Dienstvertag annehmen oder nicht

DR.Cornwallis

Cadet 2nd Year
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Liebe Gemeinde!

Gleich vorab es handelt sich um eine Stelle als Systemadmin(der einzige im Betieb).

Hättet ihr ein paar nützliche Tipps bezüglich eines kuriosen Dienstvertrages, dort steht folgender Satz:

"Ihr istgehalt beträgt XXXX,- brutto /Mon inkl. sämtlicher erbrachter Mehr-, Reise- u. Überstunden und den Zuschlägen."

Darauf hin bin ich noch mal hingefahren um das abzuklären(immerhin würde das schätze ich mal niemand annehmen).

Als ich erklärte dass ich den dienstvertag nicht annehme, bekam ich ein zweites Angebot:

60 Std. Puffer, dh. zb. ich arbeite in 6 Monaten 60 Überstunden, somit ist der Puffer voll und es wird jede weitere Stunde ausbezahlt
ich könnte dann auch die nächsten 6 Monate -60Std arbeiten ohne weniger zu verdienen(quasi ZA).....
Im theoretischen Sinne hört sich das gar nicht mal so schlecht an, aber ist das nicht ein Freibrief für den Arbeitgeber, mich völlig auszunutzen.

Als Beispiel nannte er mir dass ich zb. wenn sonntags ein Server streikt, ich da arbeiten muss und dafür unter der Woche 1 Tag frei habe.
Aber das heißt nichts anderes als dass ich sonntags für 0% Aufschlag arbeite(und nicht für 100%).....

Rein von der Arbeit gesehen , wäre diese Stelle ein Traum, aber dieser Dienstvertag ist mehr als kurios......

Ich bin einfach völlig ratlos was ich tun soll.....



Danke für eure Hilfe!!!
 
Zunächst einmal hängt es davon ab, wie hoch das dir angebotene Gehalt ausfällt...

Es ist ja gut möglich (wenn auch unwarscheinlich), dass das Gehalt so hoch eingestuft ist, dass es tatsächlich evtl. alle Zuschläge usw. bereits (zumindest in etwa) abdeckt.

Genauso sieht es mit deinem Puffer aus... sind denn diese 60Std entsprechend vergütet?

Zumal 60 Überstunden in 6 Monaten nicht wirklich viel sind :D Aber da habe ich, glaube ich mal, eh eine andere Sichtweise drauf ;)
 
Also ich mach jetzt kein Geheimnis daraus: 2000,- brutto, nach 1 Jahr wird es an das Gehalt vom Vorgänger angepasst....
Aufgaben: Exchange 2010, Citrix Xenserver, Xenapp, Provisioning Services + die gesamte Infrastruktur...1 HW Firewall, 1 HP blade + vpn Tunnel nach Tschechien, telefonie und so Tätigkeiten wie Backup, 2 Hp switche(die dicken dinger wo man einzelne module nachrüsten kann zb. für 10g od mehr ports)

Mit Dienstreisen versteht sich ca 2x im Monat ca.3 Std Fahrtzeit(hin und zurück)...

Die 60Std in 6 Monaten waren ein Beispiel, wie viele es wirklich werden, hängt von den Servern ab...

Was meinst du genau mit Vergütet? :-)

So ein Vertrag nennt sich ALL-IN Vertrag....

danke!!
 
Also da würde ich die Finger von lassen.

-> im Arbeitsvertrag muss eine Arbeitszeit stehen, welche zu leisten ist
-> Verträge, wo Überstunden schon mit dem Grundgehalt abgegolten werden, sollten ein entsprechend hohes Grundgehalt haben (also über Tarif)

Die 2.000 Brutto sind ein Witz. Ehrlich. Auch die ersten 60 Überstunden Gratis arbeiten ... hier will jemand sehr billig eine Arbeitskraft haben. Wer billig bei der Vergütung anfängt, der spart auch bei allem anderen. (also wirst du regelmäßig 7 Tage arbeiten ... du glaubst doch nicht wirklich, dass dort vernünftige Hardware gekauft wurde) Ob du da wirklich arbeiten möchtest, mag ich bezeifeln. Du kannst aber auch mal bei www.kununu.com schauen, ob dein Arbeitgeber dort bewertet wurde.
 
Ich würde deinem Arbeitgeber genau das gleiche sagen, wie meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, als sie mir (zu besseren Konditionen, als den deinen) 2200€ als Einstieg angeboten haben:
Danke für das Gespräch, aber ich suche mir eine andere Firma.

2000€ Brutto sind ein Witz, wie killy schon sagt, zudem noch mit 60Überstunden als Bonus?
Ganz ehrlich, die wollen dich nur über den Tisch ziehen lassen...Ich kann dir gerne mal über PN ausrechnen, was bei 60 Überstunden (also 10 pro Monat) im Monat bei mir so rauskommen würde..

Mit vergütet meine ich:
Der Arbeitgeber schätzt z.B. statt deinen 60 Überstunden in 6 Monaten, dass du im Schnitt (mal mehr, mal weniger) z.B. 40 Überstunden in 6 Monaten leisten musst und pro Monat direkt ca. 7 Std extra auf deinen Lohn draufschlägt. (ggf. ca. 1 natürlich entsprechend höher oder so, falls du Sonntags ran müsstest und du das normalerweise ja steuerfrei bekommst)
Auch dies ist keine schöne Lösung, da du fast immer drüber liegen wirst, aber zumindest hättest du ein klein wenig mehr rausgeholt...(nur um es klar zu stellen: Auch diese Lösung käme für mich nicht in Frage!)


Mein Tipp:
Schau, dass du dort so schnell wie möglich weg kommst und such dir eine Firma, die deine Leistungen entsprechend entlohnt!
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist einfach nur traurig, der Geschäftsführer meinte dass alle Mitarbeiter so eine Vertragsart unterschrieben haben.....
Ich arbeite nicht dort, er möchte aber dennoch dass ich ihm morgen ja oder nein sage, da ich ihm mündlich bereits zugestimmt habe(dort wurde aber nichts von pauschalem Lohn erwähnt)....


Auf jedem Fall werde ich dort nicht anfangen, da ich mich frage warum er einen ganz normalen Dienstvertrag nicht annehmen wollte(vorschlag von mir), mit der Begründung dass er nur solche Verträge abschließe.....na dann viel Spaß....

Wenn er es nicht ausnutzen würde, wäre er mit einem gewöhnliche Dienstvertrag mit geregelten Dienstzeiten einverstanden...

Danke für eure Tipps, jetzt bin ich mir sicher was ich tu.....
 
Die erste Lösung mit dem All-Inclusive Vertrag kann man bei einem entsprechenden hohem Grundgehalt vielleicht ins Auge fassen. Bei dem dir gebotenen würde ich es eigentlich nur der Arbeitslosigkeit vorziehen und machen bis ich was anderes habe.

Zeitkonten wie aus deinem zweiten Vertrag sind heute durchaus üblich, dagegen ist auch aus meiner Sicht nichts einzuwenden da du die Stunden entweder abfeierst oder ab einem Gewissen Punkt ausbezahlt bekommst. Wobei ich letzteres in Steuerklasse nicht wirklich lohnen finde, Freizeit ist mir lieber :D
 
Naja, 3 Stunden sind ja nicht wirklich ne Dienstreise.
Ich habe zwischendurch mal ein Stückchen außerhalb meiner Heimatstadt gewohnt und hatte zwei Jahre lang 3 Stunden (Hin- und Rückfahrt) Arbeitsweg am Tag.
Sowas ist heutzutage eher normal.

Die sache mit den Zeitkonten muss man nicht nur negativ sehen.
Da kommt es auch darauf an, wie das beim Arbeitgeber grundsätzlich gehandhabt wird.
Bei uns gibt es auch Zeitkonten und elektronische Erfassungssysteme und wir sid in der Einteilung so frei, dass wir halt eben zusehen, dass das Konto, wenn es irgend geht, eben nicht dauerhaft ins Plus geht.
Ab und an fallen halt mal Wochenenddienste an.
Das lässt sich in der IT einfach nicht vermeiden.
Allerdings ist schon richtig, dass Sonntagsarbeit einen entsprechenden Aufschlag hat - kann sein, dass das bei Euch auch der Fall ist, wenn eben 8 Sonntagsstunden als 16 aufs Zeitkonto gehen.
Da sagt allein schon das Arbeitszeitgesetz, dass eine Wochenendarbeit kurzfristig mit entsprechender Freizeit ausgeglichen werden MUSS.

Bleibt noch die Höhe des Gehaltes.
Da scheint mir 2.000 Euro brutto schon verdammt wenig.
 
@ Hamburger Jung

Den Beitrag bitte richtig lesen. Auf den Zeitkonto werden die ersten 60 Stunden weder vergütet noch dürfen sie abgebummelt werden. Sie sind somit das Geschenkt des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber. Deshalb auch die Aufregung.
 
Grundsätzlich habe ich nichts dagegen mal nachts oder am Wochenende zu arbeiten, wenn man dafür fair bezahlt wird.

Ich werde jetzt den Chef anrufen und ihm sagen dass es mir leid tut, da ich jetzt schon meine Bedenken habe(und ich arbeite noch nicht mal dort) und für ihm ein ganz normaler Vertrag keine Option ist, schade hätte mich schon sooo gefreut.
 
Lass dich nicht entmutigen. Wenn du eine abgeschlossene Ausbildung in diesem Bereich hast, sollte schon mehr als 2.000 Brutto drin sein. Oder es sollte 2.000 Brutto bei 40 Wochenstunden sein - wenn du z.B. im Osten lebst ist dies dann auch durchaus akzeptabel. (Überstunden natürlich dann auch bezahlt)
 
_killy_ schrieb:
Den Beitrag bitte richtig lesen. Auf den Zeitkonto werden die ersten 60 Stunden weder vergütet noch dürfen sie abgebummelt werden. Sie sind somit das Geschenkt des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber. Deshalb auch die Aufregung.

Du hast recht, das habe ich tatsächlich überlesen.
Bleibt noch das Arbeitszeitgesetz, welches für Wochenendarbeit entsprechende kurzfristige Freistellung hinterher zwingend vorsieht.
Das kann der Arbeitgeber gar nicht umgehen.
 
Recht haben und Recht bekommen. Man müsste den Arbeitgeber ja gleich in der Probezeit darauf hinweisen - dann kann man sich den Jobantritt aber auch gleich sparen. Auch die restlichen genannten Regelungen sind m.E. darauf angelegt, ein möglichst sklavenartiges Verhalten der Arbeitnehmer aufzudiktieren. Ein Wille Arbeitsleistung als diese anzuerkennen fehlt.
 
Seh ich genauso wie killy...

Gegen Arbeitskonten an sich ist natürlich nichts einzuwenden...Wir haben ebenfalls welche hier mit einem Limit. Dennoch wird natürlich jede Stunde entsprechend vergütet und ich kann selbst wählen, ob ich jetzt die gesamte Zeit ausbezahlt haben oder lediglich die Zuschläge und die Zeit später "abfeiern" möchte.

Diese "Puffer" Verträge sind allerdings fast immer zum Nachteil des Arbeitnehmers und in diesem Fall mit einer Entlohnung, die in keinerlei Verhältnis steht zu dem, was der Arbeitgeber (interpretiert aus den Äußerungen des Threaderstellers) hier erwartet.
 
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