Coronavirus - welche Bedeutung hat das Thema für Euch?

Wirst du dich impfen lassen und welcher Impfstoff wäre dir am liebsten? (2 Stimmen)

  • Nein

    Stimmen: 174 22,6%
  • Ja (Biontech & Pfizer)

    Stimmen: 236 30,6%
  • Ja (Astra Zeneca)

    Stimmen: 10 1,3%
  • Ja (Sputnik V)

    Stimmen: 7 0,9%
  • Ja (Moderna)

    Stimmen: 48 6,2%
  • Ja (Johnson & Johnson)

    Stimmen: 20 2,6%
  • Ja (Impfstoff egal)

    Stimmen: 111 14,4%
  • Anderes (Antwort im Thread)

    Stimmen: 12 1,6%
  • 1. Impfung erfolgt

    Stimmen: 97 12,6%
  • 2. Impfung erfolgt

    Stimmen: 321 41,6%
  • 3. Impfung erfolgt

    Stimmen: 28 3,6%

  • Umfrageteilnehmer
    771
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Die Apotheke bekommt schon mehr als 2.-EUR nachdem die Masken dort für für 4.- bis 8.-EUR verkauft werden. EK ist unter 1.-EUR. Auf der anderen Seite gab es Apotheken die den Kunden die 2.-€ Unkostenbeitrag nachlassen wollten -> Abmahnung
 
Unsere Apotheke nimmt die zwei Euro nicht an, sondern wird gebeten das Geld in eine Spenden Büchse zu werfen.
 
Gute Idee mit der Spende aber irgendwie schon verrückt. Da soll Geld gespart werden und dann wird es bei Strafe verboten günstig abzugeben. Mann spricht ja von 4,3 Milliarden Kosten der Maskenverteilung
 
Wie viele FFP2-Masken müsste man da pro "Risikopatient" verteilen um auf solche Kosten zu kommen? Grob überschlagen 500 Stück...!
 
Hallo

@B.XP

500 Masken pro Risikofall (Alte + Kranke) sind es bei weitem nicht, ich habe gelesen das die Regierung 4,50€ pro Maske zahlt:
4,3 Miliarden Euro / 4,50€ = ca. 955,5 Millionen Masken
Die Risikofälle (Alte + Kranke) haben zuerst 3 Masken bekommen und jetzt einen Gutschein für 12 Masken (6 Masken für Januar + 6 Masken für Februar) = 15 Masken:
955,5 Millionen Masken / 15 Masken = ca. 63,7 Millionen

Wenn die Risikofälle (Alte + Kranke) noch einmal 12 Masken (6 Masken für März + 6 Masken für April) bekommen dann sind die ca. 955,5 Millionen Masken schnell weg.
Was noch dazu kommt, Hartz 4 Empfänger sollen jetzt auch kostenlose Masken bekommen: Corona-Pandemie: Kostenlose FFP2-Masken für Bedürftige | tagesschau.de

Grüße Tomi
 
Zuletzt bearbeitet:
isostar2 schrieb:
Bei dem "überflüssigen" Gegenrechnen wird einem klar das es für mich als unter 60 Jähriger Gefährlicher ist mit dem Fahrrad täglich ins Krankenhaus zu fahren als auf einer Corona Isolation Station zu arbeiten.
Ja ach ne, was du nicht sagst.
Und auf einen Spielplatz ist es für Kinder weniger gefährlich zu spielen, als auf der Autobahn.

Das ist glasklar, da muss überhaupt nichts gerechnet oder verglichen werden... ;)
 
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Skysnake schrieb:
Wir könnten, nein müssten eigentlich darüber reden, ob das Konsens ist. Ich bin mir da nicht so sicher....

Man kann sich als Gesellschaft auch dafür entscheiden 5-10% der Bevölkerung zu verlieren, dafür aber keine riesen Schulden zu machen und das Leben auf Jahre für alle stark einschränken zu müssen.

Ob man das will ist was anderes. Also ich bin nicht begeistert, aber an sich müsste man das trocken durchrechnen. Denn eines muss uns Deutschen zeigen der "Westlichen Welt" klar werden, wir könne medizinisch Dinge machen um Leute am Leben zu halten, die sich keine Gesellschaft leisten kann.
Du sprichst hier einen extrem wichtigen Punkt an, der auch in meinen Augen viel zu wenig im Fokus steht. Ein Scholz stellt sich entspannt hin, macht einfach die Taschen auf, andere Leute füllen/gefüllt haben, welche auch noch einen kleinen Teil der Bevölkerung darstellt (Eine Milchmädchenrechnung (!) zählt ca. 15 Mio Nettosteuerzahler). Als ob pauschal Geld zu verteilen, die einzige Lösung wäre. Die Frage die ich mir stelle oder auch während der Finanzkrise gestellt habe: Wurden hier wirklich alle relevanten Szenarien einmal ehrlich durchgerechnet? Eine Rettung eines Teils der Gesellschaft/einer Branche/eines Unternehmens geht immer mit Einschränkungen anderer daher. Es ist nicht immer der Weg der Richtige, der erstmals keine akuten starken negativen Folgen generiert bzw. alle nur ein bisschen vor den Kopf stößt, aber dann langfristig Einschränkungen für alle bedeutet. Wenn ich mich an eine Antwort von Merkel bezüglich der (zu späten) Maßnahmen im November richtig erinnere, meinte sie, dass frühere Maßnahmen auf zu wenig Akzeptanz gestoßen wären und politisch früher nicht durchsetzbar waren. Und das hat mich bzw. erfüllt mich ehrlich gesagt mit sehr großer Sorge. Wenn ich bei einem verhältnismäßig "einfachen" und moderat komplexen Sachverhalt* bereits nicht mehr die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit treffen kann, sondern Maßnahmen zum einen zu spät und dann auch noch hemdsärmlig treffe, wie sieht es dann mit den richtigen durchdachten Maßnahmen zur richtigen Zeit in einem einem wirklich komplexen (Gesellschafts)System aus? Und ja, eine Entscheidung zu treffen ist besser als keine. Aber mein Vertrauen, dass diese Maßnahmen zum Wohle der Gesellschaft auf lange Sicht getroffen werden, ist ehrlicherweise nicht vorhanden. Aber was interessieren heute schon jemanden die Probleme in 10, 20 oder 30 Jahren...

*Infektionszahlen zu reduzieren und die Einrichtungen bei der Nachverfolgung der Infektionskette nicht bereits bei niedrigen Zahlen zu überfordern
 
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Btw die Vermutung mit dem Verdacht einer schweren Erkrankung als Auslöser für den Maskenschein scheint richtig zu sein

https://www.n-tv.de/panorama/Buerger-verwundert-ueber-Masken-Gutscheine-article22328030.html

@Seppuku Das stimmt schon. Es liegt aber auch an der Art wie wir Politik machen in Deutschland. Also in den Landtagen und im Bundestag. Der Fraktilonszwang sorgt oft dafür das etwas gemacht wird was sich eine kleine Gruppe in Hinterzimmern ausgedacht hat. Und nicht das was die Mehrheit vom Parlament will/denkt. Und schon 10 mal nicht was die Bevölkerung denkt/will. In meinen Augen gehört das verboten... man kann ja gerne eine Empfehlung aussprechen aber das wars dann auch. Aber dann kommt ja immer das Weimarer Republik Totschlagargument. Wobei seltsamerweise es in vielen anderen Demokratien wie Schweden etc super funktioniert mit den wechselnden Mehrheiten....

Aber hey, das wäre halt mit Machtverlust verbunden... könnt ihr euch noch an die "Sensation" vom letzten(?) Jahr die Abstimmung zur Sterbehilfe zur Gewissensentscheidung zu machen? Das ist eigentlich beschämend das sowas eine Sensation und nicht normal ist...

Und weil eben der Machtverlust gefürchtet wird, verwaltet man den Status Quo so lange es nur irgend geht. Augen zu und wiedergewählt werden...

Das traurige dabei ist, dass ja scheinbar insbesondere die CDU/CSU Wähler genau das wollen. Aber hey, wenn die Folgen wahrscheinlich eh nicht mehr erlebt werden dann ist das aus deren Sicht ja auch irgendwo ok. Blöd halt wenn die Gesellschaft überaltert und daher die Status Quo erhalter die Mehrheit haben und die Politik denen auch noch nach dem Mund redet.
 
Skysnake schrieb:
Man kann sich als Gesellschaft auch dafür entscheiden 5-10% der Bevölkerung zu verlieren, dafür aber keine riesen Schulden zu machen und das Leben auf Jahre für alle stark einschränken zu müssen.

Ob man das will ist was anderes. Also ich bin nicht begeistert, aber an sich müsste man das trocken durchrechnen. Denn eines muss uns Deutschen zeigen der "Westlichen Welt" klar werden, wir könne medizinisch Dinge machen um Leute am Leben zu halten, die sich keine Gesellschaft leisten kann.
Moin

Nein, das muss nicht trocken durchgerechnet werden, und ja, wir können uns das leisten. Und warum können wir uns das leisten?

Das Zauberwort heißt "Solidarität". So funktioniert unser gesamtes System. Der Starke gibt, der schwache nimmt.

Aber was nicht funktioniert: Solidarität ja, aber nur wenn ich zu der Nehmerfraktion gehöre. Zahlen müssen wir am Ende alle dafür.

Und für gerettete Menschenleben zahle ich gerne.

Gruß
Nobsi
 
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Ich bin froh, dass ich auf meinem Kopf kein Preisschild Trage: "noch 2 Millionen €"
Und mit 65 Jahren dann "noch 100.000€"
und mit 70 Jahren dann: "-20.000€"
Sie wollen behandelt werden? ach, das lohnt sich nimmer...


Für Die Wirtschaft ist es übrigens um einiges besser, 2 Jahre die Gürtel enger zu schnallen und dann wieder 84 Millionen Kunden zu haben als 2 Jahre "normal" zu funktionieren und dann auf "ewig" aber nur noch 82 Millionen Kunden zu haben.
 
@Skysnake
Ja, es ist ein deutlich generelles und größeres und komplexeres Problem, dessen Schwächen eben in einer Krise deutlicher werden.

@Nobsi
Warum muss das nicht trocken durchgerechnet werden?
Was können wir uns bis wann leisten?
Solidarität bedeutet auch nicht, dass jedem mit allen Mitteln geholfen werden muss. Und die Frage, wie viele Mittel von wem, für wen und was mit welchem Ziel bereitgestellt werden sollen, ist mehr als legitim. Im Gegenteil, diese Frage muss regelmäßig gestellt werden. Auch wenn die Antwort nicht allen immer gefallen wird.
 
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Nobsi schrieb:
Aber was nicht funktioniert: Solidarität ja, aber nur wenn ich zu der Nehmerfraktion gehöre. Zahlen müssen wir am Ende alle dafür.

Und für gerettete Menschenleben zahle ich gerne
Nur das manche gar nicht gerettet werden möchten. Das ist ja auch die Diskussion bei der Sterbehilfe. Manche möchten nicht mehr.

Und sowohl bei den alten als auch den Jungen gibt es auch die Fraktion lieber jetzt noch 6 Monate es knallen lassen als 2 Jahre nen beschissenes isoliertes Leben zu haben.

Das muss man nicht nachvollziehen können, aber die Sichtweise gibt es gar nicht so selten. Und auch unter rein ökonomischen Gesichtspunkten gibt es genug alte die für sich absolut freiwillig negatives in Kauf nehmen um nicht anderen auf der Tasche zu liegen. Deswegen gibt es ja auch so viele Alte, die arm sind aber sich keine Unterstützung holen. Das ist gegen ihre Ehre.
 
Seppuku schrieb:
Auch wenn es vielleicht für den ein oder anderen moralisch verwerflich erscheinen mag, auch bei Corona muss und wird eine Kosten-/Nutzenrechnung angestellt. Ich bin nur froh, dass ich diese Entscheidung nicht verantworten und tragen muss.
Das ist moralisch nicht verwerflich. Denn zum einen wurde es in der Vergangenheit immer wieder getan, weil es einfach notwendig war. Dazu einige Beispiele:
- Vorsorgeuntersuchungen: Die kosten einer Mamographie übernimmt die Krankenkasse in einer Alterspanne von 50 - 69 Jahren. Das heißt nicht, dass sie nicht bereits früher sinnvoll wäre, aber von der kosten / Nutzen Faktor macht es in dem Alter am meisten Sinn. Ähnlich Untersuchungen zur Prostatakrabsfrüherkennung. Die Krankenkassen übernehmen die kosten ab einem Alter von 45 Jahren. Dagegen ist nichts einzuwenden, weil ab 45 das Risiko signifikant ansteigt. Ein wenn auch niedrigeres Risiko besteht aber schon vorher.

- ALG // und Grundsicherungsleistungen: Die höhe der Leistungen entspricht in etwa der Armutsgrenze. Für erwerbsfähige Menschen mag man das nachvollziehen können, da man keine soziale Hängematte finanzieren möchte. Bei der Grundsicherung im Alter und für Erwerbsunfähige sieht das schon anders aus. Ist es gerecht, dass jemand, der sein Leben lang gearbeitet hat, im alter in Armut leben muss? Oder ist es gerecht, dass jemand der aufgrund einer Erkrankung nicht mehr arbeiten kann, plötzlich in Armut leben muss? Sicher nicht, aber es stellt sich die Frage, wieviel Solidarität sich ein Staat oder eine Gesellschaft leisten kann. Denn die finanziellen Mittel dafür müssen auch erst erwirtschaftet werden. Ergo unterzieht man das ganze einer Kosten/nutzen Rechnung. wissend, dass es darum nicht um Gerechtigkeit geht, wissend, dass Armut auch in Deutschland die Lebenserwartung signifikant reduziert und das nicht nur um ein oder zwei Jahre.

Auch in anderen Bereichen finden und fanden solche Abwägungsprozesse statt. Antibiotika in der Landwirtschaft wird eingesetzt obwohl man weiß, dass dies mitverantwortlich ist für multiresistente Keime ist. Glyphosat wird nicht verboten, obwohl es im Verdacht steht, dass es Krebserregend ist und auch immer wieder in Lebensmitteln nachgewiesen wird. Ich glaube zuletzt in Nudeln, wenn ich mich recht errinnere.
Bei all den Dingen wägt man unterschiedlichste Interessen ab, mit dem Wissen dass man gesundheitliche Aspekte den wirtschaftlichen Interessen unterordnet. Das ist per se nicht verwerflich, aber man muss es sich eben bewusst machen. Daher ist es nicht verwerflich, diese Fragen zu stellen.

Man hat nun in der aktuellen Situation allerdings das Problem, dass auf beiden Seiten keine verlesslichen (da oft ungenau erhoben) Daten hat.
Auch hier ein Beispiel: Nach dem ersten Lockdown hat man noch frph verkündet, dass es in Familien nicht zu mehr Gewalt gegenüber Kindern gekommen ist. Das stimmte auch so. Nach den Meldungen waren die Zahlen sogar rückläufig. Das hat bei uns in der Stadt Bürgermeister sichtlich gefreut. Die Daten sind aber falsch, weil sie ein entscheidendes Detail nicht berücksichtigt haben. Schulen und Kitas waren geschlossen, die sozialpädagogischen Familienhilfen durften aufgrund einer Anordnung keine hausbesuche mehr durchführen. Ich leite selbst eine solche Jugendhilfeeinrichtung und arbeite nebenberuflich als Psychotherapeut (ich konnte mich irgendwie nie zwischen beiden Bereichen entscheiden) und kenne daher die Zahlen. Das Problem ist, dass Meldungen zu Verwahrlosung, Gewalt und Kindesmissbrauch überwiegend von Erziehern, lehrern und sozialpädagogen kommen. diese hatten aber kaum Kontakt zu den Kindern. Daher konnten auch keine Meldungen bei den jugendämtern eingehen. Faktisch gab es zwar einen Rückgang, aber der lässt sich einfach mit der fehlenden Datenlage begründen nicht damit, dass die Probleme rückläufig seien. Aber scheinbar hatte man nach dem ersten lockdown ein einsehen und wir durften seit dem wieder unsere Arbeit aufnehmen. So langsam wird das ein oder andere sichtbar, wenn man z.b. den Bericht auf der Seite der Tagesschau liest: https://www.tagesschau.de/inland/kinder-corona-109.html
Das entspricht auch zurzeit meinen Beobachtungen. Auch die Kinder- und Jugendpsychiatrien füllen sich immer mehr. Ich habe letzte Woche für ein Kind aus einer unserer betreuten Familien keinen Platz mehr bekommen. In anderen Regionen auch außerhalb von Deutschland scheint es ähnlich zu sein.
https://www.wochenblick.at/kapazitaeten-auf-psychiatrie-gesprengt-kinder-sind-suizidal-wegen-corona/
https://www.srf.ch/news/schweiz/bel...hr-notfaelle-in-kinder-und-jugendpsychiatrien
https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/other/suizidversuche-bei-jugendlichen-nehmen-zu/ar-BB1db2bY
https://www.msn.com/de-at/nachricht...ychiatrie-experten-schlagen-alarm/ar-BB1dc83f
Wir haben als jugendhilfeeinrichtung mehr wie genug zu tun. Auffällig ist dabei, dass es nun scheinbar alle Schichten betrifft. Meine Vermutung ist dass Eltern die eigenen Sorgen und Ängste zunehmend weniger von den Kindern fernhalten könne und die Kinder dann mitleiden. Emotional sind sie diesen Sorgen allerdings nicht gewachsen.

Inwieweit das flächendeckend zutrifft kann ich nicht beurteilen, aber da sind wir eben bei dem Problem, dass über die Schäden und die zu erwartenden Auswirkungen (Wirtschaft, Arbeitslosigkeit usw) keine Daten erhoben werden
Auch die Arbeitslosigkeit ist ein gravierendes Thema. Die Statistik berücksichtigt leider nicht die Kurzarbeit und scheinbar gilt die Annahme, dass die meisten Menschen in Kurzarbeit nach der Pandemie ihren arbeitsplatz behalten können.
Es gibt auch keine Prognosen, wie sich eine stark ansteigende Arbeitslosigkeit auf unsere auf Solidarität beruhenden sozialen Sicherungssysteme (Arbeitslosenversicherung, ALG II, Grundsicherung, Krankenkassen, rentenversicherung) mittel- und langfristig auswirken wird.
Diese Liste könnte man noch um einiges erweitern aber es zeigt dass man Folgen zu sehr ausblendet.

Daher ist man zurzeit gar nicht in der Lage abzuwägen und es bleibt nichts anderes übrig als den Kurs so weiter zu fahren bzw. auf sicht zu fahren. Auch über das Infektionsgeschehen fehlen verlässliche Daten, die man nie erhoben hat. Das wird auch von Statistikern bemängelt.
https://www.focus.de/gesundheit/new...ten-eine-einzige-katastrophe_id_12927819.html
https://www.deutschlandfunk.de/stat...er-noch-im.694.de.html?dram:article_id=490291

Und ich glaube das macht die Menschen zurzeit wütend. Bei allem Verständnis für den lockdown in einer unübersichtlichen Lage, ist dann Politik in der Verpflichtung notwendige Studien in Auftrag zu geben um wichtige Daten zu erheben. Die schleppenden Auszahlungen von Hilfen, ist auch niemanden zu vermitteln.
Wenn man aber mal im bundestag eine ergebnisoffene Diskussion führen würde und in der Lage wäre aufgrund unterschiedlichster Daten und Expertisen eine entscheidung zu treffen, wäre das den Menschen viel mehr zu vermitteln, wenn dann der Lockdown verlängert wird.
Aber wenn ich sehe, das letztendlich jede Diskussion abgewürgt wird, kann ich den unmut verstehen. Noch ein Beispiel aus meiner Stadt. auf unserem Wochenmarkt hat ein Standbesitzer eine Broschüre verteilt, in der stand zwar viel Quatsch bezüglich Corona aber alles noch im Rahmen. Das wurde ihm unter Androhung seinen Stand zu verlieren verboten. Das hat bei uns für viel aufsehen gesorgt, nicht nur bei den Gegnern der Maßnahmen sondern auch von Befürwortern. Denn so etwas muss eine freiheitliche Gesellschaft auch in einer Pandemie aushalten.
 
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Nobsi schrieb:
Und für gerettete Menschenleben zahle ich gerne.
Schöner Satz, dem für sich genommen keiner Widerspricht, nur ist die Coronakrise eben deutlich komplexer. Es gibt keine erst einmal keine grenzenlose Solidarität da es keine grenzenlosen Ressourcen gibt, ein Menschenleben ist nicht in Geld aufwiegbar, aber sehr wohl sind aufgewendeten Ressourcen einer Gesellschaft durchaus dabei mit zu rechnen.

Beispielsweise hat sich Indonesien dazu entschlossen zuerst die Jungen und Berufstätigen zu impfen, da ein Kollaps der Wirtschaft droht der um ein vielfaches desaströser Ausfallen kann als selbst eine unkontrollierte Verbreitung von Covid-19, erst recht in einem derart instabilen Staat.

Es ist absolut legitim die aufgewendeten Ressourcen und Einschränkungen einer Gesellschaft für das Wohl oder das Leben einer bestimmten Gruppe kritisch zu betrachten.
 
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Nobsi schrieb:
Das Zauberwort heißt "Solidarität". So funktioniert unser gesamtes System. Der Starke gibt, der schwache nimmt.
In der Theorie ja ganz nett aber leider ist dem nicht so, die Starken beteilligen sich ja nicht so daran, und deswegen geht es dem System an sich auch nicht so gut.

Wenn man sieht ab wann man sich von der Krankenkasse befreien kann, und die Beitragsbemessungsgrenze bei Rente und Arbeitslosengeld ist das nur Hohn..
 
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Jelais schrieb:
Auch in anderen Bereichen finden und fanden solche Abwägungsprozesse statt. Antibiotika in der Landwirtschaft wird eingesetzt obwohl man weiß, dass dies mitverantwortlich ist für multiresistente Keime ist.
This.

Erst heute gab es wieder einen Bericht auf ntv das Experten von der Antibiotika Zeitlupenepedemie sprechen. Das klingt in ersten Moment vielleicht übertrieben, wenn man aber schon weiß dass das Thema seit sicherlich nem Jahrzehnt bewegt und wo wir heute stehen, alsl wieviele Leute inzwischen sterben an nem Infekt, weil nichts mehr hilft, der findet das nicht übertrieben. Vor allem erinnert euch an die vor Antibiotikazeit. Da sind in Kriegen oft mehr an Infektionen gestorben als direkt an den Kämpfen...

Das interessiert aber keine Sau, weil wir ja ansonsten kein billiges Fleisch hätten...

Und beim Deutschen hört auch die Solidarität auf, wenn es um seinen Bleifuß geht... das ist ja ein Menschenrecht und da darf man dann nicht mit geretteten Toten kommen....

Diese Doppelzüngigkeit geht mir ziemlich auf den Sack, zumal auf Dauer Corona nen schlechter Witz ist gegen die Gefahr durch Resistenzen... und weniger Fleisch fressen halt selbst ich als bekennender Fleischesser als absolut hinnehmbar
 
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Nobsi schrieb:
Aber was nicht funktioniert: Solidarität ja, aber nur wenn ich zu der Nehmerfraktion gehöre. Zahlen müssen wir am Ende alle dafür.

Und für gerettete Menschenleben zahle ich gerne.

Gruß
Nobsi
Man könnte dem ein Zitat von Brecht entgegnstellen: Fürchtet doch nicht so den Tod und mehr das unzulängliche Leben.
Oder von Johann Gottfried Seume: Wer den Tod fürchtet, hat das Leben verloren.

Es sind letztendlich zwei unterschiedliche Sichtweisen. Die stellt die Maxime die bloße Existenz in Form von Überleben als höchstes Ziel dar und die andere fragt danach, wie das Leben denn sein soll, was zwischen Geburt und Tode statt findet.
Die frage nach Leben oder Tod stellt sich eigentlich nicht. Robert Pfaller hat dies im spiegel auf den Punkt gebracht: Aber in Wirklichkeit geht es nie um Leben und Tod, denn sterben müssen wir ohnehin irgendwann. Es geht vielmehr um die Frage, wie viel von gutem Leben wir bereit sind aufzugeben, um die Erhaltung des Lebens für eine ungewisse Weile zu sichern.

Solidarität ist ein wichtiges Gut, unsere soziale Marktwirtschaft folgt z.B. solidarischen Grundsätzen. Wir müssen jetzt solidarisch sein, das steht außer Frage. Wir dürfen aber den Punkt nicht überschreiten, der der Wirtschaft so sehr schadet, dass in Zukunft Solidarität für andere erheblich eingeschränkt werden muss. Wirtschaft ist nicht nur in finanziellen Mitteln zu beziffern. Eine funktionierende Wirtschaft ermöglicht erst Solidarität sonst wären viele Hilfspakete in der jetzigen Zeit nicht möglich, sonst wäre es nicht möglich Erwerbslosen zumindest ein Überleben in Armut zu ermöglichen. Denn wer nichts hat kann auch nichts abgeben, um es mal platt auszudrücken.
Daher muss die Frage nach der Grenze von Solidarität gestellt werden, das wurde sie schon immer.
 
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Seppuku schrieb:
frühere Maßnahmen auf zu wenig Akzeptanz gestoßen wären und politisch früher nicht durchsetzbar waren
Denn nach wie vor und das halte ich für höchst problematisch, werden die Entscheidungen zu Maßnahmen aktuell von Politikern getroffen. Also Personen die A: keine Experten in diesen Bereichen sind und B: Personen deren berufliche Existenz maßgeblich von ihren Beliebtheitswerten abhängt.
Auch wenn sie alle gute Absichten haben mögen, ich traue keinem der Minister zu eigentlich nötige Maßnahmen auf kosten seiner Karriere zu beschließen.
Jelais schrieb:
Daher muss die Frage nach der Grenze von Solidarität gestellt werden, das wurde sie schon immer.
Aber das ist eine so furchtbar komplexe Frage, deren bloße stellung schon an politischen Selbstmord grenzt.
Die meisten Menschen sehnen sich doch nach Sicherheit und einfachen Antworten, da lebt es sich in einer Blase der Annahme das jedes leben gleich viel wert ist, um jeden Preis erhalten wird und überhaupt jeder in diesem die gleichen Chancen hat, doch so furchtbar bequem. Nicht auszudenken was passiert wenn diese Blase platzt.
 
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Sicher ist das eine furchtbar komplexe Frage. Da hat man sich in der Vergangenheit schon schwer getan. Das Problem der Politik ist, dass in dieser Situation Entscheidungen auf der einen Seite sofort sichtbar sind. Lockere ich zu früh oder zu weit, dann kann das unter Umständen mit vielen sofort sichtbaren Todesfällen einher gehen. Wirtschaftliche Schäden werden dagen erst sehr viel später sichtbar. Die daraus resultierenden Schäden für die Gesundheit einzelner vielleicht erst 5 oder 10 Jahre später. Das muss man dann persönlich politisch nicht mehr verantworten. Daher wird diese Frage erst einmal ausgeklammert. Aber der Ethikrat hätte hier entscheidend mitwirken können und auch müssen. Er hätte sich vielmehr um eine ganzheitliche Sichtweise bemühen müssen und eine vernünftige Abwägung vornehmen müssen. Denn wenn man aus Solidarität Existenzen opfert, dann sollte man auch den Mut haben dort hinzu schauen, wo es auf der anderen Seite der Medaillie Opfer gibt und wie groß diese sind. Das ist man diesen Menschen schuldig. Man kann es auch so auf den Punkt bringen: „Wir geben uns zu wenig Rechenschaft darüber, wieviel Enttäuschung wir anderen bereiten" (Heinrich Böll)

Eigentlich müsste man wegen der klimatischen Veränderungen sehr viel panischer sein, aber da die Auswirkungen wahrscheinlich erst für die nächste Generation gravierender sein werden verfällt man diesbezüglich nicht in einen Panikmodus. Das ist eben eine allzu menschliche Reaktion.
 
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