Darf der Arbeitgeber die Urlaubsdauer grundsätzlich begrenzen?

mschrak

Commander
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Hallo zusammen,

meine Freundin hat 3 Wochen Urlaub bei ihrem AG beantragt. Der sagt aber, er gibt grundsätzlich maximal 2 Wochen am Stück (unternehmensweit) mit der Begründung "kleines Unternehmen".

Darf der das?

Kann mir jemand vielleicht mit einer einschlägigen Vorschrift oder Kommentarstelle aushelfen?

Würde mich über Eure kompetente Hilfe freuen.

Danke,
Martin

P.S.: Ich möchte keine konkrete rechtsberatung. Mich interessiert das Thema einfach. Wer hier antwortet wird ausdrücklich nicht als Rechtsberatend angesehen. Mir geht es um Meinungsaustausch.
 
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Benzer

Fleet Admiral
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Ich meine es gibt eine Grenze ab wann ein Urlaub als Erholhlungsurlaub gilt... also eine bestimmte Mindestzahl von zusammenhängenden Urlaubstagen. Aber eine maximale Höhe?
Allerdings ist sowas bei Unternehmen üblich. Bei uns bekommt auch keiner (ohne besonderen Grund) über 3 Wochen Urlaub am Stück.

Google sagt:
Zitat von BUrlG § 7 Zeitpunkt:
Das Bundesurlaubsgesetzt sagt folgendes hierzu:

BUrlG § 7 Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs

Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.

Der Urlaub ist zu gewähren, wenn der Arbeitnehmer dies im Anschluß an eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt.

Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, daß dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen.

Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muß einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.

Der Urlaub muß im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen.

Im Fall der Übertragung muß der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden. Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist ein nach § 5 Abs. 1 Buchstabe a entstehender Teilurlaub jedoch auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen.

Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.


Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, daß dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen.

Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muß einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.

Ich als IT'ler verstehe das so:

12 Werktage sind mit Samstagen 2 Wochen. Das ist also das Mindeste an zusammenhängendem Urlaub was ein AG geben muss. Chef hat dringende betriebliche oder in der Person des AN liegende Gründe also gibt er nur das gesetzliche Mindesmaß.
 
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Justin_Sane

Admiral
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Ich denke schon, dass er das handhaben kann wie er will!

Könnte ja sonst auch meine 28 Tage am Stück nehmen und sagen:"Hey, bin jetzt mal 6 Wochen weg"!

Würde bei meiner Firma auch nicht gehen, allerdings sind 3 Wochen kein Problem!
 

Pain_Deluxe

Commander
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Jo bei uns gehts leider auch nicht mal eben.... Wollte auch über die Ferien ne Woche.
Nicht bekommen weil schon ein anderer Azubi Urlaub bekam und wir sonst zu wenig sind und die anderen nur überstunden schufften müssten.
 

mschrak

Commander
Ersteller dieses Themas
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Danke für die Antworten.

Mal sehen, was die weitere Diskussion ergibt.
 

_taurec_

Lieutenant
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Hallo,

das ist bei uns auch so geregelt. Es "soll" kein Mitarbeiter mehr als 12 Urlaubstage am Stück nehmen.
Ich kann euch nur Raten mit dem Chef zu Reden und ihm klar machen warum und wofür die 3 Wochen benötigt werden. Vielleicht kann man ihn ja überzeugen das es eine "einmalige" Sache ist und man nicht jedes Jahr die 3 Wochen am Stück nehmen möchte.

Bei mir hat es geklappt ;-)

Mfg
 

hamju63

Fleet Admiral
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Zitat von mschrak:
Danke für die Antworten.

Mal sehen, was die weitere Diskussion ergibt.

Kommt ganz auf die Situation im Unternehmen drauf an.
Ein Arbeitgeber MUSS einen Urlaub ja auch nicht zwingend zu dem vom Arbeitnehmer gewünschten Zeitpunkt gewähren ... Ansonsten wären 90% aller Arbeitnehmer in den Sommerferienmonaten weg.

Gerade bei Unternehmen in der IT mit Abteilungen, bei denen den Kunden feste Antwortzeiten auf Anfragen, feste Berarbeitungszeiten etc. vertraglich zugesagt sind, muss der Arbeitgeber gewährleisten, dass diese Verträge eingehalten werden und kann dann eben nicht zulassen, dass bestimmte Arbeitsbereiche verwaist sind.

Darauf muss man als Arbeitnehmer halt seinen Urlaub einrichten.

Bei mir z.B. war es lange Zeit so, dass es für mich keine Vertretung gab, worauf ich mit meinem TL vereinbart habe, dass ich (da ich eh sehr selten in Urlaub fahre) in Notfällen auch im Urlaub erreichbar bin (was allerdings dann nie vorgekommen ist).
 

PaladinX

Captain
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Gesetzlich ist in Deutschland mindestens 1 zusammenhängender Urlaub von 2 Wochen gefordert. Den Rest kannste verteilen wie du möchtest, aber immer in Absprache bzw. Zustimmung deines Arbeitgebers. Der muss seine Kapazitäten nämlich auch entsprechend einplanen.
Es gibt keine gesetzliche Grundlage, um 3 Wochen am Stück einfordern zu können.
 
S

Stuntmp02

Gast
Ich hab ab Juli 20 Werktage Urlaub genommen - Konkret bin ich einen Monat nicht im Unternehmen
 

Airbag

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Dagegen kannst du wohl nichts machen, weil es nur eine Mindestgrenze von 2 Wochen pro Jahr gibt. (GG geht von 6 Tage = 1 Woche aus )
 

Benzer

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Zitat von PaladinX:
Es gibt keine gesetzliche Grundlage, um 3 Wochen am Stück einfordern zu können.
Das ist nicht richtig. Oben im Auszug steht es... du darfst deinen ganzen Urlaub am Stück nehmen, sofern das Unternehmen das (er)tragen kann. Mindestens muss der AG jedoch 2 Wochen am Stück gewähren. Wenn er den Urlaubsantrag "größer 2 Wochen" ablehnt, muss er das begründen.
 

PaladinX

Captain
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Zitat von Benzer:
Das ist nicht richtig. Oben im Auszug steht es... du darfst deinen ganzen Urlaub am Stück nehmen, sofern das Unternehmen das (er)tragen kann. Mindestens muss der AG jedoch 2 Wochen am Stück gewähren. Wenn er den Urlaubsantrag "größer 2 Wochen" ablehnt, muss er das begründen.

Genau das sag ich doch:
Er kann es (seinen langen Urlaub > 2 Wochen) nicht einfordern, wenn der Arbeitgeber es nicht genehmigt (Begründung durch den Arbeitgeber, warum es nicht geht, ist obligatorisch)
 

fabig

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Also "dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe" sind halt dringend. Kannst du nachweisen, das in der gewählten Zeit kein anderer Urlaub hat, gibt es keinen "dringenden" Grund.
 

Benzer

Fleet Admiral
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Kannst du nachweisen, das in der gewählten Zeit kein anderer Urlaub hat, gibt es keinen "dringenden" Grund.
Kann man so auch nicht sagen. Wenn du der einzige im Unternehmen bist der die Fähigkeit xyz hat und in dem aktuellen Projekt unersätzbar bist, bekommste auch höchstens deine 2 Wochen.
 

fabig

Ensign
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Dringende Gründe müssen aus einer Notsituation entstehen sind keine alltägliche Praxis. ;)
Der oben genannte Arbeitgeber stellt aber auf betriebliche Praxis ab. Das ist aber nicht durch das Urlaubsgesetz gedeckt.
Ein laufendes Projekt könnte ein dringender Grund sein, genau wie erhöhter Krankenstand sowie Mutterschaftsurlaub, geplante OPs oder Kuren anderer Mitarbeiter. Eine erhöhte Auftragslage zum gewünschten Zeitpunkt ist ebenfalls ein dringender Grund.
Das man in der Schulferienzeit die Zeit begrenzt um allen ne Chance zu geben ist natürlich üblich und ebenfalls ein dringender Grund. Aber das aufs gesamte Jahr festzulegen, ist nicht nachvollziehbar.
Übrigens würde ich mir eher um die Qualifikation des AGs sorgen machen. x-Urlaubstage bleiben x-Urlaubstage mit entsprechenden Arbeitsausfall. Ob zusammenhängend genommen oder nicht.
 

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