Hallo noch einmal,
was mich als Linux-Befürworter nervt, sind die Freaks aus dem Linux-Lager, die Probleme der Menschen aus dem Alltag mit diesem System verleugnen.
Soweit stimme ich all denen zu, die sich lange mit Windows beschäftigt haben und aus einer Zeit kommen, als sich die grafischen Benutzeroberflächen mit Win 3.11 und Nt 3.51 schon durchgesetzt hatten (ich bin mit Dos 3.3 aufgewachsen und hatte also keine grossen Probleme).
Ich habe erlebt, dass sich schlaue Menschen der Kommandozeile verweigerten und völlig panisch waren, weil sie nix anklicken konnten.
Wenn nun die Linux-Freaks (zu Recht) bemerken, mit einem kleinen selbstgeschriebenen Skript kann man Prozesse auf einem Linux-System automatisieren, die mit Windows gar nicht, oder nur schwer machbar sind, geht das an dem Kern des menschlichen Problems vorbei.
Da besteht wirklich noch Schulungs- und Gewöhnungsbedarf.
Allerdings habe ich auch schlecht geschulte und völlig überforderte Administratoren aus dem Windows-Lager kennengelernt, die es gerade mal so eben fertigbrachten, die Kisten am laufen zu halten. Wer an der Schulung der Mitarbeiter spart handelt sich in der Regel saftige Probleme ein, die bald sichtbar werden, wenn es zB um das Thema Sicherheit geht. Und das gilt für beide Lager.
Wer glaubt ernsthaft, das in Tageskursen abhandeln zu können?! Ehrlich?! Selbst für eine Excel-Schulung gehen schon 2*3 Tage Minimum drauf. Das ist die Realität.
Wer Berührungsängste mit Linux hat, möge doch einfach mal Knoppix oder Suse 8.1 ausprobieren und sich davon überzeugen, dass Linux auch auf dem Desktop gewaltige Fortschritte gemacht hat.
Allerdings sollte man vielleicht wirklich mal zu den Handbüchern greifen (RTFM! *g*).
Das von Suse mitgelieferte ist gut, dann gibt es noch das "Linux-Anwender-Handbuch" von Hetze/Hohndel/Müller/Kirch (auch kostenlos zum download über lunetix) und wer sich für OpenSource allgemein interessiert kann das Buch "Freie Software" von Grassmuck bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellen (1,50 oder so).
Das nur am Rande.
Die Otto-Normal-User im Büro nutzen ohnehin entweder Office-Produkte oder Inhouse-Anwendungen und wo da die zentralen Unterschiede in der Handhabung von OpenOffice und Microsoft-Office liegen, verstehe ich auch nicht.
Eine Migration scheint mir relativ einfach zu sein (es sei denn, es wurde massiv Gebrauch von VBA gemacht).
All diese OpenSource-Produkte, das schreibe ich für Rob, kosten übrigens nichts, weder für den Server, noch für die Clients und können beliebig oft kopiert werden.
Wer Support will, muss zahlen - oder sieht das bei Microsoft anders aus?
Trotzdem bleibt das natürlich Problem, dass einige Anwendungsprogramme für den Alltag auf Linux nicht angeboten werden (und damit meine ich nicht das berüchtigte Photoshop (das übrigens gnadenlos überschätzt wird)).
Mein Verdacht ist allerdings, es handelt sich bei diesen Programmen wohl um Spiele, hä?! *ggg*
Wer das will, kommt ohne Windows nicht aus. PUNKT
Dann zum Abschluss eine Aufforderung: hier wird oft gefordert, der Support und die Schulung sei noch ein Problem von Linux.
Da wir alle wissen, dass das immer noch zutrifft, der Trend jedoch ein Linuxisierung der Bundesrepublik ist und hier pfiffige Menschen versammelt sind, wieso macht Ihr euch nicht sebstständig und bietet genau diese Dienstleistungen an?
Gruss, Stefan