Blackout - Panikmache oder realistisches Szenario?

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Achim_Anders schrieb:
[...]Ein bisschen weniger Paniktheorie und mehr realpolitischer Blick würde da helfen.
Ja, ich hoffe sehr auf den realpolitischen Blick, am besten gleich bei den nächsten Wahlen.
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Snowi schrieb:
Im Zweifel Kohle. Die Kohlekraftwerke können schon gut Leistung hochfahren, wenn es benötigt wird. Ob das jetzt Sinnvoll ist, die 5% Atom durch 5% Kohle zu ersetzen, ist die andere Sache.

Um Lastabwürfe etc. mache ich mir zurzeit keine Sorgen, solange die Gas- und Kohlekraftwerke noch am Netz sind. Problematisch wird es, wenn die vom Netz gehen.
Jahreszeitbedingt liegt die Spitzenlast derzeit deutlich unter den üblichen Spitzen im Januar. Der letzte Winter war relativ mild, wird der nächste mal wieder richtig kalt, wird sich das grüne Reallabor beweisen müssen.

Der Rückbau gesicherter Erzeugungsleistung soll ja noch weitergehen...
1681632527305.png

link
 
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Miuwa schrieb:
Und kannst du auch die Gründe nennen, weshalb das angeblich nur reine Polemik ist? Darauf hinzuweisen, dass Deutschland fast den höchsten Strompreis in der Welt hat (nur Dänemark ist noch minimal drüber) ist imo keine Polemik, sondern die Wahrheit. Ebenso die beschriebenen Folgen, die damit einher gehen. Eine Gesellschaft ist auf günstige Energie angewiesen, um einerseits ihre Bürger nicht zu stark zu belasten, zum anderen um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deutschland hat zudem auch nach Belgien die höchste Stuer- und Sozialabgabenlast: https://de.statista.com/statistik/d...frage/steuer-und-sozialabgaben-nach-laendern/ Das gepaart mit den hohen Energiepreisen ist auf Dauer keine gute Entwicklung.
 
Und wenn die Lohnnebenkosten, die Steuerlast, die Energiekosten und die Bürokratie in Deutschland zu hoch wären für den Wettbewerb, hätten wir hier wohl schon keine Industrie mehr. Denn die Steigerungen dieser Faktoren bemängelt die Industrie hier ja schon seit 50(?) oder mehr Jahren. Wenn es um Tarifverhandlungen geht, kommt von der Arbeitgeberseite im Schwerpunkt auch nur 'es ist Krise', 'wir müssen die nächste Krise vorbereiten' und 'wir müssen die letzte Krise nacharbeiten'. Trotzdem sich die Gewinne sich um 10 oder mehr Prozent gesteigert haben. Die Industrie hat in solchen Verhandlungen nie Geld über, ist aber trotzdem noch hier. Es MUSS also in Deutschland irgendwelche Vorteile geben, die die Industrie trotz ihres Weinens hier hält.

Deutschlandweit hatte die Kernenergie zuletzt einen Anteil von 4,6%. Für Deutschland gesamt mache ich mir weiterhin keine Sorgen, aber hiernach fallen in Bayern 12% Produktion flach. Ja, da kann ich mir gut Sorgen vorstellen, besonders, weil der zusätzliche Bedarf nicht aus dem Norden Deutschlands bezogen werden kann. Der Strom für Bayern muss dann noch teurer Importiert werden. In der Situation kann es schon knappe werden, an dunklen Tagen.
 
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Zum Thema Batteriespeicherausbau eine interessante Statistik: Daraus ergibt sich, dass 2023 bislang analog zum PV Ausbau über 50% Kapazität und fast die Hälfte an Leistung an Batterie mit zu gebaut werden (1,62GW PV zu 0,75GW mit 1,092GWh Batterie). Dazu 0,29GW Wind. Läuft also zumindest, könnte nur schneller sein.

2022 hatten wir 7,33GW mit 1,66GW und 2,419GWh, dazu 2,46GW Wind.

Macht zusammen 8,95GW PV, 2,41GW Batterie (3,511GWh) und 2,65GW Wind. Damit ist m.M.n. der Wegfall der Leistung und Mengen mit dem EE Ausbau 2022 bis jetzt nahezu kompensiert.
 
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Hallo

Schredderr schrieb:
Die gibt es schon seit Jahren, haben sich halt nie bewahrheitet.
Das ist das Problem, ich habe schon viel zu viele Weltuntergänge, Apokalypsen und "Das Ende naht" Brüllereien miterlebt.
Ölkrise der 70-80er Jahre, Jahr 2000 Umstellung, Maya Kalender, Nostradamus, LHC in Genf, Ozon Loch, Blackouts, Klima-/Umweltkatastrophe, etc.
Passiert ist bisher nichts, außer das die Prepping Industrie jedesmal Rekordgewinne macht, ich lasse mich nicht mehr hinter dem Ofen hervor locken.
Viele Übernervöse haben noch sehr viel Nudeln/Klopapier und bei 40cent/kWh schaltet auch keiner die letztes Jahr gekauften Elektroheizungen ein.

Achim_Anders schrieb:
Ein bisschen weniger Paniktheorie und mehr realpolitischer Blick würde da helfen.
Es wäre schön gewesen wenn unsere Politik bei den Atomkraftwerken realpolitischer gehandelt und die Atomkraftwerke nicht abgeschaltet hätte.
Bei so vielen Atomkraftwerken in direkter Grenznähe zu Deutschland spielen unsere 3 Atomkraftwerke wegen Sicherheit auch keine große Rolle.
Ich hoffe das wir ab der nächsten Bundestagswahl die Grünen los sind und wieder mehr Realpolitik bekommen die neue Atomkraftwerke baut.

Grüße Tomi
 
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Ich habe schon weit vorne im Thread geschrieben und 1 Industrieangebot verlinkt, dass die Batteriespeicher, auch von deutschen Firmen, als Containerlösungen zum Kauf bereit stehen. Die Technik ist entwickelt, schnell verfügbar und ich vermute, auch billiger wie vergleichsweise ein neues AKW (Speicherkosten je kWh hatte ich auch verlinkt).
Vorgestern hatte ich folgenden Bericht gehört
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion beschleunigt den Netzausbau und wächst weiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten die Investitionen mit rund 1,5 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Das Unternehmen plant, in den kommenden fünf Jahren rund 22 Milliarden Euro in das Übertragungsnetz zu investieren.
.Leider steht nichts über Speicherausbau im verlinkten Artikel.
 
Hallo

ThomasK_7 schrieb:
Ich habe schon weit vorne im Thread geschrieben und 1 Industrieangebot verlinkt, dass die Batteriespeicher, auch von deutschen Firmen, als Containerlösungen zum Kauf bereit stehen.
Wie viele Container brauchen wir für einen Stadtteil oder eine ganze (Groß) Stadt ?

ThomasK_7 schrieb:
Die Technik ist entwickelt, schnell verfügbar
Schnell verfügbar in welchen Mengen, schnell genug um einen Stadtteil oder eine ganze (Groß) Stadt zu versorgen ?

Grüße Tomi
 
Samurai76 schrieb:
[...]Macht zusammen 8,95GW PV, 2,41GW Batterie (3,511GWh) und 2,65GW Wind. Damit ist m.M.n. der Wegfall der Leistung und Mengen mit dem EE Ausbau 2022 bis jetzt nahezu kompensiert.
Ist das wirklich so einfach? Per Dreisatz? Ich habe in einigen Beiträgen zuvor bereits erläutert, weshalb das nicht 1 zu 1 geht.

Aus Deinem link (energy charts)...
1681650998286.png


Was kostet eine kWh Batteriespeicherkapazität derzeit? 800 €?

Mal sehen:

7,16 GWh x 800 €/kWh = 5.728.000.000 €

Die Speicher könnten bei 4,82 GW installierter Leistung also ca. 1,5 h einspeisen. (Mit 100% auf 0% Füllstand, also bis zur Tiefentladung.

4,82 GW entsprechen ca. 10 % der der momentanen Last.

Also 5,7 Milliarden € um für 1,5h 10 % der Last abzudecken.

Zudem sind Batteriespeicher Kurzzeitspeicher bzgl. der saisonalen Problematik Sommer/Winter helfen die gar nichts.
 
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Bei größeren Anlagen für den Heimgebrauch finden sich im Netz schon Angebote die eher bei 500 statt 800€/kWh liegen.
Bei größeren Speichern (bspw. in 40ft Containern) sollte man doch deutlich darunter liegen.
 
Leistung eines Containers:
Aktuell haben die Entwickler eine skalierbare Containerlösung mit einer Kapazität von 400 kWh und einer Leistung von 100 kW im Portfolio.
Das gleiche Prinzip nur größer gedacht (Strom für Berlin 1 Stunde).
link schrieb:
Entsprechen groß ist auch die Speicherkapazität von 700 Megawattstunden. Das reicht, um alle Haushalte von Lüneburg oder Bayreuth für einen Tag mit Strom zu versorgen. Aber darum geht es ja gar nicht. Ein Speicher dieser Größenordnung könnte den unbeständigen Windstrom der Nordseeanlagen abfangen und in dem Maße abgeben, wie der Strommarkt es benötigt. Regelleistung heißt das und wird von den Netzbetreibern gut bezahlt.
Natürlich gibt es auch die Li-ionen Speicher mit viel höherer Speicherdichte, aber auch deutlich höheren Kosten. Die genauen Werte habe ich nicht zur Hand, hatte diese aber auch schon einmal hier gepostet.
 
Buttkiss schrieb:
Also wir feiern heute den Ausstieg, ohne Blackout
Du darfst ja gerne feiern, ich finde es schon pure Verschwendung, noch nicht eimal die vorhandenen Brennelemente aufzubrauchen. Aber gut, mein Arbeitgeber wird sich auch in einer Dunkelflaute mit selbst erzeugtem Strom (zur Not aus Gas oder Öl, wenn die BIO-Abfälle nicht genügen) die nächsten 10 Jahre am Leben erhalten. Danach muss ich nur noch hoffen, dass die Versicherung hinter der BAV gut genug ist.

Buttkiss schrieb:
Gut möglich das wir in 20-30 Jahren wieder teilweise auf Kernenergie aus neuen Kraftwerktypen setzen.
Wer soll "wir" sein? Die Gegner werden auch genügend Argumente gegen Kernfusion oder neue Reaktoren finden, die den derzeitigen Atommüll nutzen könnten.

Tomislav2007 schrieb:
Ich hoffe das wir ab der nächsten Bundestagswahl die Grünen los sind und wieder mehr Realpolitik bekommen die neue Atomkraftwerke baut.
Die uns selbst dann erst in 10-20 Jahren irgendwas bringen, falls bis dahin noch irgendwas zu machen ist.

Tomislav2007 schrieb:
Schnell verfügbar in welchen Mengen, schnell genug um einen Stadtteil oder eine ganze (Groß) Stadt zu versorgen ?
Dass ihr an einander vorbei redet, merkt ihr wohl garnicht.
ThomasK_7 spricht von Neubau eines AKW, nicht von der (recht simpelen) Weiternutzeg der noch bestehenden AKWs
"ich vermute, auch billiger wie vergleichsweise ein neues AKW"
 
SW987 schrieb:
also bis zur Tiefentladung.
Wenn die Angaben der Statistik der physikalisch installierten Kapazität entsprechen würde, wäre das Argument wohl valide. Macht aber keiner. Angegeben sind die Nutzkapazitäten, und da sind 0% eben nicht tiefentladen und 100% eben nicht randvoll im Sinne der physikalischen Größen.

Und warum vergleichst du den Ausbau im Kontext Atomabschaltung mit der Gesamtlast?

Damit der Kontext wieder stimmt, Installiert sind derzeit 163GW EE. Das sind 200% der deutschen Spitzenlast und produziert im Jahr die Hälste an Strom. Und nun, was sagt uns das? Es reicht noch nicht. Aber wir sind auf dem Weg. 30 Jahre für die erste Hälfte und noch 10 Jahre Zeit für die Zweite. Für 80GW EE haben wir 10 Jahre gebraucht, es fehlt also nicht mal viel Tempo.

Ich habe übrigens nirgendwo behauptet, dass die derzeitige Kapazität oder Leistung für die Last ausreicht. Nur, dass die drei Atomkraftwerke mittlerweile kompensiert sein müssten.
 
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ThomasK_7 schrieb:
Leistung eines Containers:Das gleiche Prinzip nur größer gedacht (Strom für Berlin 1 Stunde).
Natürlich gibt es auch die Li-ionen Speicher mit viel höherer Speicherdichte, aber auch deutlich höheren Kosten. Die genauen Werte habe ich nicht zur Hand, hatte diese aber auch schon einmal hier gepostet.
Also wenn ich den beiden links folge, gelange ich zu geplanten Pilotprojekten und nicht zu eigenwirtschaftlich einsatzfähiger Technik. Oder habe ich was übersehen?
 
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Und wenn sich die Bayrische Staatsregierung vor 10 oder gar 20 Jahren entscheidet, Bundesgesetz zu ignorieren und sich nicht darauf einzustellen, dann fehlt mir auch ein wenig das Mitleid.
 
Heute wurde wieder lecker Atomstrom aus Frankreich importiert.

Deutschland ist mitnichten aus der Kernenergie ausgestiegen, unser Land wird nur im Zuge der Energiewende zum größten Stromimporteur in Europa aufsteigen. Deutsche Kernkraftwerke werden also quasi im Ausland stehen.

atomstromimport_frankreich.jpg


Außerdem wurde die fehlende Leistung aus den abgeschalteten Kernkraftwerke bereits mit Braunkohle kompensiert (22 Prozent vs. 27 Prozent). Hut ab vor so viel Klimaschutz, liebe Ampel.

braunkohle_23_4_15.jpg
braunkohle_23_4_16.jpg
 
@Trumpf

Langfristige Entscheidungen und Weichenstellungen für eine Zukunft mit tagesaktuellen und kurzfristigen Änderungen zu kritisieren erscheint mir etwas unterkomplex.

Auf diese Twitterposts reinzufallen ist eigentlich nicht notwendig :-)
 
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Samurai76 schrieb:
[...]Und warum vergleichst du den Ausbau im Kontext Atomabschaltung mit der Gesamtlast?[...]
Was genau meinst Du? Ich wollte die Kapazitäten nur ins Verhältnis setzen, damit man eine Vorstellung bzgl. der Dimensionen (Leistung und Energie) hat um die es hier geht.
Samurai76 schrieb:
Damit der Kontext wieder stimmt, Installiert sind derzeit 163GW EE. Das sind 200% der deutschen Spitzenlast und produziert im Jahr die Hälste an Strom. Und nun, was sagt uns das? Es reicht noch nicht. Aber wir sind auf dem Weg. 30 Jahre für die erste Hälfte und noch 10 Jahre Zeit für die Zweite. Für 80GW EE haben wir 10 Jahre gebraucht, es fehlt also nicht mal viel Tempo.[...]
Hilft halt nur bedingt, wenn wie in der KW4 zeitweise nur 1,2 GW dabei rumkommen...
1681655873224.png

Gemäß dem Paretoprinzip ist es extrem unwahrscheinlich, dass dies gelingt. Die erste Hälfte war relativ einfach, weil die fluktuierenden EEs einfach angeschlossen werden konnten, da der vorhandene Kraftwerkspark die Schwankungen ausgleichen konnte. Das wird nicht mehr lange so weitergehen, es wird schwieriger, komplexer, teurer und riskanter. Und meine persönliche Meinung: Ein technisch-betriebswirtschaftliches Desaster.
Samurai76 schrieb:
[...]Ich habe übrigens nirgendwo behauptet, dass die derzeitige Kapazität oder Leistung für die Last ausreicht. Nur, dass die drei Atomkraftwerke mittlerweile kompensiert sein müssten.
Das wollte ich Dir auch gar nicht unterstellen, ich wollte nur darauf hinweisen, dass Wind und PV mit mehreren Batteriespeichern allein noch kein thermisches Kraftwerk am Höchstspannungsnetz ersetzen.
 
Achim_Anders schrieb:
Warum wollt ihr eigentlich unbedingt die teuerste Variante der Stromerzeugung unbedingt in Deutschland halten und haben? Och verstehe das wirklich nicht so ganz:
Anhang anzeigen 1347843
Kernkraft ist grundlastfähig und Klimaneutral. Es macht auch mehr Sinn eigene grundlastfähige Kraftwerke zu haben, anstatt überteuerten Strom zu importieren. Letztere ist also eine Kostenfrage.

Aus der Grafik geht außerdem eindeutig hervor, dass Kohle- und Kernkraft deutlich günstiger in der Produktion sind. Es kommen nur imaginäre Kosten ("Nicht internalisierte externe Kosten") hinzu.
 
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