Bewerbung bei kirchlichem Träger trotz Kirchenaustritt - Eure Erfahrungen

densh

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Hallo zusammen,

aktuell befinde ich mich in einem Auswahlverfahren bei der evangelischen Kirche (Diakonie) als Sachbearbeiter im Finanzwesen.

Das 1. Gespräch habe ich bereits gemeistert, nun wurde ich für morgen zu einem 2. Gespräch eingeladen. Dort wird die Verwaltungsleitung und der Pfarrer sitzen.

Nun habe ich aus dem 1. Gespräch bereits erfahren, dass die Frage nach der Konfession nicht mehr gestellt werden darf, da es 1. nicht in der Stellenanzeige explizit gefordert wurde und 2. die Stelle auch nicht erfordert, dass man die Kirche nach außen vertritt. Dies wurde mir vom stellvertretenden Verwaltungsleiter nochmal deutlich gesagt, der beim 1. Gespräch dabei war, ohne, dass ich dies explizit erfragt habe. Wichtig wäre denen nur, dass man sich mit den christlichen Idealen und deren Wertevorstellungen identifizieren kann, was für mich kein Problem darstellt.

Ich selbst bin getauft und konfirmiert, allerdings vor einem Jahr aus der ev. Kirche ausgetreten, hauptsächlich aus steuerlichen Gründen, nicht wegen der Kirche (das würde ich natürlich nicht im Gespräch sagen).

Nun denke ich seit Tagen darüber nach, ob die intern nicht doch danach aussieben und sich doch eher für ein Kirchenmitglied entscheiden.

Ich habe zudem auch ehrlich gesagt keine Ahnung, weshalb der Pfarrer dabei sitzt. Ich tippe mal darauf, er möchte abschätzen können, ob ich mich mit der Kirche identifizieren kann.

Wie sind denn eure Erfahrungen mit einem kirchlichen Träger trotz Kirchenaustritt oder Konfessionslosigkeit?
 

GUN2504

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Der Pfarrer sitzt dabei, weil er in der Regel der Chef aller Mitarbeiter einer Diakonie und deren Träger ist.

Zumindest bei uns sind die katholischen Dekane bzw. evangelischen Pfarrer auch die Chefs von den kirchlichen Trägern der Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen.

Nun denke ich seit Tagen darüber nach, ob die intern nicht doch danach aussieben und sich doch eher für ein Kirchenmitglied entscheiden.
Tja, das kann dir wohl nur einer Sagen, der entweder in der Führungsetage oder im Personalbereich einer evangelischen / katholischen Einrichtung arbeitet und mit den Abläufen vertraut ist.

Sie es positiv, das 2. Gespräch ist doch schon ein gutes Zeichen ;)
 

strempe

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Scythe1988

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Versuch doch irgendwie deine Erfahrung mit der Kirche (Konfirmation, sonstige Erfahrungen) irgendwie ins Gespräch einzubringen. Dann lügst du nicht (denn die Erfahrungen hast du ja gemacht) und mit etwas Glück fragt danach keiner mehr, ob du aktuell noch in der Kirche aktiv bist :D So würde ich es machen. Wenn du passend für die Position bist, dann wirst du schon genommen. Das Details ist meines Erachtens unwichtig.
 

densh

Lt. Junior Grade
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Und weil das so ist oder auch sein könnte laden die dich zu zwei Gesprächen ein?
Anhang 946236 betrachten
Genau das stand bei meiner Stellenanzeige auch. In der Stellenanzeige war dies nicht verlangt.

Versuch doch irgendwie deine Erfahrung mit der Kirche (Konfirmation, sonstige Erfahrungen) irgendwie ins Gespräch einzubringen. Dann lügst du nicht (denn die Erfahrungen hast du ja gemacht) und mit etwas Glück fragt danach keiner mehr, ob du aktuell noch in der Kirche aktiv bist :D So würde ich es machen.
So hätte ich es auch gemacht.

Problematisch stelle ich mir allerdings dann vor, wenn ich ne Zusage bekomme und meinen Personalbogen ausfüllen muss, dass ich dort dann eintragen muss "konfessionslos". Nachher wird mir damit dann ein Strick gedreht.
 

strempe

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Du machst dir zuviele Sorgen glaube ich. Warum sollte man dich zu zwei Gesprächen einladen wenn du eh nicht in Frage kommen würdest? Die haben auch nicht unendlich Zeit zu verplempern. Laut Stellenbeschreibung war keine Konfessionszugehörigkeit verlangt wenn man dich danach fragt kannst du doch sorgenlos antworten. Und sollte das ein Ablehnungsgrund sein hast du alle Karten auf deiner Seite wenn man da so äußert...
 

GUN2504

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Grundsätzlich ist ein 2. Gespräch doch gut. Wenn die nicht an dich interessiert wären, würdest du schon eine Absage bekommen haben...

Die Kirche hat 1,2 Millionen Angestellte in Deutschland.
Wenn du im Finanzbereich angestellt werden willst, kann ich mir nicht vorstellen das die Konfessionszugehörigkeit ein wichtiges Argument sein wird.
Vielleicht bei einer 50/50 Entscheidung zwischen zwei Kandidaten, aber generell würde ich mir da jetzt erstmal keine Gedanken zu machen. Es ist wie es ist.

Problematisch stelle ich mir allerdings dann vor, wenn ich ne Zusage bekomme und meinen Personalbogen ausfüllen muss, dass ich dort dann eintragen muss "konfessionslos". Nachher wird mir damit dann ein Strick gedreht.
Wenn du eine Zusage bekommst, dann ist es doch wurscht wo du da jetzt ein Kreuzchen machst...
 

boarder-winterman

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Grundsätzlich ist es nicht auszuschließen dass Konfessionszugehörigkeit ein Faktor sein kann.
Beim Bistum Aachen wo meine Tante bis zum Renteneintritt Anfang 2020 gearbeitet hat, wurden schlussendlich auch nur Leute eingestellt, die katholisch waren.
Auch wenn es in den Stellenausschreibungen öfters nicht drinstand.

Du kannst nicht mehr tun als abwarten und hoffen, alternativ wieder in die Kirche eintreten ;)
 

densh

Lt. Junior Grade
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Sorry das ich mich gestern nicht mehr geäußert habe.

Das Gespräch war angenehm, ich sollte nochmal meine Beweggründe nennen, weshalb ich mich bei der ev. Kirchengemeinde beworben habe. Es war nie gefragt worden, ob ich eine Konfession habe noch ob es relevant ist für die ausgeschriebene Stelle (was ja bereits in der Stellenanzeige schon nicht stand).

Es wurde nur darauf Wert gelegt, dass man sich mit den Idealen und der Wertevorstellung der Kirche identifizieren kann. Ich hatte nochmal explizit gefragt, welche Eigenschaften an jemanden gefordert werden, der dort arbeiten möchte und da antwortete mir dies der Pfarrer.

Sie haben noch andere Bewerber in der Pipeline und geben mir zum Ende der Woche eine Entscheidung.
 

GUN2504

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Dann drück ich dir mal die Daumen!
 

mykoma

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Je nachdem, wie rar das Angebot an Bewerbern auf besagte Stelle ist, kann man auch mit anderer Konfession bei einem kirchlichen Träger anfangen.

Bei dem aktuellen Mangel an qualifizierten Pflegefachkräften wird auch im Ausland nach neuen Mitarbeitern gesucht und es ist egal ob das Christen, Atheisten, Moslems oder sonstwas sind.
Manche würden sagen "In der Not frisst der Teufel Fliegen", im Endeffekt profitieren alle aber von einem gut gemischten Team.

Mehr als eine Absage kannst du nicht erhalten und wenn du dich schmackhaft machen kannst, wird über sowas heutzutage auch hinweggesehen.
 

BeBur

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Kann evtl. schwanken je nach Landeskirche. Kenne das von der evangelischen Kirche aber nur 1:1 so wie es dir gesagt wurde: Ist völlig egal solange du kein repräsentatives Amt inne hast.

Ich glaube auch nicht dass der Pfarrer da sitzt um deine Gesinnung ein zu schätzen. Ich habe die ev. Kirche da sehr offen kennen gelernt bei sowas.
 

densh

Lt. Junior Grade
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Zur Info: Ich habe heute per Brief eine Absage erhalten, weitere Gründe wurden nicht genannt. Echt schade, da ich mir ziemlich sicher war, dass sie mich nehmen würden und sie jemanden suchten, der mit der gleichen ERP-Software vertraut war.

Das ärgert mich ziemlich.
 

Myron

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Dann melde dich doch dort und frage nach, woran es gelegen hat. Vielleicht nennen Sie Dir ja telefonisch noch den Grund.
 

GUN2504

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Ich würde auch um Feedback bitten, alleine um bei dem nächsten Vorstellungsgespräch sich besser vorbereiten zu können.

Lessons Learned.
 

Idon

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Idealerweise auch nicht als "warum haben Sie mich abgelehnt?", was oft Angst vor Klagen schürt, sondern ein "welches Optimierungspotential würden Sie mir raten als nächstes anzugehen?" etc.
 

Binalog

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Du hattest eigentlich einen Trumpf in der Hand "Wiedereintritt". Da Deine Entscheidung zum Austritt unter rein wirtschaftlichem Gesichtspunkt erfolgte, sollte einem rein wirtschaftlichem Gesichtspunkt Wiedereintritt doch nichts entgegenstehen. Eventuell gibt es noch eine Gelegenheit das nachzuschieben und der Erste springt ab.

Was gibt es für die Kirche Reizvolleres als "verlorene Schäfchen" zurückzugewinnen?
 
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