Taxxor schrieb:
-Zitat entfernt-
Wie es richtig geht, ist
hier nachzulesen.
Jap, das fasst das gesamte Gefühl recht gut zusammen. Sehr treffend beschrieben!
Auch bei Witcher 3 hatte ich ähnliche Probleme, wie du sie beschreibst, nur dort ist es einfach verschmerzbarer, da der Rest des Spiels einfach genug zu bieten hatte und das gesamte Pacing des Spiels "gemächlicher" war, sodass man sich auch mal in ein wenig Herumgallopieren von Dorf zu Dorf und Sonneruntergänge-Anschauen, beim vermeintlich aussichtlosen Kampf gegen Gegner weit über meiner Level-Gewichtsklasse oder beim Gwent-Spielen verlieren kann, auch wenn die Hauptstory eigentlich etwas Eile gebieten würde ...
In Cyberpunk ist das in Ansätzen auch möglich, müsste aber aufgrund der Dichte einer Stadt da einfach etwas geschickter getaktet und gewichtet werden geben, da es sonst im Grundrauschen untergeht und einfach wie liebloses Füllmaterial wirkt.
Vigilant schrieb:
-Zitat entfernt-
Wie es richtig geht, ist
hier nachzulesen.
Das ist ebenfalls eine schöne Erläuterung, was es mir verständlicher macht, weshalb man das dennoch gut finden kann. Es liest sich ein wenig so, als nutzt du das schöne Setting von CP eher als Projektionsfläche für deine eigene Phantasie. Diesen "Switch" kriege ich leider nicht hin und dafür sind mir Spiele auch das falsche Medium, da es für mich eben entscheidend darauf ankommt, wie die Interaktion gestaltet ist.
Der "Simulationsansatz" trifft es aber nicht ganz. Ich bin nichtmal ein großer Fan von OpenWorld – auch GTA5 fand ich an vielen Ecken sehr öde, schemenhaft und leblos, dennoch war es um Welten detailverliebter als CP. Es geht mir mehr darum, dass ich nicht das Gefühl bekommen möchte, an jeder Ecke Potemkinsche Dörfer präsentiert zu bekommen, die bei der kleinsten Berührung umkippen. Das kann auch ein völlig lineares Märchen ohne Freiheiten sein, wenn es wenigstens "in sich" stimmig konstruiert ist und eben nicht ständig versucht
mehr zu sein.
Die "Verbindung mit der Stadt" ist für mich gerade etwas, an dem ich scheitere. Ich gelange erst gar nicht dazu mit der Story oder den Charakteren warm zu werden, da ich eine Story und die Charaktere einfach nicht losgelöst von ihrere Umgebung und der Interaktion betrachten kann ...
So wie ich eine gute Story in einem Buch ohne sprachliche Finesse (+zu vielen Rechtschreibfehler) nicht genießen kann oder in einem Film mit Charakteren mitfiebern kann, die nicht ordentlich aufgebaut werden und zwischen mehreren Plotholes und Klischees platziert sind.
Man muss auch dem Spieler nicht jede Möglichkeit geben, sondern die Interaktionen so gestalten, dass sie sich in das Gesamtkonzept als motivationale Faktoren für die Handlungen der Charaktere einbetten (natürlich eine gewisse "suspension of disbelief" vorausgesetzt, es ist ja nur ein Spiel) und im Idealfall emotionale Reaktionen beim Spieler generieren. Der "companion cube" schafft als plot device in Portal mehr emotionalen Tiefgang als nahezu alle agierenden NPCs in der ersten Stunde von CP zusammengenommen und sowas fällt mir halt beim Spielen von CP ständig an vielen Kleinigkeiten auf, wodurch ich da einfach gar nicht "offen" für die Handlung bin ...
Wenn Jacky (der ohne ersichtlichen Grund irgendwie mein best Buddy sein soll ...nach meiner ungefragten 5Min.-Wandlung von Corpo zum "Rebellen") wie ein Trottel vor der Tür steht und permanent wiederholt wird, dass ich doch nun mal wirklich reingehen sollte, während ich in Ruhe den Gang erkunde (nur um dort enttäuscht festzustellen, das dort nichts weiter ist), dann nervt das. Wenn dann, sobald die Schießerei ausbricht, Jacky wie ein aufgescheuchtes Huhn umherrennt und es trotzdems völlig egal ist, wer was macht, solange man seine "Pflichtkills" macht und ich am Ende wie in irgend nem schrottigen Call-of-Duty-Spiel die verletzte Zielperson (die mir ebenfalls schnuppe ist, da auch nicht eingeführt) "abgeliefert" habe, dann nervt das noch mehr

(Und: natürlich muss ich auf meinem zugewiesenen Punkt stehen, damit auch dieses letzte Script abgespult wird. o.O)
Das ist an so vielen Ecken einfach schlechtes Storytelling gepaart mit starrer Spielmechanik, dass ich da einfach sofort raus bin.
Aber ich denke wir sind uns beide einig darüber, dass wir uns über eine massive Verbesserung durch Addons/DLC/Patches im Stile von No Man's Sky sehr freuen würden

Mir ist es vor allem wichtig, dass die Branche trotzdem einen ordentliches Contra durch die Spieler spürt (und eben nicht mit "bloßem Bugfixing davonkommt, denn Bugs/Glitches sind ehrlich gesagt nicht das Hauptproblem), denn dieses öffentliche Beta-Testing zum Vollpreis und die recht freizügige Auslegung von dem was man an Werbeversprechen bringen darf, führen halt zu mehr und mehr schlechten bzw. ihr Potential nichtmal annährend ausschöpfenden Spielen.
PS: Die Zitat-Entfernung ist strange, das waren 2-3 kurze Absätze aus dem jeweiligen Beitrag, an die ich direkt anknüpfe. Da kann man die Zitatfunktion auch ganz sein lassen.