Bildungsstreik - gehts noch?

Die Folge vom Abitur nach 12 Jahren sieht in der Praxis so aus, wie es bestimmt nicht geplant war. Denn die, die nun nach 12 Jahren Abitur machen müssen, müssen sich teilweise mit 40 Schulstunden in der Woche rumplagen.
Hm also ich weiß nicht. Aus meinem Bekanntenkreis kenn ich viele Leute, die nach 12 Jahren Abi gemacht haben. Und die hatten mit Sicherheit mehr als genug Freizeit.
Als ich aufs Gym gewechselt bin war auch noch geplant, dass ich "nur" 12 Jahre mache. Sind dann 12 1/2 Jahre geworden, weil ja dann 13 Jahre bei uns eingeführt werden sollten. Nunja lange hat das ja nicht gehalten ^^
Und das 1/2 Jahr was ich mehr hatte, hat mir genau 0 gebracht. Wir haben nichts neues gelernt und fürs Abi hats auch nicht gezählt. War im Endeffekt auch nur Eier schaukeln.
Ich denke da wird zuviel Lärm um nichts gemacht. Afaik gabs im Osten schon immer das Abi nach 12 Jahren und komischerweise hat hier niemand rumgeschrien, dass das zu wenig zeit wäre und zu anspruchsvoll etc.


Und zum Streik
Mich interessiert es nicht, da es mich nicht betrifft. Sollen se machen, was sie wollen. Nur das dadurch andere auch eingeschränkt werden find ich mies.
Hab nur gelesen, dass bei uns an der Uni heut jemand um 13 Uhr ne mündl. Prüfung hätte. Die kann er nun nicht ablegen, da die Fakultät abgeriegelt ist. Ganz tolle Sache...
 
rueckspiegel schrieb:
Das dreigliedrige Schulsystem ist meiner Meinung nach eh überholt und muss langsam aber sicher einem System weichen, dass nicht mehr so stark selektiert und viel mehr soziale Integrationsarbeit leistet! Eine vernünftig ausgearbeitete Einheitsschule würde da Sinn machen. Ich weis, da werden viele jetzt jammern und das nicht verstehen aber ich kann nur sagen, ich habe schon mit einigen Leuten aus der FDP und CDU gesprochen, ... ihr habt da ziemlich viele Denkfehler in euren Argumentationen und behauptet Dinge die einfach realitätsfern sind.
Dann nenne doch mal für jemand realitätsfernen wie mich gute Argumente für eine Einheitsschule.

e-ding schrieb:
Für das Schulsystem sollten bundeseinheitliche Standards geschaffen werden.
Als ehemaliger "Leidtragender" zu diesen teils gravierenden Unterschieden kann ich dazu sagen/zeigen: :daumen:
 
Ich war heute morgen auch in Bielefeld dabei. Insgesamt haben nach Einschätzung der Polizei 4500-5000 Studenten und Schüler in der Innenstadt demonstriert.

Mit den Zielen der Initiatoren konnte ich mich auch nicht zu 100% identifizieren. Zum Beispiel finde ich die Umstellung von Diplom auf Bachelor/Master insgesamt positiv.
Was mich ziemlich ankotzt, sind die überfüllten und insgesamt nicht zahlreich genug angebotenen Seminare, sowie die Studiengebühren und die mangelende Transparenz bei ihrer Verwendung. Erst kürzlich kam heraus, dass Studiengebühren in Bielefeld jahrelang angespart worden sind, statt zeitnah ausgegeben zu werden. Das ist ein absoluter Skandal.

Was ich nicht so gut fand waren die stundenlangen Blockaden von Straßen- und Gleisknotenpunkten, so dass der Nahverkehr fast vollständig zum Erliegen kam und sich lange Staus bildeten. Ausserdem sah ich auch den ein oder anderen Vermummten aufkreuzen, als die Szenerie verließ. Ich hoffe, dass es auch weiterhin friedlich zugegangen ist.

Insgesamt aber Daumen nach oben. Man muss auch mal für seine Interessen auf die Straße gehen!
 
Warum werden überhaupt Sowjetunion Flaggen auf den Demos verloren?



Gerade unter deren Führung wäre so eine Demonstration doch gar nicht möglich gewesen...
 
@basti87

Na aufgrund des damaligen autoritären und selektiven aber effektiven Bildungssystems.:freak:
Bin mir aber nicht sicher, ob die Fähnchenträger (Studenten?) genau das im Sinn hatten.

MFG
 
...weil manche Studenten immernoch linksromantischen Vorstellungen nachtrauern und jede Chance nutzen, um sich zu produzieren.
 
das soll der symbolik dienen, das "das volk" quasi geschlossen dagegen antritt.
man braucht kein robert langdon zu sein um das verstehen zu können.
 
Dann verstehe ich das halt nicht. Für mich steht die Sowjetunion Flagge, wie übrigens auch T-Shirts mit SSSR drauf für ein verbrecherisches Regine unter dem viele Menschen gestorben sind und wo es keine Rede- und Meinungsfreiheit gibt und Demonstrationen gerne mal niedergeknüppelt wurden.

Solche Demonstrationen wie wir hier sehen hätte es dort bestimmt nicht gegeben, da hätte der Staatsapparat schon was gegen gemacht.

Und hier noch Impressionen aus Berlin: http://www.spiegel.de/video/video-1007942.html

Ich hoffe mal das die Unileitung den Mist nicht aufräumt, sollen die Demonstranten das doch wieder herrichten und aufräumen...
 
Basti87 schrieb:
Warum werden überhaupt Sowjetunion Flaggen auf den Demos verloren?



Gerade unter deren Führung wäre so eine Demonstration doch gar nicht möglich gewesen...

Ahem, das sind Fahnen der türkischen kommunistischen Organisation. Waren die wirklich auch mit dabei? :rolleyes: Wo ist das Foto denn geschossen worden?
 
In Dortmund: http://ihtilalcigenclik.com/de/?p=203

Aber die 2. von links ist eine Sowjetunion Flagge.

Und auf indymedia hab ich das gelesen: "Am Friedensplatz angekommen stürmten zahlreiche Demonstranten das Rathaus und im letzten Stockwerk wurde eine Sowjetunion-Fahne gehießt"

Das ist einfach nur noch krank.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na Sahne...:freak:

Das war definitiv die falsche Variante um Aufmerksamkeit zu kriegen...><

Erstmal in Namen der Bildung (ja ne is klar) schöne Randale machen.
Und das mit den Fahnen.... wahrscheinlich wusste 3/4 nimmer was das für Fahnen sind.
Aber Radau machen...

Und woanders liest man: 15 jähriger macht Abi... :rolleyes:
 
Also die zweite Flagge von links ist tatsächlich die der Sowjetunion.
Ich kann mir vorstellen, dass derartige Flaggen mittlerweile eher als Symbol missbraucht werden für irgendein diffuses und halbverstandenes Links-Sein. Ein Hauptanliegen des heutigen linken Spektrums ist u.a. dieses, die überkommenen romantisierenden Vorstellungen über die Sowjetunion dorthin zu verschicken wo sie hingehören: auf den Hinterhof der Geschichte.
 
@dogio1979 - gehts noch?
Wenn man vieles nicht versteht, weil man sich nicht über die Hintergründe informiert, hat man, wenn man nur die Schlagzeilen liest, ein verzerrtes Bild. Daraus ergibt sich mit einer portion Egoismus und Sorglosigkeit eine ablehnende Haltung. Wenn man anderen eine fehlende solidarität vorwirft, nur weil man nicht versteht, was vor sich geht, gleichzeitig aber als Streikbrecher nicht in der Lage ist Solidarität auszuüben, sollte man vielleicht das ganze nocheinmal von vorne überdenken.
Es ist nicht immer jeder ein Betroffener, wenn es irgendwo Streiks gibt. Aber der Streik entsteht ja nicht nur aus Langeweile, oder? Wenn in einem Betrieb gestreikt wird, wird das nicht erst zu einem Zeitpunkt getan, in dem 100% der Belegschaft streiken will, sondern schon weitaus früher.
Wie kann man von Solidarität sprechen und sie obendrein noch verlangen, wenn man nicht in der Lage ist Demokratie zu verstehen und zu akzeptieren?
 
Hat ja dummerweise mit Demokratie nicht zutun. Wie bereits erwähnt, ist die Verbarrikadierung der Uni rechtwidrig. Wenn man meint, Gesetze und Konventionen brechen zu müssen, um Ziele durchzusetzen, können andere hehre Ziele wie Rechtsstaatlichkeit und sozialer Friede ja nicht sonderlich stark ausgeprägt sein.

Und ich bin schon der Überzeugung, dass ich mir eine meinung bilden kann. Ich bilde sie mir ja nicht vom hohen Elfenbeinturm aus, sondern habe bereits ein Studium erfolgreich absolviert (übrigens auf Diplom) und bin nun dabei mein zweites Studium erfolgreich zu bestreiten und diesmal auf bachelor.

Deseiteren habe ich mich auch im Rahmen meines Studiums sehr intensiv mit dem Bologan-Prozess beschäftigt, sicherlich mehr und intensiver als die meisten Streikenden, die zudem jetzt gegen den bachelor demonstrieren ohne jemals das Diplom erlebt zu haben.

Und meine Biografie zu kennen, kannst du kaum deine Beschuldigungen vorbringen.

Jetzige Schwirigkeiten sind keine systembedingten Probleme sondern ein Mangel an der Umsetzung, die allerdings im Laufe der zeit behoben werden, wir befinden uns nuneinmal in einer Umbruchphase. In dem so beliebten Studienfach der Wirtschaftswissenschaften hatte ich in hannover nie Probleme mit überfüllten Hörsäalen oder mit Problemen, einen eminarplatz zu bekommen. Das lag unter anderem auch daran, dass pro Semester einfach nicht mehr zugelassen wurden, als reinpassen.
 
ich denke das der streik derzeit eher damit zu tun hat, das ständig und seit jahren geld für bildung versprochen wurde, aber nie etwas davon wirklich ankam.
wie einer gestern auch im interview meinte, die anzahl studierenden hat sich quasi verdreifacht, aber die lehrkräfte und mittel nichtmal verdoppelt, sprich es herrscht ein defizit auf ganzer linie.
dazu die studiengebühren, die es einem teil nicht gestattet zu studieren, weil sie das nicht aufbringen können usw.

die teile des forderungskatalogs sind ja wirklich nicht ohne und auch nicht wirklich unbegründet, denn während das geld für banken und firmen nahezu aus dem fenster geschmissen wird, erzählt man dem rest der bevölkerung es sei kein geld da. das erinnert so n bisschen an schröders "wir spenden erstmal millionen an die tsunami opfer - wo das geld herkommen soll is mir ja egal".
und diese attitüde hat nun allerwahrscheinlichkeit nach das fass zum überlaufen gebracht, das sie solche mittel für notwendig hielten.
 
Es hat schon was mit Demokratie zu tun, wenn man mehr Demokratie im Bildungswesen fordert!

Du kannst ja gegen die Verbarrikadierung der Uni klagen, das ist dein Recht.

Du bildest dir ja nur eine subjektive Meinung aber keine objektive, mit anderen Worten: Die Probleme der Anderen, die du offensichtlich nicht hast, gehen dir am Arsch vorbei. - Solidarität?

Eigentlich ist es ja kein Streik in dem Sinne, sondern eher ein Boykott. Gegen die Verbarrikadierung der Uni kannst du, wie gesagt, klagen.

Man muss nicht unbedingt eine Biografie von jemanden kennen, um seinen Charakter einschätzen zu können. Einzelne Aussagen, nur schon, dass sie gemacht werden, und deren Inhalt geben genug Aufschluß darüber.

Deinen letzten Absatz solltest du völlig löschen, der zeigt nur weiter, dass du dich weder mit den Gründen des Streiks/Boykotts noch mit Politik oder Wirtschaftspolitik beschäftigst. Dass es kein Problem der Demokratie oder eines bestimmten Systems ist, hat auch niemand behauptet.

Der Staat, sowie die Länder leiden unter chronischen Geldmangel, das viele Ursachen hat. Das die Bildungspolitik sich ebenfalls nach dem Geldtopf äussert, sollte recht klar sein. Warum der Geldmangel besteht ist allerdings eine sehr verstrickte Kombination von Gewalten und Fehlentscheidugen der Vergangenheit und Gegenwart. Aber darum geht es hier nicht. Die Bildungspolitik ist ein Opfer des Geldmangels und die wird jetzt von den Studenten und Gewerkschaften angegriffen.
Siehe hier: GEW - Die Bildungsgewerkschaft

Die Gründe des Bildungsstreiks sind sehr einleuchtend und verständlich. Ihn zu verdammen wäre arrogant und ignorant. Wenn du dadurch irgendwelche Einschränkungen hast, was ich bei der Dauer des Streiks stark bezweifle, kannst du deine Rechte wahrnehmen. Ob dies was bringt bezweifel ich zwar, aber das Recht hast du.
 
Meine Aussagen beziehen sich grundsätzlich nur auf teile der Forderungen und nicht auf das gesamte Paket, was ich aber bereits deutlich gemacht habe. Ein Teil der Forderungen kann ich durchaus bestätigen und zustimmen, anderen aber eindeutig nicht. Ich beschäftige mich sehr wohl mit Politik und Wirtschaftspolitik und war jahrelang politisch aktiv.

Auch ich frage mich, was mit meinen Studiengebühren passiert, aber deswegen bin ich nicht generell gegen tudiengebühren. Ich hab da nunmal einen differenzierteren Blick drauf, der in einer Demonstration mit Menschen, mit denen ich mich zum Teil nicht identifizieren kann und will, nicht zum Ausdruck bringen kann.

Und jene die da demonstrieren, haben ja auch nur alle jeweils eine subjektive meinung und kommen zum Großteil aus den selben Fachbereichen.

Im wesentlichen gings es mir auch um die Art des Streiks und weniger um die Inhalte, die zum kleinen Teil in Ordnung gehen. Aber wenn man sich überzeugend für ein Recht einsetzen will, dann sollte man das Recht auch beachten und nicht mit Füßen treten.

Und was meine persönliche Beeinträchtigung angeht: schonmal was von Blockseminaren gehört? Dort potenziert sich das Problem. Ich hatte/habe in dieser Woche drei Blockveranstaltungen.
 
klar kann man über die art unterschiedlicher auffassung sein.
ich zum beispiel denke, das sich mit einem streik in anderer form wieder niemand großartig dafür interessiert hätte, denn seien wir mal ehrlich. hätten die einfach nur mitn paar plakaten vor der uni gestanden und das wärs gewesen, dann hätte das nicht so große wellen geschlagen in den medien, sondern wäre irgendwo unter "ferner liefen" versunken, so sensationsgeil wie unsere medienvertreter sind.

was mich vielmehr wundert ist, das die politik da nicht wirklich drauf eingeht, denn es wäre doch ideal so kurz vor dem wahlkampf.
 
www.chancen-foerdern.de/ an der Unterschriften-Aktion "CHANCEN FÖRDERN - ANERKENNUNG FORDERN! - Soziale Berufe sind mehr wert" (Dazu muss man nicht unbedingt aus dem sozialen Bereich kommen, (manche hätten aber ein bischen mehr soziale Bildung verdient ;))
 
Zuletzt bearbeitet:
KL0k schrieb:
das soll der symbolik dienen, das "das volk" quasi geschlossen dagegen antritt.

Dann sollte sich "das Volk" mal ein wenig, mit den von Ihnen genutzten Symbolen und deren wirklichen Aussagen beschäftigen, wenn das nicht gleich den Intellekt überfordert.

68Marcus69 schrieb:
Die Gründe des Bildungsstreiks sind sehr einleuchtend und verständlich. Ihn zu verdammen wäre arrogant und ignorant. Wenn du dadurch irgendwelche Einschränkungen hast, was ich bei der Dauer des Streiks stark bezweifle, kannst du deine Rechte wahrnehmen. Ob dies was bringt bezweifel ich zwar, aber das Recht hast du.

Tolles Verständnis von Meinungsäußerung. Ignorant und anmaßend wirkt es auf mich. Wenn Du mal ein wenig genauer im Thread liest wirst Du hoffentlich erkennen, dass die Ziele des Bildungsstreiks durchaus diskutabel sind, die Art und Weise jedoch nicht legitim ist.

Du sprichst hier groß von "Solidarität", die Du für Dich und die Streikenden einforderst, ignorierst und verurteilst jedoch Menschen, die anderer Meinung sind und befürwortest die bewusste Einschränkung von Grundrechten mit dem Verweis einer nachträglichen Klage ohne Erfolgsaussicht. Ganz trauriges Bild!

MFG
 
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