Der Bürgergeld Thread - Diskussionen rund ums Bürgergeld

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Cyberdunk schrieb:
Das glaub ich nicht, dass war vieleicht vor 20 Jahren so, aber Heute nutzen dass mehr Menschen aus als das System noch lange vertragen kann.
Vor 20 Jahren hat man Hartz-4 und die Sanktionen doch eingeführt, gerade weil es damals Missbrauch gab,
sowohl von Arbeitslosen, als auch von den damaligen Arbeitsagenturen, die Zahlen geschönt haben, Stichwort Vermittlungsskandal. Deshalb gab es doch erst die Reform.
Davor gab es keine Sanktionen, die unter das Existenzminimum hätten gehen können. Es gab mehr Langzeitarbeitslose, nicht jede Arbeit galt als zumutbar und die Pflicht in Umschulungen und Fortbildungen zu gehen war auch noch nicht so stark ausgeprägt. Die Mitwirkungspflicht beinhaltet heute mehr als noch zu Zeiten der Arbeitslosenhilfe. Der Missbrauch ist heute definitiv nicht größer als damals, weder prozentual, noch in Summe.
Tomislav2007 schrieb:
Ich habe noch kein Bürgergeld bezogen, vor ca. 15 Jahren hatte ich aber das Vergnügen für ca. 1/2 Jahr lang Hartz 4 zu schmarotzen.
Ein Schmarotzer ist nicht der, der in Hartz-4 rutscht, sondern der, der dies bewusst tut, weil er nicht arbeiten will und es ihm egal ist, ob andere ihn finanzieren - ob dies auf eine Mehrheit der Arbeitslosen zutrifft, hätte ich gerne belegt.
Tomislav2007 schrieb:
Leider? Passt aber nicht zu deinen vorherigen Aussagen. Die Sanktionspraxis sollte eigentlich entschärft werden, das ist dann doch nicht geschehen. Daher passt das "leider" hier irgendwie nicht. Außerdem hat das Bundesverfassungsgericht bereits festgestellt, dass es verfassungswidrig ist, über 30% zu kürzen.
Tomislav2007 schrieb:
Wir kriegen bei ca. 3,5 Millionen Arbeitslosen nur ca. 2 Millionen Arbeitsstellen nicht besetzt, aber alle Arbeitslosen bemühen sich angeblich ganz doll.
Wir haben etwa 800.000 offene Stellen und 2,5 Millionen Arbeitslose. Leistungsbezieher sind es tatsächlich mehr, da musst du aber Aufstocker, Kranke und Behinderte, Menschen kurz vor der Rente und in Umschulungen abziehen.

Es reißt sich dazu nicht jede Firma um Arbeitslose, ich habe mal in einer gearbeitet, die hat grundsätzlich gar keine Arbeitslosen eingestellt, da wurde kurz geschaut - länger als 3 Monate arbeitslos? Aussortiert. Um ein Beschäftigungsverhältnis aufzubauen braucht es zwei, oder willst du Betriebe nun zwingen Arbeitslose einzustellen?
Nicht jeder Arbeitslose ist auf jede Arbeitsstelle perfekt zugeschnitten und die Gründe für Arbeitslosigkeit sind genau so individuell, wie die Menschen selbst. Dazu kommt die geografische Lage und das soziale Umfeld; Es bringt einem Arbeitslosen aus Kiel nichts, wenn in München eine Stelle frei wird. Der zieht dann nach München, wahrscheinlich noch mit Kind - Oh leider klappt das mit der Stelle doch nicht, aber in Kiel ist gerade etwas frei geworden, ziehen sie einfach zurück, das Amt zahlt. So läuft das nicht.
Wer meint, er könne 2,5 Millionen Arbeitslose auf 800.000 Stellen klatschen und sagen, hey jede einzelne Stelle in Deutschland ist besetzt, der hat keine Ahnung vom Arbeitsmarkt, sorry.
Tomislav2007 schrieb:
Arbeiten gehen oder kein Geld bekommen, das Bürgergeld sollte auf max. 3-5 Jahre gedeckelt werden, das sollte für eventuelle Notlagen reichen.
Jeder kann mal in eine Notlage geraten in der er Hilfe benötigt, Bürgergeld sollte aber kein lebenslanges Vollkasko all inclusive Leben ermöglichen.
Das Existenzminimum ist kein Vollkasko, sondern eben genau das, ein Minimum das gesetzlich festgelegt ist und das man nicht kürzen kann, ohne das es beim Betroffenen zu Mangelerscheinungen kommt.
Zwangsarbeit und Menschen verhungern lassen ist in unserem Sozialstaat verboten, das kannst du gerne wieder mit 'leider' kommentieren, ich sage Gott sei Dank ist dies so. Amerikanische Verhältnisse will ich hier nicht.

Und noch eine Sache, die zu bei deinem Gegenüberstellen der Arbeitslosenzahl und offenen Stellen nicht verstehst - Die Arbeitslosen sind bis auf die Langzeitarbeitslosen keine statische Masse. Wer heute arbeitslos ist, kann in 3 Monaten einen Job haben, wer heute einen Job hat, kann in 3 Monaten arbeitslos sein. Bei der aktuellen Zahl der Arbeitslosen sind auch jene mit dabei, die vor kurzem noch einen Job hatten und ihn wahrscheinlich auch bald wieder haben werden. Dafür werden dann wieder andere Menschen in Arbeitslosigkeit gerutscht sein. Wer das nicht versteht, für den wird sich das Bild des Arbeitslosen natürlich nicht ändern, weil es für ihn immer nur die eine große Summe an Arbeitslosen gibt, die einfach nicht kleiner werden 'will'.
Ich war Anfang letzten Jahres für 1 Woche arbeitslos, war ich in dieser Woche plötzlich faul und bewusst schmarotzend? Sicher nicht. Die Mehrheit ist das nicht.
Langzeitarbeitslose machen ca. 30% aller Arbeitslosen aus, also kann man den 70% schon mal nicht vorwerfen, faul zu sein, weil deren Arbeitslosigkeit nicht gewollt und nur von kurzer Dauer ist.
Man kann nicht

Und auch sind nicht alle Langzeitarbeitslosen ein Arno Dübel mit Zigarette in der Hand und Bierflasche auf dem Tisch, wie bei RTL zur besten Sendezeit. Da sind tatsächlich welche dabei und das schmeckt mir auch nicht, aber die wird man niemals auf Null bekommen, ohne andere in Sippenhaft zu nehmen. Langzeitarbeitslose sind schwer in den Arbeitsmarkt integrierbar, auch wenn man ihnen die Leistung streicht oder einen Motivationskurs anbietet, tun sich Unternehmen immer noch schwer damit, diese einzustellen.

Nach 20 Jahren Hartz-4 und der Sanktionspraxis hätte ich z.B. eine ganz andere Vorstellung davon, wie man Menschen in Arbeit bringt, nur rein theoretisch. Nämlich mit Motivation, statt Sanktion.
Ich lasse mir das derzeitige Existenzminimum ausrechnen, durchaus knapp bemessen und lege diesen Betrag zu Grunde, der nicht verhandelbar ist. Darauf schlage ich einen Betrag, sei es 75€, da ich davon ausgehe, dass ein kürzlich arbeitslos gewordener Mensch motiviert ist, schnell wieder in Arbeit zu kommen und dabei mitwirkt. Sollte er sich weigern, sich nicht bewerben, Umschulungen ablehnen, Dokumente nicht abgeben usw. dann streiche ich ihm die 75€. Sollte sich der Arbeitslose zu einem Langzeitarbeitslosen entwickeln, senke ich ihm langsam den Betrag, jedoch nie unter das Existenzminimum.
Das sich das beißt mit den Mindestlöhnern und Aufstockern und das auch Geld kostet ist mit dabei klar, das war nur theoretisch. Wird aber sowieso nicht passieren, ebenso wie das Aussetzen der Sanktionen für 6 Monate, nicht das dabei noch heraus kommt, dass sich das positiv und nicht negativ auf die Arbeitslosenzahlen auswirkt.
 
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s0undjan schrieb:
ob dies auf eine Mehrheit der Arbeitslosen zutrifft, hätte ich gerne belegt.
Wo ist denn dein Beleg für die Aussage, dass es "immer nur eine kleine Minderheit gewesen" ist? Fang doch Mal mit gutem Beispiel an.
s0undjan schrieb:
Ich zahle gerne meinen Teil an Steuern, damit die Schwächsten gut versorgt sind, auch wenn eine Minderheit das ausnutzt und es ist immer nur eine kleine Minderheit gewesen.
 
Ich muss nicht widerlegen, was andere bisher nicht belegen konnten. Wenn ich Motivation von Arbeitslosen google, stoße ich hin und wieder auf Artikel, die suggerieren, dass dieses Vorurteil nicht stimmt. Genaue Studien gibt es dazu nicht, genau deshalb aber hätte ich gerne mal gewusst, woher die Herren hier ihre Quellen beziehen, oder sie sollen einfach sagen, wie es ist, nämlich das subjektive Bauchgefühl, angestoßen durch Vorurteile.
Warum ich dem widerspreche, habe ich oben ausgeführt, die meisten bemühen sich schnellst möglich wieder in Lohn und Brot zu kommen, die Langzeitarbeitslosen sind eine Minderheit.
Ansonsten schau einfach in deine eigene Signatur.
 
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Hat schonmal einer der Schreihälse gegoogelt, wieviel Bürgergeldempänger und Arbeitslose zB 2021 gibt?
Um 112.000, davon 17.000 unter 18J, 90.000 18-65 und der Rest ü65.
Arbeitslosenquote:
Screenshot_20230328-070006_Word.jpg
112k H4 und 2,5 Mio Arbeitslose (im gesunden Maß?...war jedenfalls schonmal schlimmer).
Und das hält Deutschland nicht aus?
Ich war die letzten Jahrzehnte auch nicht immer zufrieden mit unserer gewählten Regierung.
Das gehört eben dazu. Ist das jetzt der unverstandene Wutbürger, der dem Nächsten nicht das Schwarze unter Fingernagel gönnt?
Ich muss hier keine Angst haben auf den Weg zur Arbeit erschossen zu werden,
kann mit frei uns so oft ich glaube einen Arzt in Nähe wählen, selbst wenn ich glaube zuviel gearbeitet zu haben auf die Couch legen. Und die Qual der Wahl in zig verschiedenen Supermärkten unter unübersichtlich verschiedenen Sorten Schokolade zu wählen. Ich kann als Typ wie ein Mädel rumlaufen, ohne vom nächsten Hochhaus geworfen zu werden, brauch keine Kohle in Tasche um korrupten Bullen zu schmieren und hab Abos auf 1000 TV Sender in 4K und Digitalton.

Das ist der Wohlstand 2022 in BRD
Ist schon sehr gemein so leben zu müssen. Und dann soll man auch noch um so privilegiert leben zu müssen Abgaben zahlen....
Was wäre denn, wenn 100.000 aufeinmal kein Geld und Dach über Kopf hätten?
Die Kriminalität steigt langsam aber stetig an.

Wenn ich nach Jahrzehnten alles verlieren würde, und nichtmehr ein oder aus wüsste....Rest spare ich mir.
Ich habe schonmal in einer Gerichtsverhandlung beigesessen, wo 4 junge Leute (3 Typen und ein Mädel) für kaum 30€ einen Taxifahrer in den Kopf geschossen haben. In NRW, nicht Johannesburg oder Südamerika.
Ein sehr guter Plan die Reichen noch reicher zu machen und die Armen noch ärmer.

Wutbürger 2.0 ^^
 
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s0undjan schrieb:
Ich muss nicht widerlegen, was andere bisher nicht belegen konnten.
Das habe ich auch gar nicht gesagt.
Du musst aber deine eigene Aussage belegen können.
Quasi genau das gleiche, was du von anderen erwartest.

Ich hätte eigtl nicht erwartet, dass dich sowas schon kognitiv zu überfordern scheint.
 
Bonanca schrieb:
Ich hätte eigtl nicht erwartet, dass dich sowas schon kognitiv zu überfordern scheint.
Ein kurzer Gesprächsaustausch und schon wird es persönlich? Schwach.

Ich habe weiter oben ausgeführt, wie ich zu meiner Annahme komme. 30% sind langzeitarbeitslos, 70% also nicht. Das kann man ergooglen, ohne auch nur einen Link anklicken zu müssen. Ansonsten, lesen und verstehen was ich noch dazu geschrieben habe und nicht die Rosen rauspicken, die eventuell Angriffsfläche bieten und dann auch noch persönlich abwertend werden. Danke.

Die meisten sind somit nur kurzzeitig arbeitslos, hatten als kurz vorher einen Job und werden ihn bald wieder haben. Wie kann man also darauf kommen 'Arbeitslose' seien in der Mehrzahl unmotiviert, schmarotzend und faul?
 
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s0undjan schrieb:
Genauso schwach wie deine Doppelmoral :)

s0undjan schrieb:
30% sind langzeitarbeitslos, 70% also nicht.
Und deswegen können nur maximal 30% das System ausnutzen?


s0undjan schrieb:
nicht die Rosen rauspicken, die eventuell Angriffsfläche bieten
Fordere halt nicht Dinge von anderen, die du selbst nicht beherzigst.


s0undjan schrieb:
Wie kann man also darauf kommen 'Arbeitslose' seien in der Mehrzahl unmotiviert, schmarotzend und faul?
Vllt weil es Medien gibt die das gerne suggerieren? Wäre jetzt mein erster Anhaltspunkt.
 
Bonanca schrieb:
Genauso schwach wie deine Doppelmoral
Welche Doppelmoral soll das sein? Ich habe dargelegt, wie ich zu meiner Aussage komme, die anderen bisher nicht.
Bonanca schrieb:
Und deswegen können nur maximal 30% das System ausnutzen?
Liefere doch selbst einfach den Beleg, oder willst du dich jetzt hier mit Dreifachmoral anschließen? :) Halte dich doch einfach selbst an deine eigene Signatur.
Bonanca schrieb:
Fordere halt nicht Dinge von anderen, die du selbst nicht beherzigst.
Wie gesagt, ich muss nicht widerlegen, was andere nicht belegen konnten.
Bonanca schrieb:
Vllt weil es Medien gibt die das gerne suggerieren? Wäre jetzt mein erster Anhaltspunkt.
Und weil es mal in einer Bild-Überschrift stand, wird es wohl so sein.
Ergänzung ()

Bonanca schrieb:
Und deswegen können nur maximal 30% das System ausnutzen?
Es könnten auch noch weniger sein.
 
s0undjan schrieb:
Liefere doch selbst einfach den Beleg,
Welche Aussage habe ich getätigt, die einen Beleg erfordert?

Entsprechend ergibt dein Einwurf
s0undjan schrieb:
Halte dich doch einfach selbst an deine eigene Signatur.
Keinen Sinn.


s0undjan schrieb:
ich muss nicht widerlegen
Wie gesagt: hat keiner gefordert.


s0undjan schrieb:
wird es wohl so sein.
Das ist eine andere Frage. Du hast mir gefragt, wie man darauf kommt.
 
Bonanca schrieb:
Welche Aussage habe ich getätigt, die einen Beleg erfordert?
Na warum denn überhaupt dein ursprünglicher Einwand, wenn du den anderen zur Seite springst, die beleglos behaupten, Faulheit und Schmarotzen sei ein großes Problem bei Arbeitslosen? Wieso fragst du die anderen nicht nach einem Beleg, die andere abwerten, anstatt von mir, der dem widerspricht? Ich habe meine Position dargelegt, die anderen bisher leider nicht.
 
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s0undjan schrieb:
Na warum denn überhaupt dein ursprünglicher Einwand, wenn du den anderen zur Seite springst, die beleglos behaupten, Faulheit und Schmarotzen sei ein großes Problem bei Arbeitslosen?
Weil du mit beleglosen Behauptungen begonnen hast.
Sage ich jetzt glaube ich zum 3. Mal.

s0undjan schrieb:
Wieso fragst du die anderen nicht nach einem Beleg
Weil du das schon gemacht hast.
 
s0undjan schrieb:
Ich habe den vorherigen beleglosen Behauptungen widersprochen.
Hast du dir mal die Mühe gemacht nachzuschauen, wann du diesen Post, den ich initial zitiert habe, verfasst hast und dann verglichen, wann die Behauptung, die du zitiert hast, verfasst wurde?

Ich machs dir einfach, es geht um das 2. Zitat von dir in folgendem Post:

Bonanca schrieb:
s0undjan schrieb:
ob dies auf eine Mehrheit der Arbeitslosen zutrifft, hätte ich gerne belegt.
Wo ist denn dein Beleg für die Aussage, dass es "immer nur eine kleine Minderheit gewesen" ist? Fang doch Mal mit gutem Beispiel an.
s0undjan schrieb:
Ich zahle gerne meinen Teil an Steuern, damit die Schwächsten gut versorgt sind, auch wenn eine Minderheit das ausnutzt und es ist immer nur eine kleine Minderheit gewesen.



s0undjan schrieb:
Das hier ist irgendwie eine unsinnige Diskussion.
Diskussionen um die Wahrheit sind IMO nie unsinnig.
 
Bonanca schrieb:
Ich machs dir einfach, es geht um das 2. Zitat von dir in folgendem Post:
Es wurde von Tomislav auf Seite 37 moniert, dass wir doch so viele Arbeitslose haben und trotzdem so viele offene Stellen, die könnten ja ganz einfach besetzt werden, wenn man (Arbeitslose) nur will. Dem habe ich widersprochen und auch ausgeführt, warum das so ist, was er moniert.
Bonanca schrieb:
Diskussionen um die Wahrheit sind IMO nie unsinnig.
Ginge es dir um die Wahrheit, würden wir uns über das Diskussionsthema unterhalten und nicht darüber, was ich wann wie geschrieben habe, ob ich ein Haar in der Suppe hinterlassen habe, ein Doppelmoralist oder zu irgendwas nicht kognitiv fähig bin. Um die Wahrheit geht es dir hier nun sicher nicht, davon war bisher nicht viel von dir zu lesen. Mir schon, deshalb wollte ich zu vorangegangenen Aussagen auch Belege haben.

Zur Wahrheitsfindung: Missbrauchsfälle von Arbeitslosenhilfe/Hartz4/Bürgergeld gab es und gibt es leider. Die bekannten Fälle wurden sanktioniert, sind aber in der Summe ein einstelliger Prozentbereich. Eine Dunkelziffer die etwas höher liegt also derer, die nicht erwischt wurde, wird es auch geben. Es spricht aber nichts dafür, dass es sich um eine Mehrheit, also weiter über eine Million Hartz-Betrüger handelt. Da ich gerne bei den Fakten bleibe, gehe ich von dem aus, was bekannt ist, nicht was in mein Bauchgefühl passt und ich gerne so hätte.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hartz-iv-sozialbetrug-bundesregierung-jobcenter-1.5402126
 
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@s0undjan
bemühe dich nicht ... die Damen und Herren können einfach nur nicht lesen.
Die von dir geforderten Belege gab es hier schon als Link.
Im allgemeinen werden solche Daten von statistischen Bundesamt dokumentiert. Es gibt also Studien dazu, und eine wurde hier weiter oben auch verlinkt.
Dafür wäre es natürlich nötig, auch mal ein wenig zurückzublättern, statt einfach nur Seitenlang den anderen schlechten Diskussionsstil vorzuwerfen.
Wenn das wieder passiert, dann kontere mit geringer Medienkompetenz ... einige Seiten zurückblättern sollte doch jeder drauf haben.

Wenn 30% der BG-Empfänger Langzeitgeförderte sind, dann folgt daraus zwingend, dass der Rest eben nur kurz gefördert wird (vielleicht immer wieder, aber eben immer nur kurz).

Auch bei den Langzeitgeförderten werden eine ganze Menge wirklich arbeitsunfähige (kranke, Behinderte, aufgrund Alters Unvermittelbare) und Langzeitaufstocker dabei sein, also liegt die Missbrauchsquote sehr sicher unter diesen 30%.

Wir betrachten in den statistiken der Jobcenter eben nicht einfach "Arbeitslose", sondern alle, welche aus verschiedenen Gründen am Amt hängen (egal, ob die im Monat €25,- bekommen, oder den vollen Regelsatz).
Ein Teil davon könnte Arbeiten und widerum ein Teil davon scheint da wenig wert drauf zu legen.

Die Sanktionsquote (offiziell mit 3% angegeben ... seit Jahren) bietet ein Indiz. Zumindest schaffen es 3% der Empfänger, die Sanktionshindernisse zu überwinden. Bei welchem Anteil dieser 3% es sich um echte Arbeitsverweigerung handelt, geben die Daten allerdings nicht her. Da geht nämlich nur ein, warum sanktioniert wurde (Termin verpasst, Antrag zu spät abgegeben usw.).
Die Motivatrion hinter diesem Versäumnis wird NICHT erhoben.

Den Leuten hier (einigen) ist das aber egal ... wer keine Arbeit findet, ist faul ... und als einzigen Beweis liefern sie die 2 Mio bei den JC als "frei" gemeldeten Stellen. Dass da auch Stellen dabei sind, die seit Jahren besetzt sind (die Unternehmen haben es nur beim Jobcenter nicht gemeldet), interessiert nicht.

Aber man ist sich sicher, dass die "Dunkelziffer" (die, die Sanktionen veredient hätten, aber halt keine bekommen, weil sie nicht erwischt wurden) garnicht überschätzt werden kann.
Das Argument mit der Dunkelziffer ist nichtssagend (den Grund habe ich weiter oben bereits erklärt) und vollkommen sinnlos.
"Es sind ja nur die, die erwischt wurden" ... natürlich ist das so ... In unserem Rechtssystem wird nunmal nur der bestraft, der sich hat erwischen lassen.
Wer sich immer brav ans 11. Gebot hält, der hat nichts zu befürchten ... egal ob als Mörder, Millionenschwerer Steuerhinterzieher, Ladendieb oder als Sozialschmarotzer.

Realität und so .... die im letzten Absatz beschriebene Realität (Wo kein Kläger, da kein Richter) wird hier sehr gerne ausgeblendet.
 
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Tomislav2007 schrieb:
Wir kriegen bei ca. 3,5 Millionen Arbeitslosen nur ca. 2 Millionen Arbeitsstellen nicht besetzt, aber alle Arbeitslosen bemühen sich angeblich ganz doll.
Wo kommt das her? Propaganda? Oder schonmal vorsorglich Erntehelfer zum Spargelstechen und Feriensaison Kofferpacker mit eingerechnet und bisschen übertrieben? Ich google 0,7-0,8 mio Arbeitsstellen.
Meine persönliche Theorie, du reibst dich halt gerne an Reizthemen und erfreut dich an kleinem Auffuhr, der nach deinen polarisieren Statements stets immer erfolgt.:)

Im Umkehrschluss: Warum besetzen die suchenden Firmen denn nicht aus der Fachkräfte Zuwanderung 2015 und der Welle jetzt? Sollen gerüchteweise auch besser ausgebildet sein ggü "unseren" faulen Arbeitslosen.

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Joker (AC) schrieb:
112k H4 und 2,5 Mio Arbeitslose (im gesunden Maß?...war jedenfalls schonmal schlimmer).

Wobei die Zahlen schon sehr geschönt sind. 2021 haben 6,6 Millionen Menschen Leistungen der sozialen Mindestsicherung erhalten.
 
Joker (AC) schrieb:
Im Umkehrschluss: Warum besetzen die suchenden Firmen denn nicht aus der Fachkräfte Zuwanderung 2015 und der Welle jetzt? Sollen gerüchteweise auch besser ausgebildet sein ggü "unseren" faulen Arbeitslosen.
Ein Teil dieser Antwort würde dich verunsichern. :D

Generell kann man die Zahlen der offenen Stellen und der Arbeitslosen gar nicht so miteinander verrechnen, auch wenn man das gerne tut, denn: Das würde bedeuten das jeder Arbeitslose jeden Job zu jedem Zeitpunkt in jeder Qualifikationsstufe in jeder Branche in jeder Örtlichkeiten machen könnte, nur dann lässt sich das 1:1 verrechnen, was natürlich abseits der Realität ist.

Generell ist es schon richtig festzuhalten das wir eine strukturelle Arbeitslosigkeit haben, die sich gar nicht in eine Vollbeschäftigung ummünzen lässt, selbst in Zeiten von Fachkräftemangel, da wie oben schon geschrieben ein einfaches Gegenrechnen zwar politisch poltern lässt, aber es diesen Prototyp von Mensch gar nicht gibt.
 
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s0undjan schrieb:
Dem habe ich widersprochen
Du hast der Aussage auf Seite 38, genau genommen Post #745, widersprochen.
Alternativ arbeite gerne an deinen Zitaten.

DerOlf schrieb:
Wenn das wieder passiert, dann kontere mit geringer Medienkompetenz
Wäre n ziemlich schlechter Konter. Es sollte nicht als gegeben angenommen werden, dass auf 39 Seiten Diskussion iwo möglicherweise Quellen zu finden wären.
Ein Hinweis, dass diese bereits gepostet wurden, wäre da schonmal das mindeste. Fehlt das, dann hat das nichts mit geringer Medienkompetenz desjenigen zu tun, der nicht 39 Seiten Diskussion durchlesen will, sondern mit demjenigen, der es als gegeben hinnimmt, dass seine Zahlen schon stimmen.

DerOlf schrieb:
also liegt die Missbrauchsquote sehr sicher unter diesen 30%.
Und das ist keine korrekte Schlussfolgerung.
Man kann auch ohne Langzeitarbeitslosigkeit das System "missbrauchen" - je nach dem, was wir als "Missbrauch" verstehen.


DerOlf schrieb:
"Es sind ja nur die, die erwischt wurden" ... natürlich ist das so ... In unserem Rechtssystem wird nunmal nur der bestraft, der sich hat erwischen lassen.
Es muss aber kein Mörder gefunden werden, um feststellen zu können, dass ein Mord stattgefunden. Die Dunkelziffer in solchen Fällen beschränkt sich also auf Fälle "Sieht nach Unfall / natürlicher Todesursache aus, war aber in Wahrheit ein Mord.".
Das macht das ganze in diesem Fall mit der "Dunkelziffer" ja so schwierig. Es gibt de facto keine klare Möglichkeit, diese Dunkelziffer einzuordnen.

Was man als Indikator bräuchte wäre idealerweise eine Aufsplittung der Leistungsempfänger nach Grund und bei Arbeitslosen bspw. den zeitlichen Anteil in Arbeitslosigkeit seit
1. erstmaliger Arbeitslosigkeit
2. Volljährigkeit.

So könnte jemand durchaus als missbräuchlich (je nach Verständnis, s.o.) eingestuft werden, der in 10 Jahren jedes Jahr 1-2 Monate gearbeitet hat, würde aber niemals in der Langzeitarbeitslosigkeitsstatistik landen.


Deswegen ist dieser Versuch die Missbrauchsfälle zu beziffern von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Ergänzung ()

s0undjan schrieb:
Es spricht aber nichts dafür, dass es sich um eine Mehrheit, also weiter über eine Million Hartz-Betrüger handelt. Da ich gerne bei den Fakten bleibe
hättest du den 1. Satz lieber weglassen sollen, denn das ist nur dein Bauchgefühl.
In deinem Link zur Süddeutschen geht es um was ganz anderes, nämlich um unrechtmäßig bezogene Leistungen aufgrund von zu hohem Vermögen.
Missbrauch ist aber nicht darauf beschränkt.
 
Bonanca schrieb:
hättest du den 1. Satz lieber weglassen sollen, denn das ist nur dein Bauchgefühl.
In deinem Link zur Süddeutschen geht es um was ganz anderes, nämlich um unrechtmäßig bezogene Leistungen aufgrund von zu hohem Vermögen.
Missbrauch ist aber nicht darauf beschränkt.
Das doch eine Mehrheit der Arbeitslosen faul, arbeitsunwillig und bewusst schmarotzend ist, dazu gibt es immer noch keinen einzigen Beleg und keine Indizien, die dafür sprechen. Wenn doch, sollte es doch irgendeinem hier möglich sein, diesen Beleg zu bringen, dann entschuldige ich mich und gebe zu, im Unrecht gewesen zu sein. Das ist doch viel leichter, als hier ad hominem Scheindiskussionen zu führen wie: auf Seite 38 hast du aber gesagt!!
Bisher kamen nur beleglose Vorwürfe, falsche Zahlen zu Arbeitslosen und offenen Stellen (die bereits widerlegt wurden) und Klischees, die schon nicht stimmen können, weil die Arbeitslosen keine dauerhaft statische Zahl sind, deren Motivation man erfassen kann. Die meisten waren in Arbeit und werden es wieder sein, dafür sind dann wie andere arbeitslos und so weiter.
Wer nicht arbeiten will, wird sanktioniert, die Sanktionsquote liegt bei 3%. Dauerarbeitslose machen ca. 30% aus und auch dort ist nicht belegt, dass sie dauerarbeitslos sind, auf Grund von Unwillen. Die Gründe dafür, sind bereits erörtert worden.

Tomislav sprach zusätzlich zur Motivation auch Missbrauch an - das bedeutet für mich ein Erschleichen von Leistungen, die nicht berechtigt sind, dazu gab ich den Link der Süddeutschen.
 
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