Breitband via Satellit -> wenn es nicht anders geht

omavoss

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Hallo alle,
in einer Zeitschrift habe ich einen Hinweis auf Satelliten-Internet gefunden, das im TooWay-Verfahren (also mit Hin- und Rückkanal über Satellit) einen schnellen Internet-Zugang ermöglichen soll. Der Dienst läuft auf Eutelsat KA-Sat 9 Grad Ost.
Vielleicht interessiert das ja irgendjemanden hier ...

https://www.eusanet.de/
 

KnolleJupp

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Aha.

Ja, dass gibt es bereits seit vielen Jahren und es gibt inzwischen einige Anbieter, die über verschiedene Satelliten laufen und Verbindungen mit oder ohne Sat-Rückkanal anbieten.
Also, etwas bahnbrechend neues hast du da nicht gefunden... ;)

Was Internet über Satellit angeht, so gäbe es u.a. "SkyDSL", "Filiago", "Orbitcom" und "StarDSL".
SkyDSL läuft über Eutelsat, Orbitcom läuft über Astra. Bei den anderen weiß ich es spontan nicht.
 

Flomek

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Danke für den Hinweis. Ich überlege auch schon lange so etwas zu machen, die Technologie ist ja nicht neu.

Mehr als 6MBit/s sind nicht drin hier und die Gemeinde plant auch nicht den Ausbau unseres Ortes für die nächsten Jahre.

Aber ich bin immer noch nicht zu 100% überzeugt davon, deswegen bisher noch nicht ausprobiert.
 

mropa

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An deiner Stelle würde ich beim DSL mit 6 MBit/s bleiben. Das Problem bei Internet via Satellit (insbesondere mit Rückkanal) sind die Pings. Technisch bedingt hast du Pings um die 500 ms. (Es handelt sich um geostationäre Satelliten, die ca. 40 000 km entfernt sind, also müssen für jede Anfrage 160 000 km zurückgelegt werden).

Ich bin vor ca. 8 Jahren von Internet via Satellit mit 2 MBit/s auf ‚DSLLite‘ (384 kBit/s) gewechselt und da war DSL beim normalen Surfen deutlich schneller.

Edit: Falls du wirklich häufiger große Dateien herunterladen musst und die Geschwindigkeit dabei relevant ist, könntest du Internet via Satellit als Zusatzlösung verwenden. Dann könntest du (falls das der Anbieter unterstützt), DSL als Rückkanal einsetzen, was die Pings bei Internet via Satellit fast halbieren würde. (250 ms sind aber immer noch extrem langsam.)
 

uburoi

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In unserem alten Haus hatten wir das auch, weil dort draußen keinerlei DSL verfügbar war. Zum Surfen reichte das aus, aber der Ping lag nie unter 800 ms und bei schlechtem Wetter ging die Verbindungsgeschwindigkeit spürbar nach unten (und im Winter musste ich regelmäßig den Schnee von der Antenne entfernen, damit es noch Empfang gab). Es war besser als nichts, aber wirklich toll war das nicht.

Gruß Jens
 

sidewinderpeter

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Ich finde die Diskussion grad spannend: also rein rechnerisch kann die Pingzeit bei 35tkm einfach ja gar nicht unter 0,2-0,3 Sekunden = 200ms - 300ms sein! Wenn man dann noch bedenkt, dass die Hardware bestimmt auch schon 10 Jahre auf dem Buckel hat und vermutlich nicht genuin für reinen "TCP-IP"-Datenverkehr ausgelegt war, sind 0,8 Sekunden(800ms) schon verständlich. Auf der anderen Seite sollte man sich mal überlegen, dass die Strecken auch in einem Kabelnetz auf der Erde mal schnell so lang sein können. Und zwar, wenn ich mit einem Freund in Australien spiele. Dann ist nämlich das Kabel auch mindestens 20.000km lang. Oder? Auch hier wäre eine Inputverzögerung von MINDESTENS 100-150ms anzusetzen.
Wer hier also im Hinblick auf Gaming davon so dringend von Sateliten-Internet abrät, der sollte sich immer darüber im Klaren sein, auf welchem Niveau hier diskutiert wird: denn wie man anhand der Zahlen sieht, ist das globale Internet-Dorf gar nicht so global; zumindest, wenn man aus Sicht der Counterstrike-Community redet, bei der es ja angeblich schon einen riesigen Unterschied macht, ob man ein Panel mit IPS(5ms) oder TN-Technik(1ms) verwendet. Das gleiche gilt dort für Maus etc., die ja ganz geringe Latenzen nur haben dürfen, weswegen es ja jetzt schon besondere USB-Anschlüsse mit höherer MHz Abtastrate und dazu passende Tastaturen und Mäuse gibt(also Gamer sind offensichtlich dankbare Werbekunden). Das ist doch alles Irrsinn, vor dem Hintergrund der genannten Zahlen: wie kann es beim Display einen Unterschied machen, ob 1 oder 5ms, wenn das Signal von Flensburg nach Berchdesgaden laut Einstein schon mindestens 6ms brauch? Ich möcht ja nicht sagen, dass alle Gamer Spinner sind, aber...

Also eines ist klar, und das sag ich auch im eigenen Haus: es geht rein signaltechnisch natürlich nichts über eine echte Netzwerk-Kabelverbindung. Aber die "sauberere" Lösung ist wahrscheinlich das über den Satellit.
 
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KnolleJupp

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@sidewinderpeter
Du kannst eine Kabelstrecke nicht mit einer Satellitenverbindung vergleichen.

Du hast alleine eine Funkstrecke von ca. 75.000km. (Rauf zum Satelliten + Runter zur Erde.)
Bzw. läuft eine Information immer einmal hin und her, bis du ein Ergebnis auf dem Monitor siehst. Also ca. 150.000km.
Geht ein Paket verloren, muss es neu angefordert werden, also alles von vorne...

Ein Signal braucht für diese 150.000km mit Lichtgeschwindigkeit 500ms.

Und dazu kommt noch die gesamte Kabelstrecke von der "Kopfstation" zu dem Server, auf dem die von dir angeforderten Daten liegen, natürlich ebenfalls hin und zurück.
Das heißt du musst, wenn du von einer erdgebundenen Verbindung ausgehst, die gesamte Satellitenstrecke, mit mindestens 500ms Laufzeit, noch hinzuaddieren.

Dann muss das Signal mehrfach konvertiert werden. Und jede Schnittstelle erhöht die Signallaufzeit. Fehlerkorrektur-Routinen werden da auch eine sehr große Rolle spielen.

Dein Rechner --> Satellit --> Kopfstation --> Server --> Kopfstation --> Satellit --> Dein Rechner. (Bei einer Verbindung mit Upload über Satellit.)
Geostationärer Orbit: Höhe 36.000km. Von deinem Rechner bis zum Satelliten ist der Weg aber etwas weiter, weil du dich nicht genau senkrecht unter dem Satelliten befindest.
(Zum Vergleich Höhe ISS: 400km.)

Grob gesprochen: Du guckst dir an welche Pingzeiten du jetzt hast und addierst 500ms hinzu. Das käme grob bei Satelliten-Internet heraus... (bei schönem Wetter)
 
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h00bi

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Flomek

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Wir wohnen aufm Festland. Die EWE hat den Ausbau hier eingestellt, zumindest in der Gemeinde.
Die Gemeinde möchte ein eigenes Netz aufbauen und der EWE vermieten.

Die Gemeinde ist aber Pleite und baut bisher nur Gebiete aus, die eine gewisse Struktur vorweisen können, bzw. die leicht zugänglich sind. Rund um unsere Gemeinde zieht die EWE ein Projekt nach dem anderen hoch, selbst in den abgelegensten Ecken wird Glasfaser verlegt.

Durch meinen Ort läuft ne Bundesstraße und da liegen gefühlte Tonnen an Glasfaser drin die alle anderen Orte und Gemeinden versorgt. Da haben wir aber nichts von. Und weil hier im Ort kaum Kästen stehen und die Straßen eng bebaut sind wird es hier keinen Ausbau geben.

Unterschriftenaktionen und sonstiger Kram waren hier bisher erfolglos.

Wobei wir es noch gut haben, wir bekommen stabil 6,x MBit/s, andere Straßenzüge nicht mal 2. N paar Orte weiter wird noch auf ISDN gesetzt :freak:

Hybrid ist auch kaum verfügbar.

Das ist leider hier so,
 

h00bi

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Na dann wirds aber mal Zeit das Thema bei der nächsten Bürgermeister-/Stadtrat-/Gemeinderatswahl in den Ring zu werfen. Kann doch nicht sein dass die Gemeinde EWE den Ausbau verweigert aber selbst den Arsch nicht hoch kriegt.
 

Flomek

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Wie gesagt, nicht überall. Viele Orte der Gemeinde sind super versorgt, aber die wo es schlecht ist, ist es wirklich schlecht.

Das witzige ist ja, wenn man bei der EWE die Verfügbarkeit unseres Ortes prüft wird einem immer gezeigt, dass es hier keinen Anschluss gibt. Wie das ist, wenn hier jemand neu bauen sollte und n Anschluss haben will wäre man wirklich interessant.

Ich werde bei der nächsten Wahl definitiv den Leuten auch richtig auf den Sack gehen mit dem Thema. Wir wohnen auch erst 2 Jahre im Ort, bzw in der Gemeinde. Aber die die hier schon wohnten haben uns bereits ausführlich ihren Frust mitgeteilt.
 

Hayda Ministral

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Das witzige ist ja, wenn man bei der EWE die Verfügbarkeit unseres Ortes prüft wird einem immer gezeigt, dass es hier keinen Anschluss gibt. Wie das ist, wenn hier jemand neu bauen sollte und n Anschluss haben will wäre man wirklich interessant.
Als Nachfolgerin der Bundespost hat die Telekom die Versorgungspflicht in die Wiege gelegt bekommen und aufgrund der marktbeherschenden Stellung bis heute behalten. Dass heißt, dort wo kein anderer will muss sie ran. Das ist die gute Nachricht. Sie muss aber nur den Universaldienst anbieten der zum Telefonieren, Faxen und zum Verbinden mit dem Internet geeignet ist was bei einer analogen Telefonleitung an der ein (V32bis?) Modem läuft als gegeben gilt. Das war die schlechte Nachricht.

Darwin regelt den Rest, mittelfristig werden Gemeinden aussterben die nicht ihren Beitrag dazu leisten die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu erfüllen. Das war Darwinismus.
 
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