Khaotik schrieb:
Mit den Konsequenzen meine ich natürlich die Infektion, und ich würde auch eine Zurückreihung bei der Behandlungspriorisierung befürworten (also ein Ungeimpfter der ein Impfangebot bekam bekommt das Intensivbett erst nach allen anderen, sollte es eine Triage geben).
Wieso man irgendwie die Behandlungskosten verlangen sollte, erschließt sich mir nicht - das müsste man sonst bei allen Rauchern, Alkoholikern und Drogensüchtigen machen. Und Nicht-Impfen ist ja nichtmal illegal, im Gegensatz zum Drogenkonsum. Aber auch bei denen wird die Behandlung bezahlt.
(Und das finde ich auch richtig.)
In der Praxis heißt das, da eine Triage bei einer Impfquote von 50% oder mehr selbst ohne Gegenmaßnahmen quasi unmöglich ist: Der Staat und vor allem die Medien müssen aushalten, dass noch immer Menschen an Corona sterben, und darf das nicht als "schlimm" darstellen - sondern eben als Konsequenz daraus, dass Menschen ihr Recht, sich gegen die Impfung zu entscheiden, ausgeübt haben und dann eben einige davon sterben können.
Das mit den "Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können", wird immer wieder vorgebracht, aber da muss man eben Bedenken:
-Diese Gruppe ist äußerst klein, möglicherweise auch effektiv gar nicht existent; viele Personen, die derzeit so eingestuft werden, werden das nur weil in dem Zusammenhang entsprechende Studiendaten fehlen (bspw. Kinder). Und Schwangere sind nach 9 Monaten nicht mehr schwanger. Die Impfung von Säuglingen ist übrigens sogar der Normalfall bei einer ganzen Reihe von Impfungen (siehe Impfkalender der Stiko).
-Die effektiv übrig bleibende Zahl an Menschen ist ziemlich überschaubar und mit der Begründung, die um jeden Preis schützen zu müssen könnten wir nie wieder zur Normalität zurückkehren (das Coronavirus wird niemals ausgerottet werden - das gelang bisher nur bei den Pocken, und die gibts nur beim Menschen, Corona auch bei Tieren). Man wird also irgendwann nicht drumrum kommen, zu sagen, diese Leute haben halt Pech gehabt - man kann keine Beschränkungen für 80 Mio. Menschen für immer aufrecht erhalten, nur weil vielleicht 100.000 aus medizinischen Gründen keine Impfung erhalten können.
DerOlf schrieb:
Du rechnest also mit einem harten Impf-Zwang? Das wäre nämlich die Alternative.
Ich rechne damit, dass man die Einschränkungen - bspw. eben die Pflicht zur Vorlage eines Impf- oder Testnachweises - noch viele Jahre vonseiten der Politik wird beibehalten wollen, auch wenn man nur ne Inzidenz von 5 hat oder so, und 70% geimpft sind (also Herdenimmunität).