Scrypton schrieb:
Du willst halt einfach nicht verstehen, dass es nicht um "Entweder/Oder" geht sondern um die Kombination.
Selbstverständlich sollen die Hausärzte hierbei ebenfalls Impfen; sie sprechen sich ja mehrheitlich auch dafür aus.
ICH versteh schon das es nicht entweder oder gibt, aber les dir nochmal durch was propagiert wird. Wenn nur die Hausärzte impfen dann wären alle Probleme gelöst auf magische Weise gelöst. Am Besten die Impfzentren dicht machen...
Und das ist halt totaler Bullshit. Die Hausärzte können gerne mit impfen. Das finde ich unterm Strich sogar als sehr wichtig an, weil man damit auch Leute mit nimmt die sonst durchs Raster fallen. Aber ob z.b. Biontech da die richtige Wahl ist? Hmmm keine Ahnung, da habe ich so meine Zweifel. Wichtig ist aber das 1. Die Versorgung mit Impfstoff verbessert wird und 2. Die Impfzentren einfach das durchpressen was sie können so lange es Leute gibt die sich impfen lassen wollen. Denn wo geimpft wird es dich egal, so lange überhaupt geimpft wird.
Ich bin daher auch voll dafür, dass das 24/7 Impfangebot der Bundeswehr angenommen wird sobald so viel Impfstoff da ist, das man den so schneller durch bekommt.
Scrypton schrieb:
Kannst du natürlich alles weiter ignorieren.
Japp; Rentner an die Wand vor ein Schießkommando zu stellen würde die "volkswirtschaftliche Gesamtrechnung" auch verbessern - das ist aber halt kein Grund, das auch zu tun.
Somit... nein: Corona ist dahingehend keine "Chance".
Der Staat ist verpflichtet, auch die alten Menschen weitestgehend zu schützen.
Also von Erschießungskommando zu reden ist ziemlich zynisch. Das geht in die Richtung Euthanasie. Also etwas wo jemand anders aktiv über die Beendigung eines Lebens entscheidet.
Bei der von mir aufgeworfenen Kontroverse wäre dagegen der Tod von Menschen nur die Folge vom freiwilligen Verhalten der Leute, bei der keine Entscheidung für das einzelne Individuum getroffen wird, sondern sich nur durch rein statistische Gegebenheiten ergibt. Das ist ein fundamentaler Unterschied.
Damit bewegt man sich zu einem gewissen Grad dann aber im Bereich wo sich auch der Konsum von Alkohol oder sonstigen Drogen bewegt. Wobei Alkohol eher schlecht ist, da darunter überwiegend die Trinker leiden. Rauchen ist besser, weil man da durch sein Verhalten andere Schädigt und gefährdet. Das ist ja auch etwas was sich in den letzten Jahren stark gewandelt hat. Schau dir mal alte TV Shows an. Oder Restaurants. Da wurde geraucht und gesoffen... heute unvorstellbar und das ist richtig ich will nicht wissen wieviele am Ende an Lungenkrebs gestorben sind weil sie so arbeiten mussten.
Das war aber ganz ganz lange sozial total akzeptiert. Oder der Sicherheitsgurt. Bei 50 Jahre Sendung mit der Maus wurde gezeigt wie man früher mal über den Gurt dachte. Also Kinder nach hinten ohne Gurt, damit der Sitz das Kind auffängt... WTF und so kannst du tausende Beispiele finden, wo sich die Ansichten extrem gewandelt haben.
Ich habe den Eindruck, dass das allgemein besser geworden ist, aber auch heute gibt es noch extrem viele Dinge die meiner Meinung nach fragwürdig sind. Und wenn man in die USA oder so manche katholisch geprägte Länder schaut wie dort mit Frauen umgegangen wird bezüglich Abtreibung etc, dann sieht man auch, dass das kein natürlicher Vorgang ist der immer nur in eine Richtung zeigt. Nein die Werte einer Gesellschaft muss man immer aufs neue erarbeiten.
Scrypton schrieb:
Du denkst offensichtlich gar nicht - anders kann man diesen menschenverachtenden Käse nicht erklären:Nein, hätte man nicht aus Gründen, die du vermutlich weder kennst noch verstehst.
Na ich kann viel verstehen, aber ich bin der Auffassung, das man in einer Demokratie einer Gesellschaft zugestehen muss die objektiv falsche Entscheidungen zu treffen. Denn nur damit lässt sich der Kern der Demokratie auf Dauer erhalten. Und ja das trifft auch Leute, aber auf Dauer sterbe weniger Leute, wenn man der Bevölkerung auch zugesteht Fehler zu machen, wenn dadurch etwas gelernt wird. Ansonsten füttert man nämlich Leute die man heute als Querdenker bezeichnet. Dieses Gedankengut ist wie ein Geschwür das sich verbreitet.
Ich sehe da leider keine Chance, wie man die Leute vor sich selbst immer schützen will. Die Leute sind einfach dumm und einfältig im Schnitt.
Und ja, der Staat sollte immer versuchen für seine Bürger zu sorgen. Da finde ich die soziale Marktwirtschaft sehr sehr sehr viel besser als das was man in den USA sieht wo viele Leute leiden oder (früher) sterben weil sie sich keine Krankenversicherung leisten können. Aber jetzt halte dich fest. Ein signifikanter Teil der Bürger will es gar nicht anders....
Auf der andern Seite sieht man aber auch an den Liquidatoren in Tschernobyl (bedingt freiwillig) und Fukushima aber auch, dass der Mensch ein altruistischen Wesen hat.
Und jetzt halte dich nochmals fest. Es gibt durchaus auch alte die sagen, dass sie sich lieber dem Risiko des Todes aussetzen, als ihre ganzen Sozialkontakte auf zu geben oder die Wirtschaft und damit die Zukunft ihrer Kinder und Enkel zu zerschlagen.
Weißt du "der Staat muss für seine Bürger sorgen"tm hört sich erstmal toll an und kann wie "ein Menschenleben kann man nicht mit Geld aufwiegen"tm auch als Totschlagargument verwendet werden. Das funktioniert in einer realen Welt aber nicht! Du kommst auch in guten Zeiten immer wieder in die Situation in der das nicht funktioniert. Allerdings betrifft es dann nur wenige und wird vor der Öffentlichkeit verdeckt auf den unteren Ebenen vollzogen. Z.b. die Lebensrettende Behandlung abgewiesen, die zufällig teuer wäre wie sau, weil sie noch in der Studienphase ist...
In schlechten Zeiten wie jetzt wird es halt nur sichtbar für alle. Aber es ist KEIN neues Problem.
Und die obigen beiden verblendeten Sichtweisen führen auch zu Leid. Diese sind nämlich auch dafür verantwortlich dass die Sterbehilfe in Deutschland nicht möglich ist. Und stell dir mal vor es gibt Leute für die ihr leben wegen Schmerzen einfach nicht mehr übertragbar ist... und natürlich gibt es auch da wieder Gefahren zu Bedenken, aber diese absoluten Haltungen sind einfach bullshit...
Wie gesagt, Ansichten von Gesellschaften ändern sich und das muss man auch zulassen. Früher waren Afrikaner keine Menschen, daher war Sklaverei auch nicht schlimm. Früher hatten Frauen keine Rechte, früher wurde Homosexualität bestraft, früher war Abtreibung eine Todsünde usw usf.
Die meisten Punkte werden 99.999% der Leute gleich sehen, aber z.b. bei der Abtreibung ist das aber nicht so. Wer will sich jetzt hier anmaßen eine absolute Entscheidung zu fällen?
Und als kleines tagesaktuelles Beispiel.
Die katholische Kirche hat abgelehnt auf Präsenzgottesdienste zu verzichten an Ostern weil das ja gar nicht geht. Realistisch betrachtet werden dadurch sicher Leite sterben. Wie bringst du das bitte mit deinem absoluten Anspruch in Einklang???
Scrypton schrieb:
Gesetze und Vorschriften erlauben es schlichtweg nicht, ein Menschenleben ökonomisch zu bewerten.
Dann schau mal bitte in den Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung. Da wird das täglich/jährliche gemacht. Frag z.b. mal deine Frau/Freundin, was sich in den letzten paar Jahren bei der Vorsorge getan hat. Du wirst erstaunt sein... und rate mal was der Hintergrund ist. ich gebe mal einen Tip. GELD
Sorry, aber du gehst da in diesem Punkt nach "ich male mir Die Welt wie sie mir gefällt" vor. Das funktioniert aber nicht.
Offen anzusprechen, das eben nicht alles alternativlos ist und eben die Gesellschaft einen Disput führen muss an dessen Ende man eine Entscheidung steht, ist sicher nichts was mich zum "Querdenker"macht. Nein ganz im Gegenteil die wissenschaftlich untermauerten Fakten müssen immer auf den Tisch. Und gewisse Grundsätze muss man aber auch als unumstößlich festhalten. Wie z.b. die Würde des Menschen ist Unantastbar. Oder alle sind vor dem Gesetz gleich.
Wenn man sich aber z.b. Altenheime anschaut, dann kann man schon Zweifel daran äußern, das uns als Gesellschaft die Würde des Menschen unantastbar ist...