Digitalisierung gut oder schlecht?

_killy_ schrieb:
aber hey, der kennt sich ja mit diesen "grauen Kisten" aus ...
Wenns doch wenigstens so wäre.
Da habe ich in meiner Schulzeit leider ganz anders erlebt. Egal wer da den IT-Unterricht gehalten hat – in Word und Excel waren die gut drauf – bei allem darüber wars aber vorbei. Von wegen etwas über Komandozeile (Damals noch XP) starten oder abfragen. DNS-Verbindung, Gateway? Nie von gehört.
In der generellen Bedienung von Windows waren einige technikinteressierte Schüler den Lehrern weit voraus.
Möglicherweise ist das mittlerweile anders und die Junglehrer sind da besser ausgebildet. Selbst dann kann ein normaler Lehrer die gesamte IT-Verwaltung nicht mal eben noch nebenbei mitmachen.
Im Umkehrschluss wird aber ebenso kaum Budget für eine dedizierte IT-Fachkraft vorhanden sein wenn schon stets an Lehrern gespart werden muss.
 
Lord_Dragon schrieb:
Ich sehe es gemischt, das Leben wird einfacher und bequemer,
ich habe festgestellt, dass das ein trugschluss ist. dadurch dass edv es erlaubt, sehr viel komplexere vorgänge zu verarbeiten als es händisch möglich wäre, werden auch alle vorgänge entsprechend komplexer.
wie heißt es doch so schön?: computer sind dazu da, probleme zu lösen, die wir ohne sie nicht hätten ;)

aber im grunde ist es wie mit allem im leben: jede medalie hat zwei seiten. ob die gute oder die schlechte überwiegt, ist letzten endes immer ansichtssache.
 
Das Thema erinnert mich ein wenig an unser "Sprachlabor" in der Schule damals. Es gab eigentlich keinen, der sich bei Problemen darum kümmern konnte. Zwischen der 7. und 10. Klasse waren wir glaub keine 5 Mal da drin, weil ständig irgendwas nicht funktioniert hat.

Ansonsten ist es dann wohl eher so, wie es @Khaotik gesagt hat. Die technikbegeisterten Kids machen den Lehrern was vor. Zudem ist es heute ja nicht mehr ganz so krass, wie noch vor 20 Jahren, wo nur ein kleiner Teil einen PC zu Hause hatte. Dazu kommt, daß die ganzen "Nerds" von damals jetzt ihre Kids einlernen. Hat man früher noch von Papa gezeigt bekommen, wie man das Fahrrad repariert, bauen die heute mit ihren Kids auch mal den PC zusammen.

@Lübke
computer sind dazu da, probleme zu lösen, die wir ohne sie nicht hätten
Den Spruch kenne ich nur in Richtung Beziehungen:

"Zu zweit kann man die Probleme besser lösen, die man alleine gar nicht hätte." :evillol:
 
Wir geben mittlerweile fast 50 Milliarden Euro jährlich für Rüstung/Militär aus aber für die Bildung ist (fast) kein Geld da. Das sieht in allen anderen Bereichen, die für eine Gesellschaft relevant ist, genau so aus. Die Prioritäten in der Politik werden nach den Wünschen der Rüstungs- und Wirtschaftslobby gesetzt. Denn von dieser mächtigen Lobby werden die Politiker später für ihr Handeln persönlich belohnt.
 
Tharamur schrieb:
Die technikbegeisterten Kids machen den Lehrern was vor. Zudem ist es heute ja nicht mehr ganz so krass, wie noch vor 20 Jahren, wo nur ein kleiner Teil einen PC zu Hause hatte.

Wobei auch die irgendwie in der Masse unterzugehen scheinen. Was ich so aus meinem Umfeld auch mit einigen Lehrern mitbekomme, sind bestimmt 95% der Schüler nur einigermaßen gute "Anwender" (merke das auch z.T. bei unseren Azubis im IT-Beriech die letzten Jahre, dass sich hier etwas verändert). Alles was fernab von den 2-3 genutzten Apps ist, ist unbekannt bzw. das Verständnis fehlt. Auch PC ist durch Tablet und vor allem Smartphone weitesgehend ersetzt worden.
 
HerrWausD schrieb:
Auch PC ist durch Tablet und vor allem Smartphone weitesgehend ersetzt worden.

Und beides sind Computer.
Insgesamt fehlt es am Grundwissen.
 
@HerrWausD
Auch eine Interessante Feststellung.
Auch in der IT-Branche ist das Ziel, alles so einfach wie Möglich zu machen. Vieles läuft automatisch und im Hintergrund ab.
Natürlich wird da der Anwender auf das Reduziert, was er eben ist. Ein Anwender/Konsument. Ich finde diese Entwicklung auch nicht schlimm.
Auch würde ich davon Abstand nehmen, umfangreichen IT-Unterricht zu fordern!

Jeder wohnt in einem Haus. Deswegen fordern wir doch auch nicht, das wir Architektur in den Schulen Unterrichten...
 
capitalguy schrieb:
in deutschland könnte es nicht schaden, wir liegen weit abgeschlagen zurück, irgendwo kurz vor der türkei.

Ja, was machen die dann anders?
Klar, jeder muss mit digitalen Medien umgehen bzw. Computer bedienen können. Aber Sinn und Zweck von Schule kann es doch nicht sein, ein Ausbildungsberuf zu lehren (überspitzt formuliert...).

Wobei, als ich noch zur Schule ging, hatte ich noch Werkunterricht (gibts das noch?). Analog dazu könnte man ein MINT-Fach einrichten mit diversen Projekten...
 
Gaugler schrieb:
Ja, was machen die dann anders?

hierzulande sieht man das internet und die gesamte digitalisierung viel zu kritisch. im internet fühlen sich viele wie der junky an der nadel und die digitalsierung bekommt immer vom datenschutz etwas auf die nüsse.
 
Gaugler schrieb:
Jeder wohnt in einem Haus. Deswegen fordern wir doch auch nicht, das wir Architektur in den Schulen Unterrichten...

Ich glaube, der Vergleich hinkt etwas. Mit IT-Kram und digitalen Medien umgehen zu können, wird in westlichen Industrienationen immer mehr zur Kulturtechnik wie Lesen und Schreiben. Wer das nicht beherrscht, ist von der sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe zunehmend ausgeschlossen. Das heißt nicht, dass jeder programmieren können muss, aber vertiefte Grundlagen sollten eigentlich schon seit Langem vermittelt werden.
 
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mental.dIseASe schrieb:
Mit IT-Kram und digitalen Medien umgehen zu können, wird in westlichen Industrienationen immer mehr zur Kulturtechnik wie Lesen und Schreiben. Wer das nicht beherrscht, ist von der sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe zunehmend ausgeschlossen.

Nun haben wir aber schon Festgestellt, das die Bedienung eines Computers o.ä. immer leichter wird. Die Hürde ist vielleicht noch ähnlich hoch, wie ... kochen. Kochen lernt man auch zuhaue bzw. in der Schule könnte man, wie selbstverständlich, mit solchen Werkzeugen umgehen. Und wenn ein paar Kinder doch Probleme haben, dann nimmt man sich eben 5 Minuten Zeit.

capitalguy schrieb:
hierzulande sieht man das internet und die gesamte digitalisierung viel zu kritisch.

Das ist ein Umstand, der in der Gesellschaft behoben werden sollte. Dieser Konflikt muss nicht im besonderen in die Schule getragen werden. Jedoch habe ich schon länger das Gefühl, das diese Ablehnungshaltung, immer Schwächer wird. Immerhin gibt es mehr Erwachsene, die Endgeräte nutzen oder gar Spiele darauf spielen.
 
Im Feld der Geodaten in dem ich arbeite finde ich es eine grosse Arbeitserlerleichterung obwohl das auch manchmal überstrapaziert wird.
Ich möchte jedenfalls nicht mehr mit dem Autoatlas durch Dortmund Mitte fahren müssen...
 
Gaugler schrieb:
Jedoch habe ich schon länger das Gefühl, das diese Ablehnungshaltung, immer Schwächer wird. Immerhin gibt es mehr Erwachsene, die Endgeräte nutzen oder gar Spiele darauf spielen.

das liegt in der natur der sache, die jüngeren werden immer älter und die alten sterben oder leiden an demenz.
ich finde aber auch das die schulen neben ihrer digitalisierung weiterhin auf handschrift und kopfrechnen setzten sollten. andere dinge wie ein ersetzen dieser kreidetafel gegen eine smarttafel ist fortschrittlich und hat viele vorteile und warum sollte die tafel nicht mit dem internet verbunden sein?
 
Als Fahrer ist man auch nur Anwender und trotzdem lernt man in der Fahrschule die grundlegende Funktionsweise eines Autos. Digitalisierung ist allgegenwärtig und elementar in vielen aktuellen Politischen/Gesellschaftlichen Fragen. Allein um sich hier eine Meinung bilden zu können bedarf es schon eines grundlegenden Verständnis.
Hier geht es allerdings nicht nur um die technischen Aspekte, auch die sog. Medienkompetenz (wie ich dieses Wort hasse) gehört für mich dazu und kommt im aktuellen Bildungsplan einfach viel zu kurz.

@ top
Die Frage ist schon wieder so... Für die Arbeitswelt natürlich grundsätzlich positiv, der einzelne Arbeiter wird effizienter, potenter und teils ganz überflüssig, ist doch super.
Für den Arbeitnehmer selbst ist es dann schon eher schlecht, zumindest für die meisten. Die immer stärkere Assistenz /Einbindung von Automatisierung/KI führt einfach zu einer gewissen "Entmenschlichung" und zu immer mehr Stress, die Prozesse werden Starrer, Überwachung und Leistungsdruck steigt, zwischenmenschliches verringert sich.
Das Verhältnis von Mensch/Maschine hat sich in vielen Bereichen schon umgekehrt, in einem Durchautomatisierten Prozess hilft jetzt der Mensch der Maschine an Stellen für die es noch keine passenden/billigeren Maschinen gibt.
Klar gibt es auch ein par neue Jobs in hippen Bürolofts, aber unter dem Strich kostet die Digitalisierung mehr und insbesondere in niedrig qualifizierten Bereichen Jobs und hier wird sich auch kein Ersatz mehr finden.
Grundsätzlich muss das nichts schlechtes sein, ich halte es aber für äußerst unwahrscheinlich das man dieser Entwicklung in einer Weise begegnet die die Soziale Spaltung nicht noch deutlich verstärkt.
 
Discovery_1 schrieb:
Wir geben mittlerweile fast 50 Milliarden Euro jährlich für Rüstung/Militär aus aber für die Bildung ist (fast) kein Geld da. ...

Versuch mal deine Aussagen selbst zu prüfen, bevor du deine Unwissenheit so öffentlich darstellst.

Zitat aus dem Bildungsfinanzbericht:
Im Jahr 2018 beliefen sich die gesamten öffentlichen Bildungsausgaben auf 138,8 Mrd. Euro. Knapp die Hälfte der öffentlichen Bildungsausgaben, 69,2 Mrd. Euro bzw. 49,9%, wurden für den Schulbereich verwendet. Mit 30,6 Mrd. Euro bzw. einem Anteil von 22,1% waren die öffentlichen Ausgaben für die Hochschulen die zweitgrößte Ausgabenposition.

saggeran schrieb:
Moin, ich möchte einfach mal gemischte Meinungen zur Digitalisierung hören. ...
Wie ist denn deine eigene Meinung oder Sichtweise?

Ich stehe der Digitalisierung neutral gegenüber. Es gibt schlechte Dinge und es wir Missbrauch betrieben (Sicherheit, Überwachung, Tracking, Werbung, Hacking, ...) aber ich sehe auch die Vorteile, sowohl in der Wirtschaft wie auch im privaten Bereich.

Mein Job liegt mitten drin in der Digitalisierung und ich nehme am Fortschritt direkt teil, daher mag ich viele Dinge. Und privat genieße ich die Auswahl an Online-Shops und Video- und Musikangebote.
 
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Ich denke die Digitalisierung wird der Gesellschaft am Ende die Zeit bringen sich auf das Analoge zu konzentrieren. Heimwerken, den eigenen Garten machen, Kinder in die Welt setzen - und Nicht-Digitale Berufe auszuüben. Sowas wie Elektriker, Maurer, Sanitärfachmann, etc.

Und wenn die Robotik mal soweit ist Menschen im Krankenhaus etc. zu ersetzen haben wir vielleicht Avatare und müssen unser Haus nicht mehr verlassen wenn wir es nicht wünschen.

Ich denke da wird in den nächsten 100 Jahren noch sehr viel passieren. Was es aus den Menschen macht, die mit der Entwicklung nicht mehr mithalten wird spannender. Wir bewegen uns aktuell vom Sozialen weg - ich kann mir durchaus vorstellen, dass die, die nicht mitziehen unter die Räder kommen - sich aber niemand drum scheren wird.

Ich würde mir zwar eine Utopie ala Star Trek vorstellen - denke aber das eine Dystopie realistischer ist.
 
Die Digitalisierung bringt wesentliche Vorteile und wird daher auch nicht mehr verschwinden. Man erinnere sich nur an den Aufschrei als rauskam, dass Corona-Fallzahlen noch gefaxt und dann von Hand neu eingegeben werden mussten. Das hat die Protokollierung um Tage verzoegert. Gerade Daten schnell und ueberall verfuegbar zu machen, sie zu sortieren und auszuwerten ist der Sinn dahinter. Leider wird in Deutschland in zu vielen kleinen Topefen (mindestens 16) gekocht, als das es merklich Vorteile bringt.
Einheutliche Pattformen fuer Lehrer und Lehrmaterial waeren hier nur ein Beispiel.

Bzgl Bildung und Budget: Mein Informatikunterricht (freiwillig) fing bei TurboPascal an und ist dann in der Zeit zurueck gegangen. Der Lehrer war Mathematiklehrer, der 1985 einen Lehrgang abgeschlossen hat und sich dann Informatiklehrer schimpfen durfte. Seine Unterlagen waren 1:1 aus diesem Lehrgang. Das Buch mussten wir uns gebraucht kaufen, weil das seit 1990 nicht mehr gedruckt wurde. Das war 2008.
Wie ein Rechner aufgebaut ist und funktioniert, wie ein Netzwerk aufgebaut ist/wird, das Internet funktioniert, was HTML und CSS sind... haben wir nie behandelt. Das waeren eben die Basics, die man jedem einmal beibringen sollte. Wenn man sich Zellsysteme von Grashalmen und Interpretationen von Gedichten des 18.Jhd anhoeren muss, sollte auch dafuer Zeit sein.

Aber als die Schule am Ende mal renoviert wurde, wurde biologisch abbaubare Farbe verwendet. Die kann man zwar nicht feucht abwischen und war doppelt so teuer wie normale, aber dafuer werden Kinder nicht krank, wenn die die Waende ablecken. Da wurde auch kurz vor Winter noch ein Sonnensegel auf dem Hof gespannt, weil das Budget noch weg musste. Segel war nach dem Winter halt durch, aber Budget war ja naechstes Jahr wieder da.
Was ich damit sagen will: Es bringt nichts, einfach Millionen oder Milliarden in Schulen zu pumpen. Es muss auch zweckgebunden verwendet werden. Aber wir leben ja leider in einer Welt, in der sich Entscheider dadurch profilieren, wie viel Budget sie jedes Jahr verpulvern (duerfen).
 
Also wir statten einige Schulen und auch Behörden aus. Bei Schule A hast du jemanden sitzen, der sich dafür einsetzt und komischerweise kann dann auch mal etwas komplexere Infrastruktur in Form von Servern angeschafft werden, mit allem drum und dran. Die Hardware wird dort alle 3 Jahre ausgetauscht. Die Schule hat aber auch jetzt schon im Umkreis einen sehr guten Ruf bei ihrer IT Ausbildung.

In Schule B muss es der billigste Laptop/Monitor sein, den man finden kann, man hat keinen Ansprechpartner, der sich vor Ort mit den Bedürfnissen überhaupt auskennt, geschweige denn mit komplexerer Technik etwas anfangen könnte. Beamer? Fehlanzeige... Selbiges bei Behörden und das alles im gleichen Bundesland.

Das Problem ist, wenn die Entscheider aus einer Zeit kommen wo noch alles ohne IT lief, dann kann man nicht erwarten, dass dort eine gewisse IT Grundhaltung vorhanden ist bzw. das Bedürfnis gesehen wird. Es ist also nicht so, dass es an Geldmitteln grundsätzlich mangelt. Wenn man aber nicht versteht, dass man einen Sysadmin Inhouse benötigt, zur Verwaltung der Infrastruktur und das ein Lehrer mitmanagen soll, der oft selbst nur über rudimentäres Wissen verfügt, dann darf man sich halt auch nicht wundern, dass dabei nichts verünftiges raus kommt.

Zum Thema Digitalisierung. Ich denke Corona zeigt in vielen vielen Fällen auf, dass die Digitalisierung wichtig und notwendig ist. Einfaches Beispiel ist, dass hier auf dem Land oft Homeoffice immer noch aufgrund der Infrastruktur ein Problem für viele Arbeitnehmer ist. Man könnte sehr viel mehr von Zu Hause arbeiten, wenn denn endlich mal jeder einen vernünftigen Breitbandanschluss hätte.
 
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