@fragemann
Ich kann deine Ausführungen nicht so ganz nachvollziehen. Ich bin Angestellter und ja, natürlich bleibt am Monatsende nicht viel von meinem Geld übrig.
Aber: es bleibt was übrig! Und von dem, das weg ist, habe ich mir in der Regel das finanziert, was mir das Leben angenehm macht. Als Sklave lebt man doch noch deutlich schlechter. Sehr viel deutlich schlechter! Und würde ich nicht arbeiten, hätte ich auch nicht da so für mich so angenehme Leben. Und wie bereits erwähnt. Ich verdiene schlechter als der TE. Und wahrscheinlich auch deutlich schlechter als du. Ob ich mich selber für weniger glücklich halte? Kannst du mir ja glauben oder nicht, aber: ich bin sehr glücklich mit meinem Leben.
Ob meine Arbeit für mich auch nur Mittel zum Zweck ist? Nein, zum Glück nicht. habe auch keine besonders hohe Bildung oder den höchsten Schulabschluss, aber ich mache das, was ich machen wollte und sehe auch Erfüllung in meiner Arbeit. Ich gehe abends nach Hause und blicke auf Ergebnisse zurück. Nicht anders als du, auch wenn ich "nur" Angestellter bin. Mein Chef verdient natürlich mehr als ich. Und? Das beeinflusst mich ja nicht. Wenn ich wollte, könnte ich auch Chef sein. Aber will ich gar nicht. Ist mir zu viel Risiko und Stress. Ich tue meine Arbeit, gehe nach Hause und schalte ab. Ich hoffe, bei dir ist es genauso. Viele meiner Kunden sind selbstständig und bei denen sieht das ganz anders aus.
Ich wechsle jetzt den AG. Im neuen Job wird vieles anders sein, manches besser, manches vieleicht auch schlechter, finanziell anfangs erst mal gleich. Ich habe mich für den neuen AG entschieden, um aber mich selbst noch mal zu fordern und auch zu beweisen. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen.
Pauschal von Sklaverei zu reden, halte ich dafür für ziemlich überheblich. Verzeih' mir den Ausdruck, aber was du beschreibst, wertet die meisten Arbeitnehmer eben ziemlich ab und erweckt dein Eindruck, du würdest aufgrund seiner Selbstständigkeit über diesen stehen. Autsch. Da darf die Frage erlaubt sein, weshalb wir in einem angeblichen "Sklaven-System" leben, denn ich gehe mal davon aus, irgendjemand arbeit irgendwo auch für dich?
Natürlich gibt's Jobs, die hart sind. Manche sind Raubbau am eigenen Körper und werden leider nicht entsprechend bezahlt. Manche sind psychisch herausfordernd, andere intellektuell. Manche Berufe kann quasi jeder machen, für andere benötigt man spezielle Qualifikationen. Am Ende suchen sich die wohl meisten Arbeitnehmer aber selbst aus, welche Arbeit sie tun wollen. Ich hab mir meine ausgesucht, du dir deine, andere ihre. Dazu gehört aber auch ein Wille und in der Regel kommt man mit dem richtigen Willen auch dahin, wo man hin möchte. Ausnahmen bestätigen leider die Regel. So kenne ich genug AN, die nur mosern und meckern, aber nichts tun. Was sie wollen, ist der Traumjob, bei dem man nichts arbeiten muss, aber das große Geld machen kann.