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Coronavirus - welche Bedeutung hat das Thema für Euch?
Ungeimpfte haben (teilweise) ein schlechtes Gefühl (aus egoistischen Motiven btw.), aber die Vorteile für die Gemeinschaft überwiegen dabei viel stärker als der auf Egoismus beruhende Ungerechtigkeit-Sinn.
Und genau deshalb, weil die Vorteil die Nachteile überwiegen hätte man Kindergärten und Grundschulen niemals schließen dürfen.
Wo ist bitte der Unterschied:
1. Kinder erkranken kaum an Corona. Kinder stecken wesentlich seltener andere an, als Erwachsene.
2. Geimpfte erkranken kaum an Corona. Geimpfte stecken wesentlich seltener andere an, als Nichtgeimpfte.
Im ersteren Fall hat sich FÜR die Beschränkung der Grundrechte eingesetzt, ja man hat sogar die Präsenzpflicht aufgehoben, ohne durchdachte Alternativen gehabt zu haben. Hat also den Kindern wissentlich 1 Jahr ihrer Entwicklung genommen (vergleichbar mit bis zu 10 Jahren eines Erwachsenen!)
Im zweiten Fall wird nun auf einmal dazu entschieden, die Grundrechte zurückzugeben, obgleich die Voraussetzungen die Gleichen sind.
Es kann also nur an den Details liegen. Daher frage ich alle Befürworter von Schulschließungen: Ab welcher Ansteckungsgefahr würdet ihr die Schulen offen lassen? Bei allen Grippewellen wurden bislang die Schulen offen gelassen. Und ab welcher Gefahr für Nichtgeimpfte von Geimpften würdet ihr die Grundrechte der Geimpften weiter beschränken?
Ich kann es immer noch nur damit erklären, dass zweitere die Wähler sind und erstere einfach keine Lobby in der Regierung habe, zumal auch viele Entscheider kinderlos sind und sich einen Sch******* um unsere Zukunft interessieren.
Und alle, die mir jetzt einreden wollen, ich sei nur neidisch auf Geimpfte, denen sein gesagt, dass ich geimpft bin, weil ich in einem systemrelevanten Beruf arbeite.
Dennoch finde ich die Art, wie in Deutschland mit den Kleinen umgegangen wird unter aller Sau. Wenigstens werden mittlerweile die Berichte, die die Nöte der Kinder in den Vordergrund stellen mittlerweile etwas mehr - nur man hat das Gefühl, es interessiert die Entscheider nicht.
@Scrypton
Du hast offensichtlich meinen Text nicht richtig gelesen oder nicht richtig verstanden.
Ich habe aber auch keine Lust, alles x-mal zu erklären. Nur soviel:
Ich habe von Mutationen gesprochen. Und davon gibt es nicht 1 oder 2 oder 3 sondern hunderte. Wenn alle glauben Sie sind immun und sich nicht mehr testen lassen (müssen), hat man genau das Risiko, dass die Leute infiziert draußen rumrennen. Wenn nicht mit der bekannten Mutation von heute, dann doch mit der unbekannten Mutation von morgen. Es gibt heute aber schon Mutationen wogegen die Impfstoffe weniger gut wirken als gegen andere. Und in Indien haben wir gerade eine Doppelmutation, über die bislang noch nicht so viel bekannt ist. Darum geht es.
Ich habe auch nicht gefordert, dass man den Geimpften die Fußfesseln anlegen soll oder dass sie keine Rechte zurück bekommen sollen. Mir geht es darum, dass man vielleicht auch mal an die denkt, die seit 14 Monaten im Lockdown hocken und das auch weiterhin tun müssen, wohingegen andere wieder ihre Freiheit genießen können, Reisen können. etc. Ich gehöre zur Prio3 und bin auf der Warteliste. Nach aktuellem Stand bekomme ich vielleicht im August meine erste Impfung bei meinem Hausarzt. D.h. ich bin vielleicht Ende September mit viel Glück durch. V.a. wenn sich nicht weitere vordrängeln oder Anfang Juni die Prio komplett aufgehoben wird und sich in Deutschland 40 Mio Menschen um die nicht verfügbaren Impftermine kloppen. Dadurch das gestern die KInder 12-15 nach vorn gerutscht sind, müssen die Länder weitere 10 Mio Dosen zurückhalten.
Was ist mit denen, die nicht mal in der 3 sind? Die vielleicht im Okt, Nov dran sind und sich vielleicht dann schon wieder mit den Leuten kloppen müssen, die dann ihre 3 Impfung haben wollen/"erwarten"? (Stichwort Herbstwelle)
Das! ist egoistisch, die Leute, die diese Scheiß Pandemie weiterhin ausbaden müssen, weiterhin zu Hause hocken und das über den Sommer und die Ferienzeit, einfach zu ignorieren, weil man ja selbst geimpft und dadurch nicht tangiert ist. Ich finde es sogar schon eher ein starkes Stück, die Leute, die sich seit über einem Jahr solidarisch verhalten, als asozial zu bezeichnen. Es geht nicht darum, die Geimpften aus Solidarität zu bestrafen, sondern es geht darum, den Nichtgeimpften aus Solidarität den weiterhin vorhandenen Nachteil, zusätzliche Kosten, etc. in irgendeiner Form zu kompensieren.
Du hast - für jeden schwarz auf weiß nachzulesen - von Mutionen gesprochen, gegen die "der Impfstoff" nicht wirkt.
Ich fragte also: Wo ist die denn, diese Mutation, gegen die "der Impfstoff" nicht wirkt?
Relevant ist der Ist-Status, mit dem wir umgehen müssen - die Mutationen werden freilich von entsprechenden Stellen beobachtet. Da benötigt es keine wilden Mutmaßungen deinerseits, weshalb jene, die geimpft sind, nicht wieder mehr Freiheiten haben sollten.
Smartin schrieb:
Ich habe auch nicht gefordert, dass man den Geimpften die Fußfesseln anlegen soll oder dass sie keine Rechte zurück bekommen sollen.
Doch, hast du implizit.
Aber wenn du jetzt urplötzlich doch die Meinung vertrittst, dass Menschen, die geimpft sind folgerichtig mehr Rechte/Freiheiten zurück erhalten als jene, die eben noch nicht geimpft sind - dann passt doch alles?
Smartin schrieb:
Mir geht es darum, dass man vielleicht auch mal an die denkt, die seit 14 Monaten im Lockdown hocken und das auch weiterhin tun müssen
Rein deskriptiv fällt mir nur Egoismus für die Missgunst ein. Ich frage hier gerne noch einmal: welchen Nachteil hat ein Ungeimpfter, wenn andere sich früher treffen dürfen? Du darfst mir gerne etwas nicht auf egoistischen Gefühl basierendes nennen!
Wie wäre es denn mal auch auf Argumente ein zu gehen, die dem entsprechen was du forderst? Aber meine Darlegung ignorierst du ja einfach...
Es ist halt so, das man die Exekutive nicht komplett aus den Augen verlieren darf. Wir leben in der realen Welt mit den realen Vollidioten um uns herum die völlig irrational handeln.
Die Diskussion sollte daher auch immer berücksichtigen, was durch solche Lockerungen jetzt passiert mit der Inzidens und damit für den weiteren Verlauf der ungeimpften die sich gerne impfen lassen würden. Hier ist es schon auch solidarisch zu sagen ich warte jetzt nochmals 2-4 Wochen mit ab anstatt alle nochmals Monate lang warten zu lassen bis sie endlich geimpft werden könnten..
Um die, die sich nicht impfen lassen wollen schwere ich mich nicht so lange sie 18 sind. Ist deren freie Entscheidung.
Wie kommst du auf August? Meine Eltern / Schwiegereltern sind alle Gruppe 3 und haben die Erstimpfung bereits oder einen Termin bis mitte Mai (teils Hausarzt, teils Impfzentrum).
Die Impfreihenfolge würde ganz sicher auch nicht aufgehoben wenn man für Gruppe 3 noch ewig bräuchte.
Deine 40 mio kommen auch nicht so ganz hin, wir haben 30% die geimpft sind, dann noch etwa 10mio Kinder unter 12, und noch ~20% die nicht geimpft werden wollen. Und derweil zieht das Impftempo ständig weiter an...
Jens Spahn spricht ja bereits davon dass man relativ bald an den Punkt kommen könnte an dem man mehr Impfdosen als Impfwillige hat.
Ich selbst bin Gruppe 4 und kann mir durchaus vorstellen im Juni/Juli einen Termin zu bekommen.
Ich sehe da auch keine Problematik für meine Familie (Frau und ich Prio 4, Kinder zu jung) - die Großeltern sind jetzt dann alle geimpft, unsere Nachbarn sind geimpft, mein Bruder ist geimpft, viele Freunde sind geimpft... Ist doch super für uns, mit denen kann man sich dann auch guten Gewissens treffen.
Das wichtigste für mich ist dass die Inzidenz schnell und nachhaltig runter geht damit meine Kleine endlich in den Kindergarten darf.
@Scrypton
sag mal suchst Du Streit? Scheint mir zumindest so, denn ich habe den Eindruck, dass Du mit Absicht Sachen falsch verstehen willst?
Lies einfach mal richtig, bevor Du mir Unwahrheiten unterstellst.
#15250 habe ich davon gesprochen, dass man die Nachteile der Benachteiligten ausgleichen muss. Wo schreibe ich dass, Geimpfte solidarisch geplagt werden sollen?
#15275 nochmal genauso, wo ich auch konkreter werde, was für Nachteile Nichtgeimpfte haben und dass man diese kompensieren müsste. Auf was Du ja sogar geantwortet, es aber offensichtlich nicht verstanden hast, denn Du unterstellst mir Sachen, die ich nie behauptet oder gefordert haben (ala die anderen sollen geplagt werden. Wo habe ich das bitte geschrieben?) Und dass ich asozial wäre (was ein starkes Stück ist).
Also unterstelle mir nicht, dass ich mich "plötzlich" umentschieden hätte.
Ich muss auch nicht Deine Meinung vertreten und plötzlich fordern, dass die Geimpften Rechte zurückbekommen. Ich habe mich dazu gar nicht geäußert, sondern lediglich die Perspektive der Benachteiligten geschildert. Ich brauche keine Erlaubnis von Dir für meine Meinung und brauche auch keine Fronten von Meinungen (ala bist Du meiner Meinung dann passt ja alles, wenn nicht dann haben wir ein Problem). Man kann durchaus auch Meinungen austauschen, ohne den anderen überzeugen zu wollen oder zu müssen. Ich kann hier beide verstehen. Natürlich möchte man als Geimpfter seine Rechte zurück, wieder voll am Leben teilhaben und so tun als hat es Corona nie gegeben. Genauso verstehe ich aber auch die, die angenervt sind, dass sie das weiterhin nicht können und weiterhin doppelt bestraft sind. Früher war es für alle gleich, da haben alle im Lockdown gehockt und das ändert sich halt gerade. Das ist doch normal, dass das Benachteiligte nicht toll finden und applaudieren. Mir geht es allein darum, dass diese Benachteiligten einen Ausgleich bekommen (wie auch immer der aussehen mag).
Sidefact am Rande, in vielen anderen europäischen Ländern sind bislang mit der Impfung keine "Sonderrechte" oder Lockerungen verbunden. Nur in Deutschland scheint mal wieder ein riesiger Bohei um das Thema zu sein.
Das Gleiche mit den Mutationen. Ich habe nicht geschrieben, dass der Impfstoff reihenweise nicht gegen Mutationen wirken würde. Ich habe geschrieben, dass man die Mutationen und damit die Geimpften nicht erkennt, wenn man sie nicht testet, weil man glaubt, man braucht sie als Geimpfte nicht zu testen. Es gibt Leute, die sich mehrfach mit Covid angesteckt haben, eben wegen Mutationen gegen die die Antikörper nicht gewirkt haben bzw. weil auch immer ein Restrisiko bleibt, dass die Impfung als solche nicht so wirkt. Und es gibt heute schon Mutationen, gegen die die Impfung nicht so wirksam ist. zB bei der Südafrikanischen Variante https://www.dw.com/de/biontech-pfizer-weniger-wirksam-bei-südafrikanischer-mutation/a-56610422
Und das ist das, was wir wissen. Was denkst Du wieviel wir nicht wissen. Was denkst Du wie wenig überhaupt nach Mutationen gescreent wird. Das findet in Deutschland überhaupt erst seit Ende letzten Jahres und in eher homöopathischen Dosen statt. Wie gesagt, es entstehen ständig Mutationen. Die können wir alle gar nicht kennen und die meisten sind glücklicherweise auch eher harmlos. Aber eben nicht immer.
Der Iststatus ist, dass wir einen Bruchteil der Krankheit kennen und der Teil jeden Tag, mit jeder Studie etwas größer wird.
Was man davon hat, dass andere an die Benachteiligten wie Dich und mich denken? Solidaritätsgefühl? Das Gefühl, nicht der letzte Arsch zu sein, der seinen Beitrag für die Gemeinschaft bringt, den andere nicht mal zur Kenntnis nehmen? Das Gefühl, dass man die Scheiße gemeinsam durchsteht und nicht, wie in den letzten 14 Monaten mehrfach bekannt wurde, dass die Leute nur wieder schauen, wie sie einen persönlichen Vorteil bekommen (möglichst schnell geimpft werden, selbst wenn sie nicht dran sind, Gelder beantragen, die ihnen nicht zustehen etc.) Die Moral in dem Land ist mittlerweile einfach nur zum Kotzen, nicht von allen, aber auch nicht von wenigen. Egoisten haben da kein Gespür für. Aber wenn ein Geimpfter einem Nichtgeimpften sagen würde, "man scheiße ich hoffe, dass Du auch bald dran bist, halte durch es dauert nicht hoffentlich nicht mehr lange. Dann können wir alle gemeinsam ..." ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Nichtgeimpfte dem Geimpften die Impfung nicht gönnt. Man gönnt Menschen dann nichts, wenn man sie nicht leiden kann, wenn sie mir sympathisch sind, natürlich gönnt man ihnen das dann. Statt aufbauenden Worten und Solidarität besteht das Land nur noch aus Zynismus, Sarkasmus, Ignoranz und Frust, was die Bewältigung der Pandemie noch schwieriger macht. Das war am Anfang viel besser.
Es gibt keine Gruppe 4. Es ging mir darum, dass so mancher Impfwillige wahrscheinlich im November noch keine Impfung haben wird. Mir ging es um nichts anderes.
Ergänzung ()
@Magellan
Diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, habe ich da jetzt nicht abgezogen, da man auch nicht weiß, wieviele das tatsächlich am Ende sind. Ich denke, dass es am Ende gar nicht so viele sein werden (gerade wenn man nur so seine "Freiheit" wiederbekommt). Viele, die am Anfang unsicher waren, haben ja mittlerweile die Sicherheit, dass die Impfstoffe gut und weitgehend komplikationsfrei sind. Und erste Skepzis wurde da auch beseitigt. Aber stimmt, die muss man natürlich noch abziehen.
Aktuell haben wir ca. 25Mio Menschen einmalig geimpft. Falls im Juni die Priorisierung aufgehoben wird sind alle bis dahin verbliebenen gleichzeitig dran. Die Dosen für die 10 Mio Kinder (12-15) sollen ja schon zurückgehalten werden (darauf haben sich die Länder geeinigt). Es ist sehr wahrscheinlich, das Biontech für die 6 Monate - U12-Jährigen auch bald zugelassen wird. Ich hatte zuletzt was von spätestens September gelesen (https://www.aerzteblatt.de/nachrich...lassung-fuer-Kinder-ab-zwoelf-Jahren-gestellt. (siehe in der Mitte). Da kann man davon ausgehen, dass die auch vorgezogen werden, da man das nächste Schuljahr, wenn möglich, sicher gleich im Regelbetrieb starten möchte (was ja durchaus nachvollziehbar ist.)
Der Augusttermin ist die Aussage meines Hausarztes, also bei dem ich auch regelmäßig bin und nicht das erste Mal wegen einer Impfung hingehe. Vielleicht ist das eine regionale Sache. Ich kann nur für Berlin "sprechen". Da ist Prio 3 seit Montag freigegeben, Montag um 10 Uhr waren alle Termine für die nächsten 28 Tage komplett weg. Montag wurden über 100.000 Termine vergeben. Das ganze System ist komplett zusammengebrochen, weil die Nachfrage so groß war. Das war die noch verfügbare Reserve. (Seit Di versucht meine Mutter für mich täglich bei mindestens 5 Anrufen am Tag bei der Hotline einen Termin zu bekommen. Bislang ohne Erfolg. Vielleicht habe ich ja noch Glück, aber bislang heißt es immer aktuell nicht, rufen sie dann und dann wieder an). (ein arbeitender Bürger kann sich um die Termine gar nicht so kümmern und ab Prio 3 wird man auch nicht mehr angeschrieben, sondern muss sich selbst kümmern).
Allein in Berlin sind 1,3M Menschen in der Prio3. Wenn man bedenkt, dass die Impfzentren in Berlin eine Kapazität von 325k Impfungen im Monat (das sind zumindest die Zahl der Impfungen im nächsten Monat) haben, wenn man bedenkt, dass die 1,3M Menschen 2 Impfungen brauchen (also 2,6MDosen), und wenn man bedenkt, dass bei vielen demnächst die 2. Impfung erst noch ansteht (denen aus Gruppe 1 und 2), dann weiß man, wie lange das noch dauert. Dazu kommen die Ärzte. Die impfen etwa genauso viel wie in den Impfzentren geimpft wird, da die Dosen etwa halbiert werden(Hälfte Ärzte, Hälfte Impfzentren). Vielleicht ändert sich noch was, durch mehr Impfstoffdosen, aber das ist der aktuelle Stand. Und selbst im Idealfall haben die Impfzentren ja nur 600.000 Kapazität (30x20k).
Juni Gruppe 4 halte ich für völlig illusorisch. Juli bei Aufhebung der Prio mit Glück und ggf. Beziehungen für denkbar aber sicher auch nicht für den Regelfall. Da sind noch viel zu viele Davor dran. Der Richtig große Schwung ist ja die Gruppe 3.
Vor August rechne ich mittlerweile nicht mehr damit, mit ZweitImpfung dann Sept.
Ich denke, dass man die Prio aufheben wird. Schon um keinen Druck mehr zu haben und sagen zu können, jeder hat ein Impfangebot und kann (theoretisch) einen Termin bekommen. Damit wartet man nicht ewig in einem Wahljahr. Man will als Regierungspartei positive Kunde verbreiten. Dass die Impfung vielleicht erst im September oder Oktober ist, steht dann auf einem anderen Zettel.
Es gibt wahrscheinlich selbst heute noch Ü80, die keinen Impftermin haben. Bis vor einem Monat hatten in Hessen 1/3 der Ü80 noch keine Impfung und ein großer Teil auch keinen Termin https://www.fuldainfo.de/ein-drittel-der-ue80-in-hessen-noch-ohne-impfung/
Nur weil die Prio aufgehoben wird, heißt es ja nicht, dass alle in der Gruppe durch sind.
Vielleicht kommt alles anders und besser. Ich bin da aber nicht ganz so optimistisch. Man muss ja auch bedenken, dass in den Sommermonaten schon wegen der Urlaubszeit weniger geimpft werden wird (zumindest ist das zu befürchten).
Und ich bezweifle aus den bereits beschriebenen Gründen, dass man als Impfwilliger (der sich auch beim Impfzentrum/Hausarzt angemeldet hat) noch im November keine Impfung haben wird.
83mio Deutsche
-30% geimpfte bleiben 58mio - ca 10mio Kinder u12 = 48 mio (ich rechne mal ab 12 unter der Annahme dass die im Laufe des Sommers noch dazu kommen)
etwa 20% Wollen sich gar nicht impfen lassen, fallen von den Ü12 nochmal um die 15mio weg (könnte sich natürlich noch ändern wenn man geimpft wieder mehr darf)
bleiben Stand heute so etwa 33mio Impfwilliger im Alter 12+
Allein Biontech+Moderna kommen bis KW21 4 Mio Dosen / Woche und im Juni bis KW26 5,6 mio/Woche.
Macht also 40mio weitere Impfungen allein bis Juni und da ist AstraZeneca und J&J sowie Zusatzlieferungen von Biontech noch nicht dabei.
Damit sollte eine Erstimpfung, auch unter Berücksichtigung der anstehenden Zweitimpfungen, spätestens im Juli für alle die möchten möglich sein.
@Magellan
mit keine Gruppe 4 meinte ich ja keine Priorität, d.h. der Rest, was wahrscheinlich etwa 30 Mio Menschen in Deutschland sein dürften
Du rechnest nur mit 83 Mio Deutschen. Du musst aber mit 166 Mio Impfdosen rechnen (wovon man ein paar J&J Dosen abziehen kann (allerdings auch nicht zu viele, da J&J demnächst auch nur noch Ü60 empfohlen wird) und doppelt die Nichtwilligen), um das Bild nicht zu verfälschen.
Wir haben aktuell "gerade mal"/ oder auch immerhin 33,5M der 166Mio geimpft. Von den 40 Mio Impfdosen bleibt auch nicht so viel übrig, wenn aktuell 27M Menschen auf die 2. Dosis warten, die sie in den nächsten Tagen und Wochen bekommen werden.
Und nochmal, es geht nicht nur um das Möglichsein, es geht um die Impftermine. Es wird Zeiten geben, da haben wir mehr Impfstoff als Impfungen. Es muss ja aber auch einer machen! Ich habe aktuell!! (vom Dienstag) eine Rückmeldung von meinem Hausarzt, dass ich als bereits jetzt angemeldeter und registrierter Patient für die Warteliste mit einer ersten Impfung im August rechnen kann. Das ist keine vage Prognose oder so, sondern das ist auf Basis der aktuell bereits vergebenen Impftermine und der Leute auf der Warteliste in der Praxis. Gut vielleicht habe ich auch einfach nur Pech mit meinem Hausarzt, der so viele Anfragen hat? Denkbar.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du im Juni oder Juli geimpft wirst. Ich wünsche es Dir, ich wünsche es uns allen und habe natürlich auch selbst die Hoffnung, dass es schneller geht. Aktuell fehlt mir dafür aber der Glaube und die Hoffnung, weil mein aktuelles Feedback ein anderes ist. Wobei ich auch hoffe, dass ich über meinen Betriebsarzt schneller geimpft werden könnte oder doch noch einen Termin bekomme.
Aber selbst wenn Du im Juli Deine Erstimpfung bekommst und alles ideal mit dem Zweittermin läuft (wo oft ein Problem ist, 1. Termine bekommt man eher noch als den passenden 2. Termin, und ohne 2. Termin kannst Du online nicht buchen) dauert es danach noch 2 Monate bis du "durch" bist (6Wo bis zu 2. Impfung + 2W Wirkungsentfaltung).
Zu den Kindern:
wie gesagt, Ü12 wahrscheinlich mit etwas Glück noch im Mai/ bzw. Anfang Juni. Der Antrag wird ja schon geprüft. In den USA soll es nächste Woche die Notfallzulassung geben. 6Mo-12 Jahre wahrscheinlich, wenn nichts schief geht, bei uns im September.
D'accord.
Interessanterweise kommen wir dabei zu genau genau einer gegenteiligen Handlung. Dein Argumentversuch scheint mir auf einen deontologischem Ansatz zu basieren: Menschen haben die Pflicht, die Gefühle der anderen wahrzunehmen und deswegen (für ein paar Wochen/Monate) zu warten und verzichten.(...)
Dann lies bitte nochmal #15.269, von irgendeiner Pflicht steht dort kein Wort. Mir ging es um die Fragestellung, weshalb die Diskussion immer auf die egoistische Sichtweise reduziert wird. Die Perspektive aus Richtung Gemeinsinn hat m. E. auch ihre Berechtigung (siehe weiter unten), diese als "Neid" zu verunglimpfen finde ich nicht Ordnung.
Achim_Anders schrieb:
Ich präferiere in dieser Situation eher den utilitaristischen Gedanken, der sich auf die Konsequenzen und den Nutzen fokussiert:
Ungeimpfte haben (teilweise) ein schlechtes Gefühl (aus egoistischen Motiven btw.), aber die Vorteile für die Gemeinschaft überwiegen dabei viel stärker als der auf Egoismus beruhende Ungerechtigkeit-Sinn.
(...)
Grundrechtseinschränkungen aufgrund von Hypothesen in Bezug auf die Zukunft halte ich für indiskutabel. solange es keine Mutation grossflächig gibt, bei der das Virus immun gegen unsere Impfung gibt, gibt es auch nichts fundamentales einzuschränken.
(...)
Derzeit haben ca. 31,5 % mindestens eine Erstimpfung erhalten, d. h. über zweidrittel sind ungeimpft. Dazu kommen derzeit täglich knapp 20.000 Neuinfektionen. Das sind alles Fakten und keine Hypothesen.
Mit den Lockerungen für Ungeimpfte wird sehr wahrscheinlich ein massenhafter Mißbrauch dieser neuen "Freiheiten" einhergehen, die Ordnungskräfte haben praktisch gar keine Möglichkeit alle zu kontollieren, welche sich als geimpft ausgeben. Der Flächenbrand ist nur zum Teil gelöscht und nun soll dort der Funkenflug wieder gestattet werden. Die Masse an Ungeimpfter ist einfach noch zu groß um den Virus schon wieder die Übetragungschancen zu erhöhen. Ich verlange von niemanden etwas, bin aber der Meinung, dass man bei einer Gesamtbetrachtung, die über den eigenen egoistischen Tellerrand hinausgeht ("will in den Urlaub fliegen") auch zu einer anderer Meinung kommen kann. Denn ich sehe derzeit ein großes Risiko, dass die Lockerungen das Erreichte zunichte machen und der ganze Mist von vorne losgeht. Deshalb meine ich, dass es bis zu einer Impfquote von 70 % keinerlei Unterschiede zwischen Geimpften und Nichtgeimpften geben sollte. Durch freiwilligen Verzicht in der Gegenwart später mehr in der Hand haben ist eine Übung, die nicht jedem leicht fällt, das ist auch klar.
Meine Hausärztin impt gar nicht. Alle anderen Hausärzte in der Umgebung nehmen nur eigene Patienten. Impfzentren werden gerade platt gemacht von der Politik. Statt 20k Impfungen pro Woche werden es bald nur noch 10k im Impfzentrum vor Ort, weil die Ärzte alle Impfdosen kriegen.
Super Sache. Ich weiß wo ich im Herbst mein Kreuz setze
Das Prinzip deines Arguments des Gemeinsinn aus innerem Antrieb beruht ganz zum Schluss auf Kants Pflichtethik, sonst funktioniert das nicht. darauf habe ich nur verwiesen und es ist nichts schlechtes. Du musst Pflichtethik nicht kennen, um sie zu benutzen.
So nun zum konkreten:
Binalog schrieb:
Mit den Lockerungen für Ungeimpfte wird sehr wahrscheinlich ein massenhafter Mißbrauch dieser neuen "Freiheiten" einhergehen, die Ordnungskräfte haben praktisch gar keine Möglichkeit alle zu kontollieren
Es ist halt so, das man die Exekutive nicht komplett aus den Augen verlieren darf. Wir leben in der realen Welt mit den realen Vollidioten um uns herum die völlig irrational handeln
Das sind aus meiner Sicht rechtliche Argumente und keine sozial- philosophischen. also keine Antwort auf meine Frage.
Rechtlich scheint die Lage doch deutlich zu sein. Einschränkungen von Grundrechten sind laut vielen Experten nicht mehr vertretbar, wenn der Grund für diese Einschränkungen wegfällt. In der Diskussion stellen sich so gut wie alle Juristen auf diesen Standpunkt. (dazu kann und möchte ich keine eigene Bewertung vornehmen, mit juristerei habe ich es nicht und vertraue dabei auf die Experten.)
Euer Argument empfinde ich rechtlich auch schwach:es gibt oder kann Herausforderungen bei der Überprüfung geben und deswegen verbiete ich es ganz?
Wir schaffen auch nicht das Tempolimit nachts ab, obwohl die Wahrscheinlichkeit super gering ist, mobil geblitzt zu werden... Stichproben und klare Sanktionen ist hierbei das Stichwort aus meiner Sicht und kann auch bei Ungeimpften und Geimpften greifen.
Binalog schrieb:
Ich verlange von niemanden etwas, bin aber der Meinung, dass man bei einer Gesamtbetrachtung, die über den eigenen egoistischen Tellerrand hinausgeht ("will in den Urlaub fliegen") auch zu einer anderer Meinung kommen kann
Da ist wieder kein moralisches Argument enthalten, warum die Gleichstellung von potenziell kaum mehr infektiösen mit potenziell infektiösen moralisch für den von dir beschworenen Gemeinsinn verbessert. Du hast jetzt gesagt, die nicht Geimpften werden neidisch und brechen dann Gesetze (soziales Argument), und das ist schwer überprüfbar (rechtlich). Wie und wo schwächt das einen Gemeinsinn?
Von Urlauben habe ich btw. nicht geschrieben. Ich schrieb von privaten Treffen und Feiern.
Urlaube halte ich stand heute und jetzt für nicht angemessen und unverhältnismäßig.
Im Cafe um die Ecke mit Test oder ohne Test mit Impfung kann ich mir gut in ein paar Wochen vorstellen.
Private Treffen mehrerer voll geimpfter auch. Die Gefährdung anderer ist weg und es wird niemandem dadurch etwas schlechtes getan. Ein nicht egoistischer, nicht neidischer und ungeimpfter Mensch hat KEINEN NACHTEIL --> nenn mir einen Grund, EINEN NACHTEIL, wenn woanders sich 20 geimpfte treffen. Ich verstehe es immer noch nicht.
ja das ist auch echt ein Problem. Viele nehmen nur ihre eigenen Patienten. In unterversorgten Gebieten ist das ein Problem. Gerade die Nichtdauerpatienten, die nur selten zum Arzt gehen und müssen, sind am A****
ABER frohe Kunde: Habe gerade Termine im Impfzentrum ergattert. 1. Termin am 10.7., zweiter Termin am 21.8. Freu mich wie ein Schnitzel
Ich hoffe, dass Ihr auch alle bald einen Termin bekommt.
(...)
Private Treffen mehrerer voll geimpfter auch. Die Gefährdung anderer ist weg und es wird niemandem dadurch etwas schlechtes getan. Ein nicht egoistischer, nicht neidischer und ungeimpfter Mensch hat KEINEN NACHTEIL --> nenn mir einen Grund, EINEN NACHTEIL, wenn woanders sich 20 geimpfte treffen. Ich verstehe es immer noch nicht.
Wenn Du nochmal zurückgehst, wirst Du feststellen, dass ich nie von Nachteilen geschrieben habe. Verlass doch bitte mal diese Ebene.
Es geht darum, dass ich als Individuum aufs Ganze blicke und mir deshalb Sorgen bzgl. eines Wiederaufflammens der Pandemie mache, ohne das dabei irgendwelche individuellen Neidgefühle eine Rolle spielen und ich deshalb auch nicht in diese "Neidecke" gedrängt werden möchte. Ich neide niemanden etwas und ich beklage keinen Nachteil (bin übrigens seit 29.04. erstgeimpft) im Gegenteil, ich wünsche jedem das Zehnfache von dem was er mir wünscht. Ich halte in der Regel nichts von privaten Geschichten in einem anonymen Internetforum, weil das alles nicht nachprüfbar ist und damit unbelegte Brötchen darstellen. Deshalb verzichte ich auch immer darauf, aber will hier mal eine Ausnahme machen. In meiner engeren Verwandtschaft hat es zwei Personen erwischt (Vater, 58, Lungenvorerkrankung, zweifach geimpft mit Biontec; Tochter, 38, Lehrerin, erstgeimpft, Impfstoff weiß ich nicht). Beide haben es überstanden, den Vater hat die Impfung laut Ärzten das Leben gerettet, er musste nur 5 Tage in die Klinik). Ob der Vater die Tochter angesteckt hat, weiß man nicht, die Infektion der Tochter wurde 8 Tage nach der des Vaters festgestellt.
Wenn jetzt geimpfte Jugendliche (impfberechtigt weil sie die 500km entfernt lebende Oma pflegen) sich zu Partys treffen, bleiben die ungeimpften Kumpels natürlich brav zuhause, auch wenn sich schnell rumgesprochen hat, dass niemand den Verstoß ahndet, da gar nicht kontrollierbar. Ja, klar.
Die Lockerungen sind in meinen Augen ein Freifahrtschein für Unvernünftige und damit auch für das Virus.
Die Aussage stimmt nicht und es wird andauernd gemacht. Ich empfehle dir für den Gedankengang die Sendung von Lanz - 4.5.2021. Ich bin hier nicht in der Lage, dir das verständlich am Handy zu schreiben, sorry.
Ich sags mal so: Zwei Juristen haben drei Meinungen. Daher kann man da nicht viel drauf geben.
Vor allem aber sehe ich gegenwärtig den Rechtsstaat sowieso in einer großen Krise (noch größer als das Virus), weil leider auch die Gerichte viel zu oft teils offensichtlich rechtswidrige, willkürliche, oder unverhältnismäßige Maßnahmen gestützt haben und weiter stützen.
Beispiele:
-"Risikozonen" im Ausland mit Quarantänepflicht bei Rückkehr nach D, auch wenn diese "Risikozonen" teils deutlich geringere Infektionszahlen als D haben (das wurde nur in NRW gekippt, im Rest von D nicht).
Wer bspw. in ein Land mit ner Inzidenz von 60 fährt, der müsste eher eine Belohnung bekommen, wenn er nach Hause mit Inzidenz 150 zurückkommt. Oder alle die dort wohnen in Quarantäne, um den Rückkehrer zu schützen.
-Es völlig an jeder - eigentlich verfassungsmäßig vorgeschriebenen - ständigen Überprüfung der Wirksamkeit, Notwendigkeit, und Verhältnismäßigkeit aller Maßnahmen, und zwar einzeln Betrachtet.
Als Beispiel hierfür: Maskenpflicht im Freien, bspw. Fußgängerzonen oder Parkplätze von Supermärkten (gilt so in Bayern).
Da ist wissenschaftlich erwiesen, dass das keinerlei Wirkung hat. Und spätestens dann (eigentlich sogar dann, wenn die Wissenschaft erhebliche Zweifel an der Wirkung hat) muss das eben aufgehoben werden.
Und es gibt sicher noch ne Reihe weiterer Einzelmaßnahmen - denn wenn man insgesamt 40 verschiedene Maßnahmen hat, dann können rein logisch gar nicht alle davon was bringen. Zwei oder drei davon bringen eher nichts.
Ein ähnliches Beispiel ist die Pflicht zu FFP2-Masken (nicht OP-Masken). Die haben zwar eine bessere Wirksamkeit - aber nur, wenn sie richtig getragen werden. Das bestätigen auch alle Wissenschaftler und ist weitgehend unumstritten: Eine FFP2-Maske bringt nur was, wenn sie auf der Haut eng ansitzt (festgedrückt wird); wenn nicht, strömt die Luft durch die Spalten raus, komplett ungefiltert, weil der "Stoff" der FFP2-Maske zu großen Luftwiderstand ausübt. Einfache Stoffmasken dagegen filtern auch bei falschem Tragen noch die meiste Luft, weil sie geringeren Luftwiderstand ausüben.
In der Praxis sind also falsch getragene FFP2-Masken sogar kontraproduktiv, weil da die Luft gar nicht gefiltert wird.
Und wenn ich das beobachte - und auch jeder den ich kenne bestätigt das - mindestens 50% der Leute tragen die FFP2-Masken falsch, sodass deren Ausatemluft völlig ungefiltert austritt.
Das mag man jetzt beides als "Kleinigkeiten" abtun, aber ich halte es für äußerst wichtig, als politisches Zeichen, wenn man auch mal Maßnahmen zurücknimmt, weil sich herausgestellt hat, dass sie nichts bringen. Das würde bei den Menschen das Verständnis erhöhen, weil sie sehen, dass auch die Politiker die Größe haben Fehler zuzugeben und auf die Evidenz der Wissenschaft zu hören.
So wie es jetzt gemacht wird - alle Maßnahmen stur beibehalten egal wie wirksam sie sind - sorgt nur dafür, dass die Menschen dann die Maßnahmen eben immer weitgehender ignorieren oder nachlässig umsetzen (siehe FFP2-Masken), wodurch dann der Erfolg sogar geringer ist.
(Bitte nicht vorschlagen "dann muss halt der richtige Sitz der FFP2-Masken kontrolliert werden" - die Zeit und das Personal hat keiner. Vielleicht China, wir nicht.)
Tomislav2007 schrieb:
Das könnte kommen, genau so...
...wie Kinder eine Impfung gegen Masern vorweisen müssen wenn sie in den/die Kindergarten/Schule wollen.
...wie Urlauber eine Impfung gegen Gelbfieber vorweisen müssen wenn sie in einige afrikanische und asiatische Länder einreisen wollen.
Dass das mit den Masern kommt war mir klar, aber es ist doch ziemlich anders gelagert. Für die Schule gilt keine echte Impfpflicht, denn ungeimpfte Kinder können trotzdem in die Schule, nur die Eltern zahlen ein Bußgeld (ich glaube 80 Euro). Und den Nichteinlass in den Kindergarten sehe ich dann doch als wesentlich geringfügiger als bspw. eine Ausgangssperre oder gar Quarantäne.
Das mit der Gelbfieberimpfung ist insofern noch weniger vergleichbar, weil es eben für Ausländer kein Recht auf Einreise gibt (also nicht in D, und auch nicht irgendwo in Thailand oder so). Jedes Land kann selbst bestimmen, wer rein darf und wer nicht und kann dabei auch weitgehend frei entscheiden. Einige Länder lassen auch keine ausländischen Journalisten rein.
Aber, und das ist der wichtigste Unterschied, der für mich der entscheidende ist: Alle Corona-Impfstoffe sind nicht fertig geprüft und getestet. Die Tatsache, dass bei AstraZeneca und Johnson&Johnson nach der Zulassung man plötzlich über die Hirnvenenthrombosen erfuhr, beweist dass das Zulassungsverfahren für die Corona-Impfstoffe beschleunigt wurde, mit niedrigeren Qualitätsstandards als für alle anderen Impfstoffe, wo man meist erst nach 5 Jahren eine Zulassung hat (und nicht nach weniger als einem Jahr).
Im Prinzip sind im Moment alle Leute die sich impfen lassen Studienteilnehmer.
Die Masern- und Gelbfieberimpfstoffe sind dagegen seit Jahrzehnten im Einsatz und ihre Sicherheit umfassend bekannt.
Ergo: Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Binalog schrieb:
Ich auch nicht und dafür gibt es m. E. auch gute Gründe. Es wird voraussichtlich weiterhin gewisse Vorgaben hinsichtlich Meldepflichten und Hygienemaßnahmen geben müssen. Das Virus verschwindet wahrscheinlich nicht mehr von der Bildfläche und wird mutieren. Eventuell benötigen wir zukünftig weitere Impfungen, ich persönlich halte das "System Mensch-Coronavirus" für noch nicht eingeschwungen/stabil. Deshalb ist m. M. n. weiterhin Vorsicht geboten, sehr schnell könnte man sich durch mangelnde Umsicht schwere Rückschläge einhandeln.
Aber eben gerade deswegen muss man doch alles aufheben. Wir können nicht für immer Corona-Gegenmaßnahmen machen, also abgesehen von Impfung (ohne irgendwelche Vorteile für Geimpfte) und medizinischer Forschung. So wie es halt bei allen anderen Krankheiten auch ist.
Aus bloßer Mutmaßung und Angst vor "Rückschlägen" heraus auch bei bspw. einer Inzidenz unter 10 und 70% Impfrate trotzdem Maßnahmen weiter beizubehalten, ist völlig falsch. Das wäre ja eine Einschränkung aus Angst vor Einschränkung.
Aber vor allem wären wir damit dann wirklich in einer Art Dystopie, einer Welt, die nie mehr zu ihrem Normalzustand zurückkehrt, sondern auf ewig von der Angst vor einem Virus regiert wird.
Oder willst du auch in 3 Jahren noch Maske tragen und auf Volksfeste verzichten?
Nein, eben das hast du nicht(!) geschrieben. Hier ist dein ganzer Beitrag - und nirgendwo(!) in deinem Beitrag mit den wilden als auch absurden Behauptungen (Stichwort: "privilegiert") die andere bereits zerlegt haben hast du von einer "vollen" Imfpung geschrieben:
(...)-"Risikozonen" im Ausland mit Quarantänepflicht bei Rückkehr nach D, auch wenn diese "Risikozonen" teils deutlich geringere Infektionszahlen als D haben (das wurde nur in NRW gekippt, im Rest von D nicht).
Wer bspw. in ein Land mit ner Inzidenz von 60 fährt, der müsste eher eine Belohnung bekommen, wenn er nach Hause mit Inzidenz 150 zurückkommt.(...)
Oder eher eine Haftstrafe dafür, wenn er einer gefährlichen Mutation eine Weltreise ermöglicht hat. Weshalb hat sich denn das Virus & Mutation so schnell weltweit ausgebreitet? Es selbst hat keine Füße, Räder oder Flügel.
j-d-s schrieb:
(...)Aus bloßer Mutmaßung und Angst vor "Rückschlägen" heraus auch bei bspw. einer Inzidenz unter 10 und 70% Impfrate trotzdem Maßnahmen weiter beizubehalten, ist völlig falsch. Das wäre ja eine Einschränkung aus Angst vor Einschränkung.
Aber vor allem wären wir damit dann wirklich in einer Art Dystopie, einer Welt, die nie mehr zu ihrem Normalzustand zurückkehrt, sondern auf ewig von der Angst vor einem Virus regiert wird.
Oder willst du auch in 3 Jahren noch Maske tragen und auf Volksfeste verzichten?
Ich meine außer ein paar Fetischisten wird das niemand wollen, aber wenn es bedingt durch die Infektionslage nötig wäre (was ich nicht hoffe), würde uns gar nichts anderes übrig bleiben.
Trotzig auf den Boden zu stampfen und zu rufen "Ich will nicht mehr!" juckt das Virus nicht.
Dann sehe ich nicht, inwiefern das etwas nützliches für einen Gemeinsinn hat, wenn geimpfte langfristig verzichten. Ich glaube mittlerweile, wir verstehen unter dem Begriff zu vollkommen unterschiedliche Dinge.
Binalog schrieb:
b Sorgen bzgl. eines Wiederaufflammens der Pandemie mache, ohne das dabei irgendwelche individuellen Neidgefühle eine Rolle spielen und ich deshalb auch nicht in diese "Neidecke" gedrängt werden möchte
Wieder du von mir nicht, wenn du dein Argument nicht als moralisches versuchst du etablieren, sondern als epidemiologisches Argument führst. Da gebe ich dir Recht und sehe auch diese Probleme und Herausforderungen.
Einen guten sinnvollen Beitrag kann dann aus meiner Sicht dadurch geleistet werden, transparent und ehrlich der neuen Öffentlichkeit zu zeigen: andere die früher mehr dürfen ist kein Nachteil für mich, weil dadurch jeder früher an grundrechtliche Freiheiten gelangt. Es ist besser wenn Oma und Opa jetzt feiern dürfen und ich nach meiner Impfung im Juni auch, als wenn alle erst im September oder Oktober gemeinsam feiern dürfen.
Mit einer solchen Kommunikation könnte dieses Ausnutzen und Regel brechen auf vielen Ebenen eingeschränkt werden. Wenn die Zahlen wieder steigen muss es selbstverständlich auch Maßnahmen Verschärfungen für alle geben. ( Wenn diese rechtlich dadurch dann auch durchsetzbar wären).
henpara schrieb:
1. Kinder erkranken kaum an Corona. Kinder stecken wesentlich seltener andere an, als Erwachsene.
Die Prämisse ist falsch und damit dein gesamtes Argument hinfällig. Btw. arbeite ich als Lehrer an einem Gymnasium.. ich weiß also einigermaßen zumindest bei unserer Schule, was dieses Jahr für die Kinder bedeutet.
Leider stecken Kinder sehr häufig ihre Familien zu Hause an. die Sturzenlage dazu ist nicht 100% sicher, die Tendenz geht aber zu der Annahme, dass Kinder asymptomatisch das Virus herumtragen.
j-d-s schrieb:
Vor allem aber sehe ich gegenwärtig den Rechtsstaat sowieso in einer großen Krise
Wir kommen auch nicht mehr auf eine sinnvolle Diskussionsbasis, tut mir leid. Ich sehe nicht hinter jeder Entscheidung eine böse Fratze des Staates. Ich sehe eine riesige weltweite Naturkatastrophe, die viele und insbesondere auch Politiker, überfordert. Und auch wenn ich deswegen immer wieder sauer bin, habe ich Verständnis dafür. Wir beide sind so weit auseinander in unseren Grundüberzeugungen, dass ich auch nicht mehr auf deine Mythen antworten möchte, da du keinen guten Diskussionsstil pflegst.
Du wirfst immer irgendetwas hier ins Forum, bspw. das Tests 95-98% richtig seien, forderst deswegen Öffnungen. Nachdem dir 10 mal bewiesen würde, dass es nur 50-80% sind, gehst du darauf nicht ein und nimmst einfach eine neue Behauptung auf. Und das tust du seit Monaten.
Binalog schrieb:
Ja, jeder hat in einem Rechtsstaat das Recht seine Rechte einzufordern/einzuklagen. Aber das allein kann doch nicht die Basis für ein Zusammenleben, eine Gesellschaft sein. Wieso ist es so abwegig, dass ein Geimpfter auch denken könnte "Die anderen haben mich vorgelassen, jetzt warte ich auf die anderen." und das ohne Grundrechtsdebatte, sondern allein aus freien Stücken heraus?
Ich gerade nochmal geschaut: ich habe mich auf diese Aussage mit allem geschriebenen bezogen. Ich gebe dir aus der epidemiologisches Perspektive Recht. Auf Basis des Zusammenlebens sehe ich es eben fundamental anders, weil wenn es keinen Nachteil für andere gibt, aber positives für einen anderen Teil der Gesellschaft, sollte man das ermöglichen!
@henpara
Die Antwort gilt auch für deinen nicht sinnvollen Vergleich mit den Schülern. Falls Schülerin Anna Oma Erna unwissentlich ansteckt, haben wir hier einen relevanten Nachteil... Den gibt es bei Grundrechtsrückgaben stand heute nicht, wenn sich weiterhin alle an die Regeln halten.
Auf der anderen Seite ist es russisches Roulette, denn Geimpfte können genauso erkranken und das Virus verbreiten, gerade bei Mutationen, gegen die der Impfstoff nicht wirkt.
Ach so, es geht dir um einen finanziellen Ausgleich und nicht um Gerechtigkeit.
Skaiy schrieb:
Das Argument "Ellenbogengesellschaft" zieht meiner Meinung nach nicht, denn die Initiative kommt zuallererst durch den Staat, der Lockerungen der Einschränkungen für Geimpfte für zulässig hält.
Die Initiative kommt nicht wirklich zuerst vom Staat, die Initiative kommt zuerst von denjenigen die Eilanträge/Klagen bei diversen Gerichten eingereicht haben und gerichtlich klären lassen wollen ob die Beschränkungen für geimpfte noch haltbar sind. Die Politik hat die Beschränkungen für geimpfte jetzt nur so schnell aufgehoben um von den Gerichten nicht schon wieder bloß gestellt zu werden.
Smartin schrieb:
Ich habe von Mutationen gesprochen. Und davon gibt es nicht 1 oder 2 oder 3 sondern hunderte. Wenn alle glauben Sie sind immun und sich nicht mehr testen lassen (müssen), hat man genau das Risiko, dass die Leute infiziert draußen rumrennen. Wenn nicht mit der bekannten Mutation von heute, dann doch mit der unbekannten Mutation von morgen. Es gibt heute aber schon Mutationen wogegen die Impfstoffe weniger gut wirken als gegen andere. Und in Indien haben wir gerade eine Doppelmutation, über die bislang noch nicht so viel bekannt ist. Darum geht es.
Deswegen gilt die Test und Quarantäne Befreiung von geimpften nicht bei Ländern in denen es eine Mutante gibt bei der die Impfungen nicht nachweislich wirken (z.B. Indien).
andere die früher mehr dürfen ist kein Nachteil für mich, weil dadurch jeder früher an grundrechtliche Freiheiten gelangt. Es ist besser wenn Oma und Opa jetzt feiern dürfen und ich nach meiner Impfung im Juni auch, als wenn alle erst im September oder Oktober gemeinsam feiern dürfen.
Da eine Impfung keinen 100%igen Schutz bietet werden unkontrollierte Treffen und Einreisen von Geimpften und Genesenen zu mehr Infektionen führen als wenn sich Geimpfte und Genesene weiter sich an die Restriktionen halten müssen. Andere Nebeneffekte wie gefälschte Impfausweise lasse ich erstmals außen vor. Mehr Infektionen führen somit auch beim Überschreiten von bestimmten Grenzwerten zu Einschränkungen der anderen. Die einzige offene Frage ist nicht ob die anderen einen Nachteil haben, sondern lediglich wie groß oder wie klein dieser Nachteil für die Gesamtbevölkerung ist. Wo ist denn jetzt plötzlich der Solidaritätsgedanke hin, wenn es darum geht sich an jeden Strohhalm zu klammern?
Ein anderer Punkt, der mich persönlich regelmäßig und seit langem frustriert, ist die Willkür/Konzeptlosigkeit mit der Entscheidungen getroffen werden. Die (wissenschaftliche) Relevanz und Effektivität einer Maßnahme ist und war nicht immer das entscheidende Kriterium für die Einführung von teilweise auch drastischen Einschränkungen wie z.B. die Ausgangssperre. Gerade bei dieser hat man primär argumentiert, dass sie ein Kontrollwerkzeug ist und man hat somit eine gewisse Relevanz abgeleitet. Das war/scheint bei der Einführung (und auch bei der Bewertung im Rahmen eines Eilverfahrens kürzlich durch das Bundesverfassungsgericht) durchaus legitim zu sein. Jetzt plötzlich weicht man durch die Ausnahme von Geimpften und Genesenen genau dieses Kontrollwerkzeug auf und senkt somit die Relevanz von diesem noch weiter. Also scheint es ja nicht wirklich das relevanteste Werkzeug gewesen zu sein, was die Frage in mir aufkommen lässt, in wie weit diese Maßnahme verhältnismäßig war oder jetzt noch ist.
Oder anders gefrag: warum nochmals darf ich mich mit meiner Familie jetzt in den Sommermonaten immer noch nicht nach 21/22 Uhr (je nach Kreis) draußen aufhalten? Das treibt das Infektionsgeschehen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit nach oben, als wenn sich Geimpfter/Genesene treffen dürfen. Aber Geimpften/Genesenen dieses (Grund)Recht vorzuenthalten scheint basierend auf einer Nutzen-/Risikoabwägung nicht mehr ok zu sein aber in meinem Fall schon? Vielleicht mangelt es mir einfach an Intelligenz, aber ich kann die Logik hier nicht mehr nachvollziehen.
Es ist nicht der Neid, der frustriert, sondern die absolute Willkür, Unlogik und die Ohnmacht der man seit über einem Jahr erlegen ist. Aktuelles Beispiel für die absolute nicht nachvollziehbare Willkür ist die Priorisierung innerhalb der Prio 3 Gruppe (in etlichen Bundesländern): Fußpflege und Steuerfahnder vor Apotheker und pharmazeutischer Produktion,... Das ergibt auf jeden Fall Sinn!