Bespielte SSDs SICHER lagern - nur wie?

Intruder

Captain
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Juni 2011
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Moin moin 🙂

ich habe fĂŒr den Notfall, falls mal ein PC in meiner Familie kaputt gehen sollte, die vorherigen Systeme aufgerĂŒstet gehabt, komplett fertig installiert und konfiguriert und dann schön eingepackt und weg gestellt. Alle in Schrank bei relativ konstanten Temperaturen.
Im Fall der FÀlle hÀtte man nur den Rechner aufstellen, Update fahren und fertig wÀre alles gewesen.

Es wurde in der Vergangenheit auch lĂ€ngere Zeit damit beworben, das man SSDs gut als Langzeitspeicher nutzen kann nur scheint Langzeit ein sehr dehnbarer Begriff zu sein denn wenn man Pech hat, sind nach 2 Jahren bei gĂŒnstigen schlechten SSDs die Daten verschwunden! Ich hatte sogar eine recht gĂŒnstige SSD mit einem Sandforce Chipsatz gehabt und die war nach 2 Jahren Lagerung sogar nicht mehr lesbar - also kaputt. Mein GlĂŒck war, das ich zu dem Zeitpunkt noch Garantie/GewĂ€hrleistung hatte. Ein Ă€lteres Notebook, was mal fĂŒr Weiterbildung geholt wurde, sollte nun wieder in Betrieb genommen werden - Samsung 840er Serie SSD - hatte ĂŒber Stunden eine 100% Auslastung und konnte mit maximal 2mbit auf die Daten zugreifen bis es denn irgendwann nach einem halben Tag so stehen lassen wieder (erst mal) funktionierte. Da scheinte ich GlĂŒck gehabt zu haben.

Nur wie macht man es richtig? Wie lagert man SSDÂŽs ohne das man einen Datenverlust oder physischen Defekt nach 1,x Jahren befĂŒrchten muss? Wenn die SSDs in einem Rechner - wie in meinem Fall oben geschildert - verbaut sind, kann man die Kisten ja mal einschalten nur wie lange mĂŒssen die Laufen, damit es zum gewĂŒnschten Effekt kommt? Wie ist mit "losen" SSDs zu verfahren, damit die Daten ĂŒber Jahre sicher sind?

Was fĂŒr Erfahrungen habt ihr da sammeln können und wie löst ihr so ein Problem?

Danke fĂŒr ein paar gute Tipps 😁
Greetings und noch einen schönen sonnigen Sonntag euch allen
 
man kann keine SSD nehmen um Daten sicher zu lagern. Die verliert nun mal ihre daten wenn die Flash Zellen keinen Strom mehr haben.
Einfach 1x im Jahr das Ding anstecken und ein chkdsk machen.
 
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SSDs sind nicht zur langen stromlosen Lagerung geeignet.
Wenn du sie doch weiter verwenden möchtest, hĂ€ng sie alle paar Monate einen Tag lang an Strom, dann macht der Controller einen Refresh und die Daten sollten die nĂ€chsten Monate ĂŒberleben.

Ansonsten wie bei Festplatten auch: in antistatische Folie und nicht zu warm oder kalt/trocken lagern. Normale Bedingungen in einer Wohnung sind meistens OK.
 
Intruder schrieb:
Wie ist mit "losen" SSDs zu verfahren, damit die Daten ĂŒber Jahre sicher sind?

Selbst bei einer Festplatte garantieren die Hersteller maximal 60 bis 90 Tage (siehe Beitrag #7). Bei einer SSD ist es die Ladung die verloren geht, siehe Externe SSDs: Datensicherheit bei Nicht-Benutzung & Pflegeroutine > The Truth About SSD Data Retention | ANANDTECH.

Die Lagerdauer einer SSD ist nicht schlechter als die einer Festplatte. Bei einer SSD nach JEDEC etwa ein Jahr bei ~30 °C.

1653204103442.png1653204129570.png

Generell gilt, die Daten sind nur sicher wenn mehrere Datensicherungen existieren und diese im periodischen Abstand ĂŒberprĂŒft werden - oder M-Disk, Band, usw. verwenden.
 
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Diese Konzept ist ohnehin fragwĂŒrdig.... Nach ein paar Monaten sind die "Backups" ja total veraltet. Lieber auf die Rechner nen Backupclient machen, z.B. Veeam Agent for Windows und regelmĂ€ĂŸiger sichern. Dann erledigt sich auch das Lagerproblem.
 
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na da hatte ich ja mit meinen uralten HDD wohl immer GlĂŒck gehabt. Selbst mit 20 Jahre alte SCSI Platten, die fast 10 Jahre im Schrank lagen, habe ich nie Datenverluste gehabt đŸ€Ł und auch so waren stromlose HDDs immer unauffĂ€llig gewesen. Na man lernt nie aus!

Masamune2 schrieb:
Diese Konzept ist ohnehin fragwĂŒrdig.... Nach ein paar Monaten sind die "Backups" ja total veraltet. Lieber auf die Rechner nen Backupclient machen, z.B. Veeam Agent for Windows und regelmĂ€ĂŸiger sichern. Dann erledigt sich auch das Lagerproblem.

naja "Backup" selber ist ja was anderes. Meine Backups sind auf eigene externe Server. Einer steht in NRW und schön rĂ€umlich getrennt steht der andere in Brandenburg 😊
Ich spreche hier in dem Fall von "Backup" nicht von den Daten selber sondern von kompletter Hardware. Ein Rechner fĂ€llt wegen Defekt aus, SchranktĂŒr auf, Rechner raus, einschalten, update und fertig.

Chris_75 schrieb:
Das wÀre mir neu, wo Stand so ein Blödsinn?

Lagerung von SSDs - im verlinkten Beitrag zu PC-Magazin... siehe Screenshot


Ich bin auch davon ausgegangen das fehlende bewegliche Teile - im Vergleich zu HDDÂŽs - nur von Vorteil sein können. Was soll denn auch dran kommen an so eine SSD? Unempfindlich gegen StĂ¶ĂŸe und sonstige EinflĂŒsse...

Mittlerweile hat man dann gemerkt, das dem nicht so ist.
 

AnhÀnge

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Intruder schrieb:
Ich bin auch davon ausgegangen das fehlende bewegliche Teile - im Vergleich zu HDDÂŽs - nur von Vorteil sein können. Was soll denn auch dran kommen an so eine SSD? Unempfindlich gegen StĂ¶ĂŸe und sonstige EinflĂŒsse...
Die Aspekte sind eher fĂŒr die Ausfallwahrscheinlichkeit im Betrieb relevant und weniger fĂŒr die Haltbarkeit der Daten. Bei einer SSD gibt es eben kein Bauteile, die einem mechanischen Verschleiß unterliegen, nur die Speicherzellen selbst werden durch SchreibvorgĂ€nge "abgenutzt".
Der Ausfall der mechanischen Bauteile hat ja keinen EInfluss darauf, wie lange die Daten auf den Plattern halten. Die Daten auf den Scheiben sind ja weiterhin vorhanden und unbeschÀdigt, sofern man keinen "Head Crash" hatte. Man kann die Scheiben dann notfalls in nem Reinraum ausbauen und mit entsprechenden GerÀten die Daten davon auslesen.
Bei einer SSD kann genauso der Speichercontroller ausfallen, so dass man nicht mehr an die Daten auf den Speicherchips dran kommt, obwohl diese weiterhin fehlerfrei sein.
 
mibbio schrieb:
nur die Speicherzellen selbst werden durch SchreibvorgÀnge "abgenutzt".
richtig. Schreiben zerstört die Speicherzellen auf Dauer aber lesen sollte eigentlich unendlich lange funktionieren. Das war ja auch der Hintergedanke beim "undendlich haltenden Daten".

Dumm nur, das die Stromversorgung der Zellen bei der Idee vergessen wurde.
Könnte es funktionieren, wenn man eine 12V Batterie ĂŒber den SATA Stromanschluss anschließen wĂŒrde um Datenverlust zu vermeiden?

Ansonsten danke fĂŒr den Hinweis mit jĂ€hrlich mal einschalten. WĂ€re wohl das einfachste
 
wenn du davon ausgehst, dass die rechner jahrelang im schrank stehen bevor sie wieder im einsatz sein werden, dann kannst du nach dieser zeit auch einen eventuellen datenverlust in kauf nehmen und neu installieren. denn nach so langer zeit werden die updates sicherlich lÀnger als eine neuinstallation dauern.
 
Intruder schrieb:
Könnte es funktionieren, wenn man eine 12V Batterie ĂŒber den SATA Stromanschluss anschließen wĂŒrde um Datenverlust zu vermeiden?

nein, denn eine autobatterie liefert ~13V im vollen Zustand der dann bis auf und weniger 11 V absinkt, wenn die leer wird. 13 V werden aber von solcher Elektronik nach meinen Wissen mit Rauchzeichen quttiert.

Außerdem, eine SSD benötigt die 5 V Versorgungsspannung. Und wenn du nen Trafo dazwischenschaltest, wird deine Batterie auch nicht lĂ€nger als 1 jahr halten
 
Ist schon irgendwie merkwĂŒrdig wie sich die Datenhaltbarkeit verschlechtert hat.
Von Höhlenmalereien die zig tausende Jahre alt sind.
zu GemĂ€lde/BĂŒchern die mehrere 100 Jahre alt sind
zu Photographien bei denen man nach 60-80 Jahren nichts mehr erkennt
zu Fotodruckern die nach mehreren Jahren nur noch einen extremen gelbstich aufweißen
zu SSDs die nach 1 Jahr wertlos sind.
 
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Das ist genauso wie mit Salz. Millionen von Jahren hats im Berg gehalten, wirds abgebaut, bekommt es ein MHD
 
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Intruder schrieb:
Das ist genauso wie mit Salz. Millionen von Jahren hats im Berg gehalten, wirds abgebaut, bekommt es ein MHD

Wie kommst Du darauf das Salz ein MHD hat? Bei meinem gekauften Salz steht kein MHD drauf
 
Intruder schrieb:
Ich hatte sogar eine recht gĂŒnstige SSD mit einem Sandforce Chipsatz gehabt und die war nach 2 Jahren Lagerung sogar nicht mehr lesbar - also kaputt.
Interessant! Hab hier nach Jahren eine Drevo (irgendeine billige China-SSD gewesen) aus dem Schrank geholt und das Teil ist auch komplett tot :grr: also offensichtlich liegt auch die FW in dem gleichen ordinĂ€ren (minderwertigen) Flash drinđŸ€Šâ€â™‚ïž

Hab hier noch einen Rechner mit einer SanDisk SSD Plus drin, der auch seit Jahren keine Strom mehr gesehen hat :daumen:
Da bin ich dann mal neugierig, was mich erwartet. Mit der Windows Ereignisanzeige sollte man ja feststellen können, wann der letzte Hochlauf war :evillol:
 
wern001 schrieb:
Ist schon irgendwie merkwĂŒrdig wie sich die Datenhaltbarkeit verschlechtert hat.

das ist schlicht und ergreifend Chemie und Physik

Von Höhlenmalereien die zig tausende Jahre als sind. <<< keine UV Stahlung und relativ gleichbleibende UmwelteinflĂŒsse -> natĂŒrliche Farbpigmente bleiben gut erhalten

zu GemĂ€lde/BĂŒchern die mehrere 100 Jahre alt sind <<< oft natĂŒrliche Farbpigmente sowie chemnisch hergestellte Farbpigmente in großer Anzahl bleiben erhalten, solange sie keiner UV Strahlung. Langsam ablaufenden chemische Reaktionen mit der Leinwand / Papier sowie zwischen den Farben setzen denen aber zu.

zu Photographien die man nach 60-80 Jahren nichts mehr erkennt. <<< KĂŒnstliche Farben die durch kurze Belichtung und dann kĂŒnstliche chemische Fixierung ihre Formen etc erreichen. Alles diese Fixierungen sind alles andere als stabil, daher geht die Fixierung verloren mit der Zeit. UV Stahlung beschleunigt den Prozess enorm.

zu SSDs die nach 1 Jahr wertlos sind. <<< da alles im Universum immer den geringstmöglichen Energiezustand anstrebt, ist es nunmal auch hier so, das die gespeicherten Ladungen wenn sie es können, mit der Zeit abbauen. Bei dieser Feinelektronik ist es nunmal so, das das eben nur bis ggf ein Jahr garaniert werden kann, das dieser Abbau Prozess noch nicht soweit fortgeschritten ist, damit der Wert noch sich in einen gĂŒltigen Auslesebereich befindet.

Intruder schrieb:
Das ist genauso wie mit Salz. Millionen von Jahren hats im Berg gehalten, wirds abgebaut, bekommt es ein MHD

MHD ist nur das MINDEST Haltbarkeits Datum, wo der Hersteller sicherstellen kann, das das Salz geniesbar ist. Sogesehen eine rechtliche Absicherung.
Und im Gegensatz zur LagerstÀtte im Berg gibt es hier Sporen, Pilze, Mikroben, Bakterien und Viren, denen Salz nicht soviel ausmacht. Zudem auch die Entsprechende Luftfeuchtigkeit, damit es klumpen könnte.
 
Intruder schrieb:
Das ist genauso wie mit Salz. Millionen von Jahren hats im Berg gehalten, wirds abgebaut, bekommt es ein MHD
Das liegt aber nicht am Salz sondern an geltendem EU rechtđŸ€Šâ€â™‚ïž

GrĂŒĂŸe :schluck:
 
wern001 schrieb:
Wie kommst Du darauf das Salz ein MHD hat? Bei meinem gekauften Salz steht kein MHD drauf
Auf meinem ganz normales Salz im Schrank hat ein MHD aufgedruckt, hab gerade extra nachgeguckt. Ist jetzt nicht so, dass Salz schlecht wird, sondern eher dass mit der Zeit evtl. mit der Zeit einen unangenehmen Beigeschmack bekommt, den es ĂŒber die Luftfeuchtigkeit aufnimmt oder dass er Gehalt an Jod bzw. Fluorid abnimmt. Das MHD ist dann nur der Zeitraum, in dem das Salz in den Punkten noch den Vorgaben entspricht.
 
wern001 schrieb:
man kann keine SSD nehmen um Daten sicher zu lagern. Die verliert nun mal ihre daten wenn die Flash Zellen keinen Strom mehr haben.
Und wenn die Zellen nicht mehr taufrisch sind, geht es schneller.

wern001 schrieb:
Wie kommst Du darauf das Salz ein MHD hat? Bei meinem gekauften Salz steht kein MHD drauf
Ganz sicher? Ich habe hier eine Packung (Aquasale irgendwas), da IST ein MHD auf dem Boden geprÀgt.
 
hab nachgeschaut da steht nichts drauf.
Auf der anderen Seite heißt es auch Mindesthaltbar nicht Maximal Haltbar
 
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