Bildungsstreik - gehts noch?

dogio1979

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Hallo,

ich studiere an der Universität Wuppertal und kann mich echt aufregen über den so genannten Bildungsstreik.

Ich drücke jedes Semester 500 Euro Studiengebühren zzgl. 200 Euro weitere Gebühren ab und kann nicht in die Uni, um meine Vorlesungen zu besuchen, die zum Teil für die anstehende Klausur sehr wichtig sind.

Ich kann ja nachvollziehen, dass einige mit den Studienbedingungen unzufrieden sind, es zuwenig Betreuung gibt und zu volle Hörsäale, aber mit den jetzigen Aktionen bestreiken sich die Studenten nur selbst und ihre Kommilitonen leiden darunter - und das nennt sich dann Solidarität. Wenn Arbeitnehmer ihren Arbeitgeben bestreiken, dann tut es dem Arbeitgeben wenigstens weh, weil er nicht produzieren kann und die Maschinen stillstehen. Aber unter dem Bildungsstreik ist weder die Uni selbst noch die anvisierten Politiker die leidtragenden, sondern viele Studenten.
Darüberhinaus sind auch einige Forderungen völliger Umbug. Bevor man wieder das alte Diplom fordert, sollte man sich mal eine zeit mit dem Bologna-Prozess beschäftigen und auch die Vorteile des Bachelor-Master-System würdigen. Mein erstes Studium machte ich auf Diplom, mein zweites auf Master, ich habe also durchaus einen Vergleich.

Und was soll dieser Blödsinn, dass 12 jahre fürs Abitur zu wenig sind?
Ich hbe 1998 Abi gemacht und in der 11. klasse haben wir mehr oder weniger Däumchen gedreht, weil die elfte als Übergangsklasse für ehemalige Realschüler war. Diejenigen von der Realschule kommen, können ja gerne 13 Jahre machen, wenn sie soviel Stoff nachholen müssen, aber wieso müssten die übrigen Gymnasiasten darunter leiden? Wie auch immer, die 11. Klasse kann man im Grunde streichen.

So, ich geh jetzt mal zur Uni und schau, ob ich reinkomme, irgendwie...
 
Ich bin selbst Schüler, und mir gefallen die 12 jahre richtig gut. Auch die neue Oberstufe finde ich an sich gar nicht so schlecht. Ein Großteil der Schüler macht nur mit, weil es irgendiwe cool ist, und man ja einen Tag frei hat, soviel dazu.
Ich denke die meisten Schüler die daran teilnehmen wissen gar nicht, warum sie da überhaupt streiken, sie machen nur einfach mal mit, ein Tag weniger Schule hat ja noch niemandem geschadet.

Ich bin auch nicht immer zufrieden mit der Schulpolitik, da gibt es einige Dinge die mich stören, achso, ich komme aus Hamburg.
 
Alles klar, wenn du die 500€ zu viel hast, wenn du dich gerne in überfüllte Hörsäle quetscht, wenn du es super findest, dass es für den ganzen Bachelor und Master zu wenig Seminare gibt und wenn du es super findest, dass der großteil der Bachelor und Master studiengänge einfach sowas von ungeplant und experimentell laufen, dann sag halt nichts, halt deine Klappe und nim einfach alles hin, wie es die Leute auch schon 1933 gemacht haben!

Anders als jetzt wird man wohl kaum irgendwie aufmerksamkeit bekommen, wenn alles normal weiter geht und sich eigentlich keiner für die Sache interessiert. Sei doch froh, dass sich Leute für deine Belange einsetzten, wenn du schon selber nichts dagegen machen möchtest. Dass du dann in einer Woche mal Probleme hast und nicht zu den Veranstaltunen kannst, is ebend so, aber Lebe doch auch mal dein Studentenleben. Zieh nicht alles so durch als wäre es das Maß der Dinge.

Um nochmal zu den Vorderungen zurück zu kommen. Wir in Dortmund sprechen uns z.B. garnicht gegen das Bolognaprojekt aus, sondern vordern nur eine vernünftige Umsetzung, die man ja wohl verlangen kann! Kannst du mir z.B. erklären, warum für mich als Grundschullehrer ein Bachelor so toll sein soll, wenn ich damit doch überhaupt nichts bin? Ich muss den Master machen um überhaupt irgend einen Beruf ausführen zu können!

Bei dem Thema 12 oder 13 Jahre Abitur kann ich nur zu sagen, dass der Schuldruck auf die Schüler wächst und sie einfach auch in der Unterstufe mehr Stunden haben als es vorher der ´Fall war. Viele werden damit zwar zurecht kommen, allerdings gibt es auch einige Schüler die einfach mehr Zeit brauchen um sich manche Dinge an zu eignen, was nicht heißen soll, dass sie dumm sind oder weniger Intelligent. Diese wenigen werden dann ehr die Schule abbrechen und kein Abi machen, sodass auch einfach weniger Schüler das Abitur bekommen, was meiner Meinung nach Kontraproduktiv ist!

Das dreigliedrige Schulsystem ist meiner Meinung nach eh überholt und muss langsam aber sicher einem System weichen, dass nicht mehr so stark selektiert und viel mehr soziale Integrationsarbeit leistet! Eine vernünftig ausgearbeitete Einheitsschule würde da Sinn machen. Ich weis, da werden viele jetzt jammern und das nicht verstehen aber ich kann nur sagen, ich habe schon mit einigen Leuten aus der FDP und CDU gesprochen, ... ihr habt da ziemlich viele Denkfehler in euren Argumentationen und behauptet Dinge die einfach realitätsfern sind.

Naja, aber egal, ich werde mich jetzt auf machen und in Dortmund demonstrieren, damit Deutschland wenigestens sieht, dass es Menschen in diesem Land gibt, die das nicht so hinnehmen wollen wie es jetzt ist.

@dogio1979: Das demonstrieren empfehle ich dir auch, wenn du schon eh nicht in die Uni kommst. Du scheinst einige Probleme ja auch schon erkannt zu haben.
 
Ich stimme euch beiden (ersten) vollkommen zu - zum Glück hat sich die Studentenschaft in Rostock zurückgehalten (bis jetzt).
B.Sc/M.Sc System hat Vor- und Nachteile - wie alles im Leben! Aber es funktioniert und das ist wichtig ;)
Das das System in 2 bis 3 Jahren noch besser funktionieren wird ist klar - das sieht man bei uns an der Uni schon an den B.Sc Studien die etwas früher gestartet sind und nun die ersten Abschlüsse haben.
Und meiner Meinung nach machen zuviele ABI, da das Niveau des ABIs mitlerweile viel zu sehr abgesenkt worden ist!
 
Zuletzt bearbeitet:
bedenke auch mal das es leute gibt die keine 700 euro pro semester aufbringen können oder es nicht einsehen für miese bedingungen 500 euro studiengebühren zuzahlen oder sich dafür hoch verschulden wollen.

@rueckspiegel
wünsche dir eine erfolgreiche und bunte demo
 
Wenn er keine 500€ abdrücken will - dann soll er z.B. nach Mecklenburg-Vorpommern gehen -> hier gibt es keine und das sieht man der Uni auch an :rolleyes:

Oder sich mal anschauen, was es kostet, wenn man z.B. in England studieren will - ich sage mal nur über 5000€/Jahr !
 
da solltest du dann mal bedenken das es elite unis im ausland gibt die versuchen das model nachzubauen was es hier vor dem bolognaprozess gab
 
OMG... 500€

Bei uns in Sachsen kost es nix :) und die Uni´s und HTW´s stocken auch regelmäßig ihre Kapazitäten auf...

Streik ist glaube die beste Lösung... schließlich sind die studenten die Führungskräfte von Morgen... eventuell sogar die, die Deutschland wieder an die Wirtschaftsspitze führen... da kann man die nicht so ausbluten lassen.
 
Naja ich weiß nicht so richtig, warum ihr euch so aufregt. Das Schulsystem in deutschland hatte irgendwann mal sehr hohe Ideale, die mittlerweile leider immer mehr den kurzfristig gedachten Bedürfnissen der Wirtschaft weichen. Es gibt Menschen die das berrechtigterweiße stört. Bildung soll für alle sein. Bildung ist mit das Wichtigste, was wir in Deutschland haben.
 
Ich find die Idee hinter der Demonstration gut und auch Nachvollziehbar, solange sinnvolle und realitsiche Alternativen aufgezeigt werden.

Was es auf jedenfall schonmal erreicht - wie man hier sieht - ist es, dass sich Leute Gedanken über die Problematik machen und das kann ja eigentlich nicht schaden.

Also wünsche ich euch natürlich viel Erfolg und hoffe, dass etwas Gutes daraus entsteht :)

Ach und @ rueckspiegel: Diese ewigen 1933 und Co Vergleiche sind meiner Meinung nach nicht wirklich produktiv. Versuch es doch mal lieber mit richtigen und konstruktiven Argumenten anstatt den Diskussions-Totschlag-Nazi-Hammer auszupacken ;)
 
rueckspiegel schrieb:
halt deine Klappe und nim einfach alles hin, wie es die Leute auch schon 1933 gemacht haben!

Ganz großartiger Diskussionsstil. Erst der dritte Post und schon die Nazikeule, weil jemand anderer Meinung ist als Du. Da bekommt man gleich richtig Lust, mit Euch zu streiken.

@dogio
Ich kann Deine Verbitterung durchaus nachvollziehen. Eine Demonstration empfinde ich ja als legitim. Man kann teilnehmen oder auch nicht. Ein Streik beeinträchtigt allerdings alle, auch die, die nicht hinter den Argumenten der Streikenden stehen. Die Art und Weise, so die eigene Meinung zu kommunizieren und dabei andere Studenten zu behindern, ist schlecht.

Das Programm kann ja durchaus differenziert betrachtet werden. Studiengebühren, für das Erststudium in Regelstudienzeit, halte ich in Anbetracht der zukünftigen qualitativen Arbeitsmarktanforderungen für falsch; darüber hinaus für gerechtfertigt.

Das 13-Klassen-Abitur ist m.E. verzichtbar. 12 Klassen sollten genügen, um für eine Hochschule zu qualifizieren. Wenn jedoch in den ersten Klassen der Grundschule auf Noten verzichtet und anstatt Deutsch oder Mathe lieber "Gesunde Ernährung" vermittelt wird, dann wächst der Leistungsdruck natürlich in den höheren Stufen. Für das Schulsystem sollten bundeseinheitliche Standards geschaffen werden.

Das Bachelor/Master-System ist in Deutschland noch vollkommen unausgereift und Kritik durchaus berechtigt. Hier wird aber den Arbeitsmarktanforderungen am ehesten Rechnung getragen, die eine immer höhere Qualifikation in allen Jobbereichen erfodern. Die Funktionen von Universitäten ändern sich. Der Bildungsauftrag ist nicht mehr der selbe, wie von vor 250 Jahren.

MFG
 
@e-ding
Ein Thread mit einem Titel wie "Bildungsstreik - gehts noch?" provoziert, mit seiner bereits im Anfang angelegten totalen Ablehnung, den Diskussionsstil, den du gerade ankreidest. Wenn einer sagt "Gehts noch?", dann fehlt da jegliches Verständniss und Differenziertheit. Wozu also diese bei anderen einfordern, wenn der Threadersteller selbst nur wenig davon hält. Wenn jemand so egoistisch ist und sagt, dass irgendwer ja gerne demonstrieren kann, aber das nur solange, wie er selber noch "sein Ding" machen kann, dann stellt sich arg die Frage wozu überhaupt noch demonstriert werden soll, wenn der Rest trotzdem noch in seinen geordneten Bahnen verläuft. Vielleicht hast du den Sinn von Demonstrationen nicht verstanden, aber es geht im Kern darum aufzurütteln und die Leute fast schon sprichtwörtlich mit der Nase in die Scheisse zu drücken, damit sie merken, dass es Unmut durchaus gibt und dass dieser Unmut sie zwangsläufig mitbetrifft, ob sie wollen oder nicht, und sei es auch nur dadurch, dass sie mal einen Tag eine Vorlesung nicht besuchen können. Dass sie die Vorlesung nicht besuchen können, ist nicht die Schuld derjenigen die streiken, sondern die Schuld derjenigen, die erst einen Streik nötig gemacht haben.

Edit: Klar ist der 1933-Vergleich Bullshit und ein Beschmutzen des Andenkens an die Opfer der ethnischen Säuberung, nämlich indem versucht wird den Kontext des Grauens, in dem Nazideutschland existierte, nahtlos auf sowas wie Bildungsproblematik anzuwenden.
 
Zuletzt bearbeitet:
rueckspiegel schrieb:
Alles klar, wenn du die 500€ zu viel hast, wenn du dich gerne in überfüllte Hörsäle quetscht, wenn du es super findest, dass es für den ganzen Bachelor und Master zu wenig Seminare gibt und wenn du es super findest, dass der großteil der Bachelor und Master studiengänge einfach sowas von ungeplant und experimentell laufen, dann sag halt nichts, halt deine Klappe und nim einfach alles hin, wie es die Leute auch schon 1933 gemacht haben!
Gehts noch, was soll den der schwachsinnige Vergleich mit 1933?
Wie wäre es mit zivilisierteren Argumenten?
Ich sitze nur ausgesprochen selten in überfüllten Hörsäalen. Aber dort liegt das Problem auch ganz woanders. Zur Regelung gibt des den Numerus Clausus, man muss ihn natürlich auch anwenden.
Und ich erfahre am eigenen leib, dass mein Masterstudium etwas unorganisiert ist und vieles die Studenten selbst planen müssen, aber das ist kein Argument pro Diplom. Das zeigt lediglich, dass wir in einer Umstellungsphase sind, die einen enormen organisatorischen Aufwand erfordert, der nunmal Zeit braucht.
Halten wir doch immer an allem alten fest, dann haben wir nie Umstellungs- und Organisationsprobleme - tolle Lösung.

Sei doch froh, dass sich Leute für deine Belange einsetzten, wenn du schon selber nichts dagegen machen möchtest. Dass du dann in einer Woche mal Probleme hast und nicht zu den Veranstaltunen kannst, is ebend so, aber Lebe doch auch mal dein Studentenleben. Zieh nicht alles so durch als wäre es das Maß der Dinge.
Wenn es denn meine Belange wären. Und ich kritisere auch weniger die inhaltlichen Forderungen als die gewählte Methode.
Das Studium ist nicht zum Trödeln und für Kneipenbesuche da, dafür kostet das dem Steuerzahler zuviel. Außerdem hatte ich in meinem Erst-Studium schon genug Freizeit :)

Um nochmal zu den Vorderungen zurück zu kommen. Wir in Dortmund sprechen uns z.B. garnicht gegen das Bolognaprojekt aus, sondern vordern nur eine vernünftige Umsetzung, die man ja wohl verlangen kann! Kannst du mir z.B. erklären, warum für mich als Grundschullehrer ein Bachelor so toll sein soll, wenn ich damit doch überhaupt nichts bin? Ich muss den Master machen um überhaupt irgend einen Beruf ausführen zu können!
Du hast das Prinzip noch nicht ganz durchdrungen. Du studierst nicht mehr auf lehramt mit dem Staatsexamen am Ende. Bachelor/Master sind polyvalent ausgelegt, dass heißt, dass du dir viele Freheiten offen lässt und du dich auch noch umorientieren kann. Dass es zurzeit zuviele schlechte lehrer gibt, liegt auch an der bisherigen Berufsausbildung.

Bei dem Thema 12 oder 13 Jahre Abitur kann ich nur zu sagen, dass der Schuldruck auf die Schüler wächst und sie einfach auch in der Unterstufe mehr Stunden haben als es vorher der ´Fall war. Viele werden damit zwar zurecht kommen, allerdings gibt es auch einige Schüler die einfach mehr Zeit brauchen um sich manche Dinge an zu eignen, was nicht heißen soll, dass sie dumm sind oder weniger Intelligent. Diese wenigen werden dann ehr die Schule abbrechen und kein Abi machen, sodass auch einfach weniger Schüler das Abitur bekommen, was meiner Meinung nach Kontraproduktiv ist!

Das dreigliedrige Schulsystem ist meiner Meinung nach eh überholt und muss langsam aber sicher einem System weichen, dass nicht mehr so stark selektiert und viel mehr soziale Integrationsarbeit leistet! Eine vernünftig ausgearbeitete Einheitsschule würde da Sinn machen. Ich weis, da werden viele jetzt jammern und das nicht verstehen aber ich kann nur sagen, ich habe schon mit einigen Leuten aus der FDP und CDU gesprochen, ... ihr habt da ziemlich viele Denkfehler in euren Argumentationen und behauptet Dinge die einfach realitätsfern sind.
Erstens muss nicht jeder Abitur machen, da setzt lediglich ein Fahrstuhl-Effekt ein, soll heißen, dass man in den letzten Jahren einfach das Niveau abgesenkt hat um die Abiturientenzahlen zu schönen, das Zentralabitur steuert zum Glück etwas dagegen.
Und dass mit der Einheitsschule ist doch auch nur die halbe Wahrheit. Wird in der Schule weniger selektiert, werden die Hochschulen im Anschluss umso stärker selektieren. Und es gibt ausreichend Forschungsergebnisse, dass Abitur das bisher am besten funktionierende Selektionsinstrument ist. Die Korrelation zwischen Abiturnote und Erfolg im Studium ist ausgesprochen hoch.

Naja, aber egal, ich werde mich jetzt auf machen und in Dortmund demonstrieren, damit Deutschland wenigestens sieht, dass es Menschen in diesem Land gibt, die das nicht so hinnehmen wollen wie es jetzt ist.
Und ich werde mich ins Selbststudium begeben, denn ich muss noch einen umfangreichen Lehr-Lern-Entwurf anfertigen.

@th3o
wer nur die Überschrift liest, ist selber schuld.
 
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@th3o

Wenn ich meine persönliche inhaltliche Meinung mal ausblende, ist der Threadtitel nicht neutral gewählt, da gebe ich Dir recht. Es ist m.E. aber schon ein Unterschied, ob der Threadersteller seine Meinung über den Streik wiedergibt oder aber, mal wieder, ein an den Haaren herbeigezogener persönlicher Vergleich mit Menschen aus dem Dritten Reich gemacht wird.
Auf Differenziertheit trifft man durchaus im Anfangsthread von dogio aber eben auch auf "Meinung".

MFG

Edit:
@3tho
Ähm, egoistisch ist also derjenige, der sich nicht durch einen Streik, dessen Ziele er nicht vertritt, in dem Recht auf freie Entfaltung beschränken lassen möchte? Vielleicht hilft Dir nochmal ein Blick ins Grundgesetz. Die Mißstände werden nicht von allen als Mißstände betrachtet. Es existieren einfach unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. Eine Meinung hat nicht den Anspruch auf Richtigkeit, schon garnicht ist eine Meinung Grund, die Basisrechte von Menschen einzuschränken.
 
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@eding
Wenn ich Deiner Logik folge, dann würde das eigentlich nur bedeuten, dass man so oder so nicht mehr für- oder gegen irgendwas demonstrieren darf. Selbst eine angekündigte und damit "offizielle" Demonstration stellt eine Einschränkung für angebliche Unbeteiligte dar, zB dadurch, dass es zu Verkehrsbehinderungen kommen kann, oder zB dadurch, dass sich Menschen in ihren Häusern vom Skandieren von Parolen belästigt fühlen. Was ich sagen will: Es existiert keine Protestform, die einzig diejenigen betrifft, die beispielsweise streiken. Irgendeine Form von Ein- oder Beschränkung wird in einem gewissen Umfeld immer zustande kommen. Das gebietet bereits die Logik des Protestes oder der Demo. Beide Begriffe sind per se an das Außen gerichtet und nicht auf das Innen ihrer selbst.
 
ja aber eine Demonstration ist dennoch etwas anderes als das Verbarrikadieren von Zugängen zur Uni. Wenn eine Demo nicht gesetzesmäßig ist wird sie nicht erlaubt oder aufgelöst, wenn die Einschränkungen Dritter sehr groß sind. Und das verbarrikadieren der Uni fällt unter den tatbestand der Nötigung und damit nicht legitim.
 
"Und das verbarrikadieren der Uni..." ist, wenn es bei Deiner Uni der Fall sein sollte, ein massiver Angriff gegen alles was Bildungsideale mal bedeutet haben oder noch irgendwo bedeuten. Das Verbarrikadieren einer Bildungseinrichtung (und damit sie komplett unzugänglich machen), die mit das höchste Maß an Freiheit (theoretisch oder materiell) zu gewährleisten in der Lage ist, widerspricht dem Begriff der Universitas in der tat.
 
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@th3o

Nee, sehe ich anders. Eine Demonstration ist eine Form von Meinungsäußerung und die Einschränkungen für Unbeteiligte sind vertretbar. Wenn eine Straße gesperrt ist, kann ich eine Umgehung fahren und die Lärmbelästigung ist i.d.R. auch nicht wirklich problematisch.

Bei dem Bildungsstreik werde ich allerdings physisch daran gehindert, in die Uni zu kommen. Das ist nicht ok. Von mir aus können sie die ganze Uni mit Parolen volltapezieren und stundenlang demosntrieren. Das wird dem "nach Außen gerichtet" gerecht aber Leute davon abzuhalten zu studieren, ist ganz arm und repressiv.

MFG
 
Wie auch immer, die 11. Klasse kann man im Grunde streichen.

Mit Sicherheit nicht. Wir haben in der 11. Klasse grundlegende Dinge, z.B. in Mathe gelernt, die in der Qualifikationsphase der Oberstufe sehr wichtig sind. Viel mehr sollte man die Lehrpläne entstauben. Es wird einem doch so viel Zeug beigebracht, was man hinterher nie wieder braucht.

Wenn ich mich recht erinnere, wurde in den 50er Jahren das Abitur nach 13 Jahren eingeführt. Damals der Grund: Die Wissenschaft hat viele neue Erkenntisse gewonnen, die den Schüler vermittelt werden müssen. Und heute? Sind diese Erkenntnisse wieder verloren gegangen? Wohl kaum, es sind eher viel mehr dazugekommen, weswegen eher ein Abitur nach 14 Jahren angebracht wäre.

Die Folge vom Abitur nach 12 Jahren sieht in der Praxis so aus, wie es bestimmt nicht geplant war. Denn die, die nun nach 12 Jahren Abitur machen müssen, müssen sich teilweise mit 40 Schulstunden in der Woche rumplagen. Dazu kommen noch Hausaufgaben, Referate usw. die gemacht werden müssen. Dazu kommt noch, dass sie gezwungen werden, früher aus dem Elternhaus auszuziehen, ihre "Kindheit" ist früher zu Ende und sie müssen früher lernen, selbstständig zu sein (was mit Sicherheit nicht schlecht ist) Dadurch dass eben das viele Jugendliche nicht wollen, werden immer mehr ein FSJ machen, ein Jahr im Ausland als Au-Pair, bei der Bundeswehr oder sonstwo verbringen. Und dann ist der eigentliche Sinn, nämlich dass die junge Menschen früher in die Wirtschaft kommen auch wieder nicht erfüllt. Dann vergammeln sie das Jahr, dass sie in der Schule vermisst haben.
 
Außerdem sind bei Demonstrationen die Wege in der Regel vorher klar, man kann also mehr Zeit für den Weg zur Arbeit einplanen. Aber diese Straßenblockaden zum Beispiel in Dresden oder Hamburg sind doch mehr als bescheuert, da wird plötzlich der Berufsverkehr massiv behindert. Und von denen fordert man dann bestimmt auch noch Verständnis dafür.

Wenn es eine genehmigte Demo gibt hab ich kein Problem damit. Wer dahin gehen will geht hin, wer nicht der lässt es bleiben und geht dann lieber in die Uni.
 
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