SE. schrieb:
Ich kann jetzt nicht nachvollziehen was da bei dir passiert ist, entsprechend habe ich dazu keine Meinung und kann mir kein Urteil anmaßen, ich glaube dir aber das sowas vorkam. Immerhin sind ja gerade immer noch viele Institutionen und Menschen überfordert, obwohl seit Beginn des Jahres schon etwas Zeit vergangen ist. Davor sind auch Entscheidungsträge:innen, wie Lokalpolitiker, nicht gefeit. Eben das zeigt doch auch welche Lehren gezogen werden könnten um künftig besser vorbereitet zu sein. Ich denke nicht das Covid19 die letzte Pandemie sein wird und gleich gar nicht das es keine Krisen anderer Art geben wird, bei denen diese dann hoffentlich erprobten Konzepte funktionieren müssen.
Ich hatte damals in einem Leserbrief die ein oder andere Maßnahme kritisiert. Damit meinte ich nicht den lockdown ansich, den hatte ich explizit befürwortet.
Allerdings hatten bei uns viele Soziale Dienste den Betrieb eingestellt:
- die Sozialpädagogischen Familienhilfen, die mit "Problemfamilien" arbeiten, durften diese nicht meehr Besuchen. Zeitgleich waren Schulen und Kitas geschlossen. Das heißt die Eltern, die eh schon völlig mit ihren Kindern überfordert waren, waren es in dieser Situation erst recht. Es gab niemanden mehr, der das Wohl der Kinder im blcik hatte
- Die Tafeln hatten komplett geschlossen. Die Lebensmittelversorgung der ärmsten der Gesellschaft war damit schon erheblich eingeschränkt
- Die Psychiatrien waren geschlossen und haben niemanden mehr aufgenommen. Nur noch die Zwangseinweisungen wurden versorgt. Zeitgleich mussten aber viele ambulante und teilstationäre Angebote ihren Betrieb einstellen.
- Die Bewohner der Alten- und Pflegeheime durften keinen Besuch empfangen, sie durften in einigen einrichtungen nicht mal mehr das Zimmer verlassen. Gerdes diese Personengruppe musste zwar geschützt werden, aber ich hatte z.b. vorgeschlagen diese einrichtungen mit Tablets auszustatten und den digitalen Besuch aktiv zu unterstützen, indem man den Menschen bei der Bedienung behilflich ist.
- Die Menschen im hospitz waren auch vollkommen isloiert. Dort verbringen Menschen nun einmal ihre letzten Tage. Diese alleine ohne Besuch von Freunden und Familie verbringen zu müssen hatte ich als Unmenschlichkeit bezeichnet.
Das waren die Punkte, die ich kritisiert hatte. Ich hatte dabei explizit darauf hingewiesen, dass es mir nicht um den Lockdown ginge sondern nur dazu aufgerufen sich schnellst möglich Lösungen oder Alternativen für die oben genannten Bevölkerungsgruppen zu überlegen. Der Shitstorm war wirklich übel. Ich wurde dabei in jende Ecke der Coronaleugner gestellt. Querdenker waren damals noch nicht so organisiert und präsent. Und das fand ich schon übel. Ich hatte weder die Pandemie geleugnet noch den Lockdown in Frage gestellt und das auch so eindeutig formuliert. Ich habe mir in der situation schon die Frage gestellt, ob es eine gelebte Meinungsfreiheit wirklich gibt, wenn auf Kritik so reagiert wird, auch von Seiten der Politik.