Idon schrieb:
@Hagen_67
Du hast in deinem Beitrag Argumente vergessen. Liefere diese nach, dann gehe ich gerne darauf ein.
Ich hätte gedacht, das diese einem politisch und geslleschatlich interessiertem Menschen bereits klar wären, aber gut hier, bitte schön:
Wenn die Bezahlung der Pflegekräfte den Regeln des Marktes folgen würde, würde die Pflege deutlich mehr verdienen. Aber das ist ja künstlich gedeckelt durch die Budgetierung der Krankenhäuser. Denn würde es so laufen, wie der freie Markt es hergibt, dürften wir alle locker nen 100er mehr an Krankenkassenbeiträgen bezahlen.
Das ganze funktioniert so:
Du kommst ins Krankenhaus. Das rechnet Deinen Fall mit Deiner Krankenkasse ab. Die Bezahlung für den Fall ist aber von vornherin festgelegt. Würde man jetz die Löhne in der Pflege nach den Gesetzen des Marktes anpassen (eben Angebot und Nachfrage regeln den Preis), müsste Deine Krankenkasse für die gleiche Behndlung deutlich mehr bezahlen. Und das wiederum würde bedeuten, dass Du in der Folge höhere Kassenbeiträge bazahlen müsstest. Aber da die Politiker ja Angst um ihre Stimmen haben wird hier ein Deckel draufgepackt. Dazu kommt noch das der Beruf der Pflege eher ein Frauenberuf ist. Und diese Berufe werden perse schon mal schlechter bezahlt.
Und zu "den Job kann jeder machen": Um in der Krankenpflege umfänglich eigenständig zu arbeiten musst Du eine dreijährige ausbildung mit anschließendem Staatsexamen machen. Wenn Du dann z.B. dauerhaft an Beatmungsmaschinen einer Intensivstation rumspielen willst musst Du eine zweijähre Fachweiterbildung mit abschließender Prüfung machen. So viel zum Thema "quasi jeder kann das machen".
Und der Mindestlohn wurde nicht extra wegen der Pflege eingeführt. Auch das ist Blödsinn. Seit spätestens zwei Jahren weiß diese Regierung, dass wir einen absoluten Pflegenotstand haben. Zum Teil müssen sich Intensivstationen bei den Leitstellen abmelden weil sie zwar frei Betten haben, aber keine Pflegekräfte mehr. Und unsere Regierung hat bis jetzt nichts gemacht, was bei den Pflegenden an der Basis spürbar angekommen wäre. Es wurde nichts erfolgreich unternommen um dem Mngel zu begegnen. Da wurden zwar tolle Zahlen veröffentlicht. Z.B. 13.000 neue Stellen seien geschaffen worden für die Alten- und Pflegeheime. Hört sich toll an. Aber nur solange bis man weiss, dass wir über 14.000 Heime in Deutlschland haben. Das ist dann nicht mal eine ganze Stelle pro Heim. Und weiter ist das Schaffen von Stellen nur das eine. Die Stellen müssen auch besetzt werden.
Ich hoffe das reicht Dir an Argumenten. Und ich reagiere hier so empfindlich und angefressen, weil genau Deine Einstellung, die Du oben gezeigt hast vollkommen abwertend gegenüber meinem Berufsstand ist. Und selbst jetzt in so einer Situation sich da nix ändert. Aber die Chance ist aktuell leider sehr groß, dass die Bevölkerung mitbekommt, was es bedeutet, wenn man nicht genug qualifizierte Pflegekräfte hat. Denn die tollsten Beatmungsmaschinen müssen von irgendwem bedient werden.
@DonL
Die meisten Pflegkräfte sind über verdi organisiert. Aber verdi tut nichts für die Leute. Der letzte Tarifabschluss war ein Witz. Würde hier zu sehr in den OT reingehen.
Und die Arbeditgeber sind hier nicht immer und niocht allein die "bösen" Buben. Denn die können nicht einfach mehr Löhne bezahlen weil sie das Geld nciht von den Kassen refinanziert bekommen.
Abgesehen davon, dass es in meinen Augen ein Desaster war den Gesundheitssektor zu privatisieren. Man stelle sich gleiches mal bei der Feuerwehr und bei der Polizei vor. Undenkbar, ausser man will amerikanische Verhältnisse bei der Feuerwehr haben.