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Coronavirus - welche Bedeutung hat das Thema für Euch?
Genau auf dem gleichen Niveau müsste man jetzt nachfragen: Warum sollten Geimpfte ihre Grundrechte NICHT zurückbekommen?
"Aus Solidarität mit den Kindern und gesunden jungen Erwachsenen welche seit 1 Jahr Opfer bringen, damit die vulnerablen Gruppen sich nicht nur selbst schützen müssen, die noch nichtmal geimpft werden dürfen."
Das zieht doch gar nicht, weil geimpfte ein weitaus geringeres Risiko haben das Virus weiterzutragen*.
Wobei ich geimpfte erstmal trotzdem nicht von Maskenpflicht, Abstand etc. ausnehmen würde, weil die sowieso schon mangelhaften Kontrollen kann man dann erst Recht vergessen (wobei das nicht mir entsprungen ist).
*unter der Annahme, das weitaus geringer ausreichend gering ist
Welchen Nachteil hast du, wenn alle um dich herum 1 Mio € vom Staat geschenkt kriegen und du weiter hart arbeiten musst? Sei doch kein Neidhammel Bro.
Welchen Nachteil hast du, wenn alle um dich herum einen Studienabschluss geschenkt kriegen und du nicht? Sei doch kein Neidhammel Bro.
Welchen Nachteil hast du, wenn dein unfähiger Kollege (m/w/d) befördert wird und du nicht? Sei doch kein Neidhammel Bro.
Kein einziger deiner Vergleiche trifft die Diskussion über Grundrechte Rückgaben an Geimpfte, weil dieser ungleiche Status temporär sehr begrenzt ist. Stand heute können alle in Deutschland Lebenden Menschen, mit wenigen Ausnahmen, bis zur Herdenimmunität bis Ende des Sommers geimpft werden. es geht also um früherer Erleichterungen für maximal (!) ein paar Monaten.
Profitieren können hingehen Millionen von anderen. Und dann im Herbst alle, ausnahmslos, wenn die Herdenimmunität erreicht werden kann.
Jedes deiner Beispiele bzw. Vergleiche sind aber langfristige Ungleichbehandlung und damit nicht sinnvoll vergleichbar.
Außerdem siehe den nächsten Punkt:
Smartin schrieb:
Es ist aber schon eine Frage von solidarischen Verhalten, dass die ohnehin schon bevorteilten Geimpften nicht noch weitere Vorteile bekommen und der Rest weiter in die Röhre schaut.
Das stimmt auch nicht: nicht Geimpfte können sich durch Tests dieselben Vorzüge erhalten, zeitlich halt begrenzt.
Eigentlich fällt für Geimpfte doch nur der Test weg, oder habe ich in da etwas Handfestes verpasst?
Smartin schrieb:
Stattdessen bricht die Solidarität in Deutschland und der Welt immer mehr auseinander.
Es ist auch solidarisch, sich für andere zu freuen. Die Impfungen der hochinzidenzgebiete ist nicht nur auf Fehlverhalten zurückzuführen. Eine Familie in einer drei Zimmer Wohnung mit 8 Menschen wird sicher die Inzidenz höher treiben, als ein Pärchen mit 100qm auf 4 Zimmern...
Da ist mir implizierte Anklage zu unbegründet.
Bzgl. Der USA Auge um Auge, Zahn um Zahn?
Ichhalte es da lieber mit: weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen!
henpara schrieb:
"Aus Solidarität mit den Kindern und gesunden jungen Erwachsenen welche seit 1 Jahr Opfer bringen, damit die vulnerablen Gruppen sich nicht nur selbst schützen müssen, die noch nichtmal geimpft werden dürfen."
Die Wahrscheinlichkeit andere mit einer Vollimpfung anzustecken ist laut aktuellet Datenlage so gering, dass ich das nicht nachvollziehen kann. Ein vollgeimpfter wird kaum jemand anderen anstecken.
Meinen Schülerinnen und Schülern die es aber auch nicht besser gehen, wenn Oma und Opa nicht ins Cafe dürfen, ohne einen Test zu machen.
Denen wird es auch nicht besser gehen, wenn Oma erna auf das Treffen mit Oma Ingrid und Helga verzichtet. Vielleicht wird es den Schülerinnen und Schülern sogar besser gehen, wenn Oma erna ihrem Enkel freudig erzählt, dass sie einen schönen Tag hatte.
Ich finde immer noch kein einziges sachlich sinnvolles Argument, in der die Welt besser ist, wenn Grundrechtseinschränkungen länger als nötig aufrecht erhalten werden.
Das stimmt nicht!!!
Grundrechte sind individualrechte - jedes Individuum hat diese Rechte.
Das bedeutet aber eben nicht, dass allen immer und überall dieselben rechte haben müssen.
Achim_Anders schrieb:
Auch das ist nicht ganz richtig.
Die Grundrechte sind individualrechte - bedeutet die stehen jedem zu, nicht pauschal allen.
Dej Unterschied siehst du gerade ganz konkret zwischen Vollgeimpften vs nicht geimpften.
Ersteren die Grundrechte zu entziehen scheint nicht mehr verhältnismäßig zu sein, weil der Grund ( Ansteckung anderer) sehr gering wird.
Bei nicht Geimpften bleibt der Grund bestehen und damit die Verhältnismäßigkeit gewahrt, um Grundrechte weiter einzuschränken.
Wir gehen hier auf mehrere Jahre einer Aufteilung der Gesellschaft in Geimpfte und Ungeimpfte zu, wobei man letztere ähnlich wie bei der Rassentrennung in den USA früher, in vielen Gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt, und sei es "nur" durch die Pflicht zur Vorlage von Tests.
Noe, das wird im Spätsommer zu diskutieren sein - wie geht man mit denn möglichen Situationen um. Die von dir jetzt angestoßene Diskussion ist aber zu früh, weil man das Szenario noch nicht kennt.
Möglichkeiten:
A) Im Sommer wurden allen ein impfangebot gemacht, und wir haben eine Herdenimmunität erreicht. --> dein skzziertes Problem existiert nicht, alle Maßnahmen können aufgehoben werden.
B) Im Sommer wurden allen ein impfangebot gemacht, und wir haben keine Herdenimmunität erreicht. --> das von dir skizzierte wird durchgeführt, oder aber impfzwang kommt (sehr unwahrscheinlich), oder es wird, weil das Gesundheitswesen nicht mehr unmittelbar in Gefahr ist, laufen gelassen.
C) Im Sommer wurden allen ein Impfangebot gemacht, und durch Mutationen ist Herdenimmunität nicht erreichbar. --> hoffentlich eine bessere und langfristig gedachte noncovid Strategie wird durchgeführt. / Oder weitere langanhaltende Maßnahmen.
Btw. Es gibt Menschen die verweigern aus ganz unterschiedlichen Gründen Impfungen. Wie sollte man diese nennen, wenn nicht Impfverweigerer? Insbesondere um zu die nicht Geimpften zu differenzieren - wie du selbst sagst: es gibt welche die wollen nicht (verweigern) und welche die dürfen bzw sollten nicht ( Krankheit, kinder etc.)
Werden Geimpfte aber Lockerungen erfahren, wie sie jetzt im Bundestag beschlossen worden sind, haben sie wieder mehr Rechte als Ungeimpfte.
@j-d-s Es ist schon ein großes Stück die Lockerungen für Geimpfte mit der damaligen Rassentrennung in den USA zu vergleichen.
Manche, und dazu zähle ich, würden das makaber finden und völlig deplatziert. Das heizt, wie man es von entsprechenden Parteien gewohnt ist, die Lage Mal wieder unnötig auf.
Das stimmt nicht!!!
Grundrechte sind individualrechte - jedes Individuum hat diese Rechte.
Das bedeutet aber eben nicht, dass allen immer und überall dieselben rechte haben müssen.
Eine falsche Aussage wird nicht dadurch richtig, indem man sie wiederholt.
Die im Grundgesetz festgelegten Grundrechte gelten für jeden, weshalb dort bspw. in Artikel 5 steht "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern...". Diese Grundrechte können niemandem aberkannt oder verweigert werden.
Sie können jedoch durch andere Gesetze eingeschränkt werden (und auch nur das), sofern und solange die dort dafür genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
Beispielsweise kann die in Artikel 13 des Grundgesetzes festgelegte Unverletzlichkeit der Wohnung durch §16 Abs. 4 Infektionsschutzgesetzeingeschränkt werden, um die Verbreitung übertragbarer Krankheiten zu verhindern. Diese Einschränkung kann aber eben auch nur mit diesem Ziel durchgeführt werden und nicht einfach so.
Das Grundrecht nach Artikel 13 GG kann auch nach §44 Abs. 4 Wehrpflichgesetz eingeschränkt werden, aber eben nur geltend für Polizisten und eben nur, um jemanden zur Erfüllung der Wehrpflicht zu zwingen.
Weil "verweigern" negativ konnotiert ist und jedermann das Recht hat, sich nicht impfen lassen zu wollen, ohne dadurch irgendwelche Nachteile zu haben (abgesehen vom fehlenden Impfschutz).
Sobald man mal eine Gruppe als "Impfverweigerer" tituliert hat, ist man im Bereich des Populismus (=Unterteilung der Gesellschaft in zwei verschiedene Gruppen, wobei man sich selbst positiv darstellt [Söder: "Team Vorsicht und Umsicht"] und diejenigen die nicht dazu gehören negativ darstellt).
Das ist ja das gefährliche an Populismus, und man muss nichtmal die andere Gruppe klar benennen (es sind einfach alle, die nicht zur genannten Gruppe gehören).
Und solch eine Unterteilung dient dann immer als Rechtfertigung, um die nicht zur eigenen Gruppe gehörenden zu Delegitimieren (bspw. Leute, die schneller lockern wollen als Söder), als Spinner/Extremisten darzustellen und teilweise dann in der Folge die Rechte dieser Leute einzuschränken (bspw. wenn man Demonstrationen verbietet, weil man die dort kundgetane Meinung nicht gutheißt, wie bspw. der Innensenator von Berlin unverholen plante).
Leider gibt es gegen solche Diskriminierung von bestimmten Gruppen häufig geringen Widerstand, weil sie typischerweise eine kleine Minderheit darstellen.
Es geht hier um "wehret den Anfängen". Wir haben im März 2020 mit Corona-Gegenmaßnahmen angefangen, viele wurden trotz zweifelhaften Nutzens und sehr niedriger Zahlen auch im Sommer 2020 nicht zurückgenommen.
Ich habe keinen Grund zu der Annahme, dass man jetzt bei Inzidenzen unter 10 und Impfrate 70% alles aufheben würde. Also alle Maßnahmen, für ausnahmslos jeden, in allen Bereichen.
Na toll, am Freitag habe ich zwei gekauft. Keine Ahnung, warum.
Ob Waiver kommt? Erst der massive Ausbruch in Indien scheint die Patentinhaber zum Denken angeregt, den TRIPS Waiver doch zu nutzen und die Patente auszusetzen.
Das stimmt auch nicht: nicht Geimpfte können sich durch Tests dieselben Vorzüge erhalten, zeitlich halt begrenzt.
Eigentlich fällt für Geimpfte doch nur der Test weg, oder habe ich in da etwas Handfestes verpasst?
Es steht im Raum, dass die Kontaktbeschränkungen gelockert werden, also Geimpfte sich beliebig treffen können und nicht als Personen im Corona-Kontext zählen. Ich habe noch nicht gelesen, dass mit offiziellen Tests das gleiche ermöglicht werden soll.
(...)Ich habe keinen Grund zu der Annahme, dass man jetzt bei Inzidenzen unter 10 und Impfrate 70% alles aufheben würde. Also alle Maßnahmen, für ausnahmslos jeden, in allen Bereichen.
Ich auch nicht und dafür gibt es m. E. auch gute Gründe. Es wird voraussichtlich weiterhin gewisse Vorgaben hinsichtlich Meldepflichten und Hygienemaßnahmen geben müssen. Das Virus verschwindet wahrscheinlich nicht mehr von der Bildfläche und wird mutieren. Eventuell benötigen wir zukünftig weitere Impfungen, ich persönlich halte das "System Mensch-Coronavirus" für noch nicht eingeschwungen/stabil. Deshalb ist m. M. n. weiterhin Vorsicht geboten, sehr schnell könnte man sich durch mangelnde Umsicht schwere Rückschläge einhandeln.
Das Thema Grundrechte wird aus meiner Sicht zu sehr auf die (scheinbar) einzig mögliche Sicht eines egoistischen Individuums reduziert. Ja, jeder hat in einem Rechtsstaat das Recht seine Rechte einzufordern/einzuklagen. Aber das allein kann doch nicht die Basis für ein Zusammenleben, eine Gesellschaft sein. Wieso ist es so abwegig, dass ein Geimpfter auch denken könnte "Die anderen haben mich vorgelassen, jetzt warte ich auf die anderen." und das ohne Grundrechtsdebatte, sondern allein aus freien Stücken heraus?
Zugegeben mein Beispiel war etwas überspitzt geschrieben...
j-d-s schrieb:
Deshalb "gelten" Testergebnisse auch für Zeiträume zwischen 24 und 72 Stunden. Das ist wissenschaftlich erwiesen, es gibt keinerlei Daten die das widerlegen würden.
...aber Schnelltests sind bei weitem nicht so zuverlässig wie du glaubst und sehr weit von 98-99% Zuverlässigkeit entfernt.
Wir haben für die Corona Schnelltests bei im Krankenhaus den Id Now von Abbott https://www.globalpointofcare.abbott/de/product-details/id-now-covid-19.html
Was haben die uns beim Verkauf und in der Schulung alles erzählt, schnell und zuverlässig, Pustekuchen, in der Realität kommen wir auf eine Zuverlässigkeit von ca. 60-65%.
Was ich schon alles erlebt habe:
Negativ getestete Mitarbeiter die sämtliche Kollegen auf der Station anstecken
Positiv getestete Mitarbeiter die umsonst 2-3 Tage in Quarantäne waren, weil sie laut PCR Test negativ sind
Patienten die innerhalb einer Woche mehrmals negativ und positiv getestet wurden, z.B.: Mo+/Di-/Mi+/Do- oder Mo-/Di+/Mi+/Do- oder Vormittags+/Nachmittags- und umgekehrt
j-d-s schrieb:
Nein. Die Studie bestätigt, dass 30% der Geimpften noch infektiös sein können. Bei getesteten sind das nur 1 oder 2%.
Das stimmt nicht, so genau ist kein Schnelltest in der Realität, unter idealen Testbedingungen/Laborbedingungen evtl. Ja aber nicht in der Realität.
Das Teststäbchen wird nicht lang und/oder tief genug eingeführt, der Patient zieht den Kopf weg, der Tester arbeitet den ganzen Tag mit den (evtl. kontaminierten) Einweghandschuhen oder oder oder
j-d-s schrieb:
Richtig, das sind die Grundrechte, die allen Menschen zustehen.
Wie kommst du darauf das alle Menschen die gleichen Grundrechte haben ? Wieso darf ich nicht rauchen wo ich will ?
Die eigenen Grundrechte hören da auf wo andere zu Schaden kommen (können) und das ist bei einer ansteckenden Krankheit der Fall.
j-d-s schrieb:
Jetzt aber Geimpfte zu bevorzugen, indem man allen anderen dieselben Grundrechte weiter vorenthält, entbehrt nicht nur der wissenschaftlichen Grundlage (da ja die RKI-Einschätzung widerlegt ist durch die Studie aus England), sondern ist auch grob ungerecht:
Ich befürchte, dass das ganze so noch viele Jahre weitergeht, dass man dann "Impfverweigerer" trotz niedriger Zahlen (wie in Israel: 7-Tage-Inzidenz dort unter 0,006%) weiter ausgrenzt, teilweise auch mit dem Argument, sie könnten sich ja testen lassen.
Das könnte kommen, genau so...
...wie Kinder eine Impfung gegen Masern vorweisen müssen wenn sie in den/die Kindergarten/Schule wollen.
...wie Urlauber eine Impfung gegen Gelbfieber vorweisen müssen wenn sie in einige afrikanische und asiatische Länder einreisen wollen.
j-d-s schrieb:
Aber zu den Grundrechten gehört eben auch, dass sie NICHT von einem Test oder einer Impfung abhängig sein dürfen - vor allem nicht, wenn die Intensivbettenbelegung niedrig ist.
Bei uns im Krankenhaus ist die Impfbereitschaft enorm gestiegen, seit sich abzeichnet das geimpfte diverse Lockerungen erhalten:
Dezember/Januar lag die Impfbereitschaft bei ca. 50%
Februar/März als Lockerungen dezentes Gesprächsthema wurden stieg die Impfbereitschaft schon merklich
April/Mai seit Lockerungen geplant werden liegt die Impfbereitschaft bei deutlich über 75%+, die Lockerungen haben so manchen Skeptiker "überredet"
Die vielen Ausländer bei uns die sich eigentlich nicht impfen lassen wollten, seitdem die gehört haben das sie evtl. ohne Quarantäne nach Hause können stehen die Schlange bei der Impfanmeldung
Khaotik schrieb:
Missgünstige Neidhammel – mehr fällt mir dazu kaum ein.
Wie hat Amazon dann seinen Umsatz verdoppelt ?
Ich habe auch während Corona deutlich mehr als sonst in diesem Zeitraum gespart, ich habe aber Freunde/Kollegen die bestellen als ob es kein morgen gibt.
Smartin schrieb:
Ich denke nicht, dass es darum geht, dass Ungeimpfte, Geimpfte neiden. Es ist aber schon eine Frage von solidarischen Verhalten, dass die ohnehin schon bevorteilten Geimpften nicht noch weitere Vorteile bekommen und der Rest weiter in die Röhre schaut. Das muss man irgendwie ausgleichen.
Der Ausgleich ist doch vorhanden und nennt sich Schnelltest, geimpfte und genesene werden doch nicht besser als getestete gestellt, geimpfte und genesene werden nur mit getesteten gleich gestellt.
Ich habe das schonmal gefragt und bisher keine Antwort bekommen:
Wieso soll man Schnelltests die Geld kosten und knapp sind sinnlos an geimpften und genesenen "verballern" wenn es nicht nötig ist ?
Es ist doch deutlich sinnvoller die Schnelltests nur für nicht geimpfte/genesene zu benutzen, das ist günstiger und es entlastet die Testzentren weil weniger kommen.
Wieso ist es so abwegig, dass ein Geimpfter auch denken könnte "Die anderen haben mich vorgelassen, jetzt warte ich auf die anderen." und das ohne Grundrechtsdebatte, sondern allein aus freien Stücken heraus?
Zumindest ich wurde nicht wie in einer Schlange an der Kasse vorgelassen, sondern weil ich vorerkrankt bin.
Das ist für mich immer noch eine Scheinsolidarität, damit Ungeimpfte im Kopf befriedigt sind, dass Geimpfte immer noch keine Lockerungen bekommen.
Was bringt solch eine Einstellung? Was hat der Geimpfte davon, wenn er auf Lockerungen verzichtet? Was hat der Ungeimpfte davon, dass der Geimpfte Lockerungen erfährt?
Der Ausgleich ist doch vorhanden und nennt sich Schnelltest, geimpfte und genesene werden doch nicht besser als getestete gestellt, geimpfte und genesene werden nur mit getesteten gleich gestellt.
Mit nem Schnelltest hebst du aber nicht wie geplant die Beschränkung der Haushalte etc auf
Skaiy schrieb:
Was bringt solch eine Einstellung? Was hat der Geimpfte davon, wenn er auf Lockerungen verzichtet? Was hat der Ungeimpfte davon, dass der Geimpfte Lockerungen erfährt?
Es bringt einem die Gewissheit, dass die Executive dadurch besser in der Lage bleibt die Maßnahmen auch nur halbwegs zu kontrollieren. Das funktioniert doch jetzt schon nur mehr schlecht als recht.
Ich muss mir jetzt noch genau anschauen was kommen soll, aber ich gehe aktuell davon aus, das Kontrollen praktisch unmöglich werden und die Leute die Sau raus lassen. Wir werden sicherlich auch massenhaft von Impfpass Fälschungen die nächste Zeit hören.
Ich bin daher wirklich gesprochen ob die Werte in 2 Wochen noch immer sinken
(...)
Was bringt solch eine Einstellung? Was hat der Geimpfte davon, wenn er auf Lockerungen verzichtet? Was hat der Ungeimpfte davon, dass der Geimpfte Lockerungen erfährt?
Du hast einen Satz von mir zitiert, ist ok. Die Antwort auf Deine Frage steht in den drei Sätzen davor, die Du nicht zitiert hast, was auch ok ist.
Es geht nicht um den konkreten Fall Corona-Impfung. Es geht darum, ob man in einer Gesellschaft leben möchte, in der jeder nur an sich denkt und seine Interessen auf Biegen und Brechen durchzusetzen versucht. Oder man kalkuliert, dass ein eigener freiwilliger Verzicht durch das Verzichten vieler anderer in anderen Situationen entgolten wird und dabei unterm Strich für alle mehr herauskommt.
Es geht um Egoismus <> Gemeinsinn. Dass dies nicht einfach ist sieht man daran, dass manche Nachbarn sehr gut nebeneinander leben können und andere nur über ihre Anwält miteinander kommunizieren.
Das stimmt auch nicht: nicht Geimpfte können sich durch Tests dieselben Vorzüge erhalten, zeitlich halt begrenzt.
Eigentlich fällt für Geimpfte doch nur der Test weg, oder habe ich in da etwas Handfestes verpasst?
ja Du hast einiges verpasst. Oder hast Du durch den Test Lockerungen bei Kontaktenverboten, brauchst nicht in Quarantäne bei Reiserückkehr, hast volle Reisefreiheit (Stichwort Einreisebedingungen bei Geimpften oder überhaupt Reiserechte, wenn man daran denkt, wer demnächst an die Ostseefahren darf und wer nicht), sparst Dir die Tests und bist nicht mehr von Ausgangssperren betroffen. Reicht das oder auch alles egal?
Der Ausgleich ist doch vorhanden und nennt sich Schnelltest, geimpfte und genesene werden doch nicht besser als getestete gestellt, geimpfte und genesene werden nur mit getesteten gleich gestellt.
Ich habe das schonmal gefragt und bisher keine Antwort bekommen:
Wieso soll man Schnelltests die Geld kosten und knapp sind sinnlos an geimpften und genesenen "verballern" wenn es nicht nötig ist ?
Es ist doch deutlich sinnvoller die Schnelltests nur für nicht geimpfte/genesene zu benutzen, das ist günstiger und es entlastet die Testzentren weil weniger kommen.
das allein ist doch nicht alles, was man an Befreiungen hat. Dass sich Geimpfte nicht mehr testen lassen müssen, da gehe ich teilweise ja sogar noch mit, weil man nicht sinnlos Geld ausgeben sollte. Auf der anderen Seite ist es russisches Roulette, denn Geimpfte können genauso erkranken und das Virus verbreiten, gerade bei Mutationen, gegen die der Impfstoff nicht wirkt. Wie will man die erkennen, wenn man nicht testet? Das ist doppelt gefährlich, weil Geimpfte nicht mal (mehr) sensibilisiert sind. Denn sie denken, das kann kein Corona sein, denn ich bin ja geimpft und rennen draußen weiter unbesorgt mit ihrer Infektion rum.
Mich hast Du aber nicht gefragt oder???
Der Ausgleich ist halt nicht vorhanden. Als Nichtgeimpfter hat man reihenweise Nachteile. Oder zahlt dir jemand die Zeit und den Aufwand, die Du mit Tests, Nachweisen co verbringst? Sich für Tests anmelden, vorbeifahren oder gehen, in Schlangen anstellen und warten, sich testen lassen (auch nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig), Ergebnis abwarten. Ich lasse mich Samstags testen. Das kostet mich jedes Mal locker eine Stunde Lebenszeit. Wenn ich überlege, dass manche auf dem Land noch eine Weile fahren müssen, bis sie beim Testzentrum ankommen....
Das alles ist Aufwand, den Geimpfte nicht haben. Sie können sich zudem ohne Einschränkungen bewegen. Wieviele Leute fahren aktuell mit dem Auto, weil sie öffentlichen Verkehrsmittel meiden? Mich kostet das alleine locker 200 Eur extra im Monat, nur für den Arbeitsweg und wahrscheinlich werde ich das nicht mal steuerlich geltend machen können, weil ich Fahrten nicht doppelt abrechnen kann (ich habe ja zusätzlich meine Umweltkarte für den ÖPNV). Es gäbe sicher zig Beispiele, wo Leute ohne Impfung Nachteile haben, die eben nicht einfach mal nur durch einen Test ausgeglichen werden können.
Nein, "genauso" können wie es eben nicht, nachweislich.
Die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, sinkt enorm - die Wahrscheinlichkeit, die Viren weiter zu geben, ebenfalls. Da ist nichts "geneauso".
Smartin schrieb:
gerade bei Mutationen, gegen die der Impfstoff nicht wirkt.
Seltsam; du wünscht dir also, dass andere (= geimpfte) Menschen ebenfalls von diesen Nachteilen "geplagt" werden sollen. Das empfinde ich als asozial.
Irgendwann ist der Punkt erreicht, da muss(!) es für jene, die annähernd aus der Corona-Gleichung genommen werden können - weil sie eben geimpft sind - Änderungen geben. Die Wirtschaft (Einzelhandel, Restaurants, ...) wird nicht vollständig warten können, bis Herdenimmunität wirklich erreicht ist. Die Nachteile, die du dir für Einzelne gleichermaßen wünscht, treffen am Ende nämlich auch die Wirtschaft und damit die ganze Gesellschaft.
@Skysnake Den Punkt finde ich, immer noch, valide und kann ich verstehen, obwohl sich Ungeimpfte damit selbst gefährden.
@Binalog Das betrifft auch dich. Ich bezog mich ausschließlich auf meine Fragestellung. Dass es gegebenenfalls valide Punkte gibt, habe ich kommentiert.
Das Argument "Ellenbogengesellschaft" zieht meiner Meinung nach nicht, denn die Initiative kommt zuallererst durch den Staat, der Lockerungen der Einschränkungen für Geimpfte für zulässig hält.
Was und wen würde dein Vorgehen etwas bringen? Wir reden hier von der, teilweisen, Aufhebung von Einschränkungen der Grundrechte.
Deinen Punkt verstehe ich aber es ist immer noch ein Argument des Prinzips.
D'accord.
Interessanterweise kommen wir dabei zu genau genau einer gegenteiligen Handlung. Dein Argumentversuch scheint mir auf einen deontologischem Ansatz zu basieren: Menschen haben die Pflicht, die Gefühle der anderen wahrzunehmen und deswegen (für ein paar Wochen/Monate) zu warten und verzichten.
Ich präferiere in dieser Situation eher den utilitaristischen Gedanken, der sich auf die Konsequenzen und den Nutzen fokussiert:
Ungeimpfte haben (teilweise) ein schlechtes Gefühl (aus egoistischen Motiven btw.), aber die Vorteile für die Gemeinschaft überwiegen dabei viel stärker als der auf Egoismus beruhende Ungerechtigkeit-Sinn.
Menschen die endlich wieder soziale Kontakte erleben dürfen, sind gesünder, können Depressionen hinter sich lassen, können der Gastronomie helfen, indem sie zum Beispiel Caterings bestellen, kaufen im Einzelhandel wieder Kleidung für die Treffen, gehen ggfs. In größerer Runde und Restaurant.. schnellstmöglich wieder zu der gewohnten Normalität zurückzukommen ist für so viele Personen besser, als zu verzichten, das dies dem Gemeinwohl zugute kommt und deswegen auch dem Gemeinsinn nützlich ist.
Tomislav2007 schrieb:
Danke dir und @Achim_Anders für eure sportlich faire Einstellung.
Rein deskriptiv fällt mir nur Egoismus für die Missgunst ein. Ich frage hier gerne noch einmal: welchen Nachteil hat ein Ungeimpfter, wenn andere sich früher treffen dürfen? Du darfst mir gerne etwas nicht auf egoistischen Gefühl basierendes nennen!
Capet schrieb:
Eine falsche Aussage wird nicht dadurch richtig, indem man sie wiederholt.
Du hast meinen Punkt in eloquent doch bestätigt und mit sinnvollen Beispielen angereichert - danke!
Binalog schrieb:
Es wird voraussichtlich weiterhin gewisse Vorgaben hinsichtlich Meldepflichten und Hygienemaßnahmen geben müssen. Das Virus verschwindet wahrscheinlich nicht mehr von der Bildfläche und wird mutieren.
Grundrechtseinschränkungen aufgrund von Hypothesen in Bezug auf die Zukunft halte ich für indiskutabel. solange es keine Mutation grossflächig gibt, bei der das Virus immun gegen unsere Impfung gibt, gibt es auch nichts fundamentales einzuschränken.
Dafür sind die Rechte viel zu wertvoll. Ab wann wäre das deiner Meinung dann in Ordnung? Und welche Instanz legt fest, wann das System zur Ruhe gekommen ist, obwohl in Deutschland die Lage für Geimpfte Stand heute ganz ganz klar erscheint, zumal Israel zeigt, dass es Frühstück wieder funktionieren?
j-d-s schrieb:
Das ist grundlegende Basis jeden Rechtsstaats, dass man niemandem die Grundrechte wegnehmen darf die man anderen gewährt.
Die Aussage stimmt nicht und es wird andauernd gemacht. Ich empfehle dir für den Gedankengang die Sendung von Lanz - 4.5.2021. Ich bin hier nicht in der Lage, dir das verständlich am Handy zu schreiben, sorry.
Da ist genau ein Satz dabei, der mehr Freiheiten als durch Tests möglich ist, wirklich gilt. Und der gilt zum Glück nicht mehr lange, weil die Inzidenzen sinken und die ausgangssperren bald wahrscheinlich wieder außer Kraft gesetzt werden - die hängen ja auf Bundesebene an eben den Inzidenzen fest. (Einzelne Bundesländer können davon abweichen.)
Alles in allem gibt es zwei Dimensionen der Diskussion, die man unterscheiden muss.
1. Rechtlich: sehr schwer Grundrechte euer einzuschränken, wenn der Grund wegfällt. Geimpfte stecken andere zu wenig an, um die Verhältnismäßigkeit vor Gerichten aufrecht zu erhalten. Deswegen jetzt auch der politische Vorstoß aus meiner Sicht.
2. Die sozial-moralische Betrachtung in Hinblick auf Gerechtigkeit, soziale Ungleichheit und vielen weiteren Werten. Dazu steht meine Perspektive ausführlich oben im Beitrag.
nö. Wäre keine wirklich spannende Geschichte. Stigmatisiert wird man, wenn man keine Argumente vorbringen kann und in einer Pandemie sein Ego pushen will. Die Gruppe an Impfverweigern wird doch mit den Vorurteilen leben müssen, denn sie befeuern sie ja meist selbst mit kruden Argumenten, sich eben nicht impfen zu lassen.
Was das mit aufgezwungenen Lebensstil zu tun hat, wissen auch nur du und alle, die das nicht wollen.
Es gibt einfach viel zu viele gute Gründe sich impfen zu lassen. Dagegen sind die Argumente sich eben nicht impfen zu lassen, obwohl man könnte einfach immer die selben:
1. Der Impfstoff ist noch nicht lange genug erforscht, wer weiß ob nicht in 10 Jahre alle ein 2. Kopf wächst
2. ich will über meinen Körper selber entscheiden
3. ich bin ja gar nicht gefährdet, also brauch ich das nicht
4. ich will meine Kinder vor Schäden schützen
3 von 4 Punkten fangen mit ICH an. 4 von 4 Punkten sind emotional gesteuert und entbehrt jeder wissenschaftlichen Erkenntnis. Die Angst ist also nicht wirklich begründbar, weil in allen Punkten das eigene Ego im Weg steht, mehr nicht.
Und das Gemeinwesen kann in einer Pandemie solche Mitglieder sehr wohl ausgrenzen. Das ist ein normaler Reflex, weil Weigerer der Gesellschaft mehr schaden, als sie selbst auf sich nehmen müssten um der Gesellschaft zu helfen. Und das empfinden die Menschen als asozial. Zurecht meiner Meinung nach.
Jetzt muss ich doch mal Fragen: Was sind Impf-Nationalsozialisten?
Aber ich denke, das ganze Thema mit Lcckerungen ist reine Spekualtion, da nicht wirklich gesichert, welches Szenario eintritt, sprich, wie das Virus reagiert...
Es ist klar, weg gehen wird es nicht, nur in wie weit lässt es sich unter Kontrolle bringen und damit die Häufigkeit von Mutationen reduzieren.