News Breitbandmarkt: Bund will Anteile an der Deutschen Telekom behalten

Andy

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#1
Der Bund will sich nach wie vor nicht von seinen Anteilen an der Deutschen Telekom trennen, meldet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). Der Grund: Das Bundeswirtschaftsministerium bewertet die Telekom als Betreiber kritischer Infrastrukturen, dementsprechend bestehe ein nationales Sicherheitsinteresse.

Zur News: Breitbandmarkt: Bund will Anteile an der Deutschen Telekom behalten
 

c2ash

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#2
Reinhard Houben, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, erklärt in der FAS: „Verstaatlichung darf nicht langfristig das einzige Mittel des Bundes zum Schutz kritischer Infrastrukturen sein.
Ähhmmmm....doch!!!!
Kritische Infrastruktur sollte keinem ökonomischem Zwang unterliegen Herr FDP'ler.
Ich hätte sogar gewünscht, wenn das Basisnetz komplett in staatlicher Hand wäre, sodass jeder Teilnehmer das Netz vom Staat mieten muss. Und wenn dann wie damals beim Telefonanschluss ein Anschluss ans Internet garantiert werden muss, dann hätte man das mit dem Glaserfasernetz schon Ende der 80'er / Anfang der 90'er begonnen. Denn genau diese Zeit fehlt uns heute, und das holt man auch nicht schnell mal in 6-7 Jahren nach, wie es sich unsere Bundesregierung ja wünscht.

Im Ausland, z.B. Spanien (LINK), Portugal (LINK) oder Griechenland hat man ja z.B. gesehen was passiert, wenn man z.B. die Wasserversorgung in private Hand gibt. Alles marodiert vor sich hin und der letzte Cent wird rausgequetscht und die Qualität des Wassers sankt stetig und für den Endverbraucher wurde es immer nur teurer. Und am Schluss war das Wassernetz total marode und der Staat musste wieder übernehmen und sanieren. Schlussendlich hat es den Steuerzahler mehr Geld gekostet und die Qualität sank nur.

Ergo: Privatisierung bei kritischer Infrastruktur......No Go.
 
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#3
Wenn schon nicht richtig, dann wenigstens auch nicht komplett falsch. Was Privatisierung kritischer Infrastrukturen zur Folge hat, hat man ja erst in Italien zu Gesicht bekommen..
 

Axxid

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#4
Das Bundeswirtschaftsministerium bewertet die Telekom als Betreiber kritischer Infrastrukturen, dementsprechend bestehe ein nationales Sicherheitsinteresse.
Deswegen ist es schon eine Schande, dass man 68% davon schon verkauft hat!
Ein solcher Schritt könnte allein schon wegen der finanziellen Gewinne lukrativ sein. Möglich sind Erlöse im Milliarden-Bereich, die der Bund etwa in den Glasfaserausbau investieren könnte.
Also soll der Bund seine restliche Mitsprache verkaufen um vom Erloes das neue Netz zu foerdern?
Das Einzige, dass ich anchvollziehen koennte, waere ein totaler Verkauf der Telekom und der Aufbau einer voll staatlichen Infrastruktur.
 

xJanx

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#5
Ist Computerbase jetzt eine Werbeplattform der FDP? Warum kommt in dem Artikel keine konträre Stimme einer anderen Partei zu Wort?
Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Infrastruktur der Grundversorgung gehört nicht in private Hand, denn dabei kann es nicht um Profit gehen, sondern darum allen Menschen einen Zugang zu bieten - auch wenn das in abgelegenen Regionen mal nicht profitabel ist.
 
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#8
Ist Computerbase jetzt eine Werbeplattform der FDP? Warum kommt in dem Artikel keine konträre Stimme einer anderen Partei zu Wort?
Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Infrastruktur der Grundversorgung gehört nicht in private Hand, denn dabei kann es nicht um Profit gehen, sondern darum allen Menschen einen Zugang zu bieten - auch wenn das in abgelegenen Regionen mal nicht profitabel ist.
Wäre dann noch cool wenn dieses Ziel nach über 30 Jahren Netzausbau irgendwann auch mal erreicht würde :evillol:
Das Deutsche Breitband-Netz, dagegen sieht der BER wie ein Erfolgsprojekt aus.
 
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#9
Allein wegen den ganzen anderen I-love-Knast-Beiträgen schreibe ich jetzt mal provokativ, dass kritische Infrastruktur komplett in private Hände gehört =)
 
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#10
Die FDP würde gerne alles privatisieren, damit die Investoren richtig Reibach machen können. Etwaige Schulden kann natürlich gerne der Steuerzahler tragen. Dieses Konzept ist sehr leicht durchschaubar. Infrastruktur, egal welcher Art, gehört immer in staatliche Hand.
 
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#11
Die FDP würde gerne alles privatisieren, damit die Investoren richtig Reibach machen können. Etwaige Schulden kann natürlich gerne der Steuerzahler tragen.
Da würde es doch reichen, wenn man effektiver kontrolliert und beispielsweise mehr gesetzliche Rücklagen o.Ä. vorschreibt. Ist nun nicht so, dass es da keinerlei Steuer- und Vorsorgemaßnahmen für einen Staat gäbe.


Kritische Infrastruktur sollte keinem ökonomischem Zwang unterliegen Herr FDP'ler.
Das sehe ich zwiegespalten. So rosig, wie viele das hier darstellen, wäre ein staatlicher Betrieb auch nicht.

Ich habe Bekannte, die bei den hiesigen Stadtwerken arbeiten. Zwei davon sind schlechte Realschüler und sind bewusst genau deshalb als Monteure zu dem hiesigen Wasserwerk gegangen, weil sie wussten, dass man da "chillen" kann.
Sie werden nicht kontrolliert, schlafen öfter mal in ihrem Dienstfahrzeug und gehen zwischendurch mal Grillen o.Ä.
Nach eigenen Aussagen arbeiten die "real" keine 20 Stunden die Wochen, werden aber voll bezahlt und auch noch nach nach Tarifvertrag.
Dieses Jahr hatten beide persönlich geäußert, Angst zu haben, gekündigt zu werden "weil sie es übertrieben haben mit dem Chillen". Hat keine Sau gemerkt und weil das Wasserwerk auch noch Gewinne erwirtschaftet hat, bekamen beide einen Bonus von 3000 Eur am Jahresanfang.
Flughäfen und Bahnhöfe zeigen im Übrigen ja auch sehr gut, was für riesige, schwarze Löcher die öffentliche Hand hat.

Es ist zwar richtig, dass private Gesellschaften auch noch den letzten Cent "rauspressen" (ganz normales Wirtschaften), aber jener Umstand wird ja nur dann zu einem Problem, wenn man keinerlei Reglementierungen für Qualität, Sicherheit, ... oder mangelhafte Kontrollen hat.

Wenn etwa gebaut wird, ist doch jedes ordentliche Unternehmen auch zigmal besser, als die öffentliche Hand. Einfach weil da freie Vertragswahl, ökonomische Prinzipien und ordentliche Kontrolle herrschen (oder ansonsten Vertragsstrafen drohen). Man drückt ja niemanden Geld in die Hand zum Bauen und sagt dem dann "mach mal so schnell oder langsam und mit so viel Pfusch, wie du für richtig hälst".


Also deutlich qualitativer, schneller und kostengünstiger ist ein freier Markt auf jeden Fall. Inwiefern er kaputtgespart oder übertrieben ausgepresst wird, liegt immer daran, wie angemessen man ihn reglementiert und kontrolliert.
 
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#13
Bei solchen Themen lobe ich mir dann doch die SPD in der Regierung.
 

karamba

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#14
Ähm, das Mobilfunknetz ist sicherlich kritischer, als das Festnetz und dessen Bedeutung wird auch noch weiter zunehmen. Hat da der Staat seine Finger drin? Nein. Völlig inkonsistente Begründung also.
 
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#15
@Ruff_Ryders88 wann hat die SPD denn jemals ordentlich gewirtschaftet?
Für solche Thematiken ist die SPD doch gerade nicht bekannt. Die wählt man, wenn überhaupt, doch eher für Sozialstaat, Arbeiterrechte usw. (und selbst dort, siehe etwa Riester, ist man nicht ohne Fauxpas).
 
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#16
Ähhmmmm....doch!!!!
Kritische Infrastruktur sollte keinem ökonomischem Zwang unterliegen Herr FDP'ler.
Ich unterstelle dem Herrn mal, ohne weiteres Hintergrundwissen, dass er die Verstaatlichung des kompletten Konzerns um die kritische Infrastruktur zu schützen meinte. Seine Vorstellung also ähnlich zu deiner, eine Verstaatlichung des Netzes (die kritische Infrastruktur), aber nicht des gesamten Providers wäre.
 
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#17
Liebe Regierung, kommt bitte nicht auf solche unendlich dummen Ideen. Die Telekom wirft dermaßen viel Dividende ab die man so schön anderweitig investieren kann. Die Firma ist das reinste Cash Schweinchen. Verkaufen geht nur einmal, jedes Jahr 5+% Dividende geht sogar in einer Krise.
Dem stimme ich auch zu. Die Dividende der Telekom ist auf einem konstant hohem Niveau. Außerdem glaube ich nicht, dass die Regierung in der Lage sein wird 20 Mrd. € sinnvoll zu investieren. Es scheint ja schon mit den aktuellen Steuerüberschüssen (21 Mrd. €) Probleme zu geben.
 

c2ash

Lt. Commander
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#18
Also deutlich qualitativer, schneller und kostengünstiger ist ein freier Markt auf jeden Fall. Inwiefern er kaputtgespart oder übertrieben ausgepresst wird, liegt immer daran, wie angemessen man ihn reglementiert und kontrolliert.
Das stimmt so pauschal auch nicht.
Hier ein Gegenbeispiel: Bundesdruckerei.
Schwimmbad
Von den ganzen Bankenrettungen möchte ich nicht mal reden. Für mich sind bei der masse an Banken ein paar wenige nicht systemrelevant. Und dann darf es noch der Steuerzahler zahlen.
Hier ein guter Artikel von Deutschlandfunk, der mal zeigt, was Privatisierungen so alles anrichten können.
Wie gesagt, ich spreche nur von wichtiger Infrastruktur.

Das Beispiel mit deinen bekannten bei den Stadtwerken gibt es überall. Hab ich auch in privaten Unternehmen erlebt. In bestimmten Abteilungen von Firmen kann es vergleichsweise wenig arbeit geben, aber solange eine gute Arbeit abgeliefert wird und alles so funktioniert wie es soll, ist mir das egal, besonders wenn es Stadtwerke sind.

Wo ich dir zustimmen würde ist, dass diese EU-Ausschreibungen bei Projekten einfach schlecht gemacht sind. Es sollte hier nicht der günstigste Anbieter, der auch noch die größten Versprechen macht, genommen werden.
Es müsste eine Art Reputationssystem her, damit bei gescheiterten Projekten entsprechende Firmen nicht mehr so schnell zum Zuge kommen.
Als aktuelles Negativbeispiel sei hier die A20 im Norden erwähnt. Diese Autobahn ist ja abgesackt. Und da müssen die jetzt (wieder) eine EU-Ausschreibung machen, um das zu fixen. Und das kann insgesamt 2 Jahre dauern. Das ist ein Unding. Sowas müsste sofort repariert werden und zwar mit dem Augenmerk auf Qualität. Wer eben billig einkauft, kauft meist 2x, wie man hier ja sieht. Die Baufirma hat einfach eine beschissenene Arbeit abgeliefert. Solche Firmen müssten auf eine schwarze Liste kommen, besonders auch die Personen dahinter, denn meist gründen die einfach schnell eine neue Firma und dann noch mit Strohmännern. Da müssten mehr Kontrollen her.

Die Österreicher waren da nicht so dumm, als bei denen eine Autobahn kaputt ging. Die haben gesehen, dass das ein wichtiger Knotenpunkt war und diese so schnell wie möglich wieder funktionieren muss. Die haben das einfach selber repariert und haben auf die Ausschreibung gesch***en.

@TrueAzrael
Ja, ich meine das Netz.
Aber die Telekom ist auch mit der größte Netzbetreiber und Anbieter. Somit beides in einem.
Im DSL-Markt baut ja sonst fast keiner selber mit aus. Es gibt vielleicht ein paar Kooperationen mit der Telekom, aber hier im Süden Deutschlands fällt mir sonst nur noch M-Net ein, und die bauen so gut wie nur noch Glasfaser selber aus. Wenn ich mich nicht irre, kooperiert hier auch M-Net mit der Telekom, aber M-Net treibt den Ausbau selbst voran.
 
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#20
Liebe Regierung, kommt bitte nicht auf solche unendlich dummen Ideen. Die Telekom wirft dermaßen viel Dividende ab die man so schön anderweitig investieren kann. Die Firma ist das reinste Cash Schweinchen. Verkaufen geht nur einmal, jedes Jahr 5+% Dividende geht sogar in einer Krise.
Dachte ich mir auch. Ein einmaliger Geldsegen ist zwar schön, aber man ist dann versucht, es beiden Händen auszugeben und wenn man sich verkalkuliert, kann es nach hinten los gehen.

Zum Thema Privat oder Staat. Wie immer haben beide Dinge ihre Vor- Nachteile. 100 % Verstaatlichung will ich nicht haben, aber es ist beruhigend, wenn der Staat den Fuß in der Türe hat.
 
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