News Breitbandausbau: Landkreise beklagen zu langsamen Internetausbau

Andy

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#1

optikks

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#2
Es ist ja fast unglaublich das ein Politiker mal auf die Telekom verbal losgeht und dabei noch mal etwas richtiges von sich gibt.
Deutschland hängt im internationalen Vergleich jetzt schon hinterher und durch diese Verzögerung wird es bestimmt. Nicht besser. Die Idee mit der zeitweiligen Exklusivvergabe finde ich gut. Oder direkt die Firmen Pakete kaufen lassen bei denen ein wirtschaftlich starkes Gebiet und dazu ein ebenso großes ländliches Gebiet wo es sich derzeit noch nicht lohnt. Ich meine in einer bestimmten Region läuft das schon so.
 
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#3
Man kann wohl von keinem privatwirtschaftlichen Firma verlangen Miese einzufahren. Demnach ist die Forderung Glasfaser auszubauen ohne jede Aussicht das Geld jemals wiederzusehen eher ein Ruf nach einem staatlichen Eingriff in den Markt.
 

DaDare

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#4
Der Ausbau auf FTTC (sprich VDSL (mit ohne und Vectoring)) wird doch eh nur gemacht, um in ein paar Jahren, wenn die Kupferleitung wieder am Ende ist, erneut Fördergelder für einen FTTH Ausbau zu bekommen. Selbst wenn es Angebote mit FTTH im Förderverfahren gibt, wird FTTC schlicht (kurzfristig) kostengünstiger sein und den Zuschlag bekommen.

Ich bin verdammt froh, endlich meine VDSL 50 Leitung zu bekommen, sehe es aber sehr kritisch, dass die Privatunternehmen so viel Geld in den Rachen geschoben bekommen. Die Leitungen und DSL Gehäuse bleiben in der Regel im Eigentum des Kommunikationsanbieters.
 

Galatian

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#5
Schlimm ist es, wenn man wie bei uns im Dorf der Sache so nah kommt (Verteiler aufstellt), dann aber den Ausbau vom Verteiler zu den Häusern nicht auch vornimmt. Oberirdisch und fast das letzte Haus am Strang kommen bei uns auch nur noch 17.000 an. Dabei sind wir z.B. die einzigen im Dorf, die Netflix haben und gerne auch in UHD Streamen würden.

Bei der Anfrage im zuständigen Amt hieß es wir sollen uns an die Telekom wenden, was ziemlich absurd ist, da DNS.net den Zuschlag zum Ausbau erhalten hat und die Telekom so wirklich gar nicht hier macht. Im übrigen lädt die Stadt Ludwigsfelde auch mehrmals im Jahr alle Rentner zum Festessen ein. Geld scheint also genug da zu sein...mein Gott daran würde es bei mir ja gar nicht scheitern, nur finde ich noch nichtmal irgendeine qualifizierte Antwort WER mich den auf direkteren Wege auf eigene Kosten mit dem Verteiler verbinden würde. Ob nun durch ne eigene oberirdische Leitung nur für uns, einfach alles unter die Erde oder wegen mir auch mit Richtfunk. Es fühlt sich keiner zuständig. Und so taucht unser Dorf wahrscheinlich als Breitbandausbaugebiet auf, aber wirklich nutzten können das nur die paar Omis und Opis die um den Verteiler direkt ihr Grundstück haben.
 

Axxid

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#6
Mit dieser Hackstückelung und planlosen Förderungen (in vielen Bereichen) machen die Deutschland als Standort noch richtig schön uninteressant.
Ich frage mich wie sehr wir eigentlich nur noch vom guten Ruf profitieren...
 

max0x

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#7
bei mir im landkreis nordsachsen sind die wichtigsten hörden zwecks fördermittel wohl geschafft, nur müssen die gemeinden 10% selbst stemmen, wo meine kleine gemeinde mit knapp 3k einwohnern arge probleme haben wird. planmäßig sollen noch dieses jahr die ausschreibungen starten, 2018 soll dann gebaut werden und ende 2018 soll wohl der ganze landkreis fertig ausgebaut sein....bin ja mal gespannt, wobei ich dann wohl eh nicht mehr dort leben werde
 

Janniator

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#8
Schlimm ist es, wenn man wie bei uns im Dorf der Sache so nah kommt (Verteiler aufstellt), dann aber den Ausbau vom Verteiler zu den Häusern nicht auch vornimmt. Oberirdisch und fast das letzte Haus am Strang kommen bei uns auch nur noch 17.000 an. Dabei sind wir z.B. die einzigen im Dorf, die Netflix haben und gerne auch in UHD Streamen würden.

Bei der Anfrage im zuständigen Amt hieß es wir sollen uns an die Telekom wenden, was ziemlich absurd ist, da DNS.net den Zuschlag zum
Ausbau erhalten hat und die Telekom so wirklich gar nicht hier macht. Im übrigen lädt die Stadt Ludwigsfelde auch mehrmals im Jahr alle Rentner zum Festessen ein. Geld scheint also genug da zu sein...mein Gott daran würde es bei mir ja gar nicht scheitern, nur finde ich noch nichtmal irgendeine qualifizierte Antwort WER mich den auf direkteren Wege auf eigene Kosten mit dem Verteiler verbinden würde. Ob nun durch ne eigene oberirdische Leitung nur für uns, einfach alles unter die Erde oder wegen mir auch mit Richtfunk. Es fühlt sich keiner zuständig. Und so taucht unser Dorf wahrscheinlich als Breitbandausbaugebiet auf, aber wirklich nutzten können das nur die paar Omis und Opis die um den Verteiler direkt ihr Grundstück haben.
Ich finde dein Beitrag unterstreicht den Artikel perfekt! Das ist nämlich das Problem...irgendwann wird es auf dem Papier ganz toll und rosig aussehen und so ein Dorf wird wahrscheinlich sogar noch als Beispiel dienen aber die Realität sieht einmal wieder ganz anders aus. Auf langer Sicht sind es mal wieder die privaten Unternehmer (die wenigen die den Standort Deutschland noch interessant finden) und privaten Haushalte die letztlich doch die vollen Kosten übernehmen um wenigstens nicht ganz im digitalem Mittelalter festzusitzen.
 

Ozzy83

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#9
Tkom wirtschaftet in die Zukunft und installiert bereits jetzt untaugliche Technologien. In 10 Jahren kommen sie wieder, halten die Hand auf und sagen Ohhhh so war das aber nicht gedacht. Und die Esel in der Politik nicken.

Und was ist mit all der neuen Manpower die eingewandert ist? Kann man die nicht mal produktiv einsetzen ?
 
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Hauro

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#10
Dass insbesondere der ländliche Raum beim Glasfaserausbau hinten ansteht, bezeichnet er als „digitale Misere“, für die er sowohl die Breitbandstrategie der Bundesregierung als auch die Deutsche Telekom verantwortlich macht. Das Kernproblem: Vectoring.
Faszinierend an der Aussage ist, dass Vodafone/Kabel Deutschland Holding AG, Unitymedia, usw. auch nur da ausbauen wo es sich lohnt und Vectoring inzwischen auch von einigen anderen Ausgebaut wird.
Ob es sich bei Vectoring um eine Sackgassen- oder Brückentechnologie handelt, ist seit langem ein Streitpunkt im deutschen Breitbandmarkt. Die Telekom selbst verteidigt den Einsatz als kostengünstige Alternative, bei der die Glasfaserkabel zumindest bis zu den Kabelverzweigern verlegt werden. Konkurrenten wettern, dass so der Glasfaserausbau auf der Strecke bleibt, nur damit die Telekom weiterhin die veralteten Kupferkabel nutzen kann.
Was Landrat Reinhard Sager Präsident des Deutschen Landkreistages schuldig bleibt, ist eine Kostengegenüberstellung was ein Unternehmen die Verlegung der Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) oder wenigstens bis ins Gebäude (FTTB) zusätzlich kostet.
Was sich Sager nun wünscht, ist eine verbindliche „Meilenstein“-Planung, die bei den Ausbauankündigungen mit den Förderprogrammen abgestimmt wird. Außerdem sollte es ein Exklusivrecht für Unternehmen geben, die ländliche Regionen ausbauen, die besonders schwer zu versorgen sind.

Zeitlich begrenzt hätten diese Anbieter also eine Art Monopolstellung, was letztlich aber ein wirtschaftlicher Anreiz ist, da sich so Investitionen besser kalkulieren lassen. Die Basis für so ein Modell wäre lediglich ein faires, transparentes und diskriminierungsfreies Vergabeverfahren.
Nur so kann es gehen, dann müssen aber alle mitmachen. Also auf geht es Herr Landrat Reinhard Sager gehen sie auf die Menschen zu und überzeugen sie davon, sonst wird das nichts mit FTTB/FTTH. Interessant ist es auch was mit bestehenden Verträgen ist, da ja alle exklusiv einen Provider nutzen.


Was erwarten alle von einer Regierung, die für sehr vieles Geld hat aber nicht für die Infrastruktur. Jetzt wurde in einem antidemokratischen Akt die Privatisierung der Autobahnen beschlossen, obwohl sie dem Volk gehören und zum größten Teil über die (Kfz-)Steuer bezahlt wurden/werden. Aber es muss ja ein neues Geschäftsmodell für die Lobby her über das Geld gemacht werden kann - jetzt macht das auch mit der Maut für PKW einen Sinn.
 
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Charley2020

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#11
Ich war mal im Urlaub in Göteborg, Schweden. Kleines Hotel. Zum Spaß mal die Bandbreite gecheckt.
200Mbit/s up und (!) down; 9ms Ping....

Das war der Zeitpunkt wo ich erkannt habe: Wir sind und bleiben in Deutschland finsteres digitales Mittelalter. Alles unter 100 MBit/s ist doch lächerlich langsam. Wir werden diese Bandbreiten auch irgendwann mal benötigen, wenn wir anfangen mehr und mehr von zuhause zu arbeiten. Fakt ist. Ich bin in einem schwedischen Hotel besser an meine Firma angebunden als 20km von ihrem realen Ort.
 

Sysworker

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#12
@Hauro: ++++ für den super Kommentar

FTTH klar ist das besser, mir sind aber 100MBit/s (250MBit/s SuperVectoring) lieber als 20Jahre auf flächendeckendes FTTH zu warten.
Die Politiker reisen nur die große Klappe auf, rechtzeitig die richtige Weichen stellen sie nicht... werde das jetzt nicht weiter ausführen
 

ascer

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#13
@Syswerker: das ist doch Quark. Für die Griechenlandrettung waren innerhalb von wenigen Monaten zwei-, mittlerweile dreistellige Milliardenbeträge verfügbar. Und Deutschland hat letztendlich ja auch selbst nach dieser vergleichbar kurzen Zeit schon davon profitiert.

FTTH für ungefähr 95% der Bevölkerung wurde doch bisher von jedem Institut für kostengünstiger befunden, als die Griechenlandrettung. Und von der Infrastruktur würde das deutsche Volk sowie die Wirtschaft ebenfalls innerhalb kürzester Zeit profitieren.
 
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#14
Lieber Vectoing / Super Vectoring in Kürze, als FTTH in 10 bis 20 Jahren.

Nuff said.
 
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#15
Ich duck mich schonmal vorsichtshalber :D
Ernsthaft jetzt - Gigabit-Anbindung auf m Dörfchen? - selbst in ner City dümpelt der ein oder andere noch unter 32 Mbit rum.
Natürlich macht es Sinn, wenn man schon die Kabel verlegt, gleich Glasfaser zu nehmen.

Aber was macht man dann als Städter?
Fordert man dann "günstigeren Wohnraum", Parkplatz vor der Tür und den Wald um die Ecke?

Wer schnelles Internet braucht zieht halt eher in die Stadt - wer 3 Parkplätze vor der Tür und den Wald um die Ecke brauch, eher aufs Land.

Alles unter 100 MBit/s ist doch lächerlich langsam.
Naja - die Leute, die ich kenne, im homeoffice brauchen idR mehr upstream - so gesehen hätteste schon Recht.

Grundsätzlich is unsere Situation nich top - aber man brauch nur mal nach Australien gucken - da isses erheblich schlechter (selbst in der "Stadt" :D )
 
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#16
@Hauro: ++++ für den super Kommentar

FTTH klar ist das besser, mir sind aber 100MBit/s (250MBit/s SuperVectoring) lieber als 20Jahre auf flächendeckendes FTTH zu warten.
Die Politiker reisen nur die große Klappe auf, rechtzeitig die richtige Weichen stellen sie nicht... werde das jetzt nicht weiter ausführen
klar die bauen 50 mbit aus das man nicht buchen kann xD

ist mir so passiert hier liegt glasfasser bis zum verteiler mindestbandbreite für jedes haus 50 mbit und ich kann es nicht buchen xD

VOdafone Telekom 1und1 mnet und wie sie alle heißen geben mir nicht mehr als bis zu 16 000 :freak::freak:
 
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#18
Nun zumindest in meiner Gegend läuft das ein bischen anders, dank meiner Gemeinde, der bayrischen Landesregierung und dem "Verfahren zur Förderung von Hochgeschwindigkeitsnetzen"
Faktisch jede Gemeinde im Freistaat nutzt dieses Angebot, welches ja nochmal aufgestockt werden soll, sofern die EU mitspielt.

Um auf meine Gegend zurück zu kommen: Hierfür werde ich jetzt von vielen Leuten Hass/Neid bekommen ;)

Tiefstes Chiemgau, 15 Häuser/50 Seelen Dorf. Das Foto ist von gestern, Sonntag 16.07.2017. Und ja, das orange auf der Rolle ist ein DN50 Glasfaser Leerrohr, welches heute vor meinem Haus eingegraben wurde weil eh die Kreisstaße samt Entwässerung erneuert wird.


Nächstes Jahr im 2.BA des Ausbaus unserer Gemeinde gibts für das ganze Dorf FTTH von der Telekom :D
 

Sysworker

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#19
@Syswerker: das ist doch Quark. Für die Griechenlandrettung waren innerhalb von wenigen Monaten zwei-, mittlerweile dreistellige Milliardenbeträge verfügbar. Und Deutschland hat letztendlich ja auch selbst nach dieser vergleichbar kurzen Zeit schon davon profitiert.

FTTH für ungefähr 95% der Bevölkerung wurde doch bisher von jedem Institut für kostengünstiger befunden, als die Griechenlandrettung. Und von der Infrastruktur würde das deutsche Volk sowie die Wirtschaft ebenfalls innerhalb kürzester Zeit profitieren.
Fragt sich wer hier Quark hat......Die Frage ist nicht einfach Geld, sondern die Manpower steht einfach nicht zur Verfügung
 
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#20
@El_Chapo
Ich gönns Dir.
Als single reicht mir für Gamen (kein homeoffice, Netflix usw) 16 Mbit.
Ich bin aber auch noch mit dem guten alten analog Modem ins Netz gegangen :D

Grundsätzlich sollte eine gewisse "Grundversorgung" da sein (sollten aber 32 Mbit reichen).
Das man - wenn man schon buddelt - Glasfaser legt erscheint mir logisch.
Aber ob man nu jeden einzelnen Bauernhof per Kabel anbinden muß?
Ich mein Handy haben die vermutlich auch und dann is vll (kenn mich da nicht so aus) auch LTE ausreichend.
"Exklusiv" zu wohnen kann halt auch mal teurer sein *duck*
 
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