Kuristina schrieb:
Du bist da jetzt nicht irgendwie auf ner Ehrentribüne, nur weil du glaubst, das Huhn wollte dir das Ei unbedingt zukommen lassen.
Ich hab das Huhn aus ethnisch einwandfreier Haltung noch nicht getroffen, aber aus ernährungsphysiologischer Perspektive wäre es einfach sinnvoll, gelegentlich mal ein Ei zu essen. Wird dir jeder Ernährungsberater bestätigen und da mache ich mir nichts vor. Wie gesagt, der Club ist mir egal, allerdings bin ich glaube ich seit über 20 Jahren sehr gut dabei, wenn es um die aktive Vermeidung von tatsächlichen Tierleid geht.
Gebrauchtware - egal woher sie ursprünglich stammt - verhindert Tierleid, da es Ressourcen schont. Bienenzüchter, die nur nehmen was nicht benötigt wird, verursachen kein Tierleid, sondern erweisen der Natur sogar einen Dienst. Das meine ich mit gesundem Menschenverstand vs. blinder Überzeugung.
Ich bin absolut überzeugt davon, dass die Ausbeutung aufhören muss. Diese Überzeugung kann aber mit dem Nachhaltigkeitsgedanken koexistieren. Oder hast du ein gutes Argument dafür, warum ich meine treue alte Jacke jetzt in den Müll schmeißen soll, solange sie noch ihren Zweck erfüllt? Einfach alles über einen Kamm zu scheren und nicht zu differenzieren, ist in meinen Augen nur fehlgeleitete Ideologie.
Zudem: Für meine Kinder oder Haustiere würde ich die Entscheidung, so zu leben wie ich es für richtig halte, nicht treffen. Zum einen weil es aus gesundheitlichen Gründen nicht empfohlen wird und ich die Verantwortung trage, zum anderen weil sie das Recht haben müssen, das selbst zu entscheiden.
Naja, und meinen Katzen wäre es sowieso egal, die schnappen sich regelmäßig die Mäuse im Garten, egal was ich davon halte. ^^
Incanus schrieb:
Das habe ich nicht ganz verstanden. Ist damit gemeint, dass z.B. Honig aus großindustrieller Produktion nicht vegan sein kann, oder dass Produkte, die als vegan deklariert sind safe sind?
Ich weiß nicht, ob ich die Frage verstehe. Aber ja, natürlich ist großindustrielle Produktion von Honig nicht mit veganer Lebensweise vereinbar. Und Produkte, die als vegan deklariert werden, sollten keine tierischen Erzeugnisse jeglicher Art enthalten dürfen. Punkt.
.one schrieb:
Scherz bei Seite, manche Dinge sollten auch einleuchtend klar sein.
Ist manchmal aber gar nicht so eindeutig. Dünger könnte da ein gutes Stichwort sein. Aber Bienenwachs wird zum Beispiel oft als Überzug für Früchte genutzt, die damit nicht mehr vegan sind. Auch ein Grund, warum ich mich selbst nicht als vegan betrachte, weil ich solche Dinge einfach nicht zu 100% ausschließen kann.
Gutes Beispiel ist auch die Kosmetikindustrie. Manche Produkte werden zwar aufgrund der Inhaltsstoffe als vegan deklariert, der Hersteller dahinter setzt aber bei anderen Produkten auf Tierversuche. In meinen Augen sind dann auch die veganen Produkte nicht mehr mit dem Ethikgedanken vereinbar.