Der Bürgergeld Thread - Diskussionen rund ums Bürgergeld

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Hallo

D0m1n4t0r schrieb:
Dann kanns passieren dass man die Arbeit verliert und erstmal Arbeitslosengeld bekommt und der Leasingvertrag weiterläuft. Selbst wenn man das Auto direkt abmeldet und so Steuern/Versicherung einspart, die Leasingrate läuft weiter.
Jeder halbwegs seriöse Anbieter von Autoleasing bietet eine Versicherung für den Fall von Arbeitslosigkeit/Krankheit an.

@A415
Da gebe ich dir absolut Recht, es ist aber nicht jeder so vernünftig, viele haben es verlernt auf etwas zu sparen und müssen immer alles sofort haben.

Grüße Tomi
 
D0m1n4t0r schrieb:
Denn viele wollen ja immer nur "neuneuneu" und leasen sich dann einen Neuwagen während sie Arbeit haben.
Dann kanns passieren dass man die Arbeit verliert und erstmal Arbeitslosengeld bekommt

Das sind aber seltene Fälle.

Die Banken vergeben meist keine Kredite an Menschen die nur Jahresverträge haben und schon garnicht an Zeitarbeiter.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Und ansonsten, es gibt auchnoch die Leute die auf dem Land leben. Die sind zwingend aufs Auto angewiesen weil der ÖPNV auf dem Land leider Müll ist. Da gäbs als kostengünstige Alternative dann nur Auto verkaufen - Roller kaufen, aber das kann man im Winter auch vergessen.
Deswegen schrieb ich ja auch ...
DerOlf schrieb:
das sehe ich allerdings fürs Auto ähnlich ... wer das nicht für den Alltagsvollzug braucht, der sollte ...
Zum Alltagsvollzug rechne ich auch die Wege zur nächsten Einkaufsmöglichkeit, zum Arzt, zu Ämtern ... oder eben zu Bewerbungsgespächen ... wenn das "Alltag" ist.
Ich dachte dabei nicht an Menschen, deren Wohnort so liegt, dass die nächste Bushaltestelle mehr als 30 Minuten zu Fuß entfernt ist.

Das mit dem Leasing und den Finanzkauf-Angeboten ist natürlich ein Problem.
Das hatte ich nicht auf dem Schirm, weil ich Ratenzahlungen meide ... egal, was ich kaufen will.
Ich spare, bis ich mir das leisten will ... nicht nur, bis ich es mir leisten kann (und dann kein Geld mehr habe).
Bei meinen Käufen geht es aber auch extrem selten um €60.000,- .
Allerdings habe ich ja auch keinen Bedarf an einem Auto ... 3 Minuten zum Bus und ein einigermaßen brauchbares Zeitmanagement.
 
DerOlf schrieb:
Allerdings habe ich ja auch keinen Bedarf an einem Auto ... 3 Minuten zum Bus und ein einigermaßen brauchbares Zeitmanagement.
Dann zieh doch mal nach Bayern aufs Land. Einer deiner ersten Anschaffungen wird ein Auto sein...
 
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Versteh ich nicht, die Expertin ansich, also unsere Wohnungs und Bauministerin hat doch erst vor kurzem gesagt durch das 49€ Ticket wäre das Land nun easy erreichbar und da stehen sooo viele Wohnungen leer, jeder, selbst Bürgergeldempfänger können also endlich an die frische und erholsame Luft aufs Land.


:affe:
 
The_waron schrieb:
durch das 49€ Ticket wäre das Land nun easy erreichbar und da stehen sooo viele Wohnungen leer
Letzteres mag für bestimmte Regionen wohl sogar stimmen... Wusste aber nicht, das mit dem 49€Ticket nun auch Massenhaft neue Buslinien aufgemacht werden. Ging scheinbar an mir vorrüber.

Aber gut - ansonsten kann man natürlich den 2x Täglich fahrenden Bus nehmen. Reicht doch, wenn man frühs um 7 wegkommt und um 15 Uhr zurück. Muss man nur Arbeit finden, die dafür genau passt. Und man sollte ihn halt nicht verpassen weil dann... naja... muss man ja nur gute 12h warten^^

49Ticket ist für die Stadt und Stadtumland ganz schön. Wird aber im Dorf auch niemanden was bringen. Es müssten erst die Buslinien her und dann das günstige Angebot.
So ist es, als würde ich bei der Telekom einen Gbit-Vertrag machen obwohl ich aktuell nur 50 Mbit habe mit der Option, wenn es genügend abschließen, dass dann auch wirklich die Gbit-Anbindung kommt. Ansonsten hab ich halt Pech^^
 
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Khaotik schrieb:
49Ticket ist für die Stadt und Stadtumland ganz schön. Wird aber im Dorf auch niemanden was bringen. Es müssten erst die Buslinien her und dann das günstige Angebot.

Klar, mann muss das Netz ausbauen aber das braucht seine Zeit.
Das 49€ Ticket war eine ( wenn nicht sogar beste) entscheidung die, die Politik seit Jahren beschlossen hat.
Was hier in Hamburg an Ticketwahnsinn stattgefunden hat, ich glaub es gab nur für Hamburg locker 20 Tickets die du lösen konntest.

Jetzt Bundesweit 49€ und fertig! ist doch ein Super Schritt.
Ich kann jetzt von Hamburg nach München Hin und Zurück für 49€ Reisen, ist doch Geil.
Klar nicht im ICE erster Klasse aber trotzdem doch sicher und bequem
 
Cyberdunk schrieb:
[...]Jetzt Bundesweit 49€ und fertig! ist doch ein Super Schritt.
Ich kann jetzt von Hamburg nach München Hin und Zurück für 49€ Reisen, ist doch Geil.
Klar nicht im ICE erster Klasse aber trotzdem doch sicher und bequem
Warum habe ich Zweifel daran, dass eine nicht kostendeckende Nutzung des ÖPNV zu dessen Ausbau führt?

Was will man aus Steuergeldern eigentlich noch alles subventionieren?
 
Wie wärs damit den kompletten ÖPNV kostenlos zu machen und zu verstaatlichen und aus Steuergeldern zu bezahlen. Z.b. mit der KFZ Steuer oder der Mineralölsteuer?
Und dann Buslinien einrichten zwischen den verschiedenen Dörfern und Städten auf dem Land die mindestens alle 30 Minuten fahren.
Ich stelle mir das so vor, da ist Dorf A und Dorf B und die teilen sich einen Bus. Zur vollen Stunde fährt der von A nach B, sammelt da an paar Haltestellen die Leute ein, wartet dann noch etwas und fährt dann zur halben Stunde wieder zurück nach A, sammelt da wieder Leute ein und fährt zur vollen Stunde wieder los nach B.

Und zu Zeiten wo nix los ist kann man das dann ja auch Strecken auf 1x pro Stunde.

So könnte man als ÖPNV Nutzer bequem Dorfbus-Hopping betreiben bis man in der nächsten Großstadt ist.
Den Stress mit dem Ticket kaufen und die Kontrollen bräuchte man alles nicht, man könnte einfach entspannt Bus fahren.

Das ganze wäre bequem und würde vermutlich viele Leute dazu bringen öfter Bus zu fahren, vor allem auf dem Land. Und man könnte sogar E-Busse einsetzen dann wärs sogar relativ umweltfreundlich.

Und Geld ist nun wirklich nicht das Problem. Deutschland hat Geld ohne Ende. Alles was es bräuchte wäre der politische Wille dazu.
Sobald das einmal da ist werden die Leute das nie mehr missen wollen.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Wie wärs damit den kompletten ÖPNV kostenlos zu machen und zu verstaatlichen und aus Steuergeldern zu bezahlen. Z.b. mit der KFZ Steuer oder der Mineralölsteuer?[...]
Mit welchem Ziel: Dass irgendwann alle mit dem Bus fahren und keiner mehr KFZ fährt und damit keiner mehr KFZ-Steuer bezahlt, aus welcher der dann für alle kostenlose ÖPNV finanziert wird?
D0m1n4t0r schrieb:
Und dann Buslinien einrichten zwischen den verschiedenen Dörfern und Städten auf dem Land die mindestens alle 30 Minuten fahren.
Ich stelle mir das so vor, da ist Dorf A und Dorf B und die teilen sich einen Bus. Zur vollen Stunde fährt der von A nach B, sammelt da an paar Haltestellen die Leute ein, wartet dann noch etwas und fährt dann zur halben Stunde wieder zurück nach A, sammelt da wieder Leute ein und fährt zur vollen Stunde wieder los nach B.

Und zu Zeiten wo nix los ist kann man das dann ja auch Strecken auf 1x pro Stunde.

So könnte man als ÖPNV Nutzer bequem Dorfbus-Hopping betreiben bis man in der nächsten Großstadt ist.
Tolle Idee, hast Du Dir mal die Ortsgrößen und die Ortsverteilung in Flächenländern wie Bayern angesehen. Mit Deiner Dorf A zu Dorf B Idee im Stundentakt käme man auf das wieviel Fache der jetzigen Buslinien? 100, 1000,...?
D0m1n4t0r schrieb:
Den Stress mit dem Ticket kaufen und die Kontrollen bräuchte man alles nicht, man könnte einfach entspannt Bus fahren.[...]
Absolut, wenn ich um 09:50 ankomme, der Anschluss um 09:45 abgefahren ist und ich dann bis 10:45 warte, dann hoppe und dann hoffe, dass mein nächster Zwischenhalt nur 30min dauert und die Linie nicht gerade die Fans von einer größeren Veranstaltung transportiert.
D0m1n4t0r schrieb:
Das ganze wäre bequem und würde vermutlich viele Leute dazu bringen öfter Bus zu fahren, vor allem auf dem Land. [...]
Nach den oben beschriebenen Erfahrungen? Ganz bestimmt!
D0m1n4t0r schrieb:
Und man könnte sogar E-Busse einsetzen dann wärs sogar relativ umweltfreundlich.[...]
Ja, die werden dann in Dorf A und Dorf B in den dortigen Busdepots mit Mittelspannungsanschluss und 300 kW aufgeladen.
D0m1n4t0r schrieb:
Und Geld ist nun wirklich nicht das Problem. [...]
Nein, ist kein Problem. Problem ist nur das es alle wollen und keiner hergeben will.
D0m1n4t0r schrieb:
Deutschland hat Geld ohne Ende. [...]
Echt zu beneiden dieses Deutschland, woher hat es das viele Geld? Im Lotto gewonnen?
D0m1n4t0r schrieb:
Alles was es bräuchte wäre der politische Wille dazu.[...]
Es sind doch regelmäßig Wahlen. Warum geht der "politische Wille" dort nicht hin?
D0m1n4t0r schrieb:
Sobald das einmal da ist werden die Leute das nie mehr missen wollen.
Ganz bestimmt!
 
Wer was machen will der findet Wege.
Wer was nicht möchte der findet Gründe.

So einfach ist das.

Ist übrigens eins der Probleme in Deutschland. Viel zu viele sind hier mit der "alles soll so bleiben wie es ist" Haltung unterwegs und bemühen sich sogar Dinge zu verhindern von denen sie selbst profitieren würden.
Und wenn dann doch irgendwas mal in greifbare Nähe rückt kommt wieder irgendwer angerannt mit dem Totschlagargument "Halt das geht nicht, wer soll das denn alles bezahlen?" und wenn das nicht klappt gründet sich unter Garantie eine Bürgerinitivative die genau dann herausfindet das genau dieses eine Projekt dem Froschnasenwaldundwiesenmolch furchtbaren Schaden zufügt und daher leider leider erstmal gestoppt werden muss.
Deutschland, das Land der Zögerer und Verhinderer.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Wie wärs damit den kompletten ÖPNV kostenlos zu machen und zu verstaatlichen und aus Steuergeldern zu bezahlen. Z.b. mit der KFZ Steuer oder der Mineralölsteuer?
Nicht finanzierbar.

D0m1n4t0r schrieb:
Und dann Buslinien einrichten zwischen den verschiedenen Dörfern und Städten auf dem Land die mindestens alle 30 Minuten fahren.
Will ich nicht. Ich will vielleicht um 17:38 Uhr zum Kumpel mit dem Auto fahren. Rein setzten. Los fahren. Aussteigen.

Ich will nicht um 17:45 Uhr oder sonst wann mit dem Bus noch in die nächst größere Stadt fahren weil der nicht direkt von mir zum Kumpel im anderen Dorf fährt und daher eine Tour mit Bus 55 Minuten dauert und mit dem Auto in unter 10 Minuten zu fahren wäre. Das ist die Realität "in der Provinz".

D0m1n4t0r schrieb:
Und Geld ist nun wirklich nicht das Problem. Deutschland hat Geld ohne Ende. Alles was es bräuchte wäre der politische Wille dazu.
Sobald das einmal da ist werden die Leute das nie mehr missen wollen.
Ganz und gar nicht. Nur weil wir jahrelang zu 0% Zinsen Kredite bekamen und die Inflation bei 2, irgendwas % dahin dümpelte ist noch lange keine Geld ohne Ende da. Gerade die jetzige hohe Inflation wurde ja durch die "Geld ohne Ende" Politik der EZB mit verursacht. Aber es wird ja auch oft vermutet dass "Förderung einer Wallbox" nix mit dem Steuerzahler zu tun hat...
 
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D0m1n4t0r schrieb:
[...]So einfach ist das.
Ok, dann mach mal.

Ein kleiner Ausschnitt von Bayern. Zeichne doch bitte mal ein paar Buslinien ein (bitte mit unterschiedlichen Farben), so dass man den Stundentakt und die Anschlussmöglichkeiten erkennt...
1681329897427.png

Ergänzung ()

Und vergiss bitte die untere Ebene nicht, ich habe mal halb-rechts (Frontenhausen) näher ran gezoomt, es erscheinen weitere Ortsnamen (wo auch Menschen leben, die wo hin wollen)...
1681330948888.png
 
Zuletzt bearbeitet:
Cyberdunk schrieb:
Was hier in Hamburg an Ticketwahnsinn stattgefunden hat, ich glaub es gab nur für Hamburg locker 20 Tickets die du lösen konntest.
Ich gebe dir damit völlig recht. Für die größeren Städte mit vorhandenem ÖPNV-Netz ist das eine super Sache.
Würde ich noch in meiner ehemaligen Studentenstadt wohnen, wäre das 49€-Ticket sofort gekauft und genutzt.
Wenngleich ich aber trotzdem nicht deswegen mein Auto abgeben würde. Nichts desto trotz sind auch in Städten manche Stadtteile nur mit sehr viel höherem Zeitaufwand im Vergleich zu Auto oder Fahrrad zu erreichen.

D0m1n4t0r schrieb:
Und dann Buslinien einrichten zwischen den verschiedenen Dörfern und Städten auf dem Land die mindestens alle 30 Minuten fahren.
Das wäre zwar eine schöne Sache, halte ich aber für völlig realitätsfern und nicht umsetzbar. Und wenn umsetzbar, dann nicht bezahlbar.
Man muss ja auch mal darüber nachdenken, wieviele Busse dann eigentlich oft wsl leer durch die Gegend fahren weil die Wahrscheinlichkeit, dass zu Zeit X noch jemand fahren will, sehr gering ist.
Vom ökologischen Standpunkt kehrt sich dann irgendwann der Sinn um, dass ein Bus 2 oder 3 Personen bewegt anstatt das diese Personen mit ihrem eigenen Wagen fahren.
Buslinien machen nur da Sinn, wo auch eine entsprechend sinnvolle Auslastung zu erwarten ist. Dann lieber eine Art Sammellösung anstreben. Dann müssen zwar Leute immernoch mit dem PKW losfahren, könnten aber an Park&Ride Plätzen auf den Bus umsteigen um z.B. in die nächste Stadt zu fahren. Von dort aus lassen sich dann auch sinnvolle Taktungen organisieren. Dazu reduziert es die Anzahl an Haltestellen enorm. Auch das kostet wieder Transportzeit was in der Summe die Fahrtzeit deutlich verlängert und damit den Bus gegenüber dem Auto wieder unattraktiver macht.

Aber das gesamte Land mit Buslinien so zu erschließen, dass ein Großteil damit zurecht kommt (ohne aber auch für eine Autostrecke von jetzt 15 min dann mit dem Bus 1,5h zu brauchen) halte ich für völlig utopisch und überhaupt nicht sinnvoll bzw. Kosteneffizient.

Man muss sich auch von dem Gedanken verabschieden, dass man den ÖPNV einfach nutzt, nur weil es günstiger ist. Neben den Kosten ist für viele (wie auch mich) der Zeitaspekt noch entscheidender als der finanzielle. Zeit ist das, was ich nicht kaufen kann. Und Busfahrzeit ist eben keine schöne, gut nutzbare Freizeit sondern fällt für mich i.d.R. indirekt in meine Arbeitszeit rein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Khaotik schrieb:
Aber das gesamte Land mit Buslinien so zu erschließen, dass ein Großteil damit zurecht kommt (ohne aber auch für eine Autostrecke von jetzt 15 min dann mit dem Bus 1,5h zu brauchen) halte ich für völlig utopisch und überhaupt nicht sinnvoll bzw. Kosteneffizient.
Eine Lösung hierzu sind, zumindest wenn man planen kann: Bürgerbusse. Die kann man bei meinen Eltern anrufen, die kommen einen dann Zuhause abholen, und fahren dann wieder ihren normalen Weg durch die Gemeinde. Nutzen viele Rentner, die dann eingesammelt werden mit einem Kleinbus, damit zum Rewe und Aldi gefahren werden, und eine Stunde später dort wieder abgeholt werden. So haben alle genug Zeit zum einkaufen, können sich etwas unterhalten, im Zweifel zur Bäckerei nebenan, und dann wieder zurück.
Das ließe sich ja auch flexibler für normale Verkehrsteilnehmer organisieren.
Oder anderes Beispiel von der KVB: Isi
Ließe sich ja auch in ländlicheren Gemeinden aufbauen. Ist dann am Ende nichts anderes als ein Sammeltaxi, das aber im ÖPNV inbegriffen ist.
 
All die Vorschläge bringen aber absolut nichts, wenn der Autofahrer halt nicht umsteigen will, weil er dann seiner absoluten Freiheit im Bezug auf die Zeitplanung beraubt wäre.
Für Menschen wie @A415 scheint es ja um Minuten zu gehen ... der ist offensichtlich unzufrieden, wenn er statt um 15:38 erst um 15:45 losfahren kann und dann mit den Öffies viel länger braucht.

Solche Leute bekommst du nur auf den ÖPNV, wenn der ganz genau so funktioniert, wie ein privates Auto ... also "Haltestelle und Abfahrtszeit zu 100% nach Kundenwunsch ... ganz egal, ob der Kunde gerade beim Supermarkt, beim Arzt, bei der Schule, der Arbeitsstelle oder auf einem Feld wartet".
Zur Not reicht ja schon dieses eine Wort ... "warten" ... wir brauchen einen ÖPNV auf den man nicht warten muss und in dem man sich auch bitte nicht mit Mitmenschen abgeben muss.

Kurz: Vollkommen utopisch, denn nach Kundenwunsch landen wir ohnehin wieder beim PKW ... ob der dann "ÖPNV" heißt oder nicht, ist unerheblich.

ÖPNV funktioniert auf dem Land eben einfach nicht ... und erstrecht nicht wirtschaftlich ... das schaffen die meisten Verkehrsverbünde ja nichtmal in Ballungsräumen, wo man nur ziemlich selten leere Busse und Bahnen sieht.
 
Cyberdunk schrieb:
Jetzt Bundesweit 49€ und fertig! ist doch ein Super Schritt.
Ich kann jetzt von Hamburg nach München Hin und Zurück für 49€ Reisen, ist doch Geil.
Aber bitte vorher ganz genau prüfen, dass auch wirklich alle Nah- und Regionaverkehrsmittel mit dem 49€ Ticket nutzbar sind. Ob man sich diese Zeitverschwendung für die Fahrt dann wirklich antun will, muss jeder selber wissen. Gepäck hat man bei solchen Touren ja sowieso nahezu keins.

Khaotik schrieb:
So ist es, als würde ich bei der Telekom einen Gbit-Vertrag machen obwohl ich aktuell nur 50 Mbit habe mit der Option, wenn es genügend abschließen, dass dann auch wirklich die Gbit-Anbindung kommt.
Wenn ich mit dem Vertrag dann in jeder fremden Stadt, in der es Internet der Telekom gibt, auch kostenlos surfen dürfte, würde ich sowas zeitweise abschließen. Genauso wie beim 49€ Ticket, falls man das Abo wirklich monatlich problemlos kündigen kann.

Einmal in 4 Wochen von meinem Wohnort nach München mit dem ÖPNV und im gleichen Monat meine Mutter in Bonn besuchen, und schon ist das 49€ Ticket billiger wie Einzeltickes für die beiden "Ausflüge" (ohne die Fahrt von München nach Bonn, die mittels ICE oder Auto stattfindet). Und vor allem muss ich mich in (nahezu) keiner fremden Stadt mehr um irgendwelche Tarifzonen kümmern oder darum, ob ich versehentlich eine Station zu weit fahre und dabei kontrolliert werde.

DerOlf schrieb:
der ist offensichtlich unzufrieden, wenn er statt um 15:38 erst um 15:45 losfahren kann und dann mit den Öffies viel länger braucht.
Mag ja sein, dass Du beliebig viel Zeit hast, andere nicht. Bei 10 Min. (PKW) zu 55 Min. (Bus, mit Vorliebe auch noch mehrmals im Regen umsteigen, warten, hoffen, dass der Bus überhaupt kommt, man eine Sitzplatz bekommt, man Abends auch wieder zurück fahren kann) hört für mich der Spaß auf, wenn ich das nach meiner Arbeit und nicht als Bürgergeldbezieher tagsüber machen will.

DerOlf schrieb:
Solche Leute bekommst du nur auf den ÖPNV, wenn der ganz genau so funktioniert, wie ein privates Auto ...
Das mag für weinge Leute gelten, aber der ÖPNV muss wenigstens planbar und akzeptabel sein. Ein stündlicher Takt mit unzuverlässigen Zeiten ist da halt nur etwas für Leute, die sich für jede Fahrt einen Tag Urlaub nehmen können.

Wenn der letzte Regionazug um 24 Uhr ankommt, der letzte örtliche Bus in der Kleinstadt aber um 20 Uhr fährt, dann ist wohl klar, welches Verkehrsmittel ist wähle, wenn ich kein privates Taxi zu Hause habe und ich nicht in Fußreichweite von Bahnhof lebe. Und nein, ein Fahrrad ist mit Koffer+Rucksack auch ohne Regen/Schnee bei deutschen "Abstellmöglichkeiten" der Fahrräder an Bahnhöfen keine Option. In einem Holländischen Fahrradparkhaus sieht das sicher anders aus.

DerOlf schrieb:
ÖPNV funktioniert auf dem Land eben einfach nicht ... und erstrecht nicht wirtschaftlich ...
ÖPNV muss nicht zwingend ein Bus im festen Takt sein. Um mal zurück zum Threadthema zu kommen, könnte man auch Arbeitslose mit Führerschein (den sie zur Not auch staatlich gefördet machen können) als Fahrer für Sammeltaxis einsetzen und passend bezahlen. Dazu dann an Knotenpunkten des ÖPNV attraktive Umsteigemöglichkeiten (egal ob vom Sammeltaxi oder ein P&R, das seinen Namen auch verdient hat) und schon wäre vielen geholfen.

Aber genauso wie beim Umbau der Städte in eher Autoarme Zonen (wie z.B. in Barcelona oder auch Holland schon vorgelebt) idst das alles eine Frage, wohin die Steuergelder fließen sollen. Solange der Individualverkehr bevorzugt wird, gibt das halt nichts.
 
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gymfan schrieb:
Aber bitte vorher ganz genau prüfen, dass auch wirklich alle Nah- und Regionaverkehrsmittel mit dem 49€ Ticket nutzbar sind.
Das ist doch klar geregelt.

gymfan schrieb:
Ob man sich diese Zeitverschwendung für die Fahrt dann wirklich antun will, muss jeder selber wissen.
Von Hamburg nach München mit der Bahn im Idealfall 10 Stunden chillig auf einem Platz, klar kann es Verspätungen geben.
Mit dem Auto 8 Stunden, wenn keine Staus usw. und dazu noch 8 Stunden Konzentriertes Fahren, während ich am Smartphone oder Tablet die Zeit geniesse..

Jupp du hast die bessere Wahl getroffen^^
 
Cyberdunk schrieb:
Von Hamburg nach München mit der Bahn im Idealfall 10 Stunden chillig auf einem Platz, klar kann es Verspätungen geben.
Mit dem Auto 8 Stunden, wenn keine Staus usw. und dazu noch 8 Stunden Konzentriertes Fahren, während ich am Smartphone oder Tablet die Zeit geniesse..
Es geht hier um den ÖPNV und um die mögliche Substituierung des PKWs im Alltag, weder ist München-Hamburg ein Nahbereich noch die übliche Pendelstrecke die man täglich mit dem Auto zurück legt - daher hinkt der Vergleich eben ordentlich.

Der Regelfall ist nämlich so, das ein Umstieg vom PKW auf den ÖPNV nicht nur mit Komfortverlusten sondern mit erheblichen Zeitverlusten einher geht, als Bürgergeldempfänger mag man dafür die Ressource (Zeit) haben, als Median-Arbeitnehmer dann eben nicht. Meine tägliche Pendelstrecke wandelt sich von 25-30 Minuten (PKW) auf absurde 2.5 Stunden (ÖPNV), da 2mal umgestiegen werden muss und kein abgestimmter Takt herrscht (Ballungsgebiet NRW).
 
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