Der Bürgergeld Thread - Diskussionen rund ums Bürgergeld

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Bonanca schrieb:
Ahja, ein kleines provokatives "wieso"
Weil die Mitarbeiter zeitweise zum Mindestlohn oder knapp darüber abgespeist werden, während Stammarbeiter für selbe Arbeit dann Tarif oder wie sagtest du, "einen guten Job machen" übertariflich mit Boni bekommen. Ein unvorteilhaftes Überstundenkonto ansparen müssen und zeitweise in "Bereitschaft" lange Anfahrtsweg in kauf nehmen müssen. Wohlgemerkt für selbe Arbeit (!)
Und dagegen spricht der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz, was einfach ausgehebelt wird.
Selbst ohne Ambitionen zu Gewerkschaften muss einem das sauer aufstoßen.
Mögen nicht alle Zeitarbeitsfirmen so sein, aber das was die Leute die unsere Fa. gebucht hat erzählt hatten, reicht mir schon.
Aber egal... Mit denen kann man es ja machen.

Partnerin und ich werden nie krank, und Arbeitsunfälle laufen über BG, also will ich für die ganzen Kranken und Simulanten nicht zahlen und eigentlich hätte ich gerne fast 40 Jahre Krankenbeiträge zurück. Was interessiert mich das Kollektiv? Was mich deine Zuckerkrankheit und nötigenfalls Transplantation kostet....oder dein Krebs.
Ist das nicht der selbe Bullshit?

Wenn einer mit unserer Regelung Sozialgesetze unzufrieden ist, geht wählen.
Und wenn eure kleinen persönlichen Ziele und Unzulänglichkeiten nicht erreicht werden. Das ist halt Demokratie....und die kann auch wehtun. Das ist der Preis für Frieden, Wohlstand, Lebensqualität und hoher Lebenserwartung.
 
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Joker (AC) schrieb:
Ahja, ein kleines provokatives "wieso"
Wie hätte ich diese Frage denn ich deinen Augen nicht provokant formulieren können?


Joker (AC) schrieb:
Und dagegen spricht der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz, was einfach ausgehebelt wird.
Nein, wird er nicht.
Zeitarbeiter A bei Zeitarbeitsfirma Z, die jetzt temporär bei Firma F arbeiten haben verglichen mit Festangestelltem B gänzlich andere Verantwortungsbereiche und Pflichten.

Geht Firma F pleite erhält A von Z weiterhin sein Gehalt. B darf sich nach was neuem umschauen.
A erhält auch sein Gehalt, selbst wenn es keine Arbeit von Z für A gibt.

Man kann sich nicht nur auf negative Sachen fokussieren und sagen "Zeitarbeit = doof". Es gibt, wie quasi immer, zwei Seiten.
Und selbstverständlich erhält der A während seiner Tätigkeit bei F weniger Stundenlohn als B,.selbst bei ähnlicher bis gleicher Tätigkeitsausübung. Sonst wäre das Konzept der Zeitarbeit als ganzes hinfällig.
Das kann man dann aber auf viele Dienstleistungen anwenden, weswegen ich das Versteifen auf Zeitarbeit nicht verstehe.


Joker (AC) schrieb:
Ist das nicht der selbe Bullshit?
In einem gewissen Rahmen können Abstufungen diesbezüglich durchaus inhaltlich begründet sein.
So gibt es nunmal Faktoren, bei denen ziemlich eindeutig feststeht, dass die mit höheren Kosten für die Krankenkassen (und damit für den Beitragszahler) einhergehen. Was ist "gerechter"? Alle zahlen nach dem gleichen Prinzip ein, oder die Personen, die statistisch gesehen mehr Kosten werden, zahlen auch entsprechend mehr ein? Für alle ist kein Weg "gerecht".

Nur weil es also Gründe gibt, dass das jetzige System valide ist, heißt das nicht, dass jedes andere System automatisch "Bullshit" wäre.
 
Bonanca schrieb:
selbstverständlich erhält der A während seiner Tätigkeit bei F weniger Stundenlohn als B,.selbst bei ähnlicher bis gleicher Tätigkeitsausübung. Sonst wäre das Konzept der Zeitarbeit als ganzes hinfällig.
Das sieht der Gesetzgeber irgendwie anders. Ansonsten gäbe es jawohl kaum Equal Pay Gesetze. Das Konzept der Zeitarbeit ist eigentlich gedacht, um flexibel auf die Konjunktur reagieren zu können und nicht, um Löhne zu drücken. Auch wenn das in der Realität gerne anders aussieht.
Bonanca schrieb:
Zeitarbeiter A bei Zeitarbeitsfirma Z, die jetzt temporär bei Firma F arbeiten haben verglichen mit Festangestelltem B gänzlich andere Verantwortungsbereiche und Pflichten
Stimmt in der Pauschalität so nicht.
 
Bennomatico schrieb:
Das sieht der Gesetzgeber irgendwie anders. Ansonsten gäbe es jawohl kaum Equal Pay Gesetze.
Die erst nach 9 Monaten eine entsprechende Anpassung vorsehen.
Das ganze hat insbesondere den Sinn, dass Zeitarbeiter nicht als quasi-Festangestellte missbraucht werden sollen und steht sogar recht direkt so in der Gesetzesbegründung zum von dir angesprochenen Gesetz:
Vertragskonstruktionen, die jedoch von den Vertragsparteien bewusst oder in Unkenntnis
der Rechtslage als „Werkvertrag“ bezeichnet werden, nach der tatsächlichen Ausgestaltung und Durchführung aber als Arbeitsverträge anzusehen sind, sind missbräuchlich; denn auf diese Weise kann die Anwendung des gesamten Arbeitsrechts umgangen werden.

Missbräuchlich sind auch Vertragskonstruktionen, in denen Unternehmen einen als Werkvertrag bezeichneten Vertrag abschließen, tatsächlich aber bei der Durchführung des Vertrages Arbeitnehmerüberlassung praktiziert wird (verdeckte Arbeitnehmerüberlassung). Bei solchen verdeckten Überlassungsverträgen kann der vermeintliche Werkvertragsunternehmer bislang eine Verleiherlaubnis vorhalten und sich auf diese berufen, wenn das Scheingeschäft deutlich wird.
https://dip.bundestag.de/vorgang/gesetz-zur-änderung-des-arbeitnehmerüberlassungsgesetzes-und-anderer-gesetze/74650
BR-Drucksache 294/16

Hingegen kann ich in der Gesetzesbegründung auch keine sinngemäße Kritik am "Lohndumping" finden. Vllt suche ich auch falsch? Dann wäre ich für einen Verweis dankbar.



Bennomatico schrieb:
Stimmt in der Pauschalität so nicht.
Bist du als Zeitarbeiter bei der Zeitarbeitsfirma oder dem Entleiher angestellt?
 
Bist du einer der Knechtet oder geknechtet wird?

Bonanca schrieb:
Och so halt.
Ich ging davon aus das Zeitarbeiter, für einen Mindestlohn schufften müssen (oftmals der leiharbeiter "depp vom Dienst" ist). Vor allem kurz bevor Sie die 9 Monate erreichen (wo das Gehalt angepasst werden soll), dann wieder abgemeldet werden, um dann 2 - 3 oder längere Tage zu warten haben (natürlich mit Abbau von Überstunden oder Urlaub oder ansammeln von zisch dutzenden von minus Stunden) bis der Zuhälter sry meinte Arbeitgeber, eine oder zwei neue Stellen in Aussicht hat. Die dann unter anderem 40 - 50 km von deinem Wohnort entfernt sein kann(von Ihm aus würde er dich sogar in die Wüste schicken, wenn das ginge hauptsache vermittelt), diesen Fahrtweg ist natürlich von deinem Mindestlohn abgedeckt. Es gibt ja die überaus großzügige "Subvention" namens Pendlerpausche. Und wenn man zu "oft" Krank ist gibt es durchaus Druck durch persönliche Gespräche mit dem direkten Zuhälter.
Und so weiter...

Aber dann kamst du und hast mir die Augen geöffnet das eigentlich in einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten doch voll cool ist.

Bonanca schrieb:
Das ganze hat insbesondere den Sinn, dass Zeitarbeiter nicht als quasi-Festangestellte missbraucht werden sollen und
Man wird nicht als Festangestellter Missbraucht. Find ich cool.... Das alles für seine Arbeiter gegeben wird sogar gegen missbrauch.
Bonanca schrieb:
Geht Firma F pleite erhält A von Z weiterhin sein Gehalt. B darf sich nach was neuem umschauen.
A erhält auch sein Gehalt, selbst wenn es keine Arbeit von Z für A gibt.
Fazit entspannen daheim sein und chillen Geld läuft + Jobsicherheit.

Bonanca schrieb:
keine sinngemäße Kritik am "Lohndumping"
kein Lohndumping = Faire bezahlung

ich glaub jetzt bin ich motviert mich zu bewerben, morgen hau ich da was raus und schau mal was so geht, wenn ich das nur vorher gewusst hätte. Hatte völlig falsche Einschätzung von solchen Läden. Danke für dein Kontent =)
 
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Bonanca schrieb:
Bist du als Zeitarbeiter bei der Zeitarbeitsfirma oder dem Entleiher angestellt?
Ich kenne jemanden aus meinem Dunstkreis:
Story:
  • Alter 50+
  • Russlanddeutscher, Deutschkentnisse mehr als vorhanden, aber mit dem typischen osteuropäischen Akzent
  • Informatiker/Mathematiker Uni-Abschluss (bzw. entsprechendes aus der Sowjetunion)
  • 5-10 Jahre als Informatiker/Programmierer bei einem grossen norddeutschen Unternehmen im Bereich Logistik gearbeitet
  • wurde von seinem Unternehmen entlassen so ca: 2005-2010 (kann mich nicht genau erinnern)
  • 1-2 Jahre lang vergeblich versucht den neuen Programmierer-Job zu finden, habs immer mitbekommen, da er seinen Internetanschluss gekündigt hat wegen Geldmangel und bei mir die Bewerbungen immer abgeschickt/gelesen hat
  • am Ende wurde er von irgendeiner ZA eingestellt

Ergebniss:
  • nur "Drecksarbeit" zugewiesen von ZA Firma bekommen: also schleppen/sortieren/aufräumen, von A nach B fahren, "heute hier, morgen da"
  • die schon an sich billige Mietswohnung konnte er sich nicht mehr leisten
  • umgezogen in das Stadtghetto
  • und da muss ich sagen: er hat sich richtig für seine Kinder aufgeopfert, habe ihm etwas Knete geliehen, damit er seinen Kindern >Weihnachtsgeschenke< kaufen kann, hat auch mir bis auf den Pfennig zurückgezahlt, diese Russlanddeutschen sind ehrlich, zuverlässig und knallhart, ich selber wäre wohl zusammengebrochen.

Somit selber hatte ich nicht das "Glück", aber das reichte mir, um zu sehen, was für ein Müll da so abläuft, damit Stammmannschaft/unsere Gesellschaft schön lebt und der "Ausländer/Aussiedler" so dran ist.
 
Der Adel im Mittelalter war auch immer davon überzeugt, das es gerecht ist, wenn andere für ein stück Brot den ganzen Tag für sie schufften.
 
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Hassel schrieb:
Aber dann kamst du und hast mir die Augen geöffnet das eigentlich in einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten doch voll cool ist.
Es gibt einen Unterschied zwischen "voll cool" und "es ist gut zum Überbrücken". In vielen, gerade solchen wie von dir beschriebenen, Fällen muss man dann evtl auch Mal für seine Arbeitnehmerrechte einstehen.

So wäre das hier
Hassel schrieb:
um dann 2 - 3 oder längere Tage zu warten haben (natürlich mit Abbau von Überstunden oder Urlaub oder ansammeln von zisch dutzenden von minus Stunden
In der Form wie du es schilderst nicht legal.

Ausgenutzt werden beschränkt sich nicht nur auf Zeitarbeit.

Desweiteren ist solch ein Job (gehe ich jetzt Mal von aus) nicht der langfristige Traum. Natürlich liegt es auch an einem selbst Initiativen zu ergreifen und sich zu bewerben u.Ä..


Hassel schrieb:
Man wird nicht als Festangestellter Missbraucht. Find ich cool.... Das alles für seine Arbeiter gegeben wird sogar gegen missbrauch.
Was wäre denn dein Vorschlag um das besser zu gestalten?


Hassel schrieb:
ich glaub jetzt bin ich motviert mich zu bewerben,
Ich glaube es fehlt dir an sachlichen Argumenten, weswegen du Polemik den Vortritt gibst.


whtjimbo schrieb:
Ich kenne jemanden aus meinem Dunstkreis:
Und ich kenne Leute die aus Zeitarbeit in eine Festanstellung gekommen sind.
Weder das eine noch das andere belegt iwas.

Denn gerade bei
whtjimbo schrieb:
  • Informatiker/Mathematiker Uni-Abschluss (bzw. entsprechendes aus der Sowjetunion)
  • 5-10 Jahre als Informatiker/Programmierer bei einem grossen norddeutschen Unternehmen im Bereich Logistik gearbeitet
Werde ich sehr hellhörig, wenn die Leute es angeblich trotzdem nicht schaffen einen Job zu finden. Da müsste man schon die ganz genauen Umstände kennen.
 
Bonanca schrieb:
Werde ich sehr hellhörig, wenn die Leute es angeblich trotzdem nicht schaffen einen Job zu finden. Da müsste man schon die ganz genauen Umstände kennen.
es sind nur zwei besondere Umstände: sein Alter und die damalige Zeit
Du siehst es falsch, wenn Du die aktuelle und eigentlich ganz besondere Lage vor Augen hast: dass ein Überangebot an Stellen da ist, das ist in der ganzen Geschichte eher selten und wird sich in dem/den nächsten Jahr(en) legen
beim Alter gilt das gleiche wie schon damals: gefühlt zu alt, hast nur Java/PHP gemacht?, keine AWS Kentnisse / kein Full Stack React/Typescript Depp? -> Abstellgleis
Ergänzung ()

Bonanca schrieb:
Und ich kenne Leute die aus Zeitarbeit in eine Festanstellung gekommen sind.
ja dazu kenne ich auch jemanden: ganz jung, Hauptschule gerade so geschafft, in der Pflege angefangen in ZA ohne Ausbildung, Kinder bekommen und jetzt in Ausbildung in der Pflege gegangen, Festanstellung sicher
ZA in schlecht bezahlten Berufen als Einstieg geht immer, denn der Unterschied ist dann nur noch gering

kennst Du auch einen GF, Architekten oder einen Arzt der von ZA in echte "Festanstellung" ging?
 
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whtjimbo schrieb:
dass ein Überangebot an Stellen da ist
Ist weder für Mathematiker, noch für Informatiker, noch für Programmierer derart außergewöhnlich und neu.


whtjimbo schrieb:
hast nur Java/PHP gemacht?, keine AWS Kentnisse / kein Full Stack React/Typescript Depp?
Und da sehe ich jetzt schon eher eine Begründung.
Weiterbilden muss man sich schon.


whtjimbo schrieb:
kennst Du auch einen GF, Architekten oder einen Arzt der von ZA in echte "Festanstellung" ging?
Achso, ich wusste nicht dass es darum geht, dass jedem egal mit welchem Hintergrund alle Möglichkeiten offen stehen sollen.
Wie viele Ärzte kennst du denn, die kein abgeschlossenes Medizinstudium haben?
Auch als Architekt musst du bei einer Architektenkammer gelistet sein.
GF kann jeder werden, immerhin steht es in DE jedem frei, seine eigene Firma zu gründen.

Um deine Frage zu beantworten: Nö. Aber wie oben schon erwähnt: weder beweist (meine) persönliche Erfahrung iwas mit Allgemeingültigkeit, noch ändert ZA etwa daran, dass bestimmte Berufe bestimmte Voraussetzungen mitbringen.
 
Bonanca schrieb:
Was wäre denn dein Vorschlag um das besser zu gestalten?
Ganz einfach.

1. Zeitarbeit läuft nur noch über das Jobcenter
2. Als Ausnahmesituation sollte Zeitarbeit pauschal z.B. 10% teurer sein, als die reguläre Position des Festangestellten um der Ausnahmesituation Rechnung zu tragen.
3. Der Ausgeliehene verdient das gleiche wie der Festangestellte, der 10% Aufschlag geht ans Jobcenter zur Kostendeckung.

Digitalisierung und entsprechend geschultes Personal beim Jobcenter wären eine Vorraussetzung.
Aber dann würde das Jobcenter mal die Aufgabe für die es da ist, vernünftig erfüllen und die tausend verschiedenen Zeitarbeitsfirmen wären Geschichte.
 
Andy8891 schrieb:
1. Zeitarbeit läuft nur noch über das Jobcenter
Was passiert dann mit dem "Arbeiter", sobald die Arbeit erledigt ist? Wieder arbeitslos? Wer ist dann der Arbeitgeber für die Zeit der Beschäftigung?


Andy8891 schrieb:
2. Als Ausnahmesituation sollte Zeitarbeit pauschal z.B. 10% teurer sein, als die reguläre Position des Festangestellten um der Ausnahmesituation Rechnung zu tragen.
Ist sie denn für den Entleiher aktuell nicht teurer? Ich habe da leider keine Zahlen zu gefunden.


Andy8891 schrieb:
Der Ausgeliehene verdient das gleiche wie der Festangestellte
Warum suche ich mir dann als Unternehmen nicht jemanden für eine befristete Stelle?


Andy8891 schrieb:
Digitalisierung und entsprechend geschultes Personal beim Jobcenter wären eine Vorraussetzung.
Darf man gerne auch unabhängig der oben genannten Punkte umsetzen :)


Andy8891 schrieb:
Aber dann würde das Jobcenter mal die Aufgabe für die es da ist, vernünftig erfüllen
Ist es die Aufgabe des Jobcenters Personen nur temporär zu vermitteln?
 
Bonanca schrieb:
Warum suche ich mir dann als Unternehmen nicht jemanden für eine befristete Stelle?
Einen Zeitarbeiter kann man jederzeit kündigen, eine befristete Stelle nicht.

Der einzige Vorteil von Zeitarbeit sollte die Flexibilität sein - in jedem anderen Aspekt sollten die Mitarbeiter den Festangestellten gleichgestellt werden inkl. Boni.
In Österreich ist die Regelung bereits so und die Zeitarbeit hat abgenommen nach der Gleichstellung, denn die Mitarbeiter waren dann natürlich teurer als wenn man selber anstellt.
 
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Zeitarbeit, urprünglich mal dazu gedacht Produktionsspitzen abzufangen wenn nicht genug eigene Mitarbeiter da waren, wurde in Deutschland leider dazu pervertiert um die Löhne der fest angestellten Mitarbeiter zu senken.
Es wurden fest Angestellte gegen Zeitarbeiter ausgespielt, Zeitarbeiter gegen Arbeitslose und Arbeitslose gegen Hartz IVer/Bürgergeld Bezieher. Und immer war das Argument im Prinzip: "Akzeptier lieber einen niedrigeren Lohn, sonst landest du schnell auf der nächstniedrigeren Stufe".

In anderen Ländern läuft das ganz anders. Unser Nachbarland Frankreich z.b. hat folgendes erkannt: "Zeitarbeiter sind flexibler als Festangestellte, haben aber auch ein höheres Risiko den Job zu verlieren, daher müssen diese besser bezahlt werden um die Flexibilität und das Risiko zu kompensieren."
Das Ergebnis ist ein Gesetz in dem drin steht, dass Zeitarbeiter 30% besser bezahlt werden müssen als Festangestellte die den selben Job machen und, oh Wunder, die Zeitarbeit wird dort für genau das genutzt wofür sie mal gedacht war und nicht dazu um die Löhne zu senken. Gleichzeitig gibt es aber auchnoch Spezialisten die richtig gut sind in ihrem Job und sich deshalb für Zeitarbeit entschieden haben weil sie dort richtig viel Geld verdienen können.
Wer sich die Flexibilität leisten kann und Experte in einem Bereich ist, der kann dort paar Jahre lang von Projekt zu Projekt als Zeitarbeiter springen, noch mehr Erfahrung sammeln und dabei viel Geld verdienen. Nachteil ist dann halt dass man 1-2 mal im jahr umziehen muss und sowas wie Familie meist nicht drin ist.

Nur Deutschland schafft es irgendwie nicht das selbe Gesetz zu machen das sofort dafür sorgen würde dass der Missbrauch der Zeitarbeit aufhört und Zeitarbeiter viel besser bezahlt werden. Und es würde auch dafür sorgen dass die Unternehmen wieder gezwungen wären Leute in Festanstellung zu beschäftigen was den Leuten wiederum mehr Planungssicherheit gibt. Ein Großteil der Bevölkerung würde davon profitieren, aber wir bekommen sowas nicht hin.
 
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Andy8891 schrieb:
1. Zeitarbeit läuft nur noch über das Jobcenter
2. Als Ausnahmesituation sollte Zeitarbeit pauschal z.B. 10% teurer sein, als die reguläre Position des Festangestellten um der Ausnahmesituation Rechnung zu tragen.
3. Der Ausgeliehene verdient das gleiche wie der Festangestellte, der 10% Aufschlag geht ans Jobcenter zur Kostendeckung.
Ich denke nicht das es sinnvoll ist eine Bürokratieebene dazwischen zu schalten, es dürfte unmöglich sein 800000 Leiharbeiter bezogen auf die Marktbedürfnisse zu Managen, denn schließlich wäre man auch für Fortbildung, Lohngruppierung und dergleichen zuständig und da scheitern diese Läden ja schon bei einer Handvoll Bezieher.

Das was bereits einige Vorposter geschrieben haben würde ausreichen, Leiharbeit muss soweit unattraktiv sein das sie nicht als Substitution für eine Festanstellung rechnen würde, ich also solche Leute mir nur dann hole um Auftragsspitzen kompensieren zu können, es aber zu teuer wäre eine reguläre Stelle dafür abzubauen bzw. gar nicht erst in Betracht zu ziehen.
 
Andy8891 schrieb:
2. Als Ausnahmesituation sollte Zeitarbeit pauschal z.B. 10% teurer sein, als die reguläre Position des Festangestellten um der Ausnahmesituation Rechnung zu tragen.
Das sind sie, ich habe vor Paar Jahren ZA Mitarbeiter bei uns Rekrutiert und die ZA Firma hat mindestens 25€ die Stunde für den ZA genommen, dass nur 13-14€ beim ZA angekommen sind ist eben die andere sache.
hallo7 schrieb:
Einen Zeitarbeiter kann man jederzeit kündigen, eine befristete Stelle nicht.

Dazu kommt dass du während des Urlaubs oder Krankheit den ZA nicht bezahlen musst denn FA aber sehr wohl.
 
Bonanca schrieb:
Was passiert dann mit dem "Arbeiter", sobald die Arbeit erledigt ist? Wieder arbeitslos? Wer ist dann der Arbeitgeber für die Zeit der Beschäftigung?
Ja? Parallel wird natürlich eine Festanstellung angestrebt.

Bonanca schrieb:
Ist sie denn für den Entleiher aktuell nicht teurer? Ich habe da leider keine Zahlen zu gefunden.
Es soll ja auch nicht ums abzocken der Entleiher gehen .... die 10% waren ein Beispiel. Wenn 30% angemessener sind dann halt 30%.

Bonanca schrieb:
Ist es die Aufgabe des Jobcenters Personen nur temporär zu vermitteln?
Die Priorität liegt ja nicht bei "temporär". Aber wenn Zeitarbeit ein regulärer Pfeiler der Arbeitswelt ist, dann sollte das Jobcenter doch auch diesen direkt bedienen können, anstatt einfach auf andere Zeitarbeitsfirmen zu verweisen.

The_waron schrieb:
Ich denke nicht das es sinnvoll ist eine Bürokratieebene dazwischen zu schalten
Ich halte es für weniger sinnvoll, ne Million verschiedener Zeitarbeitsfirmen/Jobvermittlungsbörsen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu schalten, bei denen natürlich jede einzelne nen Verwaltungsapparat finanziert haben will.
The_waron schrieb:
Das was bereits einige Vorposter geschrieben haben würde ausreichen,
Aber wenn man das zusätzlich macht, dann sinkt doch der Anteil der Leiharbeiter extrem, was es auch für die Jobcenter handelbar machen würde.

Mich nervt es ohne Ende, das es allein für Pflegekräfte gefühlt 100 verschiedene Jobvemittler gibt.

Cyberdunk schrieb:
Das sind sie, ich habe vor Paar Jahren ZA Mitarbeiter bei uns Rekrutiert und die ZA Firma hat mindestens 25€ die Stunde für den ZA genommen, dass nur 13-14€ beim ZA angekommen sind ist eben die andere sache.
Das hängt ja mit der Struktur der Zeitarbeitsfirmen zusammen, die eben auch nen Verwaltungsapparat haben und Gewinn erwirtschaften wollen.
Zeitarbeitsfirmen handeln im eigenen Interesse. Das Jobcenter arbeitet aber (eigentlich) im Sinne der Bevölkerung.
 
Achja, was auchnoch ist, steuerrechtlich sind normale Mitarbeiter Personalkosten.
Zeitarbeiter hingegen sind keine Personalkosten, sondern Unternehmen können das einfach als Aufwand verbuchen, und den kann man von der Steuer absetzen.
Und, besonders lustig, wenn die Zeitarbeitsfirma dann die Rechnung schickt, kann man als Unternehmen auchnoch die 19% Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen.
Eigentlich ein schlechter Witz, aber die aktuellen Gesetze machen sowas möglich.

Das führt dann übrigens auch zu so Situationen dass große Unternehmen ihr eigenes Zeitarbeitsunternehmen gründen weils günstiger ist darüber die Mitarbeiter anzustellen als die direkt anzustellen.

Zeitarbeit müsste man daher derart umgestalten dass ein Festangesteller immer günstiger ist als ein Zeitarbeiter. Und was das ganze Steuerrechtliche/Buchhalterische angeht da muss man auch dafür sorgen dass der Festangestellte günstiger ist als der Zeitarbeiter und dass Steuerrechtlich beide gleich behandelt werden.
 
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D0m1n4t0r schrieb:
Zeitarbeit müsste man daher derart umgestalten dass ein Festangesteller immer günstiger ist als ein Zeitarbeiter. Und was das ganze Steuerrechtliche/Buchhalterische angeht da muss man auch dafür sorgen dass der Festangestellte günstiger ist als der Zeitarbeiter und dass Steuerrechtlich beide gleich behandelt werden.

Wäre ein Ansatz.

Ich verstehe aber auch nicht die Logik der Firmeninhaber, wenn du jemand Normal ohne Zeitarbeit einstellst hast du doch auch 6 Monate Zeit ( Probezeit) den Mitarbeiter einzuschätzen und zusehen ob er was taugt.

Und denn hat es sich ja auch mittlerweile Eingebürgert dass es erstmal 1-2 Jahres Verträge gibt, dass wäre doch auch eine Absicherung.

Nein lieber 9 Monate viel mehr zahlen, was eine Logik.
 
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