Die Länder verlieren die Souveränität über ihre Außengrenzen. Wenn die Mafia einen Zöllner irgendwo an der Außengrenze der EU schmiert, um kriminelle Aktivitäten durchzuführen, dann hat das ggf. Auswirkungen auf die anderen Länder der Staatengemeinschaft (Schleuser, Drogenschmuggel, etc.)
Hier stimme ich dir zu, auch wenn das mE nicht an dem Verlust an Souveränität liegt, sondern daran, dass man ein wenig blauäugig sagt, dass alle Behörden in den Mitgliedsstaaten einen gleichhohen Standard einhalten. Deswegen sollen z.B. auch Exekutionstitel, die im EU-Land X erlassen wurden, im EU-Land Y ohne Überprüfung vollstreckbar sein. Wenn das erste Land Italien ist und das zweite z.B Deutschland und der italienische Richter in mafiöse Strukturen involviert ist, dann wäre eine solche Regelung sehr gefährlich.
Daher bin ich der Ansicht, dass sich die EU, solange man nicht bereit ist, effektive Qualitätssicherungsmaßnahmen, die eben solchen Dingen vorbeugen, einzuführen, von derlei Materien fern halten sollte. Ich sehe da die Gefahren den etwaigen Vorteilen weit überwiegen.
1. Dies bringt uns zum Punkt des sog. Demokratiedefizits, wenn wir darunter verstehen wollen, dass nicht jeder EU-Bürger in gleicher Weise repräsentiert wird, so ist dies solange zuvor gesagtes zutrifft sogar ganz gut so.
2. Warum, weil direkte Demokratie nur dann klappen kann, wenn es sich um ein homogenes Volk handelt, sprich das Volk doch ziemlich einheitliche Interessen aufweist. Bei direkter Demokratie also eine Stimme pro EU-Bürger, würden die Bürger der Bevölkernugsreichen Staaten diejenigen der mit geringerer Bevölkerung Dominieren, was ein totaler Souveränitätsverlust eben dieser wäre. Dies wäre nicht gut, da in diesem Fall auch nicht von Demokratie gesprochen werden könnte, sondern es wäre eine Diktatur der Mehrheit. Erst wenn sich die Europäer wirklich als ein Volk begreifen, kann man mehr Demokratie wagen (auf EU-Ebene).
3. Bliebe noch der Punkt Sanktionen für Staaten die nicht nach den Regeln spielen -> Wie soll das gehen? Die einzigen Sanktionsmöglichkeiten, welche bestehen, sind Geldstrafen und sollten diese nicht gezahlt werden der Rausschmiss aus der EU, womit die Sanktion darin bstünde eben solche Staaten vom Freihandel auszuschließen. Aber das war es dann auch schon. Gut es gäbe noch die Möglichkeit einer EU-Armee, welche die EU nach außen Verteidigt, dann wäre die EU aber schon ein Eingenständigerstaat und diese Armee würde im inneren in Gliedstaaten eingesetzt, welche nicht spuren wollen.
1. Falls das auf meine Aussage oben bezogen ist, so möchte ich nur anmerken, dass das eigentlich auf die teilweise mangelhafte direkte Legitimation bestimmter Organe (und der daraus resultierenden mengelhaften Aktzeptanz dieser in den europäischen Bevölkerungen) bezogen war.
2. Wenn man eine schlichte, direkte Demokratie, wo die Bürger allesamt durch einfache Mehrheit entscheiden können, annimmt, wäre deine Aussage durchaus denkbar. Allerdings würde es da wahrscheinlich ohnedies zu Blockbildungen kommen und ähnlichem. Jedoch ist das nicht notwendig, weil man in so einem Falle schlicht du gut ausbalancierten Regelungen bzgl. Abstimmungen im Rat der EU und im EU-Parlament nehmen kann. Dort wird nicht nur nach Stimmenanzahl gewichtet, sondern auch nach Staatenzugehörigkeit, sodass es eben nicht dazu kommen kann, dass sich bestimmte Staaten übermäßig viel Macht sichern können.
3. Du hast eine wesentlich effektivere Maßnahme vergessen: den schlichten Souveränitätsverlust. Man lässt die Staaten im Zuge eine Vertragsänderung zustimmen, dass sie im Fall des Falles zustimmen, dass die EU zwecks Konsolidierung die Finanzen wieder auf Vordermann bringen kann und im Zuge dessen dem Staat temporär die Souveränität entziehen kann. Dass jemand so wahnsinnig ist, deswegen einen Krig anzuzetteln, hoffe ich nicht, zumal sich ein Staat wohl kaum gegen derlei sträuben würde, da soetwas (wirtschaftliche Neuordnung) ja eigentlich ihm langfristig zum Vorteil gereicht und nicht zum Nachteil. Vielleicht sehen das die Politiker, die die Misere verschuldet haben, anders, aber das würde ich jetzt einmal als eigennützige Partikularinteressen abtun, die man vernachlässigen kann.