Deutsche Sprache, schwere Sprache

So machen Abkürzungen natürlich Sinn, indem man sie zum besseren Verständnis wieder erweitert. 8o
 
Ein sehr häufiger Fehler ist auch die Antwort auf negative Fragen. Nur die eigentlich falsche Antwort ist mittlerweile so umgangssprachlich, dass man sein Gegenüber sogar verwirren kann wenn man plötzlich mit "Ja" antwortet.

Ein Beispiel:
Möchtest du nichts mehr essen?

Meistens wird darauf mit "Nein" geantwortet. Doch wenn ich nichts mehr essen möchte müsste ich mit "Ja" antworten um die Frage zu bestätigen. Andernfalls würde es doch heißen, dass ich noch Hunger habe.

Anlehnung zur Mathematik:
negativ + negativ = positiv
 
phil. schrieb:
So machen Abkürzungen natürlich Sinn, indem man sie zum besseren Verständnis wieder erweitert. 8o

Ah und da ist der Klassiker "Sinn machen". Auch wenn es mittlerweile jeder zu sagen scheint, ist es nach den Regeln unserer schönen Sprachen falsch, weil es nur "Sinn ergeben" kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was auch immer wieder in den Nachrichten zu hören ist, wenn irgendwo eine Katastrophe ist, dass die Menschen (statt richtigerweise das Gebiet) evakuiert werden. Mir tun die Menschen dann immer leid und ich stell mir lauter leer gesaugte Menschen vor ^^
 
das härteste dieser art ist definitiv
einbahnfrei


ebay suche mit "artikelbeschreibung einbeziehen" und die kaffeepause ist gerettet


und ja, bei mir ist die shift taste defekt :daumen:
 
Dann muss sich das geändert haben, denn Bastian Sick schrieb in seiner Kolumne 2003 noch:

Hartnäckig hält sich auch die Überzeugung, dass die Evakuierung von Menschen eine geeignete Maßnahme zur Verhütung von Katastrophen sei: "Die Bewohner mehrerer Berggemeinden ... wurden am vergangenen Freitag evakuiert, als sich die Feuerwalze ihren Häusern mit einer Geschwindigkeit von fünf Kilometern in der Stunde genähert hatte." Welch grausige Vorstellung! Evakuieren bedeutet wörtlich die Luft heraussaugen, im bekannteren übertragenen Sinne: etwas leer machen. Städte, Häuser und Dörfer kann man evakuieren, aber keine Menschen. Vielleicht handelte es sich bei den Bewohnern der Bergdörfer aber auch um aufblasbare Gummipuppen. Dann nehme ich alles zurück.
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,260502,00.html
 
http://de.wikipedia.org/wiki/Apostrophitis
http://de.wikipedia.org/wiki/Plenken

Ich empfinde es als respektlos, wenn jemand nicht in der Lage bzw. willens ist, zumindest (-> zumindestens -.-) die Grundlagen der eigenen Muttersprache in Text einfließen zu lassen.

Das geht bei mir sogar soweit, dass ich diese Leute nicht für voll nehme und bestenfalls ignoriere. Wer in einem Satz mit 5 Wörtern 6 Fehler fabriziert, arbeitet auch sonst nicht gerade sorgfältig...

Und schon haben wir eine Erklärung für die Jugendarbeitslosigkeit und sonstige Auswirkungen. Man schaue sich nur die Nachrichten an - oder gehe in die nächste Fußgängerzone.

Glücklicherweise ist man (noch) nicht auf solche "Menschen" angewiesen. Aber irgendwann müssen diese Personen mal das Land am Laufen halten. Ich finde es erschreckend, dass Leute, die noch nicht ihren Namen korrekt buchstabieren können, irgendwann einmal ein AKW betreiben müssen. Da braucht man keinen Weltkrieg mehr ;)
 
Den Genitiv beherrscht niemand mehr? Ich hege und pflege ihn! Eigentlich der schönste Kasus unserer Sprache. Schon schade, dass ca. 90% der Bevölkerung ihn nicht kennen und weitere 9-9,5 % (je nach Umfeld) ihn nicht nutzen.
Genauso wie den Genitiv verwende ich übrigens auch den Konjunktiv II in meinem Sprachbild. Sorgt doch immer wieder für unterschiedlichste Blicke. Verwunderung, Schockierung, Amusement, alles ist dabei, sehr witzig.

Zum Thread:
Das Schlimmste ist übrigens "SMS".
"Ich habe Dir mal eine Short Message Service geschickt".
Korrekt wäre also "SM"!
Leider begreift das niemand.
 
Schlimm ist es, wenn auf eine verneint gestellte Frage mit "Nein." als Bestätigung geantwortet wird und man dann blöd angeschaut wird, wenn man richtig antwortet.

Rezeption: "Sie waren noch nicht bei uns?"

Kunde: "Ja."

Rezeption: :confused_alt:
 
cartridge_case schrieb:
Hier stand ein überflüssiges Zitat.

Ich weiß nicht ob es grammatikalisch erlaubt ist, aber mit "Ja." zu antworten ist auf jeden Fall kein guter Stil (was schon auf die Frage zutrifft). Der Satz "Sie waren noch nicht bei uns?" ist ja eigentlich eine Aussage und wird nur durch die Betonung (bzw. das Satzzeichen) zur Frage. Auf eine Aussage hin wäre eine Antwort wie "Das ist richtig." passender.


Allgemein zum Thema kann ich nur sagen: früher hab ich mich auch über falsch gebrauchte Grammatik aufgeregt. Inzwischen seh ich das etwas gelassener - Sprache ist in erster Linie ein Mittel zur Kommunikation, und solange sie diese Funktion erfüllen kann ist die formale Richtigkeit doch zweitrangig. Ich meine, die meisten grammatischen Regeln basieren auf einer Momentaufnahme der Sprache. Sprache ist jedoch ein etwas natürlich gewachsenes und in ständiger Veränderung begriffen. Deswegen ist es mMn fruchtlos auf Veränderungen der aktuell angewandten Sprache gegenüber der Sprache der Vergangenheit hinzuweisen.

Dann heißt es eben "besser wie", wahrscheinlich haben sich seinerzeit viele aufgeregt das Teil von manchen ohne "h" (Theil) geschrieben wurde, bis es allgemeine regel wurde.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ion schrieb:
FFH hat es letztens vorgemacht wie falsch es geht
Da stand doch auf´n Plakat sowas wie:

"Besser als wie sonst"

als ODER wie, aber beides ist einfach falsch!
http://wie-als.de/

Nein, ist es nicht. Es ist nicht Hochdeutsch, aber auch nicht falsch ;) Im schwäbischen ist das gängig. Ist denke ich im ganzen alemannischen Raum so. Das "als wie" hör ich auch immer seltener, ist aber korrekt. Gängiger ist das "wie". Kann schon sein dass euch hier jemand der Butter reicht oder das Teller abwäscht oder die Huhn schlachtet...

Von wäga Dr Mosläm isch die gröschde Gfahr fir onsr Obendländle – mir Schwoba machet jeddsd abr sowas von ernscht, deees kennet ihr eich no gar net vorstella! :D
 
Mir fällt immer wieder auf, dass unregelmäßige Verben plötzlich regelmäßig werden.
Beispiel: "Nehm das!" statt "Nimm das!"

Dazu kommt, dass viele in diesem Beispiel einen Punkt statt eines Ausrufezeichens verwenden. Dabei ist das eine Aufforderung und die muss man eigentlich mit einem Ausrufezeichen kennzeichnen.



Auch taucht bei Kommandos gerne ein E auf, wo keines hingehört.
Beispiel: "Gehe nach Hause!" statt "Geh nach Hause!"

Der Imperativ wird laut Regel ohne das E gebildet. Auch, wenn es früher mal anders war.



Eine der größten Unarten meiner Meinung nach, ist das konsequente Ignorieren der Interpunktionsregeln. Kommas werden nur noch selten geschrieben und dann auch noch an der falschen Stelle.

Beispiel: "Ich gehe nach Hause weil, ich habe keine Lust mehr."


Ein Komma setzt man nicht immer dort, wo man vielleicht eine Sprechpause macht. Und manchmal wird dadurch der Nebensatz auch noch falsch konstruiert.



Es fällt auch auf, dass Leute, die Kommaregeln missachten, zu Schachtelsätzen tendieren und sogar einfach einen richtig gesetzten Punkt durch ein weiteres Komma ersetzen. Das macht es teilweise sehr schwer, so einen Text überhaupt zu verstehen.



Fast genauso schlimm ist die Tendenz die Groß- und Kleinschreibung nicht richtig einzusetzen, falls man nicht gleich alles klein schreibt.

Beispiel: "Ich finde das Großartig, das Habe ich schon lange nicht mehr gesehen."

Das sieht man immer öfter. Zum Beispiel im zweiten Post über diesem. *seufz*



PS: Ganz schlimm: "Einzigste." Als ob man das Wort steigern könnte... Noch "einer" als "eins" geht nicht. Das erinnert sehr stark an "tot, toter, am totesten."
 
@gothars: Aber wenn man eine Frage bestätigen will, kann man dies doch nicht mit einem "Nein." machen, oder? Und es ist auf jeden Fall als Frage gemeint. Eine Aussage, um an Informationen zu kommen, ist nicht üblich.
 
mal abgesehen von Gramatik und Interpunktion finde ich es nicht so schlimm, wenn jemand in einem Forum oder Chat eben nicht jeden Satz mit einem Großbuchstaben anfägt und mit einem Satzzeichen beendet
schlimmer ist der absolute Nichtgebrauch von Satzzeichen, so das man Texte mehrmals lesen muss, um den Sinn überhaupt verstehen zu können
das mit dem HI-Virus oder den AB-Maßnahmen finde ich nicht ganz so schlimm, da einige Abkürzungen für etliche andere Begriffe stehen können, z.B. HI = Hildesheim, Holiday Inn, Hitze-Index, AB = Anrufbeantworter, Auftragsbestätigung, IS = Informationssysteme, Integrierter Schaltkreis, etc.
durch den (eigentlich sinnlosen) Anhang wird nur noch mal verdeutlicht, um was es genau geht und es zu keinen Mißverständnissen kommen kann

das erinnert mich immer an folgendes:
Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen. Klar soweit? Denn ich versteh absolut nichts von dem, was du da von dir gegeben hast.
 
Satzzeichen und Großbuchstaben am Satzanfang müssen für mich da sein. Nenn es Psychologie, Einbildung, Gewöhnung oder sonst was: Wenn die beiden Dinge fehlen, erkenne ich einen Haufen Wörter nicht als Satz sondern nur als einen Haufen Wörter ohne tieferen Sinn.

Und das geht nicht nur mir so. Wenn man sich die Anzahl an Beschwerden (inklusive Dunkelziffer) anschaut, dann geht das den meisten Menschen so. Und eigentlich sollte einem die eigene Höflichkeit gebieten, andere mit einigermaßen vernünftigen Deutsch zu begegnen.
 
Zum Thema Genitiv:

Sogar schon in der Schule wird dafür gesorgt, dass sich immer weniger Schüler damit beschäftigen. Bestes Beispiel ist unser Deutschbuch, in dem bei den Erläuterungen zu den verschiedenen Formen unter "Genitiv" steht, dass dieser kaum noch Verwendung finde und es deshalb keinen Beispielen oder Erläuterungen bedürfe.:freak:
 
Zuletzt bearbeitet:
Na erklärt werden sollte er schon noch. Er wird ja noch verwendet.
Es ist ähnlich wie Futur II (vollendete Zukunft), verwenden tut ihn eigentlich keiner wirklich, aber davon gehört haben sollte alle mal.
"Ich werde das Haus gebaut haben." "Ich werde nach Hause gegangen sein." "Ich werde den Atlantik überquert haben."
Klingt irgendwie komisch, ist aber alles korrekt.
 

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