrlich.., habe selten so einen Schwachsinn gelesen....! Vielleicht solltet ihr mal ein wenig Nachhilfeunterricht in Sachen Tarifpolitik nehmen. Ein kleiner Hinweis für das Team bei Computerbase: Das WSI (Wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Institut) bringt jährlich das Tarifhandbuch raus. Da könntet ihr ja mal feststellen das Eure Aussage wohl nicht zutreffend ist.

Wenn`s nicht reichen sollte, dann schaut mal beim Statistischen Bundesamt rein...

Im Übrigen finde nich den Satz "Der Streik ist ein offenbar beliebtes Mittel in der Telekommunikationsbranche" grundsätzlich daneben. Nicht für Ungut :-)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Ein ! pro Satzende langt, Regeln lesen bitte.)
perfekt!57 schrieb:
Zu Recht. Und es wird weiter viel zu wenig gestreikt in Deutschland. "Nur die allerdümmsten Kälber ... ."

Entweder ich bin Kapitaleigner - oder ich bin es nicht.

Und bin ich Arbeitnehmer, dann erwerbe ich kein Eigentum durch meine Arbeit - an nix. Werde jeden Monat entlohnt für die Überlassung meiner Arbeitskraft. Und das wars. Und schon daher gilt (zu Recht!) für die Überlassung von Arbeitskraft gegen Geld "Pacta sunt servanda".
Ach komm, Marx ist spätestens heute widerlegt. Du bist Kapitaleigner, ich bin es und jeder kann seinen Anteil an Produktionsmitteln über die Börse bekommen. Statt zwei antagonistischer Klassen haben wir einen breiten Mittelstand und ein deutscher Angestellter lebt in relativem Wohlstand. Und das Du durch deine Arbeit kein Eigentum erwirbst ist ebenfalls quatsch, nichtmal Marx und Engels haben soetwas behauptet.

perfekt!57 schrieb:
Und bleibt: Wir haben weiter zu viele Managernieten, die erst, wenn es zu spät ist, handeln, und die sehr wohl alles schleifen lassen bis dahin, weil nämlich bis dahin ja auch ihre Bezüge problemlos weiterlaufen. Und ist der Schaden dann erst sehr groß (in der Bilanz ihres Unternehmens nämlich) - dann ist es ja um so leichter mit der großen Pauschalkeule auf die ("allein schuldigen" - Ekel!) Arbeitnehmer ein- und runterzuprügeln.
Klar gibts Fehler im Management, aber niemand, weder bei der Telekom noch bei Arcor beschuldigt die Angestellten allein Schuld zu tragen.


perfekt!57 schrieb:
Und Hund darf weiter die einzigen beiden Platten spielen, die er kann "Die Lohnenebenkosten müssen runter" und "Mindestlohn kostet nur Arbeitsplätze". Dabei ist das nur bei Blödmännern wie Hund wahr. (Waren das etwa die Slogans von Bill und Google, von Yahoo und den anderen?)
Das Mindestlohn der falsche Weg ist, ist in der Wissenschaft beinahe Konsens. Niemand will, das Menschen von ihrer Vollzeitarbeit nicht leben können, man muss vielen ohne Frage unter die Arme greifen, aber da wäre ein Kombilohn angebrachter, der für den Angestellten die gleichen Folgen hat, den Wettbewerb aber weniger verzerrt und keine Arbeitsplätze kostet.
 
@beeblebroxx

Deine Aussagen: (...) Ach komm, Marx ist spätestens heute widerlegt. (...), (...) Das Mindestlohn der falsche Weg ist, ist in der Wissenschaft beinahe Konsens. (...)
sind interessant. Aber bist Du auch in der Lage Deine Aussagen mit konkreten Nachweisen zu belegen ?

Alleine die Tatsache das es seit fast 30 Jahren im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein Mindestlohngesetz existiert und das im Ländlein von Magret Thatcher sehr gute Erfahrungen mit Mindestlöhne gemacht werden, schreit förmlich nach dem Wissen des "Konsens" der Wissenschaft, die Deiner Meinung nach den Mindeslohn für den falschen Weg hält.

In dieser Hinsicht kann ich Dir aber gerne mal etwas aus der aktuellen Praxis des SGB II in Verbindung mit Hungerlöhnen erzählen. Ein Großteil meiner Kunden sind sogenannte Aufstocker, d . h. sie müssen ALG II (HartzIV) beantragen obwohl sie in Vollzeit tätig sind. Dies liegt eben daran weil wir kein Mindestlohnn haben...

Und Kombilohn mag Sinn im Rahmen eines öffentlich geförderten Arbeitsmarktes machen, aber bitte nich für die achso tolle freie Wirtschaft, die ja immer alles so super toll regelt.
Auch davon kann ich Dir einiges aus der realen Welt der Agentur für Arbeit/Arge erzählen. Vom Zeitarbeitsunternehmen welches Eingliederungszuschüsse abgraben möchte, bishin zum Unternehmen welches Erwerbslose in Trainingsmaßnahmen für Lau plus Handgeld monatelang beschäftigen wollen.

Übrigens wer hat Dir gesagt, dass Karl Marx wiederlegt ist ? Für meine Begriffe ist der Knabe besonders in der heutigen Zeit mit seinen ökonomischen Erkenntnissen lebendiger denn je :-)
 
Rheinländer schrieb:
Alleine die Tatsache das es seit fast 30 Jahren im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein Mindestlohngesetz existiert und das im Ländlein von Magret Thatcher sehr gute Erfahrungen mit Mindestlöhne gemacht werden, schreit förmlich nach dem Wissen des "Konsens" der Wissenschaft, die Deiner Meinung nach den Mindeslohn für den falschen Weg hält.
5,15 Dollar, sprich etwa 4 Euro pro Stunde. Macht 640 Euro/Monat.
Mit welchem Vollzeit-Job kommste denn da drunter wenn du nicht gerade Azubi bist ?
Ich glaube das würde auch die deutsche Wirtschaft mit sich machen lassen.
 
@ beeblebroxx

Wenn man das genauer betrachtet, dann schrumpft der Mittelstand und das seit Jahren.
Und das ist auf dauer eine gefährliche Entwicklung.
 
@Blutschlumpf

Wie kommst Du auf 5,15 Dollar ? Dir ist aber hoffentlich klar das in den USA es Bundesstaaten gibt die unterschiedliche Mindeslöhne fahren, während Du Dir den geringsten ML rauspickst !

Vielleicht ist Dir auch entgangen das es in der BRD Menschen gibt, die sehr wohl weniger verdienen als 4,00 €/Std. ?

Oder um das mal am Beispiel klarzumachen: Alleinstehender bekommt 345,00 EUR zzgl. 270,00 EUR Miete, zzgl. ca. 50,00 EUR Heizung über ALG II ausgezahlt. Wenn Du die Beträge addierst kannst Du die Feststellung machen, dass es Menschen gibt, die deutlich unter ca. 700,00 EUR verdienen. Das sind Menschen die habe ich bei mir in der Agentur/Arge tagtätglich auf der matte...! Das ist die nackte Realität !!!
 
Ob das stimmt kann ich natürlich nicht beurteilen (du vermutlich ja auch nicht):
http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestlohn#USA
Seit 1997 beträgt die Höhe des amerikanischen Mindestlohns 5,15 Dollar.

Du wirst auch hier Anpassungen machen müssen, in Baden-Würtemberg lebts sich auch teurer als in Brandenburg.
Ein Bundesweiter Einheitslohn ist absolut sinnfrei.

Alleinstehender bekommt 345,00 EUR zzgl. 270,00 EUR Miete, zzgl. ca. 50,00 EUR Heizung über ALG II ausgezahlt.
Wir reden hier von einem Mindestlohn, das impliziert das vorhandesein einer Arbeit, nicht den Bezug von Arbeitslosengeld.
Nebenbei würde deine Kandidat schon arbeitlos mehr bekommen als er mit Mindestlohn verdienen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Rheinländer schrieb:
@beeblebroxx

Deine Aussagen: (...) Ach komm, Marx ist spätestens heute widerlegt. (...), (...) Das Mindestlohn der falsche Weg ist, ist in der Wissenschaft beinahe Konsens. (...)
sind interessant. Aber bist Du auch in der Lage Deine Aussagen mit konkreten Nachweisen zu belegen ?
Zugegeben, die Formulierung "fast konsens" ist vll ein wenig zu stark. Dennoch bin ich der Meinung, das besonders in Deutschland nicht nur der Sachverständigenrat, sondern die Ökonomen insgesamt mit großer Mehrheit den Mindestlohn ablehnen. Welchen "konkreten Nachweis" wünscht Du dir?

Rheinländer schrieb:
Alleine die Tatsache das es seit fast 30 Jahren im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein Mindestlohngesetz existiert und das im Ländlein von Magret Thatcher sehr gute Erfahrungen mit Mindestlöhne gemacht werden, schreit förmlich nach dem Wissen des "Konsens" der Wissenschaft, die Deiner Meinung nach den Mindeslohn für den falschen Weg hält.
Ich bezog mich auf Deutschland und bin der Meinung, das man Deutschland ebensowenig mit Großbritannien wie mit den USA vergleichen kann. Abgesehen davon ändern sich ökonomische Ansichten mit der Zeit: Heute kommt beispielsweise nurnoch die PDS auf die Idee, Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik zu betreiben, vor ein paar Jahrzehnten war das die gängige ökonomische Praxis (die zu großem Teil Schuld an dem Schuldenberg ist, den die Bundesrepublik angehäuft hat). Einen Mindestlohn einzuführen ist zudem politisch wesentlich einfacher als ihn abzuschaffen.

Rheinländer schrieb:
In dieser Hinsicht kann ich Dir aber gerne mal etwas aus der aktuellen Praxis des SGB II in Verbindung mit Hungerlöhnen erzählen. Ein Großteil meiner Kunden sind sogenannte Aufstocker, d . h. sie müssen ALG II (HartzIV) beantragen obwohl sie in Vollzeit tätig sind. Dies liegt eben daran weil wir kein Mindestlohnn haben...
Ich lehne zwar Mindestlohn ab, bin aber nicht der Ansicht das nichts unternommen werden müsste, oder es Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor gutgehen würde.

Menschen, die trotz eines Vollzeitjobs nicht genug verdienen um in Würde zu leben, brauchen Unterstützung. Die Frage ist nur, in welcher Form. Ich halte ein Mindesteinkommen für den richtigen Weg. Für den Betroffenen macht beides keinen Unterschied: Das ganze ist ein rein ökonomisches Problem und sollte so behandelt werden.

Rheinländer schrieb:
Und Kombilohn mag Sinn im Rahmen eines öffentlich geförderten Arbeitsmarktes machen, aber bitte nich für die achso tolle freie Wirtschaft, die ja immer alles so super toll regelt.
Auch davon kann ich Dir einiges aus der realen Welt der Agentur für Arbeit/Arge erzählen. Vom Zeitarbeitsunternehmen welches Eingliederungszuschüsse abgraben möchte, bishin zum Unternehmen welches Erwerbslose in Trainingsmaßnahmen für Lau plus Handgeld monatelang beschäftigen wollen.
Was hat das mit Kombilohn zu tun? Im Gegenteil, der Boom der Zeitarbeitsbranche ist doch nur die Folge eines Arbeitsmarktes der nicht flexibel genug ist. Arbeitgeber brauchen Personal, wollen aber aufgrund von mangelnder Flexibilität nicht fest einstellen.

Rheinländer schrieb:
Übrigens wer hat Dir gesagt, dass Karl Marx wiederlegt ist ? Für meine Begriffe ist der Knabe besonders in der heutigen Zeit mit seinen ökonomischen Erkenntnissen lebendiger denn je :-)
Erschreckend lebendig ist er in Teilen in den Phrasen der PDS, aber jeder, der das marxsche Geschichtsmodell nüchtern betrachtet wird feststellen, das es sich nicht mit der Realität zusammenbringen lässt. Eben weil Marx im historischen Materialismus von materieller Notwendigkeit der Geschichtsentwicklung nach seinen Vorhersagen ausgeht, ist es mit einem simplen Blick auf die Geschichte nach Marx um sein Modell geschehen. Und wie ich schon vorher geschrieben habe: Anders als von Marx vorausgesagt haben sich nicht immer mehr zwei antagonistische Klassen herausdifferenziert. Schon die Tatsache, das sich statt dessen eine Mittelschicht entwickelt hat widerlegt ihn schon. Und dabei spielt die Größe nichtmal eine Rolle, auch wenn die Mittelschicht in Deutschland und in anderen "bürgerlich-kapitalistisch"-orientierten Staaten nicht übersehen werden kann.

Ohne den Klassenantagonismus ist die Anwendung des dialektischer Materialismus auf die Gesellschaft nicht möglich, also auch keine "Aufhebung", keine Vereinigung der Widersprüche auf einer neuen gesellschaftlichen Stufe, kein revolutionärer Umbruch der über den Sozialismus in den Kommunismus führt.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Blutschlumpf

Es gibt viele Leute die eine 40 - 50 Stunden Woche haben und Vollzeit beschäftigt sind.
Diese verdienen jedoch so wenig, das sie zusätzlich zum Hungerlohn Hartz IV beantragen müssen um über die Runde zu kommen.

Niemand geht 8, 9 oder 10 Stunden täglich einfach so arbeiten um mal von zu Hause rauszukommen, sondern um Geld zu verdienen damit man sich selbst und seine Familie versorgen kann.

Der Arbeitsminister behauptet die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken, aber er sagt nicht wie viele Leute die diese "neuen Jobs" haben, noch weiter Hartz IV beziehen müssen um überhaupt existieren zu können.

Sogesehen zahlt der Stuerzahler weiter drauf und nichts wird sich verbessern.

Vielleicht wird dir das mal klar !
 
@beeblebroxx

(...)Dennoch bin ich der Meinung, das besonders in Deutschland nicht nur der Sachverständigenrat, sondern die Ökonomen insgesamt mit großer Mehrheit den Mindestlohn ablehnen(...)

Na, dann schaul mal unter dem Begriff "Memorandum" nach, da kannst Du die Feststellung machen, dass ebensoviele Sachverständige gibt, die in Fragen des Mindestlohn eine andere Feststellung machen. Übrigens der Sachverständigenrat (= "Die fünf Greisen") haben sich in den letzten Jahrten mit ihrem ökonomischen Sachverstand nicht gerade mit Ruhm bekleckert....

(...)Ich bezog mich auf Deutschland und bin der Meinung, das man Deutschland ebensowenig mit Großbritannien wie mit den USA vergleichen kann..(...)

Nun, sicher kann man grundsätzlich sagen das man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann. aber gerade dies machen doch Vertreter einer (radikal)markwirtschaftlich orientierten Wirtschaftspolitik so gerne... Aber wie wär`dann z. B. mit Holland (ML=7,93€/Std.), Belgien (ML=8,13), Luxemburg (ML=9,08€/Std.), Frankreich (ML=8,27€/Std.), Irland (ML=8,30€/Std.),sogar das arme Griechenland (ML=5,22€).... :-)


(...) Was hat das mit Kombilohn zu tun? Im Gegenteil, der Boom der Zeitarbeitsbranche ist doch nur die Folge eines Arbeitsmarktes der nicht flexibel genug ist. Arbeitgeber brauchen Personal, wollen aber aufgrund von mangelnder Flexibilität nicht fest einstellen.(...)

Mit dem Kobilohn hat das ne Menge zu tun. Schließlich hattest Du ihn ja in einem vorherigen Postin als Alternative zum Mindestlohn angeführt Zitat: (...)Das Mindestlohn der falsche Weg ist, ist in der Wissenschaft beinahe Konsens. Niemand will, das Menschen von ihrer Vollzeitarbeit nicht leben können, man muss vielen ohne Frage unter die Arme greifen, aber da wäre ein Kombilohn angebrachter(...).

Und ich sage klar und deutlich, auch und gerade aus meiner beruflichen Erfahrungen, dass der Kombilohn nur für den öffentlich gefördertet Arbeitsmarkt einen Sinn ergibt, um einen weiterführenden Mißbrauch (Mitnahmeeffekt), Lohndumping und einer zunehmenden Erpressung des Staates und der abhängig Beschäftigten zu vermeiden !
 
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