Blackout - Panikmache oder realistisches Szenario?

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Ich finde die Welt gerade bei Wirtschafts- und Rechtsthemen immer noch super.

Hmm kann gut sein dass das Online Artikel zur Prinbtrausgabe ist - ich lese da meistens bei längeren Sachen nur die Printausgabe xD

Ich finde das jedenfalls erstaunlich, dass die Bundesregierung es nicht mal hinbekommt die Eingriffs- und Regulierungsmöglichkeiten die sie hat zusammenzuhalten xD

Ich werde mal den Inhalt des Printartikel nachreichen - war ja 1. Advent da hab ich den eh nur so nebenher gelesen - es waren aber vor allem gerade große Industriekunden die gemeckert haben, dass die Regierung mal wieder gepennt hat und damit eine schlechte Situation durch Nichtstun verschlechtert haben.
 
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Vielleicht fällt es Dir, Kuristina & Co. einfach zu schwer, den Sachverhalt wirklich zu überblicken und das gipfelt dann in einer Verallgemeinerung in von der Presse aufgegriffene Teilthemen und damit betriebener Panikmache.
Inernet schrieb:
Bis zum Juni 2022 ergänzten abschaltbare Lasten der Industrie die Stabilität der Übertragungsnetze. Insgesamt konnten die ÜNB auf etwa 1.750 MW flexibler Nachfrage aus der Industrie im Rahmen der Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten (AbLaV) zurückgreifen, um nicht nur auf der Angebotsseite, sondern auch nachfrageseitig die Balance des Übertragungsnetzes sicherzustellen. Ob-gleich eine Verlängerung der AbLaV als nützliches Flexibilitäts-Instrument mit Blick auf die Versor-gungssicherheit von allen Seiten betont wurde, ist die Verordnung ohne eine Nachfolgeregelung im Sommer 2022 ausgelaufen.
Wir haben jetzt Ende November 2022 und im Sommer 2022 ist diese Verordnung ausgelaufen.

Oh ha, da hat sich die Presse + Industrie aber ganz schön Zeit gelassen, dieses angeblich massives Versagen aufzudecken. Aber schön, wenn man der Regierung eine alleinige Schuld zuschieben kann, ohne einen Hintergrund dazu zu wissen und auch ansonsten so einen Artikel nur oberflächlich gelesen/verstanden hat. :(
 
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Bohnenhans schrieb:
Es ging um industrielle Kunden.
Auf die Schnelle hier:

https://www.welt.de/wirtschaft/arti...ustrie-befuerchtet-abrupte-Abschaltungen.html

https://www.fuldainfo.de/industrie-befuerchtet-abrupte-stromabschaltungen/

§ 13 Energiewirtschaftgesetz (EnWG) https://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/__13.html

ThomasK_7 schrieb:
Meiner Ansicht nach (Regierungs-) Propaganda vom Feinsten, ich erlaube mir zu zitieren:

" ... Die Bundesnetzagentur hält die Wahrscheinlichkeit für gering, dass erzwungene, großflächigere Lastreduktion im kommenden Winter erforderlich wird. Die Wahrscheinlichkeit wird umso geringer, je mehr in einer angespannten Netzsituation alle einen Spar-Beitrag leisten. ... "

Hier wird mit Euphemismen die Tatsache zugekleistert, dass es keine gesicherte Erzeugung mehr gibt um den Bedarf zu sichern, daran werden auch 10.000 neue WKAs nichts ändern, solange es künftig keine Speicher im TWh-Bereich gibt.
Alleine die Wetterlage im kommenden Winter beeinflusst die Wahrscheinlichkeit von Brownouts m.E.n. um mehrere Größenordnungen, wie alle geforderten Sparmassnahmen zusammen genommen leisten könnten.
 
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Scheppschick schrieb:
Meiner Ansicht nach (Regierungs-) Propaganda vom Feinsten, ich erlaube mir zu zitieren:
Weil die Bundesnezagentur, die deutlich näher am Thema ist als du, anderer Meinung ist, ist es Propaganda?

Ich sag ja, die Probleme existieren primär, weil manche ihr Meinung als Fakt ansehen....
 
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Es geht bei der AblaV um ein Konstrukt aus der Vergangenheit (eingeführt 2013), bezahlt durch den Endverbraucher auf seiner Stromrechnung als Bestandteil der staatlichen Umlagen.
Vielleicht ist diese strategische Reserve jetzt durch die Aktivierung der größeren Netzreserve/Sicherheitsbereitschaft/Kapazitätsreserve entbehrlich geworden?

Bei den ganzen verschiedenen Reserve-Varianten (link 1, link2) kann man schon einmal den Überblick verlieren.
Wer sich die Mühe macht, die genauen Prognosen der Bundesnetzagentur für die nächsten Monate + Jahre durchzuarbeiten wird sehen, dass dort ziemlich genau im Detail geplant wird und keineswegs Tatsachen zugekleistert werden.
 
Es ist Aufgabe der Regierung Gesetze und Verordnungen zu erlassen und sonst von niemanden

Die Regierung macht halt ihren Job nicht.

Sie verschläft es völlig Verordnungen die jetzt mehr Sinn machen als zuvor zu verlängern und hofft dafür auf gutes Wetter
 
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Hier geht's zum -> Reality-Check
Schöne An- und Einsichten - Installierte Leistung vs. tatsächlicher Leistung,
Strom Im-/Exporte, Preise und stundenweiser Ursprung der Elektrizität in den letzten 24 h usw. usf..
Es ist leicht erkennbar, warum erwartbare Gas- und Strommangellagen so enge Geschwister sind ...
 
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Nur wenn man davon ausgeht, dass Gas-Stromkraftwerke bei Gasmangel mit als erstes abgeschaltet werden.
Was bringt Dich zu dieser Annahme?

Betriebe der Energiewirtschaft zählen doch zu den geschützten Kundenbereichen der Gaswirtschaft in einer nationalen Gasmangellage.
Ach ja, solche FAKTEN zählen ja nicht in Eurer Welt. :(
 
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ThomasK_7 schrieb:
Nur wenn man davon ausgeht, dass Gas-Stromkraftwerke bei Gasmangel mit als erstes abgeschaltet werden.
Nein. Das Gas welches jetzt mehr verstromt werden muss (weil die "Erneuerbaren" bei ~127GW inst. Leistung [btw. das 1,7-fache des tägl. Verbrauch in D ~75GWh] nicht liefern), steht bei großer Kälte nicht mehr für die 20 Mio. Haushalte zur Verfügung, die darauf zwingend zum beheizen angewiesen sind. Ungefähr 33% (~370TWh) des europaweit eingespeicherten Gases sind lt. Entso-e sowieso schon für die Verstromung zwingend verplant s.o.. Ob genug Gas zeitnah heran geschafft werden kann, lässt sich aufgrund der Aussagen des umstrittenen BM Habeck & BNA-Chef Müller (Grüne) m.E.n. stark bezweifeln (20%!).
Das ständige Leugnen einer wetterabhängigen, zunehmend kritischen Situation und das zitieren für die Situation vollkommen irrelevanter FAKTEN, bestätigt möglicherweise deine Sicht und die einiger Companeros.
Dem Ernst der Lage wird sie aus meiner Sicht nicht gerecht, siehe u.a. PR-Stunt EnBW, UM-BW, Situation in GB, F, CH, Polen etc.. Solche Fakten zählen anscheinend in deiner Welt nicht, sorry!
 
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Das ist alles bekannt.
Ich orientiere mich da lieber anhand der tatsächlichen aktuellen Lageberichte, wie z. Bsp. vom 9.12.22
Lage9.12.22.png

an statt mich über Sekundarquellen (allein) mit Informationen zu versorgen, welche in Gesamtheit nicht ausreichend das tatsächliche Bild wiedergeben (können).
Ich weis allerdings wirklich nicht, wie im Detail umfassend die zukünftige Situation in GB, F, CH, Polen usw. sein wird. Aus Deinen bisher gebrachten links lässt sich dazu aber auch nichts herauslesen.
Du darfst gerne dazu etwas substanzielles per link nachliefern.

Bis dahin bleibe ich erst einmal ruhig, weil auch mein lokaler Netzbetreiber für diesen Winter keinen Gas- und Strommangel ermittelt hat. Das ist natürlich lokal in D unterschiedlich. Aber wer sich informieren kann, muss sich halt in so einem Versorgungsgebiet nicht durch berechtigte Sorgen in anderen Versorgungsgebieten kirre machen lassen.

Das ständige Leugnen einer wetterabhängigen, zunehmend kritischen Situation..
Wer hat das hier geleugnet? Ich nicht und auch nicht die Regierung und auch nicht die betroffenen Versorger.
 
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ThomasK_7 schrieb:
Ich orientiere mich da lieber anhand der tatsächlichen aktuellen Lageberichte,
Das ist der große Unterschied zwischen unseren Sichtweisen, ich versuche die künftige Entwicklung aus der Betrachtung der Gegenwart zu extrapolieren.
Einige Beispiele:
Stromheizung durch mobile Heizkörper 2.7.22

Anfang September dreht Putin das Gas ab 22.7.22

Verdoppelung der Energiekosten 26.7.22


Nimm z.B. deine BNA-Grafik, Temperaturprognose "kritisch", bei gerade mal ein paar Tagen Frost im Winter, wir kommt man zu solch einer Aussage? Die Antwort findet sich hier:

https://www.bundesnetzagentur.de/DE.../Indikator_Temperaturprognose.html?nn=1077982

Jeglicher bundesweite Frost in den kommenden Wintermonaten, lässt die Situation kritisch werden!

Auch der temperaturbereinigte Gasverbrauch nähert sich zügig dem kritischen Bereich:

https://www.bundesnetzagentur.de/DE...verbrauch_temperaturbereinigt.html?nn=1077982

" ...
Stabil: Als stabil wird die Lage eingestuft, wenn temperaturbereinigt mehr als 25 % Gas eingespart werden.
Angespannt: Als angespannt wird die Lage eingestuft, wenn temperaturbereinigt zwischen 15 und 25 % Gas eingespart werden.
Kritisch: Als kritisch wird die Lage eingestuft, wenn temperaturbereinigt weniger als 15 % Gas eingespart werden. ... "

Soviel zur gegenwärtigen Lage, um sich einen Überblick über die Situation in den Nachbarländer zu verschaffen hilft die Nutzung einer Suchmaschine, falls man an der Thematik tiefergehendes Interesse hat.
 
Danke das Du mit diesem Post noch einmal gesondert bestätigst, das für Dich Deine Wahrnehmung und Deine Extrapolation unser aller nächste Zukunft bestimmen wird. :(

Nur nicht auf die Fachleute mit ihren nachweisbaren echten Zahlen hören!
Lieber selbst damit rechnen, dass ab Beginn Speicherleerung in 2,5 Monaten das Gas für Alle alle sein wird und deswegen alle mit Strom heizen müssen und unsere unfähige Regierung diesen Fall nicht vorbereitet und auch ansonsten völlig unfähig und verlogen ist.

Die oben geposteten Tacho-Ampeln ergeben in ihrer Gesamtheit die Gaslage.
Was soll denn der einzelne Bestandteil Temperaturprognose anderes abbilden als die Abweichung vom zu erwartenden statistischen Mittelwert?
Verschleiert die Regierung tatsächliche Lage, wenn Sie festhält, dass im Moment das Einsparziel bei Gas durch die Privathaushalte nicht erreicht wird? Nein!

Sorry, wer so verqueert denkt und auch mit der schlimmen Lage in anderen Ländern argumentieren will und selbst keine links dazu bringt, dem werde ich bestimmt nicht diese Arbeit abnehmen.

Frankreich + Schweiz haben soweit ich weis die Stromampel und auch Regelungen, was ab welcher Stufe erfolgen soll, um die Versorgung stabil zu halten. Diese Regierungen erkennen also sehr wohl die tatsächliche Lage und auch die EU mit ihren neu eingeführten Gremien zur europäischen Energielage macht auf mich einen handlungsfähigen Eindruck.
 
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Scheppschick schrieb:
um sich einen Überblick über die Situation in den Nachbarländer zu verschaffen hilft die Nutzung einer Suchmaschine, falls man an der Thematik tiefergehendes Interesse hat.

Da reicht ein Blick auf das "Aggregated Gas Storage Inventory" (AGSI) der "Gas Infrastructure Europe" (GIE). Jeder europäische Gasspeicher meldet dort täglich seine aktuellen Speicherstände: Klick

In den letzten zwei Wochen ist der tägliche Gasverbrauch in DE auf 0,53% angestiegen.

Die täglichen Durchschnittstemperaturen sind in der Periode bundesweit von ~8°C auf aktuell ~0°C gefallen.

Aktuell liegen die deutschen Gasspeicherstände bei 94%.

Damit uns im Februar/März also das Gas ausgeht, müsste es über 1-2 Monate hinweg mindestens -10°C kalt im Durchschnitt sein - stillschweigend, ohne Notfallplan und Rationierung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja auch wenn andeer Länder das Gas brauchen das in D lagert wird es ratzelfatz leer - und die Versorgung ist nunmal in ganz Europa kritisch.
 
Den Verqueerdenkern ist aber auch kein Argument zu schade, Ihr Unwissen hier zur Schau zu stellen.
Keine Ahnung, aber eine feste Meinung!

Welche Länder sollen das den sein?
Luxemburg/Liechtenstein fallen der Größe nach schon mal raus.
Länder ohne Pipelineanbindung zu uns wohl auch.
Länder mit höherer Eigenförderung als Eigenverbrauch wohl auch (inkl. LNG-Importen).

Frankreich hat seinen Russland-Gasaufall schon ganz leicht dauerhaft kompensiert.
Ungarn hat seinen Gasbezug aus Russland noch erhöht und gilt dort nicht als unfreundlicher Staat und hat deswegen auch vor kurzem einen neuen Liefervertrag durch Russland bekommen.

Auch scheinen alle verbleibenden Länder aus unserer Nachbarschaft es selbst wohl noch gar nicht bemerkt zu haben, dass sie in Kürze dringend Gas aus D benötigen und deswegen noch nicht eine Anfrage hierzu gestellt zu haben.
Oder hat Irgendjemand hierzu schon was seriöses gelesen?

Ergänzung:
Die europäische Solidarität, hier konkret Deutschland-Österreich, hat dazu geführt, dass Österreich, obwohl anscheinend selbst nicht zwingend darauf angewiesen, den nicht gerade kleinen Erdgasspeicher Haidach, welchen Gazprom im Vorfeld des Krieges ebenso hatte leerlaufen lassen, unter Staatsverwaltung gestellt hat und mit Deutschland zusammen von Null auf bis 95% hat auffüllen lassen. Diese wichtige Reserve taucht in den internationalen Statistiken unter Österreich auf (Der Erdgasspeicher Haidach hat ein Arbeitsgasvolumen von über 2,6 Milliarden Kubikmetern, womit er ein größeres Volumen aufweist als die fünf bayerischen Gasspeicher zusammen), obwohl hauptsächlich durch Deutschland genutzt.
 
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Deutschland exportiert bereits jetzt zwischen 30-40% des Ergases das reinkommt - Tendenz steigend.

Die Bundesnetzagentur hat auch heute von "Gaslage stabil" auf "Gaslage kritisch" umgestellt.

Warum? weil die halt mehr drauf haben als Habecks Schönwetterszenarien nachzuplappern und die für sinnvoll zu halten xD

Aus Excel rausgeholt - deshalb die roten Kringel....
 

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Was für eine Aussagekraft hat diese Tabelle?

Vielleicht wollten unsere südlichen und östlichen Länder auch ihre Gasspeicher füllen und deswegen der hohe Export? Bis auf Ungarn und Serbien sind ja vermutlich fast alle restlichen Länder von Lieferkürzungen durch Gazprom betroffen gewesen.
Wir haben laut Deiner Tabelle in den ersten 9 Monaten 2022 mehr Gas exportiert wie 2021 und trotzdem (!) haben sich unsere Speicher auf 100% gefüllt und trotzdem haben wir wie wild aus Gas für uns Endkunden + Frankreich sauteuren Strom produziert (finde ich persönlich falsch).

Ich persönlich erwarte deswegen nicht, das sich dieser hohe Exportanteil nach Monat Oktober 2022 fortsetzen wird. Im Rahmen der europäischen Solidarität war dieser hohe Exportanteil deswegen wichtig und richtig!
Mehr als 100% konnten wir halt nicht speichern, da kann man auch abgeben/durchleiten.

Nachtrag: Das Einspeichern im oben von mir erwähnten Gasspeicher Haidach in Österreich dürfte laut Tabelle auch unter Export laufen, obwohl wir dort nur im Ausland hauptsächlich für Bayern einspeichern.
 
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Es geht um die Relationen Export / Import in den entsprechenden Zeitintervallen x1,x2

Einen ausgeschalteten Ofen kann man nicht nochmal ausschalten - und der augeschaltete Ofen in Industrie und Gewerbe ist der einzige Grund warum man im Sommer die Speicher noch füllen konnte - ein belangloser 1x Effekt - wenn man das Wesentliche versteht, was die Tabelle aussagt - siehe auch BuNetzAgent.
 
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