Budget NAS aus refurb. Tech

Tallahassee

Cadet 2nd Year
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Aug. 2011
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25
Hallo Community,

ich brauche mal einen ehrlichen reality Check von eurer Seite.
Kurz zur Ausgangslage: Ich spiele seit einiger Zeit mit dem Gedanken, mir wieder einen eigenen NAS zuzulegen um dort überwiegend meine Fotos, PDFs aus Paperless und ggf. ein paar wenige Filmchen zu lagern. Primär geht es wirklich um Fotos und Dokumente.
Ich bin aber nicht bereit, mir zu den aktuellen Preisen Produkte von URGREEN oder Synology ans Bein zu binden. Erfahrung im Umgang mit Homeservern auf Linuxbasis ist vorhanden. Da mittlerweile sowohl die SSD/HDD als auch die RAM Preise durch die Decke gehen, dachte ich unlängst immer häufiger an einen NAS auf Basis älterer Tech-Generationen. Lautstärke und Stromverbrauch spielen sehr untergeordnete Rollen. Das Ding steht im trockenen Keller und mind. 6 Monate im Jahr ist Strom im Überfluss vorhanden.

Ich dachte da grob an sowas:
Mainboard: Supermicro X10SRL-F
CPU: Intel Xeon E5‑2630 v4
RAM: 32GB DDR4 ECC RDIMM
HDD: refurbed/gebrauchte SAS Platten (z.B. 4x4 TB)
PSU: ist was passendes vorhanden
Case: hab noch ein Fractal Design hier

Ich schätze dass ich mit den HDDs auf ca. 500-600 Euro kommen würde.

Jetzt mal eure Meinung dazu: Ist das eine bescheuerte Idee auf refurbed/gebrauchte Hardware von gewerblichen Anbietern zu setzen? Ich bin da noch unschlüssig weil mir komplett die Erfahrung damit fehlt, insbesondere mit Blick auf ausrangierte HDDs.
Aber alle anderen Alternativen wären zu den aktuellen Preisen, die wohl vermutlich kaum mehr besser werden, einfach zu teuer für mich.
 
Ich würde nicht diese Plattform nehmen. Hatte mein Xeon 2698v4 basiertes NAS downsized weil es einfach im Leerlauf schon gerne mal 80W oder mehr benötigt.

Denk dran, so ein Sockel 2011-3 Xeon ist schon 10 Jahre alt und hat i.d.R nicht sehr hohe non-Turbo Taktraten.
Turbo-Boost ist i.d.R auch nicht sehr toll bei den grossen Xeons.

Ein System mit I7 8xxx (bzw. Xeon E3-21xx) oder neuer wird bereits schneller sei und unter 20W im Leerlauf ziehen. Besonders hast du dort oft Turbo-Boost Taktraten jenseits 4.2GHZ was auch hilfreich ist.

PS: ich würde dir wegen P/L Verhältnis (sofern Server Grad Hardware wünschenswert) eine LGA1151v2 oder AM4 Plattform ans Herz legen.
 
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Und was ist mit den anderen 6 Monaten? Muss du da den teuren Strom aus dem Netz nehmen? Wenn ja dann würde ich nach rechnen was mich der Stromverbrauch zusätzlich in den 6 Monaten kostet. Muss das Teil 24/7 laufen? Meine NAS läuft z.B. nur 8 Stunden am Tag (Autoshutdown und WOL). Ansetzen würde ich 15 Watt für das sparsame System und 80 Watt für die alte Hardware. So eine Neuanschaffung ist ja dank Neupreise für Platten und Ram nicht billig. Ich denke da kannst du das alte Systeme viele Jahre betreiben ehe du mit einem neuen sparsamen System die Stromkosten rein hast. Ist also reine Berechnungssache wobei man nicht weis wie sich der Strompreis entwickelt.
Ansonsten neuere gebrauchte Teil verwenden (z.B. ein i3-10100 (4Core, 8 Threads), ein dem entsprechendes ASRock µATX Board, 8GB DDR4 Speicher). Der i3-10100 verbraucht im Leerlauf sehr wenig Strom. Mein System mit i5-7500T, 16 GB DDR4, 2SSD (4TB für Daten und 60GB fürs System) kommt unter 10 Watt im Leerlauf). Das ASrock H410M z.B. kostet neu keine 50 Euro und hat 4 Sata Ports.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für deine Ansprüche würde ein schon etwas älteres NAS bei weitem genügen. Deshalb der Hinweis, dass im Netz gebrauchte Synology 218+ für unter 100 Euro (ohne HDDs) bzw. für rund 250 Euro zu finden sind.

Ich schreibe dies als Betreiber zweier NAS, eines davon ein 213j-System .... langsam, aber immer noch zuverlässig und als Backup für "Fotos, PDFs aus Paperless und ggf. ein paar wenige Filmchen" absolut ausreichend.
 
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Während die Anschaffungskosten der eine Punkt ist, ist wie bereits von anderen erwähnt die Betriebskosten ein anderer Punkt und das OS!

Ich betreibe ein selbstbau NAS und eine QNAP und ich sage dir: Ich arbeite mit der QNAP viel lieber. Mir ist kein NAS System bekannt bei dem ich nicht viel basteln muss oder auch viel traue.

  • OpenMediaVault zerstört sich bei mir immer alle 6 Wochen selbst, oder bei einem Upgrade
  • TrueNas Scale hat bei mir echt viel Hirnschmalz gebraucht um mein Plex im Heimnetz richtig erreichbar zu machen
  • Proxmox nutze ich momentan bei einem NAS damit ich ZFS richtig unterstützt habe
usw. Viele schwören auch UnRAID, aber das soll auch eine steile Lernkurve haben und kostet Geld.

Nur mal so als weitere Gedankenanstöße :)
 
Tallahassee schrieb:
um dort überwiegend meine Fotos, PDFs aus Paperless und ggf. ein paar wenige Filmchen zu lagern
Nichts davon braucht 32GB RAM und auch keine SAS HDDs.
Nichts davon ist so brisant, dass man RAID nutzen muss. Backup ist viel viel viel wichtiger als hohe Verfügbarkeit.
Verwende eine SSD, eine HDD und eine weitere HDD als backup medium.

Als Hardware würde ich eher irgendeinen nicht-W11 tauglichen OEM Office-PC nehmen oder ein CPU-MB-RAM Bundle aus der Core gen6 / Core gen7 / Ryzen 1000 Generation.
 
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Als reiner Datenspeicher würde ich auch auf ein kleines NAS setzten. Kann ja auch gebraucht sein.
Wenn "alte" Hardware rumliegt, warum nicht, aber nicht extra kaufen.
Bezüglich Stromverbrauch wurde das wichtigste schon geschrieben, bei nicht-Gebrauch zügig schlafen schicken und bei Bedarf via WOL wecken.

Gamienator schrieb:
OpenMediaVault zerstört sich bei mir immer alle 6 Wochen selbst, oder bei einem Upgrade
Bin vor Jahren mit Version 6 eingestiegen, jetzt ganz aktuell auf 8, Upgrades und Updates bisher ohne Probleme.
 
Wenn du keine Arbeit (ausser dem ersten einrichten) haben willst, nimm ein
fertiges NAS von Synology, QNAP, ...
Die älteren Modelle reichen da locker für das was du vorhast.

Wenn du Lust am basteln, ausprobieren, entdecken hast, nimm Truenas Scale o.ä.
Dafür findest du bei ebay oft Gebrauchtgeräte mit Intel Xeon (z.B. Dell Workstations) die dann
auch oft ECC-RAM haben.

Willst du minimale Strom- und Hadrwarekosten bau dir ein NAS mittels Rasperry Pi
 
An sich keine verkehrte Idee, aber ich würde nicht diesen überdimensionierten Server-Sockel nehmen. Schau einfach nach X10-Mainboards mit LGA1150 - die gibt es oft gebraucht mit CPU und RAM für um die 100€.
 
h00bi schrieb:
Nichts davon ist so brisant, dass man RAID nutzen muss. Backup ist viel viel viel wichtiger als hohe Verfügbarkeit.
Dem stimme ich so nicht zu! RAID ersetzt kein Backup, das stimmt. Jedoch führt ein RAID dazu, dass wenn eine Platte ausfällt man nicht auf das Backup zurückgreifen muss und der Dienst am leben bleibt.
 
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Gamienator schrieb:
und der Dienst am leben bleibt.
Korrekt, aber wie ich geschrieben habe ist keiner der vom TE genannten Dienste in irgendeiner Weise brisant, dass der unbedingt am leben gehalten werden muss, für den Fall eines HDD Ausfalls.
 
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Also für meinen Geschmack tausche ich lieber eine HDD aus und lasse das RAID rebuilden als das ich den Share wieder erstellen muss und die Daten aus dem Backup wiederherstelle :)
 
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Danke für die vielen Rückmeldungen - komme erst jetzt zum Antworten, da ich ein paar Tage flach lag.

mischa2 schrieb:
Und was ist mit den anderen 6 Monaten? Muss du da den teuren Strom aus dem Netz nehmen?

Natürlich muss ich in den harten Wintermonaten zeitweise Strom aus dem Netz nehmen. Aber ich rechne das eher als Mittelwert aufs gesamte Jahr und daraus entsteht für mich ein durchschnittlicher Preis pro kWh, der wirklich nicht der bestimmende Faktor ist, bei der Entscheidung, welche Hardware in einem NAS verbaut wird. Selbstverständlich würde ich das ganze so planen, dass HDD's schlafen geschickt werden, wenn sie nicht gebraucht werden.

Gohst schrieb:
Ein System mit I7 8xxx (bzw. Xeon E3-21xx) oder neuer wird bereits schneller sei und unter 20W im Leerlauf ziehen. Besonders hast du dort oft Turbo-Boost Taktraten jenseits 4.2GHZ was auch hilfreich ist.

PS: ich würde dir wegen P/L Verhältnis (sofern Server Grad Hardware wünschenswert) eine LGA1151v2 oder AM4 Plattform ans Herz legen.
Danke für den Tipp. Da müsste ich dann natürlich mit einem HBA-Controller arbeiten, wenn ich SAS HDDs einsetzen wollen würde, was ja die Grundüberlegung war um Kosten zu sparen. 😅

zazie schrieb:
Für deine Ansprüche würde ein schon etwas älteres NAS bei weitem genügen. Deshalb der Hinweis, dass im Netz gebrauchte Synology 218+ für unter 100 Euro (ohne HDDs) bzw. für rund 250 Euro zu finden sind.

Hm bin da irgendwie grad nicht so überzeugt. Wenn ich 100 Euro für ein altes 2bay Nas ausgeben muss und dann dort nochmal in entsprechender größe im Preis explodierte HDD's reinstecke, hab ich am ende auch relativ viel Geld ausgegeben für ein System, bei dem ich kaum was ändern kann oder den "Bastler-Spaß" habe.

h00bi schrieb:
Korrekt, aber wie ich geschrieben habe ist keiner der vom TE genannten Dienste in irgendeiner Weise brisant, dass der unbedingt am leben gehalten werden muss, für den Fall eines HDD Ausfalls.
Natürlich gibt es nochmal einen signifikanten Unterschied zwischen einem Raid-System und echten, physischen und getrennten Backups. Das ist mir auch klar. Und für den Anfang bzw. das, was ich geschrieben habe, brauche ich sicherlich auch nicht zwingend ein NAS. Der Punkt ist: ich betreibe das ganze aber auch als Hobby und habe spaß an sowas. Und mit der Erfahrung wachsen sicherlich auch die use-cases und die Ansprüche.
 
Wenn du Bock hast selber was zu bauen und vielleicht auch "Wildere" Experimente zu machen um was zu lernen, dann lass dir kein QNAP oder Synology NAS aufschwatzen.

Manche Server Boards für Sockel 2011/2011-3 haben zwar SAS on Board aber teilweise wird dazu ein Lizenz Dongle benötigt (Intel und teils Asus).

Bei dieser alten Plattform ist i.d.R das IPMI kaum mehr zu gebrauchen da Java für Fernsteuerung notwendig.

Unterm Strich ist auch die Performance nicht mehr so toll (da wiederhole ich mich vermutlich).
Zudem hat solche Hardware halt ein Jahrzehnt Betrieb aufm Buckel.

Für Sockel 1151v2 gibts sogar neue Boards auf AliExpress zu haben die laut Berichten sogar recht brauchbar sind. Oder du bedienst dich an den reichlich vorhandenen gebrauchten
 
@Banned Hat das schon HTML5 basiertes IPMI?
Bei meinem Asrock war das leider nicht so.
 
@Gohst Also ich kann ganz normal auf die GUI mit allen Funktionen (auch Ansicht des Post Screens) über den Browser zugreifen.
 
Ich versteh dem Thread ehrlich gesagt immer weniger: Im Eingangspost beschreibst du deine Bedürfnisse als dermassen gering, dass sich automatisch die Frage stellt, ob du überhaupt ein NAS brauchst oder eine Dateiablage. Dann kommen Vorschläge, die entweder deine Hardware-Vorstellungen (für den genannten Zweck) korrigieren oder günstige, kleine Alternativen vorschlagen - inklusive Stromsparvorschläge. Schlussendlich kommt raus, dass du unabhängig von Kosten ein Bastler-Spass-Projekt willst, damit deine Ansprüche sich entwickeln können. OK ...

Zu deinen Argumenten gegen meinen Vorschlag, ein kleines gebrauchtes NAS zu kaufen: Erstens kann man auch mit einem Synology-(oder QNAP oder ugreen-)System bereits viel machen - sehr viel mehr als eine einfache Dateiablage. Zweitens hast du im Eingangspost konkret nach gebrauchten HDDs gefragt, um dann bei meinem Vorschlag (incl. HDD ab 250 Euro) auf explodierende Preise bei HDDs zu verweisen. OK ...

Du bestimmst die Prioritäten. Aber mach das bitte vor weiteren Fragen.
 
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Hallo Tallahasee.

Bevor du meinen ganzen Text durchliest erstmal auch mein Rat:

Geh nochmal in dich und überleg dir "Was will ich?" und "Was möchte ich machen?" <

Dein avisiertes Setup ist in meinen Augen too much und zu undurchdacht.
Gerade der Stromverbrauch ist nicht zu unterschätzen. Und SAS Platten werden dich nicht glücklich machen. Sie sind günstiger, aber nicht ohne Grund.

Im Grunde kann ich dich voll und ganz verstehen, da ich vor 2 Jahren ähnlich an das Thema "Ein zentraler Speicher in meinem Netzwerk" ran gegangen bin.

Allerdings hatte ich da bereits Erfahrungen mit einem Fertig NAS (Synology DS) gesammelt und auch erste Gehversuche mit einem Windows(Windows Homeserver/Server2002R2/Win7) basierenden Fileserver gesammelt.

Der Windows basierende Fileserver war alte PC Hardware mit Raid (erst Software dann per separatem PCIe Controlker Hardware). In beiden Fällen gab es Aussetzer oder Probleme, wo Raid sein Sinn zeigen musste. Windows Softwareraid hat sich mehrfach zerschossen, gerade nach einem Update. Die Daten mussten mehrfach neu synchronisiert werden was lange Ausfallzeiten bedeutete. Beim Hardwareraid lief es an sich super, nachdem mir eine der NAS Platten plötzlich den Geist aufgab. Neue Platte rein, sync lief im Hintergrund, ok. Aber da gibt's einen Stolperstein bei Hardwareraid, den defekt siehst du erst, wenn du neu bootet oder ein Tool vorhanden ist das du immer überwacht bzw ab und zu sichtest.

Daher waren nach den ersten Versuchen mit Windows-PC als NAS Homeserver zu nutzen erledigt.

Natürlich kann man auch fertige NAS kaufen. Meine Erfahrungen mit dem Synology DS423 sind gut und alles läuft sehr unspektakulär. Auch dort gab es schon einen HDD Ausfall, aber die Synology Software wies mich unaufgeregt rechtzeitig hin und leitete mich durch die Schritte zum Austausch bis zum Sync. Rundherum und gutes Paket als Datenspeicher!
ABER eben nichts zum groß Aufrüsten, Anpassen der Betriebsystems bzw. mehr Power raus bekommen weil man noch zusätzliche Sachen wie Virtuelle Maschinen drauf laufen lassen möchte.

Somit kommen wir zu meiner damaligen und auch zu deiner Idee, eine Flexible PC-Basis mit Luft nach oben selbst zu bauen.
Ich hab damals gezielt nach PC-HARDWARE gesucht, die 24/7 geeignet ist und dennoch nicht soviel Strom verballert wie richtige Servertechnik. Fündig bin ich z. B. bei Hardware geworden, die gezielt für Workstations/ThinClients gedacht ist.

Aber ich wusste schon relativ, was ich wollte und was nicht. Ein flexibles günstiges System auf Workstationbasis was aber für 24/7 Betrieb geht und das ganze so Energieeffizient wie möglich ist.

Ich habe nun 2 solche NAS/Homeserver im Einsatz. Eines auf Mini-ITX Basis mit sparsamen Intel J3455 Cuadcore, 8GB, RAM, eine SSD und 3x 1TB Western Digital Red. Das ist der Homeserver der laufen muss für alles Gemeinsame.
Der zweite ist ein Asus CSM Board mit AM4, einem AMD Ryzen Pro GE CPU für geringen Stromverbrauch, 32GB RAM, 2 1TB SSD und 4x Ironwolf HDD.

Du merkst, es sind NAS oder Serverplatten, aber keine SAS. Warum? Weil diese zwar günstiger zu bekommen sind, aber nicht für Energieeffiziente Systeme gedacht sind und vorallem ein spezieller Controller und Kabel benötigt werden. Und die kosten auch wieder!

Beim Betriebssytem setze ich auf Unraid. Warum? Es läuft auf so ziemlich jeglicher Hardware, eine große Community ist da die hilft, es vereint die besten Punkte von Raid und Backup auf ziemlich gute Weise. Aber es kostet was.

TrueNas ist eine ähnliche Betriebssystemoption und ist Free glaube ich. Aber die Community ist noch kleiner.

Openmediavault war übrigens erster Ansatz, aber hab ich schnell verworfen. Es ist einfach zu Nervenraubend.
 
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