Darf ich mal fragen, was ich mir unter btx vorstellen kann? Ich weiß, dass es der Vorläufer vom Net 2.0 war.
So weit ich weiß, gab es damals noch keine Hyperlinks oder? Webseiten bestanden doch nur aus Text.
Haben uns in Info (unser Lehrer hatte uns damals CoD 1 installiert, als es noch neu war :evil) mal die älteste Website des Web 2.0 angesehen. Da steht glaube ich "Dies ist ein Hyperlink - der macht dies und jenes".
Habe bei btx immer nur ein Bild aus einem Computergeschichtsbuch im Kopf: Ein Businesskasper steht an einem riesigen Terminal - verlgleichbar mit einem großen Bankautomaten) - und darüber hängt ein Banner "btx ist da".
Um zum Thema Telekom zurückzukommen:
Warum zur Hölle wurde der Laden privatisiert? Egal ob Monopol oder nicht - wie kann eine Institution, die dafür zuständig ist Deutschland erst mit Telefon und dann mit Internet Infrastruktur zu versorgen einfach privatisiert werden?! Das Leitungsnetz ist Infrastruktur! Man übergibt doch (noch) nicht einfach das gesamte Straßennetz an ein Unternehmen und sagt "erwirtschaftet schön Gewinn, damit wir eine fette Dividende haben". Und bei diesen Unternehmen geht es doch nur um die Dividende. Der Staat hat sich immer als unfähig erwiesen große Konzerne zu führen. Beamten ist es auch scheiß egal, ob das Unternehmen Gewinn abwirft. Sie haben ja ihre Arbeit sicher. Beamte und Politiker können keinen Großkonzern führen. Aber das ist auch okay. Ein Infrastrukturkonzern sollte nicht gewinnorientiert arbeiten. Wenn was abfällt ist es okay - sogar super - aber die Grundversorgung muss, einem der führenden (wohlstands) Staaten angepasst aufwändige, Infrastruktur bereitstellen.
Wenn nach der Wiedevereinigung der Telefonausbau in Ostdeutschland privaten Firmen unterlegen hätte (für die, die es nicht wissen: in der DDR gab es Telefon nur für Ärzte und co. sowie "Parteigenossen" und Politbonzen), gäbe es immernoch ein zu großen Teilen marodes Netz (heute haben wir in allen Kleinstädten mindestens sehr breit über Kupfer oder eben Glasfaser), mit unzähligen weißen Flecken!
Die Telekom hat gefälligst Internet bereitzustellen - modern, schnell und überall.
Und wenn halt ein 100 Einwohner Kaff versorgt werden muss, dann ist das eben so. Man hat ja vor 100 Jahren auch nicht gesagt "Ach zu dem Ort brauchen wir keine moderne Straße bauen - das lohnt sich nicht und außerdem haben die doch schon einen Feldweg."
Dicke Glasfaserleitungen sind eben die Autobahnen des 21.Jh und warum muss sich denn alles innerhalb von 2-3 Jahren rechnen (naja gut Legislaturperioden sind immer nur 4 Jahre lang und Politiker denken immer nur so weit)? Die Kanalisation hat sich nie gerechnet. Ebenso die Straßen. Aber das stellt keiner in Frage. Wenn wir heute in wirklich wirklich flechendeckend breite Leitungen investieren würden, täten wir das nicht für uns, sondern auch für die nachfolgenden Generationen. Nehmen wir mal folgendes an: Wäre jetzt jedes Kaff mit 50k versorgt, würde das mindestens 20 Jahre komplett reichen. Sicher die Technik schreitet enorm voran. Aber 50k sind einfach unheimlich viel. Und um zu arbeiten und ein bisschen Spaß zu haben wird das noch ewig reichen. Und wenn die Technik extrem voranschreitet, kann man in den Großstädten immer noch ausbauen. Aber eine Grundversorgung muss gewährleistet sein.
Dieser Privatisierungswahn macht den Staat noch kaputt. Die Landesregierungen verpachten heute schon Autobahnen. Da werden ein paar km Autobahn verkauft um meinetwegen 100.000€ zu erhalten aber entweder die Mauteinnahmen gegen über Jahrzehnte hinweg an den Betreiber oder der Staat mietet sich die Autobahn zurück was innerhalb der meinetwegen 10 Jahre 120.000€ kosten verursacht. Und weil Politiker immer nur kurzfristig und an ihrer scheiß Wahlergebnisse denken, interessiert das auch keinen. Die Jugend darf sich mit den Billionen aus der Bankenrettung in 30 Jahren rumschlagen. Toll!
Das beste Beispiel für den Fluch der privatisierung ist doch die Bahn:
Seit die sich auf den Börsengang vorbereiten, geht es steil bergab. Die Regionalverbindungen werden an lohndumpende 3. Unternehmen abgegeben oder einfach ganz gestrichen. Lokale Bahnhöfe werden aufgegeben und gegen Fahrkartenautomaten+Unterstand ersetzt und die Fahrkartenpreise steigen im selben Maße, wie die Servicequalität abnimmt. Wenn es im Sommer zu heiß ist, kollabieren Menschen in den überfüllten Zügen, wenn es im Winter zu kalt ist, fallen die Heizungen aus oder es wird gar nicht mehr gefahren. Wenn der Flugverkehr eingestellt wird, kann die Bahn nur hilflos zusehen, wie sich 100te in eine Bahn quetschen, weil sie dermaßen am Limit fährt, dass nicht ein Zug als Reserve da ist, der das abfangen könnte. Während all das passiert, werden unvorstellbare Summen in Prestigeobjekte wie S21 und Hbf Berlin gestopft. Zwischen den Städten Zittau und Görlitz ist seit letztem Jahr im August, als das verheerende Hochwasser in meiner Heimat wütete, die Bahnstrecke unterbrochen. Auf 100m ist der Bahndamm komplett verschwunden. Der Staat Deutschland schafft es Milliarden Entwicklungshilfe zu zahlen und gehört zu den fortschrittlichsten Ländern überhaupt. Aber es ist nicht möglich eine von einer Katastrophe zerstörte Bahnstrecke zu reparieren, weil die sowieso keinen Gewinn abwirft!
Unsere tollen Politiker fordern, dass die Bahn Milliarden in neue Infrastruktur investiert, aber auf ihre 500 Millionen € Dividende wollen sie natürlich unter keinen Umständen verzichten.
Das Eisenbahnsystem ist schon nahezu am Ende. Mit dem Internet wird das auch noch passieren. Laut Analysten (gut die sagen viel, wenn der Tag lang ist...), würde ein flächendeckender mit mindestens 20k die Deutsche Wirtschaft um 5-10% wachsen lassen! Es gibt in D keinen Einzelposten, der so viel rausholen könnte. Nicht mal die Bildung könnte mit entsprechenden Investitionen so viel erreichen.