Blackout - Panikmache oder realistisches Szenario?

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NedFlanders schrieb:
Ich sehe keinerlei Polemik oder Populismus darin auf die aktuelle Situation und die hohen Strompreise hinzuweisen.
Wie hier wieder die Aussagen verdreht werden.... Es wurde nicht gesagt, dass es Populismus bzw. Polemik sei, wenn man auf die hohen Strompreise hinweist. Sondern das wie und der Gebrauch von Wörtern wie Deindustrialisierung und Enteignung dabei genutzt werden. DAS ist die Polemik und der Populismus daran, denn es besteht keine zwingende Kausalität dabei.

Und deine Gegenfrage ist genauso populistsicher Schwachsinn und ohnehin faktisch falsch. Wurden die Deutschen deindustrialisiert und enteignet, als man die GEwässerschutzverordnung eingeführt hat, damit die Flüsse wie Rhein und Elbe keine stinkenden toten Kloaken mehr sind? Ist Deutschland vor die Hunde gegangen, als man FCKW verbot? Oder Maßnahmen einführte um sauren Regen zu verhindern, der die deutschen Wälder gekillt hat?

Nein. Umhin ist es vollkommener Nonsense so zu tun, als würde durch die EE Maßnahmen nun genau das passieren wird. Das ist Populismus und Polemik wie sie die immer gleichen Wirrköpfe bei jeder Gelegenheit behaupten als ob es eine Alternative wäre, einfach weiter zu machen wie bisher und die Umwelt zu zerstören.
 
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NedFlanders schrieb:
Gegendfrage: sorgen hohe Energiepreise in einer Gesellschaft für Industrialisierung und eine blühende Wirtschaft?
Es gibt hierzulande schon genügend Beispiele von Handwerksbetrieben, die die Situation und die Entwicklung gedeutet haben. Diese Haben nun PV und Wärmepumpen im Einsatz und lachen sich in Fäustchen ob des Marktvorteils günstiger Energie.
Und dann gibt es die Menschen, die sich eben keine Gedanken gemacht haben und nun schimpfen. Denn schimpfen ist so schön einfach, genauso wie nach Rettung der Situation durch den Staat zu hoffen. Um den Klimawandel zu stoppen, ist die Mitwirkung aller gefragt.
 
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Das machen sie dann so alle 10 Jahre, sich ins Fäustchen lachen. Und die anderen Menschen, die nach und nach ihre Arbeit verlieren werden, weil Deutschland wirtschaftlich nicht mehr rentabel ist, die sind dann auch so am Lachen, was? Und die ganzen Menschen, die den Traum vom eigenen Haus haben, haben dank der neuen Regelungen die A. Karte. Aber, das ist ja nicht schlimm.

Ich sage vorraus: Intel wird seine Fabrik bauen, zwei Jahre laufen lassen und dann von Dannen gehen.
 
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Samurai76 schrieb:
Es gibt hierzulande schon genügend Beispiele von Handwerksbetrieben, die die Situation und die Entwicklung gedeutet haben. [...]
Das wäre gut, aber weshalb gibt es dann den Mangel an Handwerkern?
Samurai76 schrieb:
Diese Haben nun PV und Wärmepumpen im Einsatz und lachen sich in Fäustchen ob des Marktvorteils günstiger Energie.[...]
Wer genau lacht? Die Mitarbeiter in den Handwerksbetrieben, die jetzt Überstunden ohne Ende leisten müssen?
Samurai76 schrieb:
Und dann gibt es die Menschen, die sich eben keine Gedanken gemacht haben und nun schimpfen. [...]
Menschen, die sich eine Immobilie im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten im schlechten Zustand erworben haben, diese mit sehr viel Eigenleistung als Heim geschaffen haben, haben also nichts gedacht?

Sie haben eventuell nicht daran gedacht, dass die Politik direkt mit der Brechstange kommt.
Samurai76 schrieb:
Denn schimpfen ist so schön einfach, genauso wie nach Rettung der Situation durch den Staat zu hoffen.[...]
Aber staatlich garantierte Förderungen über 20 Jahre einstecken ist ok?
Samurai76 schrieb:
Um den Klimawandel zu stoppen, ist die Mitwirkung aller gefragt.
Ich hoffe die chinesische Regierung sieht das auch so.
 
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Samurai76 schrieb:
Es gibt hierzulande schon genügend Beispiele von Handwerksbetrieben, die die Situation und die Entwicklung gedeutet haben. Diese Haben nun PV und Wärmepumpen im Einsatz und lachen sich in Fäustchen ob des Marktvorteils günstiger Energie.
Ich arbeite im Handwerksbereich, unser Firmensitz hat eine PV Anlage. Wir führen dort gelegentlich notwendige Reparaturen durch aber der Hauptanteil des Tagesgeschäftes, ca. 98%,. ist natürlich vor Ort beim Kunden.
Notwendiges Material (Kabel, Pumpen, Rohre, etc. ) muss eingekauft werden, die Kosten dafür sind durch die hohen Energiepreise natürlich immens gestiegen und müssen zwangsweise auf den Kunden umgelegt werden.

Welchen Marktvorteil haben wir jetzt durch die PV Anlage, 100€ Stromersparnis weil mal der Akkuschrauber geladen wird oder früh mal das Licht an ist? Sollen wir paar Kilo Strom und Wärme auf die Baustelle mitnehmen?
 
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Frag mal euer Büropersonal, ob die das auch so sehen, statt nur auf seinen kleinen Teller mit rasch erreichtem Tellerrand zu schauen. Bei 100€ Ersparnis im Monat, habt ihr 2 Balkonkraftwerke installiert oder was :D
 
Bei einer 10 kWp Anlage mit Speicher habt ihr tatsächlich wenig Wettbewerbsvorteil, dann ist das anscheinend eher ein kleiner Familienbetrieb?
Die Rede war hier eher von sehr viel größer dimensionierten Anlagen deren Strom fürs produzierende Gewerbe genutzt wird.
 
Also, inzwischen auch im Winter schon 50% EE (Quelle: "Die erneuerbaren Energien in Deutschland haben in den ersten drei Monaten des Jahres rund die Hälfte des hierzulande verbrauchten Stroms geliefert."), d.h. im Umkehrschluss, im Jahresabschluss 2023 wird die Quote aller Wahrscheinlichkeit nach noch höher ausfallen, da die guten Monate EE ja erst kommen.
 
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was du vergessen hast zu erwähnen :

"Der prozentuale Anstieg des Erneuerbaren-Anteils sei allerdings zum Teil auch auf den krisenbedingt gesunkenen Stromverbrauch zurückzuführen, erklärten ZSW und BDEW. Er lag im ersten Quartal gut sechs Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Da die Erneuerbaren-Quote als Anteil am Stromverbrauch bemessen wird, erhöhe ein niedrigerer Verbrauch die Quote und umgekehrt."

https://www.focus.de/klima/news/hae...chlands-gruenes-stromwunder_id_192331989.html

sollte wieder der Stromverbrauch sein, wie er vor der Krise war, steigt der Stromverbrauch und die Quote der EE sinkt
 
Samurai76 schrieb:
Also, inzwischen auch im Winter schon 50% EE (Quelle: "Die erneuerbaren Energien in Deutschland haben in den ersten drei Monaten des Jahres rund die Hälfte des hierzulande verbrauchten Stroms geliefert."), d.h. im Umkehrschluss, im Jahresabschluss 2023 wird die Quote aller Wahrscheinlichkeit nach noch höher ausfallen, da die guten Monate EE ja erst kommen.
Dieses Mitteln über lange Zeiträume wie Jahre oder Quartale verschleiert halt die Tatsache, dass eine sichere Energieversorgung 8.760 Stunden im Jahr sicher sein muss.

KW 4 in diesem Jahr sah so aus...
1682935288749.png

link

Und auf Stundensicht sind es teilweise nicht mal 2 %...
1682935499394.png

link

Wenn es dunkel und kalt ist, geht der EE die Puste aus. Gerade dann, wenn die Menschen Energie benötigen.
 
SW987 schrieb:
sichere Energieversorgung 8.760 Stunden im Jahr sicher sein muss.
Da exakt dieses Argument schon diverse Male angeführt wurde, wird es wohl wieder Zeit, etwas zusammen zu fassen.

Der EE Strom wird zukünftig nicht reichen. Ja, stimmt. Er reicht jetzt nicht und wird zukünftig auch nicht reichen. Zumindest nicht immer und zu jeder Zeit. Will auch niemand. Der Plan ist nicht, alle Gaskraftwerke zukünftig abzuschalten. Der Plan ist doch eher so, dass auch in Zukunft Gaskraftwerke laufen werden. Nur dann umgerüstet mit H² oder irgendwas, was daraus hergestellt wurde.

Der Plan funktioniert nicht, das Netz wird zusammenbrechen und Strom unbezahlbar. Ja, stimmt. Wenn man sich auf die Änderungen nicht einstellt wird der Strom zukünftig zu bestimmten Zeit sehr sehr teuer sein. Dafür zu anderen Zeiten spottbillig und im Überfluss vorhanden. Wer sich darauf eingestellt hat kann davon profitieren. Wer das nicht will, kann auch viel bezahlen.

Die Natur und die Forschung sagen beide, dass das Tempo nicht reicht. Dein Plan ist bislang die Vollbremsung. Und dann? Wie sieht dein Plan für Netto Null bis 2045 vor?

M.M.n. ist die geforderte Temposteigerung für D noch moderat. Nach einer Vollbremsung muss das Tempo aber umso schneller sein, berücksichtige das bei deinen Vorschlägen.
 
Samurai76 schrieb:
[...]Die Natur und die Forschung sagen beide, dass das Tempo nicht reicht. Dein Plan ist bislang die Vollbremsung. Und dann? Wie sieht dein Plan für Netto Null bis 2045 vor?[...]
Unbezahlbare und äußerst fragwürdige(!) Ziele bringen nichts.

Die Welt wird auch 2045 nicht klimaneutral sein und der CO2-Wert wird weiter steigen.

Ich habe keinen "Netto Null Plan", weil ich den für unsinnig halte.

Meiner Meinung nach bedarf es einer Budgetsteuerung, die die wirstchaftliche Leistungsfähigkeit berücksichtigt. Zudem sollten diese Mittel für den EE-Ausbau und(!) für Anpassungs- und Schutzmaßnahmen gegen die Folgen des menschgemachten Klimawandels eingesetzt werden.

Fazit: Budget als Führungsgröße und irgendwelche Gradziele, die wir eh nicht in der Hand haben, in die Tonne.
 
SW987 schrieb:
Ich habe keinen "Netto Null Plan", weil ich den für unsinnig halte.

Meiner Meinung nach bedarf es einer Budgetsteuerung, die die wirstchaftliche Leistungsfähigkeit berücksichtigt.
Das klingt so, wie es die überwiegend CDU geführte Regierung vor 20, 30 Jahren probiert hat. Ein paar Rahmenbedingungen und der Markt wird es schon richten.

Die Folgen: PV und Windkraftindustrie fast ausgestorben in D, Strompreise von zeitweise über 60€Cent/kWh Tarif. Für private Kunden eine Strompreisbremse für ~40€Cent, in Niedersachsen der Plan, Industriestrom auf 7€Cent zu deckeln.

Hm. Der 'Plan' stimmt mich nicht sehr zuversichtlich, dass der Markt das außer für den Markt regeln kann, denn die Gewinne der Unternehmen sind schneller gestiegen als die Reallöhne.
 
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Entscheidend wird sein, wie die Wähler hierzulande und in der EU das sehen.

Der Haupttreiber für den Preisanstieg war die EEG-Umlage...
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Diese wurde abgeschafft und durch Steuergeld ersetzt.

Sie wäre sonst auf über 10 Cent pro kWh angestiegen. Das wollte man wohl nicht mehr so sichtbar haben.

Die Abschaffung der EEG-Umlage bedeutet übrigens nicht, dass die damit verbundenen Kosten verschwunden sind. Die trägt halt jetzt der Steuerzahler.
 
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SW987 schrieb:
Die trägt halt jetzt der Steuerzahler.
Falsch, den wohl größten Anteil zahlen die Stromkunden über die Netzentgelte, da die Netzbetreiber meines Wissens nach alles über den festgelegten Erzeugerpreisen zum Börsenpreis in den EEG Topf zahlen. (müssen) Steuerlich soll nur noch der Fehlbetrag ausgeglichen werden. Soweit ich weiß war letztes Jahr die vorletzte geplante Steuerzahlung, dieses Jahr dann die letzte. Weil dann der zu erwartende Überschuss die daraus gezahlten Subventionen weit überschreiten müsste/soll.
 
Die ersten drei Monate waren alle defizitär, im März war es ein Minus von 630 Mio. €...

Im Moment ist das EEG Konto aufrgund der staatlichen Milliardenspritzen sowie der Teil extrem hohen Strompreise im letzten Jahr noch mit ca. 14 Milliarden gefüllt. Tendenz aber schnell fallend.

Grund dafür sind die niedrigen Spotmarktpreise, für die der EE-Strom verschleudert werden muss, häufig nahe Null. Die EE-Anlagenbetreiber erhalten aber dennoch ihre staatlich garantierte Vergütung (im Schnitt über alle derzeit geförderten Anlagen beträgt das ca. 15 bis 18 Cent pro kWh, denn die hohen Vergütungen wurden erst vor ca. 10 Jahren zurückgefahren, d. h. es sind noch viele Anlagen mit Vergütungen von über 30 Cent pro kWh unterwegs...
1682943758113.png

Da war aber bereits ca. die Hälfte der installierten PV-Leistung errichtet...
1682943937728.png

link
 
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SW987 schrieb:
Der Haupttreiber für den Preisanstieg war die EEG-Umlage...
Der massive Anstieg der EEG-Umlage war vor allem durch die Ausgleichsmechanismusverordnung aus 2010 begründet. Dadurch wurde der EE-Strom an die Börse gezwungen. Hat natürlich geholfen, den Börsenpreis zu bestimmten Zeiten massiv zu senken, während die Einspeisevergütung durch die EEG-Umlage finanziert wurde. Im Grunde genommen also eine massive Subvention für Großverbraucher aus der Industrie, die bei hoher EE-Verfügbarkeit extrem günstig an der Börse kaufen können, aber in der Regel von der EEG-Umlage befreit waren.
Wikipedia liefert einen ganz guten Überblick.
An deinen Grafiken erkennt man auch gut: Der Anstieg der EEG-Umlage ab 2010 ging mit einer Senkung der Nettostrompreise einher.

Die Gesamtkosten für die private Endkunden mit normalen, festen Stromtarifen wären wohl mit dem vorherigen Modell, als es eine Verbrauchspflicht gab und die EE vom Börsenmarkt entkoppelt waren, eher geringer. Eine Einspeisevergütung von 15-18ct/kWh dürfte wohl ungefähr den derzeitigen Nettostrompreisen (Beschaffung, Netzentgelt, Vertrieb) normaler Endkundentarife entsprechen. Die Einspeisevergütung selbst ist also nicht wirklich das Problem, sondern die Tatsache, dass die privaten Endverbraucher diese über die EEG-Umlage finanzieren, ohne selbst den günstigen Börsenstrom kaufen zu können.
 
Ihr seid hier mit diesen Argumenten im falschen Thread! :D

Hier geht es um den von einigen sicher geglaubten Blackout.
Strom Jahr 2022 und bis heute: kein Blackout, trotz roter Stromampel in BW
Gas Jahr 2022 und bis heute: kein Blackout

Danke, ich habe fertig.
 
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ThomasK_7 schrieb:
Hier geht es um den von einigen sicher geglaubten Blackout.
Strom Jahr 2022 und bis heute: kein Blackout, trotz roter Stromampel in BW
Gas Jahr 2022 und bis heute: kein Blackout

Danke, ich habe fertig.

Sind wir einfach nur froh, dass es (noch) nicht so weit gekommen ist.

Ein längerer, großflächiger Stromausfall würde nämlich sämtliche Lieferketten zusammenbrechen lassen.
Die meisten Menschen hätten in kürzester Zeit nichts mehr zu fressen, weder in der Stadt, noch auf dem Land (ja, richtig gehört, auch die Landbevölkerung ist heute vom Supermarkt abhängig).
Wenn der Mensch nichts mehr zu fressen hat, wird's ungemütlich! Aber auch die Trinkwasserversorgung würde erlahmen, was ja noch viel schlimmer wirkt. Eine Stadt wie Berlin - was würden die Millionen Einwohner saufen, wenn die Pumpen kein Wasser mehr fördern?
 
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