Ich habe selbst eine ganze Zeit in der Spielebranche gearbeitet (anfangs als Tester bei Entwicklern, später bis heute als Journalist), bzw. arbeite neben der Uni momentan immer noch in dem Bereich. Zwar stimmt der ein oder andere Hinweis hier, aber manches ist nach meiner Erfahrung auch quatsch. Denn wenn es eine Branche für Quereinsteiger ohne formale (!) Kenntnisse gibt, dann die Spielebranche. Will sagen: Wenn du die gesuchten Fähigkeiten mitbringst, hast du bei sehr vielen Entwicklern gute Chancen einen Einstieg zu schaffen. Aussagen wie "Mapdesign ist keine Spieleentwicklung" sind vor diesem Hintergrund in meinen Augen nicht wahr, denn ich habe unzählige Leute kennen gelernt, die privat Maps erstellt haben und so eine Stelle als Leveldesigner bekommen haben. Ebenso kenne ich einige (hier wohlgemerkt einige, denn der Sprung ist im Vergleich zum Leveldesign ungleich schwerer) Leute, die vom Tester in der Qualitätssicherung zum Entwickler aufgestiegen sind. Vorraussetzungen für solche Werdegänge sind jedoch immer sehr gute Kenntnisse in dem jeweiligen Bereich (z.B. Programmieren, 3D-Modellierung, Grafikdesign, Leveldesign). Ansonsten stimmen die Kommentare natürlich schon: Mit einem Studium (oder je nach Bereich auch mit einer Ausbildung) hast du immer etwas Sicheres in der Hand und kannst dich, falls dir Spieleentwicklung in zehn Jahren nicht mehr gefällt, immer noch umorientieren ohne gleich noch etwas ganz Neues zu erlernen.
Mein Tipp: Wenn du wirklich das große Risiko eingehen willst, ohne weitere Ausbildung den Einstieg zu schaffen und wenn du meinst, dass du in einem für die Spieleentwicklung passenden Bereich Kenntnisse hast, schau dich nach kleineren Entwicklern um. Bei den großen Entwicklern wird es heutzutage ohne Studium tatsächlich schwer, dafür haben die zu viele Bewerber. Aber es gibt viele kleine Entwickler, die z.B. Lernsoftware für öffentliche Einrichtungen und kleinere Spiele machen. Dort kann man sich vielfach leichter hocharbeiten. Allerdings sollte dir dabei schon klar sein, dass die Bezahlung für eine lange Zeit katastrophal schlecht und der Einstieg extrem mühsam und unsicher sein wird (als Quereinsteiger ohne Referenz ist deine Stelle immer die erste, die gestrichen wird).
// Edit: Hab grad noch mal den ersten Post gesehen. Mit 18 Jahren und dem fertigen Abschluss bist du ja noch in einer recht komfortablen Situation. Daher mein Tipp #2: Mach vielleicht mal 1/2-1 Jahr lang 1-2 Praktika bei Spieleentwicklern. Da gibt es vielfach Stellen, die außer einem Schulabschluss und der Affinität zum Gaming nicht arg viel voraussetzen (genanntes Testen z.B.). So bekommst du einen Überblick über den Alltag in der Spieleentwicklung und auch über die Anforderungen in den verschiedenen Bereichen. Nur ob das im Umkreis von 50km von Bamberg klappt, wage ich zu bezweifeln, für so etwas muss man meistens sehr viel flexibler sein. Solange das Praktikum aber nicht gänzlich unbezahlt ist (würde ich persönlich dann eh nicht machen), reicht dir das dann aber ja vermutlich auch für eine kleine Bude woanders, wenn deine Ansprüche nicht allzu hoch sind.