Hanni2k schrieb:
In wie fern waren denn Ärzte, Pfleger, Lehrer, Feuerwehr, Polizisten etc. Nutznießer der Maßnahmen?
Auch über 60 jährige müssen arbeiten gehen wie wir, nur dass deren Chance zu sterben um ein Vielfaches höher war.
Nein, die meisten davon sind schon in Rente.
Achim_Anders schrieb:
Komplettzitat entfernt.
Wie es richtig geht, ist
hier nachzulesen.
Und genau hier befürchte ich, dass Politiker wie Söder weiter auf Spaltung setzen werden: "Die Impfverweigerer" (oder "Impf- und Testverweigerer") als Gruppe von "bösen, unvernünftigen Menschen", denen man ruhig ihre Grundrechte vorenthalten dürfe, um "die Vernünftigen" zu schützen (macht Söder auch bisher - siehe "Team Vorsicht und Umsicht", einfach googlen).
Denn
eigentlich ist es so, dass jegliche Gegenmaßnahmen nur dann gerechtfertigt sein können, wenn eine epidemiologische Notlage eine realistische Gefahr ist (Überlastung des Gesundheitssystems), aber nicht wenn nur einzelne Menschen oder Gruppen von Menschen gefährdet sind durch Krankheitsübertragung, ohne eine epidemiologische Notlage hervorrufen zu können.
Denn diese Situation haben wir im Wesentlichen ständig - zumal ich vermuten würde, dass diejenigen die nicht gegen Corona geimpft werden können (also wirklich medizinisch nicht machbar, nicht nur aufgrund fehlender Studien noch nicht zugelassen) auch eine Reihe anderer Impfstoffe nicht vertragen - dass einzelne Gruppen besonders gefährdet sind durch bspw. Pneumokokken, Meningitis o.ä. ist klar, trotzdem werden nicht gegen diese Krankheiten geimpfte nirgends benachteiligt. Und man steckt auch nicht Pauschal jeden in Quarantäne, der aus dem Kongo, Madagaskar oder ähnlichen Ländern nach D kommt, obwohl der ja die Pest oder Ebola mitbringen und andere infizieren könnte.
Bisher war das eben Konsens, dass die Gefährdung einzelner durch Infektionskrankheiten keine Rechtfertigung für Einschränkungen der Grundrechte jeglicher Art ist, sondern nur die Gefahr einer epidemiologischen Notlage.
Allerdings muss man das Ganze eben auch umgekehrt betrachten: Wenn man Nichtgeimpfte weiter diskriminiert, dann diskriminiert man gerade diejenigen weiter, die nicht geimpft werden können.
*Und mal als generelle Anmerkung: Es IST Diskriminierung Ungeimpfter, wenn man Geimpften ihre Grundrechte weniger stark einschränkt als Ungeimpften. Und es ist auch Diskriminierung, wenn für Ungeimpfte eine Testpflicht weiter gilt, auch wenn es "nur" für bspw. Restaurantbesuche ist, aber für Geimpfte nicht.
JEDE auch nur geringfügig andere Behandlung ist Diskriminierung.
Ich füchte jedenfalls, dass auch bei Inzidenzen bspw. unter 10 man weiter Geimpften mehr Grundrechte zugesteht als Ungeimpften. Die Politik wird - eben wegen der Polemisierung gegen "Impf- und Testverweigerer" - diese Zweiklassengesellschaft frühestens in mehreren Jahren freiwillig beenden - vorher kann ich mir das nur vorstellen, wenn Gerichte eingreifen.
Wir gehen hier auf mehrere Jahre einer Aufteilung der Gesellschaft in Geimpfte und Ungeimpfte zu, wobei man letztere ähnlich wie bei der Rassentrennung in den USA früher, in vielen Gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt, und sei es "nur" durch die Pflicht zur Vorlage von Tests.
Denn wir sollten mal eins festhalten (ich bin persönlich übrigens schon immer für Impfungen, und hab auch alle gängigen Impfungen erhalten): Bereits überhaupt in irgendeiner Weise negativ über Menschen die sich nicht impfen lassen wollen zu sprechen - und sie bspw. als "Impf- und Testverweigerer" zu titulieren - ist moralisch verwerflich und beschwört die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft hervor. Denn es ist eben jedermanns gutes Recht, sich nicht Impfen zu lassen und daraus dann auch keinerlei negative Konsequenzen zu haben außer halt der Gefahr sich zu infizieren.